Dietmar Dath , Daniela Burger Die Abschaffung der Arten

(54)

Lovelybooks Bewertung

  • 63 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 6 Leser
  • 8 Rezensionen
(18)
(17)
(7)
(5)
(7)

Inhaltsangabe zu „Die Abschaffung der Arten“ von Dietmar Dath

Das Zeitalter, das wir kennen, ist längst vorbei. Wo einmal Europa war, gibt es nur noch drei labyrinthische Städte, die eher gewachsen sind, als daß sie erbaut wurden. Die Welt gehört den Tieren. Cyrus Golden, der Löwe, lenkt den Staat der drei Städte. Als ein übermächtiger Gegner die neue Gesellschaft bedroht, schickt er den Wolf Dimitri als Diplomaten aus – er soll im einstigen Nordamerika einen Verbündeten finden. Die Nachtfahrt über den Ozean führt den Wolf an den Rand seiner Welt, wo er erkennt, »warum den Menschen passiert ist, was ihnen passiert ist«. Die große spekulative Literatur über Niedergang und Wiedergeburt der Zivilisation reicht von Thomas Morus über H. G. Wells und Jules Verne bis hin zu Stephen King und William Gibson. Dietmar Dath schreibt sie mit diesem Roman fort.

Eigenartig. Faszinierend. Fesselnd und sicher kein mainstream!

— KA-Weiss
KA-Weiss

Viel zu speziell, um es zu empfehlen. Ich habe die Lektüre jedenfalls nicht bereut.

— Wortmagie
Wortmagie

Wer sich vom sperrigen Stil nicht abschrecken lässt entdeckt, dass Querlesen ausreicht. Viele Worte für wenig Geschehen. Eine Mogelpackung.

— Wortwanderin
Wortwanderin

Stöbern in Romane

Liebe zwischen den Zeilen

Alles in allem ist „Liebe zwischen den Zeilen“ so herrlich kitschig schön und hat mein Leserherz erwärmt.

LadyDC

Zeit der Schwalben

Sehr berührend

Amber144

Die Kapitel meines Herzens

Ein mitreißend verfasster Roman für bibliophile Zeitgenossen und Fans der Brontë-Epoche.Literarische Unterhaltung mit Niveau und viel Esprit

seschat

Tochter des Diktators

Beeindruckender Roman über die Liebe, die eigentlich nie passiert ist, und ein Leben, das nie stattgefunden hat. Fein erzählte Biografie.

FrauGoldmann_Buecher

Palast der Finsternis

Effektvoller Schauerroman-Genremix - gut geschrieben und mit anfänglicher Sogwirkung. Leider Punkteinbußen in Aufbau und Auflösung.

lex-books

Am Ende der Reise

Eine berührende, tragisch-komische Familiengeschichte, die zwischen den Zeilen zum Nachdenken anregt.

HarleyQ

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Dietmar Dath | DIE ABSCHAFFUNG DER ARTEN

