Dietmar Füssel

 4.6 Sterne bei 24 Bewertungen
Autor von Wiederholte Geburten, Träume und Wolken und weiteren Büchern.

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Neu erschienen am 28.10.2018 als Buch bei Liliom.

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Wiederholte Geburten

Wiederholte Geburten

 (7)
Erschienen am 14.10.2016
Träume und Wolken

Träume und Wolken

 (4)
Erschienen am 09.09.2015
Panthokanarische Plottensprünge: Kurzprosa

Panthokanarische Plottensprünge: Kurzprosa

 (3)
Erschienen am 21.10.2014
Sukiyaki: Rindfleisch

Sukiyaki: Rindfleisch

 (2)
Erschienen am 01.12.2013
Der Sohn einer Hure

Der Sohn einer Hure

 (3)
Erschienen am 14.02.2013
Der Strohmann

Der Strohmann

 (1)
Erschienen am 01.04.2015
Deppentango

Deppentango

 (1)
Erschienen am 27.07.2018
Leidenschaft

Leidenschaft

 (1)
Erschienen am 20.12.2010

Neue Rezensionen zu Dietmar Füssel

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Rezension zu "Wiederholte Geburten" von Dietmar Füssel

Eine intressante Reise in das Reich der Ägypter und der Hethiter
Strangervor 2 Jahren

"Das alte Ägypten im dreizehnten vorchristlichen Jahrhundert: Der erfolgreiche Frauenarzt Merirê ist wegen einer vorschriftswidrigen Behandlung einer Hofdame am Königshof in Ungnade gefallen. Eines Tages aber befiehlt Ramses II. ihn überraschend zu sich und erteilt ihm den Auftrag, gemeinsam mit dem Amun-Priester Rahotep in die Hauptstadt des verfeindeten Hethiterreichs zu reisen, um der sechzigjährigen Schwester des Großkönigs gegen jede Wahrscheinlichkeit zu einer Schwangerschaft zu verhelfen − ein Vorwand für eine heikle diplomatische Mission. Dort lernt Merirê die schöne und kluge Hofdame Lavinia kennen, eine enge Vertraute der Königin, die zur großen Liebe seines Lebens wird. Doch seine Ehe mit einer Hethiterin steht in unvereinbarem Widerspruch zu den geheimen Plänen des Pharaos. Wird sein Glück von Dauer sein? Wird es Merirê und Rahotep gelingen, ihren erbitterten Widersacher Assur-Nadin auszuschalten und ihren Auftrag zu erfüllen? Packend, leidenschaftlich und mit großer Sachkenntnis erzählt Dietmar Füssel von Autokratie, politischer Ränke, verlogener Staatsräson, Korruption, Heuchelei und Gewalt, aber auch von wirklicher Freundschaft und wahrer Liebe im alten Ägypten."

In seinem Roman "Wiederhole Geburten" entführt uns der Autor Dietmar Fussel in das Reich der alten Ägypter und Hethiter zu der Zeit von Ramses II.
Die Hauptfigur Merire, Sohn eines Arztes, dessen Mutter kurz nach der Geburt verstarb, entscheidet sich schon relativ früh, was er in der Zukunft erreichen möchte. Er möchte eines der besten Frauenärzte des Landes werden und am königlichen Hof arbeiten dürfen.
Merire gelingt es auch seinen Traum zu erfüllen. Aufgrund seiner Bekanntheit und seines Erfolges im Land wird er eines Tages auf den königlichen Hof bestellt. Was für Merire die Erfüllung seiner Ziele bedeutete wandelte sich schnell zum Katastrophenschlag, denn als er eines Tages gewzungernermaßen in eine Geburt eingreift, und somit sich in die Angelegenheiten der Götter einmischt, verfällt er in Ungnade. Der Traum wird zum Verhängnis und Merire verliert alles was er besaß.
Eines Tages jedoch wird er von Ramses II. erneut auf seinen Hof gebeten. Dort erhält er den Auftrag, zusammen mit dem Ammunprister Rahotep, zum Reich der Hethither zu wandern um dort der Schwester des Großkönigs zu einer Geburt zu verhelfen. Die Mission ist jedoch schwerer als es sich anhört, wenn sogar nicht unmöglich. Nicht nur, dass Merire die Sprache und die Sitten der Hethihter nicht beherrscht, kommt noch hinzu, dass die Schwester des Königs schon 60 Jahre alt ist. Als Unterstützung reist Rahotep mit, der sehr wohl mit den Sprachen und Sitten des verfeindeten Reiches bekannt ist und Merire unterstützen soll. Was Merire allerdings nicht weiß, Rahotep hat eine eigene Mission vom König erhalten. Somit beginnt für Merire ein Auftrag von dem sein Leben abhängt, er jedoch nichts von weiß. Ein Spiel um die Kunst der Politik, wovon Merire nicht viel versteht und er nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden kann. Als er sich dann auch noch in die Hofsdame Lavinia verliebt wird er zu einer entscheidenden Schachfigur, welche dem König eher Nachteile als Vorteile verschafft. Es beginnt ein Spiel der Diplomatie, der Heuchelei und der Liebe.

