Dietlind Kaiser

Alle Bücher von Dietlind Kaiser

Cover des Buches Wenn die Mäuse Katzen jagen (ISBN: 9783404773329)

Wenn die Mäuse Katzen jagen

 (176)
Erschienen am 06.08.2009
Cover des Buches Wechselspiel der Liebe (ISBN: 9783499268168)

Wechselspiel der Liebe

 (32)
Erschienen am 01.09.2014
Cover des Buches Wolken am Horizont (ISBN: 9783499268182)

Wolken am Horizont

 (24)
Erschienen am 01.09.2014
Cover des Buches Brandstifter (ISBN: 9783442454457)

Brandstifter

 (11)
Erschienen am 01.08.2003
Cover des Buches Ein Mann zum Dessert (ISBN: 9783548257655)

Ein Mann zum Dessert

 (8)
Erschienen am 01.05.2005
Cover des Buches Familiengeheimnisse (ISBN: 9783596141678)

Familiengeheimnisse

 (9)
Erschienen am 01.11.1999
Cover des Buches Der neue Pfarrer (ISBN: 9783548251998)

Der neue Pfarrer

 (5)
Erschienen am 01.01.2001

Neue Rezensionen zu Dietlind Kaiser

Cover des Buches Wolken am Horizont (ISBN: 9783499268182)
liebeslesers avatar

Rezension zu "Wolken am Horizont" von Rosamunde Pilcher

Kompakt, unmittelbar, gefühlvoll
liebesleservor 10 Monaten

Eine gut entwickelte und kunstvoll inszenierte Geschichte erzählt Rosamunde Pilcher in diesem kürzeren Werk, das verglichen mit ihren monumentalen Romanen relativ kompakt daherkommt und auf sehr unmittelbare Weise berührt.

Obwohl Pilcher sehr viele Handlungsstränge, Vor- und Nebengeschichten auf dreihundert Seiten transportiert, geht der Spannungsbogen nicht verloren, sondern verstärkt sich im letzten Drittel nochmals. Am Ende ist es - wie oft bei Pilcher - vielleicht einen Tick zu dick aufgetragen, aber letztlich gehört das zu dieser Art von Literatur, dem Melodrama der leichten Art, einfach dazu.

Die Einzelschicksale variieren die üblichen Themen im Pilcher-Kosmos: Ehe-Drama, Vater-Tochter-Verhältnis, sich immer wieder neu ergebende Beziehungskonstellationen, die zu neuen Familienstrukturen führen (anno 1984, im Jahr des Erscheinens dieses Buchs, nannte man das wohl noch nicht „Patchwork“), Einsamkeit, das Suchen und (unverhoffte) Finden der Liebe - das alles auf fesselnde Weise erzählt, schwelgerisch, voller Atmosphäre und in stets einnehmendem Ambiente.

Ich habe keine Probleme damit, dass Pilcher die Grenze zum Kitsch oft streift und (besonders am Ende) auch hier und da überschreitet, gönne mir gern mal eine Dosis Unterhaltung pur - zumal die Autorin stets weiß, was sie schriftstellerisch tut und wie sie die Leserin (und dem einen oder anderen Leser, wie mir) mitreißen kann.

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Cover des Buches Der weisse Schmetterling (ISBN: 9783311155119)
SalanderLisbeths avatar

Rezension zu "Der weisse Schmetterling" von Walter Mosley

Schwarzer hardboiled Privatdetektiv als Protagonist
SalanderLisbethvor 10 Monaten


Sie trugen die Leiche auf einer Bahre weg, als die Fotografen fertig waren – Polizeifotografen, keine Reporter, 1956 war eine Schwarze, die umgebracht worden war, kein Fotomaterial für die Zeitungen. Auszug Seite 12

Watts ist ein überwiegend von Afroamerikanern bewohnter Distrikt im südlichen Los Angeles mit einer hohen Kriminalrate. Der amerikanische Schriftsteller Walter Mosley wuchs in dem Stadtteil auf und führt uns in seinem Thriller ins Jahr 1956. Als ein Serienmörder drei Frauen, alles Schwarze und leichte Mädchen tötet, zeigen Polizei und Presse wenig Interesse. Erst als das vierte Opfer eine Weiße und noch dazu die Tochter eines Staatsanwalts ist, beginnen sie ernsthaft zu ermitteln. Der schwarze Privatdetektiv Ezekiel „Easy“ Rawlins wird vom Los Angeles Police Departement um Hilfe gebeten, weil der Täter im schwarzen Milieu vermutet wird und Easy sich in Watts bestens auskennt. Widerwillig beginnt Easy zu ermitteln und findet auch gegen den Willen des Staatsanwaltes heraus, dass seine ermordete Tochter ein Kind von einem Schwarzen bekommen hatte. Ihm zur Seite steht sein loyaler Freund Mouse, der sich perfekt auf der Straße auskennt, aber ansonsten sehr unberechenbar wie eine tickende Zeitbombe agiert. 


Der Thriller fand mein Interesse, da hier mal ein schwarzer Hardboiled Detective in den Fokus gesetzt wurde. Es geht Walter Mosley auch weniger um den Krimiplot, der eher beiläufig erzählt wird und vielleicht einen größeren Spannungsbogen vertragen hätte. Vielmehr geht es ihm um eine Schilderung des Milieus aus der Sicht des schwarzen Ich-Erzählers  und die Auseinandersetzung mit dem täglichen Rassismus. Easy Rawlins ist selbstbewusst und clever, hat aber gar keine Lizenz und ist mehr Ganove als Private Eye. Er ist mit Regina verheiratet und lebt mit ihr, der kleinen Tochter und ihrem Adoptivsohn Jesus zusammen. Leider bin ich weder mit ihm noch mit seinem durchgeknallten Freund Mouse richtig warm geworden. Das lag auch an einer Szene zu Beginn, in der Easy seine Ehefrau zum Sex zwingt. 



