Dietmar Dath Die Abschaffung der Arten

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Inhaltsangabe zu „Die Abschaffung der Arten“ von Dietmar Dath

2 Hörspiel-MP3-CDs (ca. 10 Std.) & 1 Audio-CD „Original Soundtrack“ von Mouse on Mars (ca. 36 min.) ISBN 978-3-939444-82-4, EAN 9783939444824 "Wenn man Geschichte mit Natur verwechselt, kommt immer nur Unheil dabei raus - wenn man sie biologisiert, naturalisiert, wenn man nach Rassen und biolo-gischen Geschlechtern und nach dem Recht des Stärkeren und solchen Sachen schielt, statt nach dem einzigen Erlösungspotential, das in dem ganzen Men-schendurcheinander gegenständlich werden kann, der Vernunft. Ich mag Künstliches, es kommt im günstigsten Fall von der Hochzeit zwischen Vernunft und Kunst. Also nehme ich eine Sache her, die der Inbegriff von Natur ist: Die wilden Tiere, und wie ihre Sorten einander ablösen, wie sie entstehen und vergehen, Evolution - und mache daraus einen Vorgang im Triangulations-feld von Wissenschaft, Technik, Kunst. Meine Tiere, die im Buch Gente heißen, einfach 'Leute', sind so gescheit, so ent-schlossen, ihre eigene Geschichte zu leben und zu schreiben, wie ich die Men-schen gern hätte." (Dietmar Dath) Die Ära der Langeweile ist vorbei, Menschen gibt es fast keine mehr und die bio-logischen Arten sind abgeschafft. Dietmar Daths Roman spielt 500 Jahre in der Zukunft, nach der Befreiung, in einer Welt, in der sprechende und intelligente Tiere, die Gente, den Übergang der Evolution von der Naturgeschichte zur gestal-teten Geschichte geschafft haben. Fähig zur ständigen Verwandlung, bestimmen sie selbst, in welcher Tiergestalt sie auftreten und mit welcher Art sie sexuellen Verkehr pflegen. Kommunikation funktioniert telepathisch über Geruchsstoffe und Foren verbreiten raumübergrei-fend die aktuellen Nachrichten und Diskussionen. In den drei labyrinthischen Städten Landers, Kapseits und Borbruck sind die wenigen Menschen, die es noch gibt, der neuen Zivilisation Untertan oder letzte zu bekämpfende Spezies. Politische Verhandlungen gestalten die Libelle Philomena und die Fledermaus Iz-quierda, militärische Aktionen plant die Dachsin Georgescu, Bankgeschäfte steu-ert der Fuchs Ryuneke, Kunstfragen behandelt der stotternde Esel Storikal, For-schungsprojekte betreiben der Zander Westfahl und das Laufschwein Herbert Loskauf und diplomatische Reisen unternimmt der junge Wolf Dmitri Stepano-witsch. Dies alles im Dienste des Löwen: Cyrus Iemelian Adrian Vinicius Golden. Er ist auratischer und ideologischer Herrscher und wird gerade deshalb angreif-bar. Auf dem ehemaligen Kontinent Amerika stellt sich ihm die Macht der Kera-mikaner, Wesen zwischen Gente und Maschinen, unter der Führung Katahomen-leandraleal entgegen, provoziert innerpolitische Spaltungen bei den Gente und ein gewaltiges Kriegsszenario. Die Zivilisation der Gente wird vernichtet, unter der Führung der Tochter des Lö-wen, Lasara, gelingt lediglich ein paar wenigen der Exodus auf Venus und Mars. Die beiden Planeten, auf denen die Neuankömmlinge erst ihren Lebensraum er-obern müssen, werden Heimat und Wirkungsstätte der Nachfolgegeneration der Gente, derer sich diese nur noch über tradierte Erzählungen und Legenden erin-nert. Zwei Nachkommen, die Eidechse Padmasambhava und der Prinz Feuer werden auf die Mission vorbereitet, die Überreste der vorhergehenden Population auf der Erde auszukundschaften und dort zueinanderzufinden. Die Geschlechter wan-delnd und sich schließlich als Geschwister begegnend, landen die beiden in einer Art Paradies, in dem die Zeit angehalten ist und historische oder evolutionäre Kreisläufe durchbrochen sind. Dietmar Daths Roman Die Abschaffung der Arten aus dem Jahr 2008 ist ein Hyb-rid: Fabel, Science Fiction, utopischer Roman, postmodernes Gedankenexperi-ment, philosophisches Szenario. In der Tradition von Platon, Thomas Morus, Arno Schmidt, George Orwell, H.G. Wells u.a. breitet Dath einen Kosmos aus, der von unzähligen und unergründlichen Figuren bevölkert ist, dessen Handlung sich un-überschaubar verzweigt und in dem er erfindungsreich und politisch zugleich der Frage nachgeht, warum der Mensch sich selbst abgeschafft und seine Umwelt vernichtet hat. In bester dialektischer Manier spekuliert er darüber, ob eine posthumane Gesell-schaft friedlicher und gerechter sein könnte. Gekennzeichnet von einer poeti-schen wie akademischen, lyrischen wie wissenschaftlichen, reichen