Eis bricht langsam

von Dima von Seelenburg 
4,8 Sterne bei5 Bewertungen
Eis bricht langsam
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Aljoscha und Tobias 💘

Anne_Eidam_Jahnkes avatar

Eine Geschichte, die einem ans Herz geht. Eine junge Liebe, die alle Hindernisse überwindet...

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Inhaltsangabe zu "Eis bricht langsam"

Eine Zeitreise zurück in die eigene Jugend, in die Jahre 1989 bis 1991.
Die erste große Liebe – zu einem Jungen.

Mit der eigenen Pubertät beschäftigt und von ihren Gefühlen verwirrt, kommen sich Aljoscha und Tobias näher. Damals sahen sie keinen anderen Weg, als zu fliehen.

Begleitet Aljoscha und Tobias auf ihrem Weg in die Zukunft.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783959491228
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Buch
Umfang:452 Seiten
Verlag:Main Verlag
Erscheinungsdatum:23.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    79yvis avatar
    79yvivor 6 Monaten
    Eine Bravo, Erinnerungen und ganz große Gefühle

    Im Zuge von Renovierungsarbeiten stößt Aljoscha in der hintersten Ecke seines Kellers auf eine Kiste, die er im Laufe der Zeit völlig vergessen hat. Die darin aufbewahrten Gegenstände nehmen ihn mit auf eine Reise in die Vergangenheit, beginnend im Jahr 1989 mit einer Bravo und seinem 14-jährigen Ich. Zu der Zeit beschleicht ihn immer wieder eine Ahnung, dass er anders ist als die meisten Jungs in seinem Alter. Von Lotte, der Bravo-Dealerin seines Vertrauens und gleichzeitigen Bezugsperson für jede Lebenslage, hört er in diesem Zusammenhang das erste Mal die Definition „schwul“ – nicht herablassend, sondern als schlichte Tatsache. Nachdem Tobias als neuer Mitschüler zu Aljoscha in die Klasse kommt wird dessen anfängliche Ahnung langsam immer konkreter und zu Gefühlen, die sich nicht mehr abstreiten lassen. Sein Leben könnte für Jascha zu der Zeit nicht schöner sein, doch dann wird ihm drei Mal innerhalb kürzester Zeit der Boden unter den Füßen weggezogen.

     

    Während dieser Geschichte wurde nicht nur Aljoscha in die Vergangenheit katapultiert, sondern auch ich selbst habe mich mit einem Lächeln an Kassetten mit Bandsalat – den Bleistift immer in Griffweite – und zerlesene Bravos zurückerinnert. Das Alter zwischen 14 und 16 war eine aufregende Zeit, nicht nur für mich, sondern auch für Aljoscha und Tobias. Dima von Seelenburg hat diese Stimmung wundervoll eingefangen, die großen und kleinen Ängste als sich Aljoscha eingesteht, dass er schwul ist. Die Unsicherheit, ob Tobias seine Gefühle auch erwidert, aber auch die Neugier auf die erste große Liebe, die damit verbundene Euphorie, wenn diese auf Gegenseitigkeit beruht und das Entdecken der eigenen Sexualität. Ganz besonders berührt haben mich die Worte von Jaschas Vater bezüglich seines Coming-Out:

    „Das wichtigste ist aber, dass dann jemand vor uns sitzt, der glücklich ist, im Idealfall mit jemandem zusammen ist, den er liebt und von dem er ebenso geliebt wird. Glücklich zu leben, das ist es, was wir dir am allermeisten wünschen.“

     Julians Erfahrungen mit diesem Thema, stehen dagegen auf einem anderen Blatt. Die Geschichte ist wie aus dem Leben gegriffen, sie gibt den ganz normalen Wahnsinn eines Jugendlichen incl. Geschwisterkämpfen und den Momenten, in denen man sich z. B. für seine Erzeuger in Grund und Boden schämt, sehr detailreich und oft humorvoll wieder. Es kommt einem beim Lesen so vor, als ob man es mit realen Personen zu tun hat, denn obwohl nur aus Aljoscha Sicht erzählt wird, besitzen alle Charaktere eine beeindruckende Tiefe und ich habe sie alle auch relativ schnell in mein Herz geschlossen. Der Großteil der Story spielt in der Vergangenheit, man springt aber immer wieder für kurze Passagen in die Gegenwart und erfährt, was aus dem damaligen Teenager und seiner Familie geworden ist. Schon relativ bald habe ich mich aber gefragt „Was ist mit Tobias?“, denn in der Gegenwart schwingt immer ein trauriger Unterton mit, wenn Tobias in Aljoschas Gedanken auftaucht. Mit einer Antwort auf diese Frage hat sich Dima von Seelenburg bis ganz zum Schluss Zeit gelassen und ich bin froh, dass es so endet. Denn das Gefühl, das sich beim Lesen der letzten Zeilen in mir breit gemacht hat, ist das, was ich den Beiden das ganze Buch über gewünscht habe – ich bin glücklich.

