Dieter Wellershoff Der Himmel ist kein Ort

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Inhaltsangabe zu „Der Himmel ist kein Ort“ von Dieter Wellershoff

Der Roman beginnt wie ein Krimi und entwickelt sich zu einem figurenreichen Gesellschaftsdrama. Hauptfigur ist der junge Landpfarrer Ralf Henrichsen, der eines Nachts zu einem Unfallort gerufen wird. Ein Auto ist von der Straße abgekommen und in einen See gestürzt. Der Fahrer hat sich gerettet, seine Frau und sein Sohn werden leblos geborgen. Wie das geschehen konnte, ist unklar. In der Folge der Ereignisse gerät Henrichsen in eine sich ausweitende Sinnkrise.

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  • Rezension zu "Der Himmel ist kein Ort" von Dieter Wellershoff

    Der Himmel ist kein Ort
    bogi

    bogi

    11. January 2013 um 17:05

    Dieter Wellershoff war mir natürlich ein Begriff. Zur Lektüre hat es aus unerfindlichen Gründen bislang nicht geführt. Zu diesem Roman kam ich wie die Mutter zum Kinde. Und ich muss sagen er hat mich von Beginn an gefangen genommen. Die Erzählung beginnt als eine Art Krimi. Ein Pfarrer, der neu in einen Ort kommt, wird völlig unerwartet als Notfallseelsorger zu einem Unfall gerufen. Dieser ist ob seiner Unerklärbarkeit reichlich mysteriös (Vater überlebt einen Autounfall unverletzt, während Mutter und Kind sterben bzw. unheilbar verletzt werden). Hier setzt eine Art zweiter Erzählstrang ein. Dem Pfarrer kommen Zweifel zur Wirksamkeit seiner Arbeit. Dies führt bis zu Sinnierungen über die Bedeutung des Lebens, Leben und Leben lassen. Dabei spielt natürlich auch ein Stück weit eine Rolle das der Pfarrer nie wirklich in seiner Gemeinde angekommen ist und akzeptiert wird. Ein weiterer Erzählbereich handelt von einer Liebesgeschichte, die sich zwischen dem Pfarrer und einer Unbekannten abspielt, beginnend auf einer Hochzeit, bei der beide Gäste sind. Wie der Autor Wellershoff von Beginn an Spannung und Neugier aufbaut, mit welcher Leichtigkeit er die an sich schweren Themen angeht, wie intensiv und detailliert er die inneren Zerissenheiten der verschiedenen Protagonisten zu beschreiben vermag, hat mich geradezu fasziniert. Insgesamt ein Kleinod, das mich voll und ganz zu überzeugen vermochte und das ich absolut empfehlen kann.

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  • Rezension zu "Der Himmel ist kein Ort" von Dieter Wellershoff

    Der Himmel ist kein Ort
    robbylesegern

    robbylesegern

    18. December 2011 um 18:50

    der Himmel eine Illusion ? "Der Himmel ist kein Ort", zu diesem Ergebnis, kommt auch der Hauptprotagonist dieses Romans. Pfarrer Hinrichsen, ein junger evangelischer Geistlicher,hat von seinem vielgeliebten Vorgänger eine Gemeinde übernommen. Er hofft dort ein zu Hause zu finden, einen Ort, an dem er sich wohlfühlen kann. Doch die Gemeindemitglieder akzeptieren den jungen Pfarrer, der dort alleine lebt, weil seine Verlobte ihm kurz vorher den Laufpass gegeben hat, nicht so, wie er es erhofft hatte. Er selbst fühlt sich auch nicht wohl und hegt Selbstzweifel, ob diese Berufswahl wohl die richtige war. Seine Predigten überzeugen auch nicht, da seine Selbstzweifel auch dort zum Tragen kommen. Als er eines Nachts als Notfallseelsorger zu einem Unfall gerufen wird, um den dort verunglückten Realschullehrer Karbe zu betreuen, der bei diesem Unfall seine Frau verloren hat und seinen Sohn schwerverletzt ist Krankenhaus einliefern lassen muss, bekommt seine Glaubensüberzeugung einen weiteren Riss. Der Unfall scheint einige Ungereimtheiten aufzuweisen und so beginnt eine Hetzjagd auf den unbeliebten Karbe, dem das Gerücht anhängt, dass er den Unfall bewußt herbeigefüht hat, um seine eh schon angeschlagene Ehe zu beenden. Pfarrer Hinrichsen erlebt Karbe aber am Unfallort und auch am Tag danach als gebrochenen Menschen und als er, trotz einer Verunsicherung durch die geschilderten Ereignisse der Gemeindemitglieder, trotzdem zu Karbe hält und sie in einer Predigt auffordert, doch nicht gleich zu richten, wird er von einem Vorgesetzten in den Urlaub geschickt, da seine Bemerkung wohl den Kirchenaustritt einiger Gemeindemitglieder zur Folge hatte. Auch hier erlebt Hinrichsen, dass man , um Mitglieder zu behalten, eher einen Menschen verurteilt, als ihm beizustehen, wie es von der Kirche ja eigentlich erwartet wird. Als er in seinem Urlaub dann an einem theologischen Seminar teilnimmt und auch dort der Glaube in Frage gestellt wird, wird seine eh schon komplizierte Welt weiter in Frage gestellt. Dieter Wellershoff hat es mit seinem Buch geschafft mich gefangen zu nehmen. Die Thematik eines zweifelnden Pfarrers, der den Grundgedanken des Glaubens und seine Umsetzung in die Realität nicht bestätigt sieht, ist eine Situation , die man häufig antrifft. Gemeindemitglieder, die sich in ihren Positionen satt und zufrieden fühlen und nur die Fehler der anderen sehen und keine Skrupel haben, jemanden zu vernichten, der ihrer Weltanscheung nicht enspricht. Priester, die, teilweise auch etwas weltfremd,ihre Auffassung von Gemeindeleben nicht umsetzen können und an ihrem Glauben zu zweifeln beginnen. Die Einsamkeit, der die Geistlichen, vor allem die katholischen , ausgestezt sind, machen das Ganze noch komplizierter und schwerer erträglich. Auch die philosophischen Abhandlungen über den Glauben als solches, fand ich sehr interessant. Da ich vorher noch kein Buch dieses Autors gelesen haben, kann ich keinen Vergleich anstellen. Mir hat das Buch , vor allem die Sprache des Autors ausgesprochen gut gefallen.

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  • Rezension zu "Der Himmel ist kein Ort" von Dieter Wellershoff

    Der Himmel ist kein Ort
    katermurr

    katermurr

    11. May 2010 um 08:31

    Die Geschichte eines evangelischen Pfarrers, der alleine, an einem ungenannten Ort, vielleicht in einer kleinen Stadt, in einem für ihn viel zu großen Pfarrhaus lebt. Seine Lebensgefährtin hat ihn vor Antritt der Pfarrstelle verlassen. Er wird eines Nachts zu einem Unfallort gerufen, wo er seelischen Beistand leisten soll: Die Frau des Unglücksfahrers kam ums Leben, das Kind überlebt mit schwersten Gehirnschäden im künstlichen Koma. Es entwickelt sich eine bedrückende Geschichte von Vermutungen, Vorurteilen, Zweifeln und Ohnmacht, die nur durch gelegentliche Szenen der Verbundenheit mit alten Freunden sowie der überraschenden Begegnung mit einer Seelengefährtin ein wenig aufgehellt werden. Das Buch reflektiert existentielle Lebensfragen ebenso wie Probleme des Glaubens und der Kirche als soziale Institution. Inhaltlich und sprachlich dicht und schwer, nichts für depressive Gemüter. Für Leser, die sich gern mal mit grundsätzlichen Fragestellungen befassen wollen, unbedingt empfehlenswert!

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  • Rezension zu "Der Himmel ist kein Ort" von Dieter Wellershoff

    Der Himmel ist kein Ort
    UteSeiberth

    UteSeiberth

    10. October 2009 um 22:08

    Mich hat die existenzielle Krise eines jungen evangelischen Pfarrers sehr angerührt,der eine Pfarrstelle in der deutschen Provinz antritt. Mit sich allein und verlassen von seiner Freundin, versucht er seinem Beruf so gut wie möglich gerecht zu werden.Als er als Notfall-Seelsorger zu einem schwierigen Autounfall gerufen wird ,beginnen seine Sorgen und Zweifel an sich und an seiner Religion.Wellershoff hat dieses persönliche Dilemma sehr einfühlsam dargestellt samt den Fragen und Unsicherheiten moderner Christen heute.Es wird kein Kriminalfall dargestellt ,sondern eine Art Bestandsaufnahme von religiösen Befindlichkeiten in unserer Zeit.Das kann einen sehr nachdenklich stimmen.

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