Dietmar Fussel erschafft mit seinem Werk "Wiederholte Geburten" einen Roman, der durch seine interessante Geschichte und seinen flüssigen Schreibstil den Leser in seinen Bann zieht. Beim Lesen hat man das Gefühl, als würde man zwei Parteien bei ihrem Schachspiel zu sehen und dabei ihre Gedanken lesen können. Es ist ein Diplomatiekampf in den man mitten drin ist. Nicht nur, dass die Handlung intressant ist, kommt noch hinzu, dass Herr Fusel aufgrund seiner enormen Recherchearbeit den Leser immer wieder mit intressanten Informationen über die Ägypter und Hethihter versorgt. So lernt man Gebräuche und Rituale der beiden Reiche kennen ohne die Hauptstory aus den Augen zu verlieren. Außerdem besitzt Herr Fusel ein ausgezeichnetes Feingefühl und überhäuft den Leser nicht mit Informationen, die man sofort wieder vergisst, sondern gibt immer Häppchenweise Rituale und Sitten bekannt, die bei sehr großen Interesse auch nochmal recherchiert werden können. Selten hatte ich so sehr spaß daran, Sachen zu recherchieren die ich nicht verstand, da es für mich normalerweise nur den Lesefluss gestört hat. Hier allerdings verliert man den Lesefluss nicht, denn man erhält genug Informationen um weiterlesen zu können, ohne dabei etwas nicht zu verstehen und nur bei eigenen Informationsdurst kann man nochmal Nachrecherchieren.

Die Charaktäre konnten bei mir im großen  und ganzen überzeugen. Jeder Charakter hatte seine bestimmten Züge und verkörperte seine Rolle sehr gut. Der Ammunpriester Rahotep, der sein Leben dem König verpflichtet hat und alles dafür tut ihm seine Wünsche zu erfüllen. Der Feind Assur Nadin in dessen Blut scheinbar das böse zu fließen scheint. Die hübsche Lavinia die sich zur starken Frau entwickelt hat und nun bei dem Diplomatispiel der großen mitmischen darf. Einzig und allein Merire gefiel mir nicht 100%. Er war sehr pessimistisch und aufböckig was ihm auch noch im hohen Alter als kindisch erscheinen ließ. Einerseits ließ sich das nachvollziehen, da er regelrecht vom Pech verfolgt wird, andererseits jedoch ist er ein Erwachsener Mann, ein bekannter Arzt und eigentlich auch ein intelligenter Mensch der sich dann aufgrund seiner kindischen Art Feinde macht und somit sein Leben aufs Spiel setzt ohne wirklich zu verstehen was er da macht.

Fazit: Im Großen und ganzen kann ich diesen Roman jedem weiterempfehlen. Für Wissensdurstige ist der Roman ein Schatz, aber auch für diejenigen die eine intressante Geschichte lesen wollen ist das Buch sicher kein Fehlgriff. 4 von 5 Sterne

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mabuereles avatar

Rezension zu "Wiederholte Geburten" von Dietmar Füssel

Beeindruckender historischer Roman
mabuerelevor 2 Jahren

„...Ich bin das Gestern. Ich bin das Heute. Ich bin das Morgen. Meine wiederholten Geburten durchschreitend bleibe ich kraftvoll und jung...“

Wir befinden uns im 13. vorchristlichen Jahrhundert in Ägypten. Tuja, die Frau des Arztes Maatuman gebiert ihr zweites Kind. Sie nennen den Sohn Merirê. Tuja überlebt die Geburt nur wenige Tage. Deshalb wirft ihm seine ältere Schwester später vor, dass er am Tod der Mutter schuld sei. Das bestärkt Merirê in seinem Entschluss, Frauenarzt werden zu wollen.