    Die Abschaffung der Arten
    Bookster_HRO

    Bookster_HRO

    26. September 2017 um 15:42

    INHALT: In einigen hundert Jahren ist die Herrschaft der Menschen über die Erde Geschichte. Die Gente, hochintelligente Tiere, die sich artübergreifend verständigen können, haben alle Macht auf dem Planeten inne. Sie leben in drei riesigen Städten, die ganze Erdteile einnehmen, geführt Cyrus Golden, dem gottgleichen Löwen. Als sich im südamerikanischen Dschungel die Keramikaner als eine weitere Spezies entwickelt und zur echten Gefahr für die Gente wird, sendet Cyrus den Wolf Dmitri als Botschafter aus, um Verbündete im Rest der Welt zu finden. Auf seiner Reise durch die Kontinente und Ozeane lernt Dmitri viel über die Menschen und warum ihre Kultur untergehen musste und er erkennt, dass den Gente (sic!) ähnliches bevorsteht. Wenn sie nicht untergehen wollen, müssen sie expandieren, ihren Lebensraum erweitern. Das ist der Elite der Gente schon längst bekannt und die Fertigung riesiger Archen ist in vollem Gange. Auch die Ziele des Exodus stehen fest: Die Venus und der Mars, wo die Nachkommen Cyrus Goldens die weiteren Gechicke der Gente leiten sollen… FORM: Dietmar Dath schreibt, wie man es von ihm gewohnt ist: dicht, komplex und überbordend. Ein sehr wortreicher, zum Teil aber furchtbar sperriger Text, den er seinen Lesern da vorsetzt. Das fängt bei den kryptischen Namen an (Katahomenleandraleal, Ryu von Schnaub-Villalila, Lasara Iemelian Oktet Chukwudi Ottobah Sandra Belle Placide Lais Olbers Vinicius Golden, um nur einige zu nennen) und endet damit, dass man bis zum Schluss eigentlich nicht weiß, wohin die Reise gehen soll. Ständig werden neue Gestalten vorgestellt, Richtungen geändert, Haken geschlagen. Man wird mitgerissen, ohne Verschnaufpause, ohne Fragen nach dem Wohlbefinden. Hinzu kommt, dass Dath von einem immensen Bildungsstand zehren kann, gerade in Bezug auf Wissenschaft, Technik und Philosophie, und dies auch auf jeder Seite zur Schau stellt. Wer das nicht mag, wird jämmerlich untergehen. Durchhalten lohnt sich aber, denn auf den letzten fünfzig Seiten wird klar, was am Ende von allem übrigbleiben wird – Und das ist wunderschön. FAZIT: Keine leichte Kost … mal wieder. DIE ABSCHAFFUNG DER ARTEN bietet sehr viel Angriffsfläche und wenn man Dietmar Dath von vornherein nicht gewogen ist, wird auch dieser Roman nichts daran ändern – im Gegenteil. Ich gebe gern zu, dass der vorliegende Roman meinen Horizont in einigen Passagen weit überschritten hatte. (Ich denke (oder hoffe?), dass das den meisten Lesern so ergeht.) Das kommt freilich öfter vor, allerdings hatte ich diesmal keinerlei Bedürfnis, die Bildungslücken zu schließen. Ich war von dem Text einfach zu erschlagen, als dass ich noch Kräfte hätte mobilisieren können, weiter in die Materie einzudringen. Es gibt Autoren, die machen es einem leicht, ihren Visionen zu folgen. Dath gehört nicht dazu: Er ist brutal und so gnadenlos, wie das berühmte Kind, das mit dem Brennglas überm Ameisenhaufen hockt. In jedem Fall nimmt er in der deutschen Literatur eine Sonderstellung ein. Andererseits darf man den Nährwert des Buches nicht ignorieren. DIE ABSCHAFFUNG DER ARTEN hat neben den nerdig-wissenschaftlichen auch wunderbar poetische Szenen, humorvolle Dialoge und tolle Charaktere. Ich bin hin- und her- und hin- und hergerissen … 3 Sterne.