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    EmmyTolvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Aljoscha und Tobias 💘
    Aljoscha und Tobias 💘

    Hallo
    ich heiße Emily
    mein Papa hat mir das Buch auf der Leipziger Buchmesse gekauft, weil mir gut gefallen hat wie der Schriftsteller daraus vorgelesen hat.
    Ich wollte unbedingt wissen wie es weitergeht als Aljoscha seinen Eltern gesagt hat, dass er in Tobias verliebt ist.
    Am schönsten fand ich, dass die beiden so lieb zueinander waren. Außer 1 x in der Schule. 
    Ich hätte Aljoscha und Tobias gerne als Freunde. Und Karolin auch. Auch Paul - aber erst später.
    Wenn meine Mutter das Buch fertig gelesen hat leihe ich es meiner Freundin.

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    Anne_Eidam_Jahnkes avatar
    Anne_Eidam_Jahnkevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine Geschichte, die einem ans Herz geht. Eine junge Liebe, die alle Hindernisse überwindet...
    ... aber wenn ein kleiner Riss entsteht...

    ... dann ist der Bruch nicht mehr aufzuhalten.
    Eine Geschichte, die einem ans Herz geht. Eine junge Liebe, die alle Hindernisse überwindet, zwei junge Männer, die sich allen Widrigkeiten in den Weg stellen und nur eines wollen: die Akzeptanz ihrer Liebe.
    In diesem Buch wird dem Leser ein Blick in die Vergangenheit, in die langsame Entstehung einer Freundschaft und die Knüpfung der ersten zarten Bande einer Liebe gewährt. Dass dabei Tränen fließen, die Mundwinkel zucken oder auch mal Wut emporsteigt bleibt nicht aus. 
    Von mir eine klare Leseempfehlung und ich werde es mit Sicherheit nicht das letzte Mal in der Hand gehabt haben.

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    Korikos avatar
    Korikovor einem Jahr
    stimmiges, eindringliches Jugendbuch

    Story:
    Beim Ausräumen seines Kellers stolpert Aljoscha über eine alte Kiste, die mit einem E markiert ist. Darin sind Erinnerungsstücke enthalten, die sich um seine erste große Liebe Tobias drehen und den jungen Journalisten gedanklich in die beginnenden 90er Jahre und seine Jugend zurückführen. Er beginnt seine Schulzeit zu rekapitulieren, die Probleme, die seine Homosexualität mit sich brachte und das Glück, das er mit Tobias erlebt hat.

    Eigene Meinung:
    „Eis bricht langsam“ ist Dimas von Seelenburgs Debüt und erschein im Jugendbuchlabel des Main Verlags. Auf beeindruckende, fesselnde Weise entführt der Autor den Leser in die 90er Jahre zurück und lässt die Zeit der Kassettenrekorder, Bravomagazine und Röhrenfernseher lebendig werden. Gerade wenn man selbst in den 90er Jahren aufgewachsen ist, wird man an seine eigene Jugend erinnert – seien es die Songs, die für Aljoscha eine Rolle spielen oder die Beschreibungen der Umgebung und Jugendlichen.

