Dietrich Schwanitz Bildung, Alles, was man wissen muss, Literatur

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Inhaltsangabe zu „Bildung, Alles, was man wissen muss, Literatur“ von Dietrich Schwanitz

Literatur ist Geschichtsschreibung in der Form persönlicher Erlebnisse und Erfahrungen; und sie bietet den besten Zugang zum Verständnis der eigenen Kultur. Dietrich Schwanitz analysiert Formen und Gattungen, beschreibt Entwicklungen und Höhepunkte, knüpft überraschende Verbindungen zu sozialer, kultureller, wirtschaftlicher und religiöser Praxis, und nennt und zitiert die Bücher, die man kennen muss.§ Literatur ist Geschichtsschreibung in der Form persönlicher Erlebnisse und Erfahrungen - und sie bietet den besten Zugang zum Verständnis der eigenen Kultur. Dietrich Schwanitz analysiert Formen und Gattungen, beschreibt Entwicklungen und Höhepunkte, knüpft überraschende Verbindungen zu sozialer, kultureller, wirtschaftlicher und religiöser Praxis, und nennt und zitiert die Bücher, die man kennen muß.

Große Themenvielfalt.

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  • Streifzug durch die Literaturgeschichte Europas

    Bildung, Alles, was man wissen muss, Literatur

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    15. June 2014 um 17:39

    Das Hörbuch "Bildung, alles was man wissen muss - Literatur" von Dietrich Schwanitz, beruhend auf dem gleichnamigen Handbuch, einem Bestseller, der im Jahre 1999 im Verlag Eichborn erschienen ist, ist ein Streifzug durch die europäische Literaturgeschichte, die den Hörer dazu verführen will, mehr literarische Meisterwerke zu lesen und sich dadurch "die eigene Gesellschaft verständlich zu machen". "Wer hat nicht das Gefühl der Frustration gekannt, als ihm in der Schule der Lernstoff wie tot erschien, wie eine Anhäufung uninteressanter Fakten, die mit dem eigenen pulsierenden Leben nichts zu tun hatten?" Mit diesem ersten Satz richtet sich Schwanitz an den Leser/Hörer und fordert diesen auf, sich jetzt, also nach der Schulzeit und als Erwachsener noch einmal eingehender mit der europäischen Literatur zu beschäftigen. Er will dem Leser/Hörer Appetit machen auf mehr. Und zwar mehr Interesse an den großen Werken Europas. Schwanitz beschreibt die Literatur als eine Form der Magie, die, hat man sie erst einmal erfahren, den Leser nicht mehr loslässt und die Kraft hat, die Weltsicht zu transformieren. Bildungssystem und Wissen stecken in der Krise - umso wichtiger erscheint es dem Autor, sich wieder auf den alten, klassischen Bildungsstoff einzulassen. Die im Hörbuch genannten Werke hat Schwanitz unter folgenden Gesichtspunkten ausgewählt: "Was trägt es zu unserer Selbsterkenntnis bei? Wie kam es, dass die moderne Gesellschaft, der Staat, die Wissenschaft, die Demokratie, die Verwaltung in Europa und nicht anderswo entstanden? Wieso ist es so wichtig, Figuren wie Don Quijote, Hamlet, Faust, Robinson Falstaff und Dr. Jekyll und Mr. Hyde zu seinen guten Bekannten zu zählen? Was hat Heidegger gesagt, was wir nicht schon wussten? Wo war das Unbewusste vor Freud?" Inhalt Einleitend spricht Schwanitz die beiden Formen der Formensprache, Vers und Prosa, an, bewegt sich weiter zur Erläuterung der drei Großgattungen der Literatur, nämlich Lyrik, Drama und Epos, wobei er für meine Bedürfnisse als "interessierter Einsteiger" hier viel zu wenig ins Detail geht. Als nächstes streift er die Verbindung von Stil und Heldenfigur, sprich bestimmte literarische Gattungen sind grundsätzlich mit gewissen Heldenfiguren verbunden. Wie beispielsweise die Tragödie, die in den meisten Fällen Könige und Aristokraten als ihre Helden preist während der realistische Stil, der in der heutigen Zeit die herrschende literarische Form darstellt, für das bürgerliche Volk gedacht war. Der Hörer lernt die Grundzüge der Romanze kennen, als Gegenstück dazu erfährt er über die Grundzüge der Tragödie. Er hört, was eine klassische Komödie zu dem macht, was sie ist und warum die Satire DAS Stilmittel unserer heutigen Zeit schlechthin ist. Mit den Worten "Nichts