    Mehr
  • Die Spielarten der Evolution

    Die Abschaffung der Arten
    Wortmagie

    Wortmagie

    17. July 2016 um 11:22

    Nach der Lektüre der Trilogie „Die Seiten der Welt“ von Kai Meyer hatte ich das Gefühl, unbedingt ein Buch für Erwachsene lesen zu müssen. Ich wollte ein Leseerlebnis, das mich fordert. Die Wahl, die mein Bauch für uns traf, überraschte mich allerdings: „Die Abschaffung der Arten“ von Dietmar Dath. Ich zögerte. Ich wusste, dass dieses Werk eines der anspruchsvollsten ist, die mein Regal zu bieten hat, auch, weil ich irrtümlich annahm, es handele sich dabei um ein Sachbuch. Als ich es in der Hand hielt, klärte sich diese Fehleinschätzung natürlich auf, doch meine Skrupel blieben. Ich stritt mit mir selbst, entschied dann aber, mich darauf einzulassen. Normalerweise weiß mein Bauch sehr genau, wann ich für eine bestimmte Lektüre bereit bin – ich vertraute ihm und stürzte mich in „Die Abschaffung der Arten“. Die Zeit der Menschen auf Erden ist abgelaufen. Nun regieren Tiere eine Welt, die nur noch bedingt an die Errungenschaften der Menschheit erinnert. Unter der Führung des Löwen Cyrus Golden erreichte die Gesellschaft der Gente Frieden, Wohlstand und Intellektualität. Die Evolution auf dem Zenit ihrer Macht. Doch die Evolution ist eine wankelmütige Göttin ohne Gewissen. In den Wäldern Südamerikas entsteht eine neue Lebensform, die alles bedroht, was der Löwe einst als wahrgewordene Utopie erschuf. Der Gefahr ins Auge blickend entsendet er den Wolf und Diplomaten Dmitri, um einen alten Verbündeten aufzusuchen. Auf seiner Reise sammelt Dmitri Eindrücke und Erkenntnisse und beginnt zu verstehen, warum den Menschen die Ewigkeit verwehrt wurde. Die neuen Besitzer der Erde müssen wählen: haben sie wahrhaft aus den Fehlern ihrer Vorgänger gelernt und sind bereit, sich der Evolution demütig zu beugen oder wird ihnen Hybris zum Verhängnis? Ich denke nicht, dass ich „Die Abschaffung der Arten“ vollständig verstanden habe, das möchte ich von vorneherein klarstellen. Ich schäme mich nicht, das zuzugeben, denn ich glaube, es gibt wenige Menschen auf der Welt, die dieses Buch voll und ganz zu deuten verstehen. Die Lektüre ist ein Kampf mit den Grenzen der menschlichen Intellektualität und überstieg definitiv hin und wieder meinen Horizont. Dietmar Dath stellt hochabstrakte Spekulationen auf wissenschaftlicher Ebene an. Philosophie, Biologie, Genetik, Physik, Chemie – man müsste schon in all diesen Gebieten gleichermaßen bewandert sein, um das volle Gewicht von „Die Abschaffung der Arten“ wertschätzen zu können. Es wäre gelogen, würde ich das von mir behaupten und doch empfinde ich dieses Buch als Bereicherung, weil die Botschaft unverkennbar ist. Ob Mensch, ob Tier, wir alle sind Sklaven der Evolution. Sie ist die eine Konstante, der wir uns nicht widersetzen können, unabhängig davon, wie nachdrücklich wir es versuchen. Der Löwe wollte der Welt eine neue Geschichte nach seinem idealistischen Design geben. Er erschuf technisch weiterentwickelte, biologische Hybride, die jede Artenzuordnung ad absurdum führen. Er wollte der Evolution durch die uneingeschränkte Förderung von Individualität ein Schnippchen schlagen und ihr gleichkommen. Es sollte so viele Arten wie Einzelwesen geben. Darauf spielt der Titel an. Ein Wolf mit Bocksbeinen, eine grüne Dachsin, eine Schwarmintelligenz mit der Fähigkeit der Autotomie – jeder Wunsch kann erfüllt werden. Mich erinnerte der Löwe an den Zauberer von Oz. Er tritt als omnipotenter Herrscher auf, ein wohlwollender Magier, der milde Gaben verteilt und sein Volk mit Tricks regiert und manipuliert. In diesem Bild ist die neue Lebensform im südamerikanischen Dschungel die böse Hexe des Westens, eine Bedrohung, die sich völlig seiner Kontrolle entzieht. Die unbestrittene Fortschrittlichkeit der Gesellschaft, ihre Verehrung der Evolution, schützt sie nicht vor den unberechenbaren Spielarten selbiger. Vielleicht ist es Karma, vielleicht einfach der Lauf der Welt. Vielleicht steht jeder Zivilisation nur eine vergleichsweise kurze Zeit auf Erden zu, bevor sie der Erneuerung weichen muss. Der Vorteil der Gente gegenüber der Evolution besteht in ihrer Unabhängigkeit von sterblichen Hüllen. Die gesamte Gesellschaft gründet sich auf einem ungemein weitgefassten Verständnis von Körperlichkeit. Individualität ist eine Eigenschaft des Geistes, nicht des Körpers. Somit ist es der Geist, nicht der Körper, der bewahrt werden muss, um wahre Unsterblichkeit zu erreichen. Die Gente haben Möglichkeiten gefunden, Erinnerungen, ja ganze Persönlichkeiten zu speichern und zu transferieren. Die Tragweite dieser Erkenntnis und des daraus resultierenden Handlungsstrangs wurde mir erst in der zweiten Hälfte des Buches bewusst. Dietmar Dath arbeitete mit einem äußerst heftigen inhaltlichen Bruch, führt seine Leser_innen in der zweiten Hälfte von „Die Abschaffung der Arten“ ohne Vorwarnung in ein völlig neues Setting weit in der Zukunft und stellt (scheinbar) völlig neue Figuren vor. Obwohl ich von diesem Sprung anfangs extrem irritiert war, erkenne ich nun die Notwendigkeit. Ohne ihn wären die Konsequenzen der Entwicklungen der ersten Hälfte nicht sichtbar gewesen. Die Pläne, die von den Gente zu Zeiten des Löwen vorbereitet wurden, waren auf Jahrhunderte ausgelegt. Dath brauchte die zeitliche sowie räumliche Trennung, um deutlich zu machen, worauf er hinauswollte: das Bewahren von Individualität ist der einzige Weg, die Evolution zu umgehen. Vielleicht begreife ich erst in vielen Jahren, was mir die Lektüre von „Die Abschaffung der Arten“ auf lange Sicht gebracht hat. Das Lesen war anstrengend und anspruchsvoll; ich bewundere Dietmar Dath für seinen Mut, erfolgreich ein Buch in diesem Schreibstil zu veröffentlichen. Trotzdem fühlte sich die Lektüre nicht nach durchquälen an. Es war ein Kampf, ja, aber keine Qual, weil die Geschichte in all ihrer Abstraktheit eben auch fesselnd ist. Fraglos ist die Tatsache, dass es mich intensiv zum Nachdenken angeregt hat, vielleicht so sehr wie noch kein Buch zuvor. Das Leben findet immer einen Weg und dieses Leben ist in seiner Essenz immer von den gleichen Themen bestimmt, unabhängig davon, wie fortschrittlich eine Lebensform ist. Gefühle sind eine Ebene, die die Evolution nicht erreicht. Ich werde euch „Die Abschaffung der Arten“ nicht empfehlen. Es fiel mir bereits schwer, das Buch mit einer konkreten Anzahl von Sternen zu bewerten, weil es selbst völlig wertungsfrei ist. Es ist eine objektive Schilderung einer möglichen Zukunft, nicht mehr und nicht weniger. Meiner Ansicht nach muss man eine bewusste Entscheidung treffen, wenn man mit dem Gedanken spielt, dieses Werk zu lesen. Halbherzigkeit ist absolut fehl am Platz. Entweder man hat den Willen, sich mit diesem Buch auseinander zu setzen, komme was da wolle, oder man hat ihn nicht.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Abschaffung der Arten" von Dietmar Dath