    Die Geschichte ist in zwei Zeitebenen angesiedelt – ein kleiner Teil spielt in der heutigen Zeit und präsentiert einen erwachsenen Aljoscha, der sich an seine Jugend zurückerinnert und versucht die Vergangenheit komplett Revue passieren zu lassen, der Hauptteil der Handlung spielt in den 90er Jahren, wo Aljoscha 14 beziehungsweise 16 Jahre alt ist. Auf sehr gefühlvolle und angenehme Art und Weise entführt der Autor den Leser in die Geschichte und lässt ihn Aljoscha und seine Freunde näher kennenlernen. Man ist hautnah dabei, als der junge Hauptcharakter sich erstmal mit dem Gedanken befasst schwul zu sein und sich nach und nach der Kioskbesitzerin Lotte anvertraut, die eine enorm wichtige Person in seinem Leben ist. Auch seine Familie lernt man kennen, die in ihrer Art angenehm aus dem Rahmen fallen und wesentlich moderner und toleranter eingestellt sind, als man es von anderen Familien gewohnt ist.
    Natürlich steht die sich langsam entwickelte Beziehung zwischen Aljoscha und Tobias im Zentrum der Geschichte, denn die Liebe zwischen den beiden ist für den Hauptcharakter am wichtigsten. Für Aljoscha ist es die erste große Liebe, sprich für Tobias nimmt er alle Probleme in Kauf – Intoleranz, Beleidigungen und natürlich das Coming-Out vor seiner Familie und seinen Freunden. Auch die Schwierigkeiten, die auf die beiden jungen Teenager zurollen, als Tobias‘ Familie von ihrer Beziehung erfährt, ist eines der Hauptthemen von „Eis bricht langsam“. Dima von Seelenburg begleitet seinen Helden durch eine schwierige Zeit und lässt den Leser daran teilhaben.

    Die Charaktere wirken authentisch und handeln in sich logisch. Man kann sich sehr gut mit Aljoscha und seinen Problemen identifizieren, da er ein sehr sympathischer Charakter ist. Auch die üblichen Figuren können überzeugen, allen voran Aljoschas beste Freundin Karolin, die Kioskbesitzerin Lotte und Aljoschas niederländische Mutter Inga, die auf herrlich unkomplizierte Art an Dinge herangeht und sich fernab der üblichen Konventionen bewegt. Auch sein Vater Oliver kann zum Ende hin etliche Pluspunkte sammeln, da ohne Kompromisse zu seinem schwulen Sohn steht und dem jungen Glück sogar den Weg ebnet. Zum Ende hin hat man alle Figuren ins Herz geschlossen und kann sie nur schwer ziehen lassen.

    Stilistisch gibt es wenig zu bemängeln – Dima von Seelenburg hat einen sehr schönen, sicheren Stil, der durch tolle Beschreibungen und stimmungsvolle Dialoge besticht. Die wechselnden Zeitebenen sind für den Leser kein größeres Problem, da der Autor die Szenen des erwachsenen Aljoscha in der Gegenwartsform geschrieben hat, für die jugendliche Sicht des Hauptcharakters die Vergangenheitsform gewählt hat. Einzig die Erinnerungen seines Vaters verwirren beim Lesen und sorgen dafür, dass man ein wenig durcheinander kommt, da sie optisch nicht kenntlich gemacht wurden und sie direkt im Dialog zwischen Aljoscha und seinem Vater eingebaut wurden. So kommt es zu einem Dialog im Dialog, was stilistisch ein wenig ungünstig ist – zum einen kann sich kaum einer an Dialoge erinnern, die über zwanzig Jahre zurückliegen, zum anderen fällt es dem Leser schwer aus dieser doppelten Dialogführung herauszukommen. Hier wäre ein anderes stilistisches Mittel passend gewesen, denn die Erinnerungen von Aljoschas Vater sind wichtig und gehören zum Buch.

    Fazit:
    Dima von Seelenburg legt ein beeindruckendes, gut lesbares Debüt vor, das nicht nur für Jugendliche geeignet ist, sondern an dem auch Leser ihren Spaß haben werden, die ihre Jugend in den 90er Jahren erlebt haben. Mit Aljoscha ist dem Autor ein sehr schöner, gut nachvollziehbarer Jugendlicher gelungen, der sich mit den typischen Problemen herumschlagen muss – erste Liebe, Coming-Out, Probleme mit Eltern und Freunden. Wirklich etwas Neues bietet „Eis bricht langsam“ nicht, aber das muss ein Jugendbuch, in dem es um einen schwulen Charakter geht auch nicht unbedingt. Dafür macht er die 90er Jahre lebendig und zeigt jugendlichen Lesern wie es damals war (ohne Handy und Internet). Allein das lässt sein Debüt aus der breiten Masse herausstechen und macht „Eis bricht langsam“ so empfehlenswert.

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    pengiberlins avatar
    pengiberlinvor einem Jahr

    Gespräche aus der Community zum Buch

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