„Vergewaltigt?“ Ich lachte. „Ein Mann kann doch seine eigene Frau nich vergewaltigen.“ Mein Lachen erstarb, als ich die zornigen Tränen in Reginas Augen sah. Auszug Seite 46

Dabei hat mir die schnörkellose Erzählweise des afro-amerikanischen Autors ganz gut gefallen. Es zieht sich so ein spezieller Sprachrhythmus, manchmal ironisch, lakonisch, aber auch melancholisch durch das ganze Buch und er findet immer den richtigen Ton. Wie sein Protagonist kennt Mosley die Bewohner von Watts und hat sie genau beobachtet. Auch die Atmosphäre der 50er/60er Jahre kommt gut rüber. Sehr gestört hat mich aber der Versuch, den  gebräuchlichen Straßenjargon eine passende deutsche Entsprechung zu geben. Das hat mir den Thriller echt vermiest und ich habe mich bis zum Schluss durchgequält. 


Walter Mosley gelang mit seinen 11 Thrillern um den schwarzen Privatdetektiv Easy Rawlins in einem Zeitraum von 17 Jahren der Durchbruch in den USA. Gleich sein erster Thriller „Teufel in Blau“ sorgte auch durch die erfolgreiche  Verfilmung  mit Denzel Washington für Furore und seitdem zählt er zu den bekanntesten Schriftstellern der USA. 2020 erhielt er als erster schwarzer Schriftsteller die National Book Foundation Medal.  


Bewertung: 2,5

Kommentare: 8
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Cover des Buches Wechselspiel der Liebe (ISBN: 9783499268168)
liebeslesers avatar

Rezension zu "Wechselspiel der Liebe" von Rosamunde Pilcher

Lesbar, aber in mehrfacher Hinsicht antiquiert
liebesleservor einem Jahr

Nachdem ich mich vor kurzem der „romantischen Seite“ der Literatur geöffnet habe, versuchte ich es nun auch mal mit Rosamunde Pilcher, zunächst mal mit diesem kürzeren, eher novellenartigen Buch.
Was mir gefallen hat: Pilcher kann schreiben. Sie ist mit ihrem Stil durchaus nah dran an „klassischer Literatur“. Sie baut ihre Geschichte gekonnt auf, komponiert geschickt, indem sie die verschiedenen Elemente wie Charakterisierung, Plot und Ambiente kongenial miteinander verschmilzt. Stilistisch leistet sie sich keine - oder nur wenige (die auch der Übersetzung geschuldet sein können) Ausrutscher. Man liest das Ganze flüssig und leicht und hat trotzdem nicht das Gefühl, schnell zu konsumieren. Man taucht in die Geschichte ein und durchlebt sie. Kurz gesagt: Pilcher beherrscht ihr Metier. Sie ist besser als ihr Ruf bei sogenannten „anspruchsvollen“ Lesern. Ich denke, ich werde durchaus noch weitere, auch dickere, Romane von ihr lesen.
Aber: der Roman wirkt, selbst dafür, dass er aus den Siebzigern stammt, antiquiert. Und dies leider nicht nur im Sinne heimeliger Nostalgie, die zunächst auch ganz reizvoll ist (keine Handys, gemütliche Kaminzimmer; Jet-Set ist noch was Besonderes und steht dem Leben auf dem Lande und in Hafendörfern konträr gegenüber), sondern, was Frauenbild und Moralvorstellungen anbelangt, auf recht befremdliche Weise. Manch eine Ansicht, mit der hier sympathisiert wird, könnte sogar noch aus den Fünfzigern stammen. Das bescheidene Mädchen vom Lande auf der guten, ihre sinnenfrohe, leichtlebige Schwester auf der schlechten Seite. Das brave Mädel opfert sich auf und wird dafür von allen geliebt, das leichte, egoistische Gegenstück erntet klare Abwertung. Männer, die mit minderjährigen Mädchen schlafen, sind zwar nicht beliebt, aber schlimmstenfalls Casanovas, und andere Männer, die das auch gern täten, aber aus moralischen Gründen gehemmt sind, dürfen sich als heldenhafte Rächer aufspielen.
Endgültig raus war ich, als der spießige Arzt Hugh, in den sich Flora seltsamerweise verliebt, sie in einem Streitgespräch schlägt, was ihren Gefühlen für ihn aber keinen Abbruch tut; eher noch fühlt sie sich schuldig für eine (nicht einmal falsche) Aussage, die zu der heftigen Überreaktion des Arztes geführt hat - der im Übrigen auch den Konflikt mit seinem vermeintlichen Konkurrenten mit körperlicher Gewalt löst: keineswegs der Typ Mann, der heute noch zum Objekt weiblicher Liebesträume avancieren würde.
Also: Zwar eine gut entwickelte, unterhaltsame Geschichte um ein ungleiches, nach der Geburt getrenntes Zwillingspaar, das eine Art „Doppeltes-Lottchen-Spiel“ treibt und die Verhältnisse in einer sympathischen Upper-Class-Familie auf den Kopf stellt, aber aufgrund starrer Moralvorstellungen und eines nicht mehr tragbaren Frauenbildes ein getrübter Lesegenuss.

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