    Die Abschaffung der Arten
    dyabollo

    dyabollo

    Ja, was soll ich zu diesem Buch sagen. Auf den ersten Blick schafft es Dath eine Zukunft zu schaffen, die einem so völlig fremd und absurd vorkommt, dass man mit der eigenen Phantasie kaum hinterherkommt sich all das vorzustellen. Doch nach und nach zerfällt diese Welt der Gente die sich als Tiere geben durch derart vermenschlichte Lebensweise dass es für mich fast schon lächerlich wirkte. Da fahren Dachse, Luchse, Wölfe und sogar Fische in Taxis, treffen sich abends in Bars, schlafen in Hotels und haben auf einmal lange Haare und Brüste ? Tut mir leid, aber wer so fantastisch beginnt, darf einfach nicht so derart absinken! Der Stil wird nicht durchgehalten. Für mich persönlich ist dieses Buch nichts. Ich lasse mich zwar gerne auf Phantasiereisen ein, erwarte aber wirklich etwas fantastisches. Wenn mich dann doch Dinge wir Brüste und lange Haare an einem Luchs erreichen, da kann ich mir nur noch eine Frau in einer Maske denken...vielleicht hat ja Dietmar Dath nichts anderes gemacht als Menschen Masken drüber zu ziehen? Ich persönlich finde es schwach! Sprachlich jedoch ist dieses Buch ein Geniestreich. Ich finde es ist ein Genuss zu lesen und die Sprüche sind teilweise einfach nur göttlich, von daher auch ganze 3 Sterne --> alleine für die SPRACHE, WORTWAHL und oft ungewöhnliche Dialoge

    Mehr
    • 3
  • Frage zu "Die Abschaffung der Arten" von Dietmar Dath

    Die Abschaffung der Arten
    Julia Melcher

    Julia Melcher

    Guten Morgen Herr Dath, Sie waren mit "Die Abschaffung der Arten" auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis und werden jetzt auch überall mit diesem Werk genannt. Ist es schwer für Sie, dann in den Köpfen der Menschen Platz für die neuen Werke zu schaffen, die ja auch nichts mit dem alten Buch zu tun haben? Oder ehrt es Sie auch einfach, dass das Buch so gut ankam?