Im Reich der Hethiter ist die Pest ausgebrochen. Eine junge Frau aus dem Volke der Kummani wird dazu auserkoren, die Pest auf sich zu nehmen und das Land zu verlassen. Doch sie ist schwanger. Ein Holzfäller nimmt die Frau und ihre Tochter Lavinia bei sich auf.

Aus diesem beiden Anfängen entwickelt der Autor einen abwechslungsreichen Roman, der teilweise in Ägypten und später im Hethiterreich spielt. Dorthin wird Merirê als Frauenarzt in diplomatischer Mission gesandt und dort kreuzt sich sein Lebensweg mit dem von Lavinia.

Das Buch lässt sich gut lesen. Die Geschichte ist spannend und vielschichtig. Immer wieder ist die exakte und umfassende Recherche des Autors spürbar.

Aber die Handlung ist nur die eine Seite. Dem Autor gelingt es, interessante Protagonisten zu kreieren. Da ist zum einen Merirê, der oft ungeschickt agiert. Heute würde man ihn als Pessimisten bezeichnen. Allerdings bleibt er auch von Schicksalsschlägen nicht verschont. Zum anderen spielt Rahotep eine bedeutende rolle. Er ist Amunpriester, hochintelligent, logisch denkend, eine Führerpersönlichkeit, die nur ein Ziel kennt, den Willen des ägyptischen Herrschers umzusetzen und der Maat zu dienen. Lavinia entwickelt sich zu einer selbstbewussten jungen Frau. Für ihre Zeit ist sie gut gebildet und setzt ihre Fähigkeiten gekonnt ein.

Der Schriftstil des Buches ist nicht nur vielseitig, sondern ausgereift. Der Autor beherrscht das Spiel mit Worten und den Umgang mit Metaphern. Stellenweise führt er mich in die Tiefe der Philosophie. An anderen Stellen wieder berichtet er sachlich über Regeln, Gesetze und Feiertage in Ägypten und dem Hethiterreich. Wortwiederholungen dienen dem Unterstreichen wichtiger Sachverhalte. Die Gespräche zwischen Rahotep und Merirê führen mich in die Besonderheiten von Diplomatie und Politik. Hier ist Rahotep der Gebende und Merirê der Nehmende. Kursiv eingefügt werden historische Begebenheiten oder Texte. Die Vielfalt des Lebens wird einbezogen, sei es Geiz und Habgier, Eifersucht und Intrige, aber auch erste Liebe und Vertrauen. Ausführlich wird die Reise von Ägypten ins Reich der Hethiter dargestellt. Hier hätte ich mir allerdings eine Karte gewünscht. Immer wieder gelingt es den Autor, neue Spannungselemente einzufügen. Und dann gibt es Ruhepole, wo fast gleichnishafte Geschichten erzählt werden, wie sie damals in beiden Reichen üblich waren. Hier dominiert eine märchenhafte Sprache. Sie regen zum Nachdenken an und sind durchaus lehrreich für unsere Gegenwart.

Die Möglichkeiten der damaligen Medizin und die Vorstellungen der Ärzte über die Vorgänge im Körper werden gekonnt in die Handlung integriert.

Der Autor verwendet in seinen Roman einen weiteren Kunstgriff. Ab und zu gibt es kurze Kapitel, wo er die Handlung so fortschreibt, wie sie sein könnte. Am Ende aber heißt es: „...Dieses aber ist nicht geschehen...“ Es ist ein Spiel mit Möglichkeiten.

Das Buch hat genau 110 Kapitel. Obiges Zitat hat ebenfalls 110 Buchstaben. Zu jedem Buchstaben des Gedichts gibt es demzufolge ein Kapitel. Gleichzeitig beginnt und endet die Geschichte mit dem Gedicht.

Angefügt sind ein Personenverzeichnis, umfangreiche alphabetisch sortierte Erläuterungen, Belegung der Zitate und Quellen.

Das Cover mit dm hellen Stern am dunklen Himmel über den ägyptischen Fresko wirkt geheimnisvoll.

Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es hat mich in eine lange zurückliegende Zeit geführt,

mir vielfältiges Wissen darüber vermittelt und mich spannend unterhalten. Gleichzeitig war die Geschichte so geschickt gestrickt, dass das Ende eine Überraschung war. Nicht zuletzt hat mich der Schriftstil des Buches begeistert. Das Lesen war ein Genuss.


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Ladybella911s avatar

Rezension zu "Wiederholte Geburten" von Dietmar Füssel

Spannende Reise ins alte Ägypten
Ladybella911vor 2 Jahren

Intrigen, Ränkespiele um politische Macht und das Sich unterordnen um das eine große Ziel die Maat – das sind die Gegebenheiten, die wir im vorchristlichen 13 Jhdt zur Zeit von Ramses II am Hofe des Pharao  vorfinden.

Einer der Hauptakteure ist Merirê, der als Frauenarzt an den Hof berufen wird, sein Gegenspieler ist Rahotep ein bedeutender Amun Priester und Diplomat am Hofe von Ramses II. Beider Lebenswege verbindet sich zu einer gefährlichen Reise ins entfernte Reich der Hethiter.

Merirê gibt sich die Schuld am Tode seiner Mutter, die bei seiner Geburt verstorben ist und wird, nach harten Lehrjahren, Frauenarzt. Sein Ruhm dringt bis zu den Ohren des Pharao und er wird an seinen Hof berufen, um dort als Frauenarzt zu fungieren. Als ihm dort ein großes Unglück passiert, er verliert eine Patientin durch den Tod indem er verbotenerweise in eine Geburt eingreift, wird er, zusammen mit Rahotep, ins ferne Hattusa in die Verbannung geschickt. Rahotep hat einen diplomatischen Geheimauftrag den er aber vor Merirê geheim hält. Es kommt zu großen Problemen, da Merirê in diesen Auftrag nicht eingeweiht ist und die Sprache nicht spricht, er macht sich hier durch seine manchmal etwas kindische Art einen unversöhnlichen Feind, Assur-Nadin. Einzig die schöne Lavinia eine Hofdame, hält zu ihm und die beiden verlieben sich ineinander, heiraten sogar, was für die damalige Zeit eigentlich unmöglich schien.

Durch die unvergleichlich lebendige und bildhafte Sprache, die ausführlichen Beschreibungen, kann man sich sowohl die Orte der Handlung wie auch die Charaktere der Hauptakteure sehr gut vorstellen. Man lebt und leidet mit, denn irgendwie scheint der Pechvogel Merirê das Unglück anzuziehen.

Auch merkt man als Leser die ausführliche und jahrelange Recherchearbeit, die der Autor hier geleistet hat, seinen eigenen Angaben zufolge sein Lebenswerk, elf lange Jahre Recherchen zu diesem Roman. Eine wahre Sisyphusarbeit hier passt der Name des Verlages haargenau.

Was mich persönlich an dieser Geschichte fasziniert hat, sind die Zitate aus den ägyptischen Totenbüchern, außerdem die vielen ausführlichen und interessanten Hintergrundinformationen die sich im Anhang befinden.

Mein Fazit: Wer sich für diese Zeit des alten Ägypten und die dort herrschenden Gepflogenheiten interessiert ist mit diesem Roman bestens bedient, hier vergebe ich gerne vier Sterne.

 



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Gespräche aus der Community

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fuessels avatar

Hiermit starte ich eine Leserunde für meinen historischen Roman 'Wiederholte Geburten', den ich als mein Lebenswerk betrachte, weil ich mehr als elf Jahre daran gearbeitet habe.

Die von mir genannten Unterthemen sind als Anregungen zu verstehen.

Was ich mir erhoffe, ist ein angeregter Dialog mit interessierten Leserinnen und Lesern über mein Buch, speziell natürlich über seinen mythologischen Hintergrund.

Weitere Informationen über 'Wiederholte Geburten' findet Ihr auf meiner Homepage unter http://www.dietmarfuessel.com/buecher/

mabuereles avatar
Letzter Beitrag von  mabuerelevor 2 Jahren
Zur Leserunde
fuessels avatar

Johann F. , Sohn einer Nobelprostituierten, ist einer der erfolglosesten Schriftsteller des 21. Jahrhunderts.

Seine Mutter hat es nach Beendigung ihrer aktiven Laufbahn mit der Quick-Sex-Kette 'Mach schnell und geh' zu Reichtum und Ansehen gebracht.

Sein mittelloser Vater, ein nostalgischer Nazi, schwärmt für Schnaps und kleine Hitlerfiguren aus Marzipan.

Seine Geliebte hingegen schwärmt vor allem für sich selbst, weil sie sich für die größte Philosophin aller Zeiten hält.

Johann F. liebt es, stundenlang mit ihr über Gott und die Welt zu diskutieren.

Aber er hasst es, mit ihr zu schlafen.

Und das ist sein Verderben.

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Ist es schwierig lateinamerikanische Leidenschaft in deutscher Lyrik auszudrücken?
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Zusätzliche Informationen

Dietmar Füssel wurde am 23. Januar 1958 in Wels (Österreich) geboren.

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