Dieter Thomä Väter

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Inhaltsangabe zu „Väter“ von Dieter Thomä

Wie hat sich die Vaterrolle gewandelt im Laufe der Zeit, welche Lebensmöglichkeiten gibt es heute? Aus der historischen Perspektive liefert Dieter Thomä, unter den Philosophen der Spezialist für Familienfragen, neue Argumente für die unverändert aktuelle Debatte über gutes und schlechtes Vatersein.»Aber dieses eine Gefühl treibt mich um: dass mein Leben als Vater eine Reise ins Extreme gewesen ist, dass ich in heißkalte Gegenden, sozusagen in ein inneres Island, aufgebrochen bin (übrigens ist Island wunderschön). ...Was die Soziologen eine ›Normalbiografie‹ nennen, fühlt sich von innen aber gar nicht so normal an.«

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  • Rezension zu "Väter" von Dieter Thomä

    Väter

    WinfriedStanzick

    02. June 2011 um 17:30

    Hätten Sie gedacht, dass die Ermordung des Königs während der Französischen Revolution etwas zu tun hat mit der seit längerem aktuellen Debatte um die "neuen Väter", die fehlenden Väter, die zu starken oder die zu schwachen, je nachdem, wer da spricht und analysiert ? Der in St. Gallen lehrende Philosoph Dieter Thomä hat wohl auch aus eigener Betroffenheit ein wunderbares kulturhistorisches Buch geschrieben, eine "Heldengeschichte" die er all denjenigen gewidmet hat, "die wissen, das sie gemeint sind." Der Rezensent, spät gewordener Vater eines mittlerweile fünfjährigen Sohns jedenfalls fühlte sich angesprochen bei der Lektüre dieses Buches und nicht nur hervorragend unterhalten, sondern auch vielfältig herausgefordert und in Frage gestellt. Und ich habe eine Menge beim Lesen gelernt, nicht zuletzt, dass es sinnvoll ist, als Vater seine eigene Rolle sehr pragmatisch anzugehen, sich von der ganzen Debatte um die schlechten oder guten Väter nicht dermaßen verunsichern zu lassen, dass man gar nicht mehr handlungsfähig ist. Denn seit jener am Anfang erwähnten Tat, der sich später dann durch den "Tod Gottes" (Nietzsche) noch ein Vatermord der transzendenten Kategorie anschloss, hat sich eine schmerzliche Lücke ergeben, die die heutigen willigen Männer nur mühsam füllen können. Sich dabei klar zu machen, dass man sich dabei auch aus Schlachten heraushalten kann, dien schon der eigene Großvater und Vater geschlagen haben, kann für die Männer eine große Entlastung sein. Ich kann das Buch allen betroffenen Vätern, aber auch ihren Frauen nur empfehlen. Es vermittelt Dir in Deiner Situation, die Du wahrscheinlich als sehr vereinzelt empfindest, einen historischen Überblick, eine Einordnung und einen Sinnzusammenhang. Das , was Du da tust und auch lässt in Deiner Vaterrolle, das hat alles einen Sinn, es lohnt sich, darüber zu reflektieren, ohne sich gleich freiwillig klein zu machen. Sei ein Mann, der seine Vaterrolle aktiv annimmt und sich nicht lediglich an dem orientiert, was er glaubt, dass Deine Frau oder wer auch immer von Dir erwartet. Lebe pragmatisch und im Eingeständnis Deiner Grenzen Dein Vatersein, auch als liebevoller und zugleich männlicher Partner Deiner Frau. Deine Kinder, Deine Töchter und Söhne werden es Dir danken, auch wenn Sie es Dir vielleicht nie so sagen werden. Aber Sie werden später ihre eigene Rolle als Vater oder Mutter besser und glücklicher leben können, ja sich überhaupt erst zu ihr trauen, weil sie einen Vater gehabt haben, der dazu stand mit allen seinen Stärken und Schwächen.

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