    • 3
    Steffen-testehiernuretwaskeinepanik

    Steffen-testehiernuretwaskeinepanik

    03. June 2010 um 16:27
  • Rezension zu "Die Abschaffung der Arten" von Dietmar Dath

    Die Abschaffung der Arten
    Jerron

    Jerron

    22. September 2009 um 01:49

    Irgendwann im 25. Jahrhundert ist die Vorherrschaft des Menschen über die Erde beendet. Die Zeit des Menschen (als "Langeweile" bezeichnet) wurde durch gesteuerte Gentechnik beendet und nun beherrschen die "Gente" die Welt - Wesen in Tierform auftreten, die allerdings keine feste Form haben und gerne mal ihr Geschlecht, ihr Aussehen und ihre Fähigkeiten ändern oder aufpimpen, einen biotischen Computer in sich tragen, die ihr unsterbliches Wesen in andere Körper klonen und sich über das Pherinfon-Netz unterhalten, eine Art Internet, das über Gerüche und Hormonkomplexe funktioniert. Die Gente leben im Kontinent, der früher mal Europa hieß, in drei riesigen gewachsenen Städten unter der Herrschaft des löwengestaltigen Cyrus Iemelian Adrian Vinicius Golden (so die Namen seiner bisherigen Inkarnationen), der als strenger nahezu göttlicher Herrscher die Gesellschaft der Gente aufgebaut hat. Früher war er selbst ein Mensch und war für das Ende der Menschheit zuständig. Mit seiner Gefährtin (die einst ein Insektenschwarm war und sich nun als Baum wohler fühlt) hat er eine Tochter namens Lasara, die in Luchsgestalt als geheimnisvolle Rebellin die Gente-Gesellschaft aufmischt. Im Amazonasgebiet entwickelt sich eine neue Gesellschaft auf der Basis einer Mischung aus Menschenfrauen und Maschinen unter der Führung der "Großen Mutter" Katahomenleandraleal - die Keramikaner, deren Dasein sich über mehrere Dimensionen als die uns zugänglichen erstreckt und die sich daran machen, die Welt zu erobern und der Herrschaft der Gente ein Ende zu setzen. Der Löwe schickt den Wolf Dmitri auf eine Mission, den Feind auszukundschaften. Es stellt sich aber heraus, dass die Keramikaner unaufhaltbar sind und nur die Flucht auf andere Planeten als Ausweg bleibt. Im zweiten Teil des Buches werden die Nachkommen der ausgewanderten Gente auf Venus und Mars betrachtet. Auf den beiden Planeten werden die "auserwählten" Nachkommen von Luchsin und Wolf geboren. Das Echsenmädchen Padmasambhava auf dem Mars und der ähm... irgendwie humanoid geformte Feuer auf der Venus. Ihre Lehrmeister sind eine Holzpuppe, ein neuartiges Tier namens Vasch und ein klappstuhlförmiger Dachs sowie die menschliche Komponistin Cordula Späth, die mithilfe ihrer Musik durch die Zeit reisen kann. Die beiden Nachkommen werden entführt, gefoltert, steigen zu Bedeutung und einfluss auf, wechseln im Laufe ihres Lebens das Geschlecht, bevor sie einander begegnen und schließlich auf die alte Erde zurückkehren, wo die Herrschaft der Keramikaner ein statisch konservierendes Museum am Ende der Zeit errichtet hat - ein neues Paradies mit Padmasambhava und Feuer als neuen Bewohnern... Ich kann jeden Leser verstehen, der dieses Buch nach ein paar Seiten entnervt in die Ecke feuert. Auf den ersten 100 bis 200 Seiten schnallt man nämlich erst mal überhaupt nichts und wird erschlagen von kunstvoll gedrechselten Satzkonstruktionen oder seitenlangen komplett sinnlosen Monologen eines geisteskranken Esels mit Tourette-Syndrom, bekommt Unmengen an Fachbegriffen um die Ohren gehauen, die entweder komplette Neuerfindungen sind oder für deren Verständnis man ein abgeschlossenes Philosophie/Biochemie/Genetik-Studium benötigt. Die vorgestellten Gesellschaftsformen sind schwerst verwirrend mit all ihren Diskussionen über Gametenrecht, clusterbildenden Bakterien, fliegenden Walhaien, benzolringförmigen Riesen-Aquarien, Fischen in Wassertropfenraumschiffen, permutationensingende Vögel, Mehrkornbrötchen und Mineralwasser mit und ohne Kohlensäure, zeterndem Kaffee und aus planetarem Urschlamm sich selbst zusammenbauenden Orang Utans... Nachdem man sich aber mühsam in diese Welt hineingelesen hat, blickt man dann doch halbwegs durch und genießt neben den einigen Perlen der Formulierungskunst die ausschweifende Phantasie des Autors. Fremdartigste Gesellschaftssysteme werden vorgestellt, die ebenso wie die "Langeweile" der menschlichen Zivilisation zur Blüte kommen und wieder vergehen. So wie die geplante ideale Gente-Gesellschaft des Cyrus Golden keinen Bestand haben konnte und sich der Kontrolle des Löwen nach geraumer Zeit entzog, vergehen und verändern sich auch die Gesellschaften auf Mars und Venus und selbst in der Zeitlosigkeit der statischen Erde der Keramikaner findet das Leben Auswege, diesem Korsett zu entkommen. Fazit: Saugeil, obwohl nahezu unlesbar.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Abschaffung der Arten" von Dietmar Dath

