Dieter Zimmer

 4 Sterne bei 60 Bewertungen

Alle Bücher von Dieter Zimmer

Sortieren:
Buchformat:

Neue Rezensionen zu Dieter Zimmer

Neu
R

Rezension zu "Alles in Butter. Eine liebenswert-turbulente Familienchronik aus wirtschaftswunderlichen Zeiten." von Dieter Zimmer

Sowohl als "Nostalgie-Souvenir" als auch als "Geschichtsstunde" sehr gut geeignet!
RobinBookvor 3 Jahren

Flüchtlingsschicksal! Die Erlebnisse eines Jungen, der im Frühjahr 1953 mit seiner alleinerziehenden Mutter aus Leipzig "rübergemacht" hat sprich: aus der "sowjetisch besetzten Zone" ins "Schlaraffenland" Westdeutschland geflohen ist. Flüchtlinge standen schon damals nicht auf dem Wunschzettel der meisten "Eingeborenen".
Dieter Zimmer, einst Landtagswahlkommentator im ZDF, erzählt hier die unabhängig verständliche, aber im Kontext  noch sympathischere Geschichte der weiteren Erlebnisse des schon aus "Für'n Groschen Brause" bekannten Thomas.
Sowohl als "Nostalgie-Souvenir" als auch als "Geschichtsstunde" sehr gut geeignet!

Heiter, beklemmend, ironisch, nachdenklich... Das Gefühl des Unerwünschtseins, das erste Trittfassen, erste zarte Bande sowohl der Mutter als auch des Sohnes, Besuche beim alten neuen Vater und der mütterlichen Oma, der Onkel Wolfgang, der erst kommt und dann wieder nach Leipzig zurückkehrt - ein weites Spektrum sowohl der Gefühle als auch der Erlebnisse. Geschichte als Geschichte, hautnah. Kopfkino!

Kommentieren0
0
Teilen
R

Rezension zu "Für'n Groschen Brause" von Dieter Zimmer

Ein ansprechend "verpacktes" Stück deutscher Geschichte.
RobinBookvor 3 Jahren

Thomas hat es nicht immer leicht. Erst neulich ist einer seiner legendären Aufsätze voll daneben gegangen. Dabei hatte er sein Bestes gegeben und die geforderte Ausführlichkeit zum Thema walten lassen. Ganz genau beschrieb er die Haustüre, mit allen Fahrradreifenspuren und Fußabdrücken ungeduldig hineindrängender Einwohner und Besucher, die zum normalen Öffnen keine Hand frei gehabt hatten. Dumm nur, dass das Thema, wie sich zu spät herausstellte, nicht "Haustüre", sondern "Haustiere" lautete. "Hausdiere" ist in Sachsen eben missverständlich. Thomas stammt aus Leipzig. Er lebt zusammen mit seiner mütterlichen Oma, seiner Mutter und seinem kriegsbedingt neuen Vater, die alle in der am Rande der Enteignung schwebenden kleinen Firma tätig sind. Es gibt darüber hinaus noch einige andere Verwandte, die beiden wichtigsten unter ihnen sind zum Einen die väterliche Oma, welche oft zu Besuch kommt und dann mit ihm tolle Sachen mit einer Tendenz zu höherer Kultur unternimmt, und der mütterliche Bruder, Onkel Wolfgang, der immer noch nicht aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrt ist. Mit den Augen des kleinen Thomas erleben wir die aufregende Zeit kurz vor dem Arbeiteraufstand am 17. Juni 1953.

 

Kommentieren0
0
Teilen
Chibi-Chans avatar

Rezension zu "Wie im richtigen Leben" von Dieter Zimmer

Witzig, kritisierend und unerwartet
Chibi-Chanvor 3 Jahren

Meine Meinung
Allgemein

Was, wenn man plötzlich seinen alten Job angeboten bekommt, weil man als gut befunden wurde?Was, wenn man eine Beförderung nicht bekommt, welche einem eigentlich zusteht, und rebellische Züge annimmt? Was, wenn in einem kleinen trotzigen Streit beschlossen wird, dass der Geldeintreiber zur Hausfrau und die Hausfrau zum Geldeintreiber wird?
Bei Clarissa und Clemens geht alles drunter und drüber. Nach vielen Jahren Ehe entsteht das altbekannte Thema: Frauen sind zum putzen da, Männer zum arbeiten. Basta. Anders kann es ja nicht sein, oder ? Nach einem erneuten Streit beschließt Clarissa: Sie nimmt ihren alten Job wieder an. Die Kinder sind aus dem Gröbsten raus. Soll ihr Mann doch "das bisschen Kram" erledigen. Und Clemens? Ja, der tut das auch noch wirklich! Ein Experiment soll es werden. Das Ehepaar im Rollentausch.
Trotz der Klischeesituation ist es spannend die beiden auf ihrem Weg zu beobachten. Am Anfang dachte ich noch: 'Das kann ja gar nichts werden. Der Mann wird überfordert sein und die Frau ganz normal arbeiten.' Doch das Clarissa die Karriereleiter Stufe für Stufe erklimmt und Clemens in seinem neuem Job förmlichaufblüht, damit hatte ich nicht gerechnet. Da man mit dem Thema schon oft konfrontiert wurde, hatte ich schon eine Vorabmeinung und dachte, dass beide klar kommen, aber zum Schluss merken, dass es doch gut ist, wie es damals war. Dieter Zimmer konnte mich jedoch positiv überraschen und gerne habe ich den Werdegang beider verfolgt.