wie krypti-schen Sprache zugleich fasziniert und überfordert der Roman seine Leser und polarisierte seine Kritiker. Die 12-teilige Hörspieladaption des Bayerischen Rund-funks in der Regie von Ulrich Lampen und mit dem Sound von mouse on mars macht die schillernden Charaktere, die Sprachgewalt des Textes, die oppulente klanglich-musikalische Dimension des Romans und das politische Engagement des Autors akustisch erfahrbar. Geboren 1970, deutscher Journalist und Autor. Beginn eines Studiums der Physik und Sprachwissenschaft. Ab 1990 journalistische und literarische, satirische und essayistische Beiträge zu gesellschaftlichen und popkulturellen Themen, u.a. in Titanic und Konkret, sowie Übersetzungen aus dem Englischen. 1998-2000 Chefredakteur der Zeitschrift Spex. Im Anschluss bis 2007 Feuilleton-redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. 1995 Romandebüt mit Cordula killt Dich!. Seitdem zahlreiche Romanveröffentlichungen. Wesentliche und wie-derkehrende Bestandteile seines Schreibens sind Popkultur, post-marxistische Theorie, naturwissenschaftliche Diskurse, das Verhältnis von Technik und Gesell-schaft sowie Elemente aus Fantasyliteratur und Science Fiction. Veröffentlichungen u. a. Braut. Kontingenz. Bruckner. Kevillismus (1993), Cordula killt Dich! oder Wir sind doch nicht Nemesis von jedem Pfeifenheini (Roman, 1995), Die Ehre des Rudels (Horrornovelle, 1996), Skye Boat Song (Roman, 2000), Am blinden Ufer (Ro-man, 2000), Phonon oder Staat ohne Namen (Roman, 2001), Schwester Mitter-nacht (Roman, mit Barbara Kirchner, 2002), Schöner rechnen. Die Zukunft der Computer (2002), Höhenrausch. Die Mathematik des XX. Jahrhunderts in zwan-zig Gehirnen (2003), Sie ist wach. Über ein Mädchen das hilft, schützt und rettet (2003), Für immer in Honig (Roman, 2005), Die salzweißen Augen. Vierzehn Briefe über Drastik und Deutlichkeit (2005), Dirac (Roman, 2006), Heute keine Konferenz. Texte für die Zeitung (2007), Waffenwetter (Roman, 2007), The Shramps (2007, mit Daniela Burger), Maschinenwinter. Wissen, Technik, Sozia-lismus. Eine Streitschrift (2008), Die Abschaffung der Arten (Roman, 2008), Sie schläft. Filmroman (Roman, 2009), Sämmtliche Gedichte (Roman, 2009), Deutschland macht dicht (Roman, 2010), Rosa Luxemburg (2010). Preise und Auszeichnungen Förderpreis zum Lessing-Preis für Kritik (2008), Nominierung für den Deutschen Buchpreis (2008, für Die Abschaffung der Arten), Kurd-Laßwitz-Preis (2009 für Die Abschaffung der Arten), Förderpreis für Literatur der Akademie der Bildenden Künste Berlin (2009). Rolle – Sprecher/in Frau Späth – Katja Bürkle Feuer – Paul Herwig Padma – Katharina Marie Schubert Izquierda – Wiebke Puls Cyrus – Sylvester Groth Philomena – Brigitte Hobmeier Foren – Tobias Lelle, Julia Jentsch Dmitri Stepanowitsch – Felix Klare Storikal – Michael Habeck Clea Dora – Nina Kunzendorf Dame Livienda – Karin Anselm Sankt Oswald – Michael Tregor Ryuneke – Steven Scharf Arroyo – Mogens von Gadow Georgescu/Freunde Fell – Aglaia Szyszkowitz Elektrizitas – Hildegard Schmahl Westfahl – Stefan Hunstein Hébert Loskauf – Oliver Mallison Katahomenleandraleal – Julia Loibl Alexandra – Anna Schudt Hecate – Jule Ronstedt Huan-Ti – Hans Georg Panczak Anubis – Marcus Calvin Buch – Rainer Bock Wempes – Stefan Wilkening Zagreus – Oliver Nägele Preisnitel – Wolfgang Pregler Lodas – Christian Lerch Pyretta – Tabea Bettin Stanz/Bedienter – Stephan Bissmeier Ein Mensch – Thorsten Nindel Katahomenduende/Katahomencopiava/ Ve-loursass Votiv/Eon – Philipp Moog Molch/Frosch/Carl Tamerlanski/Biber – Helmut Stange Mädchen/Britt/Siam/Bedienung – Lisa Wagner Pferd/Rolfa Patel/andere Echse/Die Fremde - Saskia Mallison Eule/Norferd – Walter Hess Bearbeitung und Regie: Ulrich Lampen Komposition: mouse on mars Ton: Wilfried Hauer Technik: Susanne Herzig Assistenz: Stefanie Ramb Redaktion: Katarina Agathos/Herbert Kapfer

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  • Rezension zu "Die Abschaffung der Arten" von Dietmar Dath

    Die Abschaffung der Arten

    hatifnatte

    25. February 2012 um 21:59

    Unbedingt darauf einlassen ! Anfangs ist es schwierig, in den unüberschaubaren Figurenreigen hineinzufinden. Dennoch - durchhalten lohnt sich. Das musikalische Geäst von Mouse on Mars hält die Geschichte zusammen und den Hörer bei der Stange.
    Eine dringende Empfehlung !

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