    Die Abschaffung der Arten
    frstk

    frstk

    24. August 2009 um 15:06

    /*Womöglich mit netten Ideen im Inhalt - Nur Leider komplett unlesbar.-Nach 1/3 Abgebrochen und aussortiert!*/ nachdem ich es zufälligerweise wiederfand, gab ich diesem machwerk noch eine zweite chance und quälte mich damit ab, es bis zum ernüchternden ende zu lesen, nun kann ich ganz ohne vorurteil sagen "nette idee", "klasse titel" und "komplett unfähige umsetzung". kein gefühl für erzählung - nur stumpfer zitate wiederkäu in primate sodomieprotesen geklatscht. wozu das ganze, bleibt aussen vor.....

    Mehr
  • Rezension zu "Die Abschaffung der Arten" von Dietmar Dath

    Die Abschaffung der Arten
    Eltragalibros

    Eltragalibros

    21. April 2009 um 15:17

    Dietmar Daths „Die Abschaffung der Arten“ ist für mich ein ganz besonderes – aber nicht einfach zu lesendes – Buch. Viele Neologismen, Fachbegriffe aus Biologie, Philosophie, Wirtschaft etc. erschweren das Lesen, machen es aber auch umso interessanter. Es tauchen viele verschiedene Personen auf, nicht nur Menschen, sondern auch Tiere, technische Wesen und die Gente, welche das Ende der Menschheit beinahe eingeläutet hätten. Das Buch spielt zu einer Zeit, in der die Herrschaft der Menschen bereits aufgehört hat und von der Gente abgelöst worden ist. Nur noch drei große Städte existieren. Es gibt ein System, das beinahe alles und jeden überwacht und sich von einer zur anderen Stadt und darüber hinaus erstreckt. Hoch technologisiert sind die Gente, doch die Vergangenheit und die Menschheit ist ihnen ein Rätsel, bzw. sogar ein Graus. Dieses Buch zeigt teilweise eine Parallelgesellschaft zu unserer „Menschenwelt“; es kann als eine Kritik an den Profitgierigen Unternehmen, dem Wissensdrang immer mehr zu erforschen, genetisch zu verändern, verstanden werden, aber ist darüber hinaus weit mehr. Eine dystopische Vision der Welt. Es beinhaltet so viel, dass ich gar nicht alles aufzählen kann, geschweige denn selbst alle Anspielungen verstanden habe. Die Dialoge sind teilweise schwer durchschaubar, weil oft die Namen der Figuren fehlen, die gerade sprechen. Außerdem sind die Gente manchmal doch sehr undurchsichtig. Jedes Wort kann den Leser einen Schritt im Verständnis dieser Welt weiterbringen, aber gleichzeitig auch noch viel mehr verwirren. Auch die Sprache an sich ist schwierig, neben den vielen Fachbegriffen gibt es oftmals keine ganzen deutschen Sätze, sondern nur Stücke mit überflüssigen – aber für den Charakter wichtigen – Phrasen: „Haben Sie, taffdach, juhaajemals ein Buch von pfurch dem hja Menschen Fritz Leiber gelesen? Das war ein back, back, barri, so ein … so einer“ Haij“ Ich glaube jahaaa nicht daran, daß das ganze Geschwätz von durchdackel den Körpern, von jaaaahaaa den fiffel… Verkörperungen, das da so heutepleite blimm windmachermuff…“(der Esel Storikal) Noch ein kleiner Tipp an jeden, der das Buch erst begonnen hat: Nicht verzweifeln, nach und nach versteht man immer mehr und entdeckt die Strukturen und Zusammenhänge, die das Buch durchziehen.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Abschaffung der Arten" von Dietmar Dath