Charaktere

Zum Einen wären da Clarissa und Clemens. Trotz vieler Ehestreitereien kam ihre Liebe zueinander deutlich herüber. Mir gefiel, wie Dieter Zimmer verdeutlicht, dass nicht immer alles in Butter ist, aber man trotzdem nie an dem anderen Zweifeln sollte. Obwohl Clemens nicht dafür war, dass Clarissa in ihren alten Beruf zurückkehrt, hat er sie unterstützt. Er hatte ihre Shows angeschaut und mit voller Inbrunst sein Experiment durchgeführt.
Auch Clarissa kam für mich sehr human rüber. Sie steigt eine Stufe nach der anderen in ihrer Karriere hoch und bleibt trotzdem auf dem Boden. Sie ist geplagt von Zweifeln und Ängsten, geht aber mit dem Kopf durch die Wand. Sie macht sich viele Gedanken und ist eine Art Weltverbesserer, was jedoch nicht überall gut ankommt. Mir jedoch gefiel, dass sie sich nicht einfach hat unterbuttern lassen.
Timo und Nadja sind die Kinder von Clemens und Clarissa und ganz schön auf Zack. Der Gymnasiast Timo weiß viel und ihm entgeht nichts. Die beiden sind immer für einen Spaß zu haben und lassen auch mal ihre Meinung an den Erwachsenen aus ... jedoch ohne gehört zu werden. Kinder eben. Auch hier gefiel mir der Alltag und die Kinder haben Schwung in Clemens Haushalt gebracht.
Zuletzt möchte ich noch Gudrun erwähnen. Eigentlich eine Freundin von Clarissa, aber nachdem Clemens den Haushalt übernommen hatte, verbringt sie viel Zeit bei ihm und stößt bei Clemens oft auf eine wahre und ehrliche Meinung... Nicht immer im positiven Sinn. Sie kam mir mit ihrem Leben sehr unzufrieden rüber, warum sie öfter unüberlegt redet oder handelt.
Alles in allem empfand ich die Charaktere alle sehr herzlich. Sie konnten mich mitten in die Geschichtehineinversetzen und konnten mich auch oft zum lachen bringen.

Schreibstil & Sichtweise

Geschrieben ist das Buch noch in der alten Rechtschreibung ohne dem scharfen s. Jedoch für das Erscheinungsjahr (1998) sehr modern. Oft konnte ich mich mit meiner Jugend identifizieren, wenn die Kinder mal wieder neue Sprüche heraus ließen, obwohl meine Jugend ein paar Jahre später erst begann. Mir hat es gefallen zu sehen, was damals so In war in der Sprache und was heute.
Das Buch war flüssig geschrieben und an vielen Stellen auch lustig. Die Situationen kamen echt rüber, so dass man sie sich sehr gut vorstellen konnte.
Geschrieben wurde das Buch aus den Sichten von Clemens und Clarissa in der dritten Person.

Cover & Titel

Das Cover sprang mir sofort ins Auge und ließ mich beim Kauf zugreifen. Man sieht zwei sich liebende Vögel in einer Winterlandschaft. Für mich heißt es, dass die Vögel sich lieben, trotz der Kälte und dem Frost, welche sie momentan einhüllen. Auch können die Vögel für die Freiheit stehen, zu tun, was man gerne möchte. Auf den ersten Blick ist das Cover nicht stimmig mit dem Inhalt des Buches, aber mit einer Interpretation ist es stimmiger, als man zuerst denkt.
Der Titel spricht für sich: Das Buch soll wirken, wie eben im richtigen Leben und das hat es auch geschafft!

Zitat
"Du tanzt nicht nur aus der Reihe, das wäre ja noch zu tolerieren, sondern du tust etwas, wozu sie selbst nicht in der Lage sind. Du führst ihnen vor Augen, was sie eigentlich auch können, wenn sie könnten, aber sie können ja nicht. Und das können sie auf den Tod nicht ausstehen." - Seite 135

Fazit
Ein Buch, welches mit Humor und Ernst die Lage des Lebens wiederspiegelt und zum Nachdenken anregt, vielleicht auch etwas zu ändern. Es hinterfragt die typische Rollenverteilung von Mann und Frau und warum die Geschlechter genau diese Rollen einnehmen. Zudem nimmt es einen anderen Verlauf an, als man erwartet.

Kommentieren0
1
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 76 Bibliotheken

auf 2 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks