Rezension zu "Der Untergang Europas: Vorbei und lange vergessen" von Dietmar Kauscheder
KristinSchoellkopf
Als ich zum ersten Mal den Klappentext von Der Untergang Europas - Vorbei und lange vergessen las, war ich der Meinung, einen "weiteren Endzeitroman" vor mir zu haben - mit Sicherheit gut, aber nichts Besonderes. Allerdings sollte ich nicht Recht behalten!
Das Cover ist düster gestaltet. Der größte Teil des Covers wird von einer Fotografie bedeckt, welche eine vertrocknete und spröde Landschaft zeigt.
Es wirkt unheimlich und bedrohlich, was durch den schwarzen Einband noch verstärkt wird. Sobald man beginnt das Buch zu lesen, merkt man sehr schnell, dass das Cover den Inhalt des Buches sehr gut auf den Punkt bringt.
Die Geschichte dreht sich um Charaktere, wie sie verschiedener nicht sein könnten. Alle erleben die "neue" Welt auf eine andere Weise. Auf der einen Seite verfolgt man das Schicksal der jungen Agneta, die sich verliebt, dann aber zwangsverheiratet werden soll. Jeffrey ist ein Soldat aus England, Lukas, der Sohn des Kaisers, sucht verzweifelt seine Schwester und Karo ereilt ein schreckliches Schicksal. So könnte ich jetzt für Stunden weitermachen, da es so viele interessante und schön beschriebene Charaktere in diesem Buch gibt, dass man sie gar nicht alle aufzählen kann. Durch individuelle Merkmale und authentische Sprache, auf welche ich später noch eingehen werde, kann sich der Leser sehr gut in die Figuren einfühlen. Auch erfährt man zu Beginn nicht sofort jedes Detail über die Figuren, sondern kann sie langsam kennenlernen, was ich persönlich immer sehr schön finde.
Mir ging der erste Charakter, den man im Buch kennenlernt, Asen, sehr ans Herz.
Die Geschichte beginnt sehr aufregend und bleibt die ganze Lesezeit über spannend. Es gibt vor jedem Kapitel eine "historische Einführung", die dem Leser nochmal die Veränderungen und die Seriosität der Situation bewusst macht. Durch die verschiedenen Charaktere und ihre Situationen, die auch in verschiedenen Teilen der Erde spielen, bleibt Abwechslung in der Geschichte und es ist immer spannend. Besonders die Verschwörung eines Dorfes mit schrecklichen Auswirkungen hat mich sehr überrascht und begeistert. Wer sich nicht so sehr für die politischen Kapitel interessiert oder nicht so sehr auf diesem Gebiert bewandert ist, wird durch die Bemerkungen trotzdem gut in das Geschehen eingeführt, wie ich finde.
Den Aufbau des Buches finde ich sehr gut gestaltet. Wie oben schon beschrieben, wird das Buch durch den Wechsel von "individuellen Geschichten", Ländern und Ansichten, ebenso wie das politische und geschichtliche Geschehen nicht langweilig und bleibt interessant.
Zu Beginn des Buches ist eine Zeittafel abgebildet, welche sich vom Jahr 2011 bis zum Jahr 2050 erstreckt. So kann man sich gleich zu Anfang einen guten Überblick über das geschichtliche Geschehen verschaffen.
Die Sprache ist den Situationen und den Personen angemessen und authentisch. Einige Personen sprechen mit Dialekten (z.B. Popeye oder Bernie) und andere drücken sich sehr gewählt aus und etwas "sachbuchhaft". Dies allerdings ist den Charakteren sehr gut angepasst.
Durch die vielen Adjektive und die ausgeschmückte Beschreibung wirkt die Geschichte sehr real und man kann fast nicht mehr aufhören zu lesen.
Auch ist die Sprache einfach angenehm zu lesen, man muss sich nicht wahnsinnig auf jedes Wort konzentrieren, was das Lesen von knapp 500 Seiten zu einem großen Spaß macht.
Ich finde, dass die "Message" des Buches sehr gut auf unsere heutige Zeit passt. Es gibt alles nicht mehr, was wir heute für selbstverständlich halten. Elektrizität, unser Klima, Wasser, Computer, Internet, ein sicheres Leben, alle Lebensmittel...
Aus diesem Grund denke ich, dass das Buch in gewisser Weise auch einen "Appell" an die Menschheit darstellt, da man sich unweigerlich über sein eigenes Leben und die Zukunft der Erde Gedanken macht.
Auch muss ich hier noch die Genauigkeit des Autors loben, ich kann mir gar nicht vorstellen, wie viel Arbeit es gekostet haben muss, all die Details so auszuarbeiten und das Buch so realistisch darzustellen. Von einem Artikel der FAZ bis zum englischen König William und allen geographischen Besonderheiten passt einfach alles und an Abwechslung (Artikel, Geschichte, Diskussionen, Ratssitzungen, jugendliche Romanzen, Verschwörung eines Dorfes...) fehlt es wirklich nicht.
Fazit:
Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Buch zu meiner Top 10 der besten Bücher zählt. Ich bin selbst sehr positiv überrascht, nicht einmal wirklich einen Kritikpunkt gefunden zu haben, und kann das Buch nur jedem empfehlen. Außerdem freue ich mich jetzt sehr, den zweiten Teil der Reihe zu lesen.
Aus diesem Grund kann ich nur 5 Sterne vergeben.
Ich bin begeistert und hoffe auf noch viele Bücher von Herrn Kauscheder.
Ich möchte mich hier auch noch für das Rezensionsexemplar bei Herrn Kauscheder bedanken. Ich hatte sehr viel Spaß, beim Lesen und Rezensieren Ihres Buches.