befürchtet die moderne Literatur mehr, als schön zu sein." beendet Schwanitz dieses Thema. Der Hörer lernt den Bildungsroman kennen bevor es an die großen Werke der europäischen Geschichte geht. Erwähnt werden unter anderem die Werke "Die göttliche Komödie", "Don Quijote" "Der Spötter von Sevilla und der steinerne Gast", "Robinson Crusoe", "Gullivers Reisen", "Die Leiden des jungen Werther", "Pamela", "Clarissa", "Oliver Twist", "Krieg und Frieden", "Buddenbrooks", "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit", "Ulysses" und "Der Mann ohne Eigenschaften". Schwanitz gibt jeweils den Inhalt in Grundzügen wieder, erklärt die Kernaussage und gibt einige Hintergrundinformationen mit auf den Weg. Beispielsweise erfährt der Hörer, dass der Briefroman "Die Leiden des jungen Werther", solch enorme Zustimmung erfuhr, dass sich sogar eine eigene "Werther-Mode" unter den "Fans" entwickelte. Oder dass der Ausspruch "Geben Sie Gedankenfreiheit!" von Schillers Theaterstück "Don Karlos" stammt. Dass "Wilhelm Tell" den Gründungsmythos der Schweiz darstellt. Und dass Deutschland aufgrund der Werke Schillers für die Juden so populär wurde. Etwas weiter holt Schwanitz aus bei "Faust, Tragödie in zwei Teilen" von Johann Wolfgang von Goethe, er beschreibt es als DAS Werk des geistigen Deutschlands, das mit solch einer Sprachgewalt auftritt, dass es alle anderen deutschen Werke in den Schatten stellt. Er beschreibt, was das Wort "faustisch" bedeutet, zitiert mehrere wichtige Stellen der Tragödie, erzählt die Geschichte in Grundzügen und zählt zu guter Letzt die metrischen Variationen auf, die in dem genau aus diesem Grund einzigartigen Werk zu finden sind: der 5-hebige Jambus und der Kreuzreim, welche vor allem für Gott stehen, die 4-hebigen Terze und Reime, die für Faust stehen, der Madrigalvers in wechselnder Länge, der für Mephisto steht. "Ich bin der Geist, der stets verneint - und das mit Recht - denn alles, was entsteht - ist wert, dass es zugrunde geht. Drum besser wär's, dass nichts entstünde." Schwanitz schwärmt von den unzähligen Hymnen, Liedern, Balladen und Chören, die im "Faust" verwendet wurden und die das Werk deshalb zu DEM deutschen Meisterwerk machen, weil es keinem anderen so gut gelingt, zu zeigen, wozu die deutsche Sprache fähig ist. Das "Happy End", Faust wird von den Engeln mit den Worten erlöst: "Wer immer strebend sich bemüht - den können wir erlösen." Über den Autor Dietrich Schwanitz, geboren 1940 im nördlichen Ruhrgebiet, Sohn eines Lehrer-Ehepaares, wuchs bis zum 11. Lebensjahr ohne Bildung bei mennonitischen Bergbauern in der Schweiz auf, wurde nach seiner Rückkehr in ein Gymnasium aufgenommen, studierte Anglistik, Geschichte und Philosophie, lehrte an der Universität Mannheim und Hamburg, lebte zuletzt bis zu seinem Tod im Jahre 2004 als freier Autor in Hamburg. Er war ein Kritiker der Rechtschreibreform von 1996. Seine Kritiker werfen dem vorliegenden Werk Ungenauigkeit und ein konservatives Bild von "Wissen" im Allgemeinen, ihm selbst werfen sie "Spießbürgerlichkeit" vor, seine Vorstellung von Bildung empfinden sie als "altmodisch", die Auswahl der Autoren seines Literaturkanons sei nicht vollständig, ein Rezensent meint dazu: "der “erhobene Zeigefinger” des Pädagogen (fast hätte ich gesagt: Volkserziehers) ist auf jeder Seite spürbar." ([...]) Mein Fazit Große Themenvielfalt. Zu einigen Werken winken wertvolle Hintergrundinformationen. Teilweise zu ungenau und nur grob umrissen, vor allem die Erklärung der literarischen Gattungen und Stile. Aber bei dem Umfang der vorliegenden Themen ist das meiner Meinung nach verständlich. Wer Interesse daran hat, weitere Details zu erfahren, muss sich der Aufgabe stellen, das angesprochene Werk selbst zu lesen, vielleicht auch eine Abhandlung darüber. Angenehme Sprechstimme. Die Dauer von 71:14 (CD1) und 65:55 (CD2) sind genau richtig - mehr würde der Hörer aufgrund der sinkenden Aufmerksamkeit ohnehin nicht vertragen. Schließlich will man sich ja auch etwas davon merken!

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