    Die Abschaffung der Arten
    Gruenente

    Gruenente

    13. April 2009 um 12:08

    Die Menschheit hat sie selbst fast ausgerottet. Die, die übrig geblieben sind, werden von den "Gente", geistig weit überlegenen Tieren, weiter dezimiert. Und dann gibt es noch die normalen Tiere, die ohne Sprache, die als nahrung dienen. Die Gente können über Gerüche kommunizieren, auch über die ganze Erde hinweg. Sie können sich auch nach belieben verändern lassen (kostet aber!), körperlich oder per Chip oder Spritze zusätzliches Wissen oder Fäigkeiten dazu bekommen. Der Herrscher der Gente, ein Löwe, lebt schon fast ewig, und auch viele der Gente können sie noch an die frühere Herrschaft der Menschen und der "Zeit der Langeweile" erinnern. Da macht sich eine ganz neue Gattung die "Keramikaner" auf, die Erde zu übernehmen. Da mischen sich auch die Exfrau des Löwen und deren Tochter in die Politik mit ein. Ein Wolf ist der Botschafter des Löwen und soll eine mchtige Verbündete zur Hilfe animieren. Dieser Wolf hat auch ein Verhältnis mit der Löwentochter, tötet den Löwen, wird dabei slebst getötet. Die Nachkommen vom Wolf und der Herrschertochter leben wieder über 1000 Jahre später auf Mars und Venus, wohin das Erbmaterial der Gente gerettet wurde. Nach einigen Abenteuern treffen sie sich und wagen sich zurück auf die Erde. Das ganze ist eine wahnsinnig komplexe Parabel über die Menscheit, die Erde und sonst wahrscheinlich auch alles. Um es wirklich zu verstehen müßte ich es nochmal lesen und mit einigen anderen diskutieren.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Abschaffung der Arten" von Dietmar Dath

    Die Abschaffung der Arten
    oberdair

    oberdair

    26. January 2009 um 07:56

    Dietmar Dath schafft etwas Neues und für mich Einzigartiges. Verborgen hinter einer Vielzahl von Fachausdrücken, die einem das Lesen nicht gerade erleichtern, eingesperrt in nicht enden wollende Satzkonstrukte, verbirgt sich eine aberwitzige, skurille Geschichte. Die Geschichte einer Reise oder besser mehrerer ungewöhnlicher Reisen (Schlachten, Lieben,...). Dietmar Dath hat dabei weder Respekt vor biologischen, mathematischen oder phsikalischen Gesetzen, noch vor Zeit oder Raum (übrigens auch nicht vor Darwin). Immer, wenn man denkt, dass man dem Handlungsfluss folgen kann, versetzt Dath dem Leser einen Schlag und er findet sich irgendwo verlassen wieder. Er rappelt sich wieder auf und versucht die losen Enden, die Dath ihm entgegenstreckt aufzunehmen, zu verstehen, was die Anspielungen bedeuten und setzt die Reise fort. Wer einmal abgetaucht ist in die Tiefen der Geschichte und sich auch nicht durch unverständliche Idiome verwirren lässt, der kommt bis zum Ende des Buches nicht mehr aus den fesselnden Fängen der Handlung heraus. Mit der Zeit gewöhnt man sich auch an den eigenartigen Charakter der Protagonisten, ja man gewinnt sie irgendwann sogar lieb. Daneben gelingt es Dath, die Geschichte immer wieder bis zu einem Punkt zu bringen, an dem man die Handlung nur mit einer großen Portion Humor ver-(über-)stehen kann. Ob das gebrochen rationale Dimensionen, Wesen, bestehend aus Insektenschwärmen, Gedanken über Körnerbrötchen und medium Kohlesäure haltiges Mineralwasser oder der sich beklagende, sprechende Kaffee aus der Tasse sind, die Geschichte durchzieht ein sarkastischer, irrwitziger Humor, der beim Lesen einfach Spaß macht. Für mich eine Mischung aus: Phantasie von Michael Ende (Unendliche Geschichte), Sprachgewaltigkeit von Arno Schmidt, Technikverliebtheit von Stanislaw Lem und dem skurillen Humor von Helge Schneider. Kurzum meine Empfehlung: Eintauchen, die ersten 200 Seiten überstehen und dann nur noch genießen.

    Mehr