Dimitri Verhulst

 4 Sterne bei 198 Bewertungen

Lebenslauf von Dimitri Verhulst

Dimitri Verhulst wurde am 02.10.1972 in Aalst, Belgien geboren. Dem flämische Schriftsteller veröffentlichte 1999 seinen ersten Roman. Verhulst Gedichte wurden mit dem »C. Buddingh Prize« nominiert. Sein Roman »Problemski Hotel« erschien in neun Ländern. Mit seinem autobiographischen Roman »Die Beschissenheit der Dinge« gelang Verhulst in den Niederlanden einen Nr.1 Bestseller, wurde für den AKO-Literaturpreis nominiert und mit dem Publikumspreis »Goldene Eule« ausgezeichnet. Für sein Buch »Gottverdammte Tage auf einem gottverdammten Planeten« erhielt er den Libris-Literaturpreis. Dimitri Verhulst lebt heute in der Wallonie.

Alle Bücher von Dimitri Verhulst

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Cover des Buches Die Beschissenheit der Dinge9783641237639

Die Beschissenheit der Dinge

 (61)
Erschienen am 29.05.2018
Cover des Buches Madame Verona steigt den Hügel hinab9783630621296

Madame Verona steigt den Hügel hinab

 (22)
Erschienen am 02.01.2008
Cover des Buches Die letzte Liebe meiner Mutter9783630873558

Die letzte Liebe meiner Mutter

 (11)
Erschienen am 18.05.2011
Cover des Buches Die Unerwünschten9783630874791

Die Unerwünschten

 (8)
Erschienen am 03.10.2016
Cover des Buches Den Sommer kannst du auch nicht aufhalten9783772530104

Den Sommer kannst du auch nicht aufhalten

 (2)
Erschienen am 20.03.2019

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Neue Rezensionen zu Dimitri Verhulst

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Rezension zu "Den Sommer kannst du auch nicht aufhalten" von Dimitri Verhulst

Eine spannende Liebe auf nur 138 Seiten
Kapitel94vor 5 Monaten

Pierre ist ein äußerst interessanter Mann. Ich glaube, man kann ihn nur lieben oder hassen. Ein Zwischending gibt es da nicht. Mit seinem unglaublich direkten, trockenen – fast schon schwarzen – Humor dominiert er die Erzählung Verhulsts und verleiht der Geschichte mit seinem distanziert wirkenden Charakter einen besonderen Charme. Ich habe Pierre relativ schnell in mein Herz geschlossen. Mit seinem Spott und der scheinbaren Gleichgültigkeit, die er an den Tag legt, brachte er mich immer wieder zum Schmunzeln und ich war überrascht, dass ausgerechnet Pierre eine so emotionale Liebesgeschichte erzählen kann, bei der 138 Seiten keinesfalls ausreichen.

Sonny ist fünfzehn Jahre alt, geistig behindert, wohnt in einem Pflegeheim und Pierre ist der einzige, der ihn regelmäßig besucht. Warum? Sonny ist der Sohn von Pierres großer Liebe. Eine Liebe, die er über Jahre nicht vergessen konnte und deswegen will er Sonny ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk machen: Einen Tag vor seinem sechzehnten Geburtstag holt Pierre ihn aus dem Pflegeheim ab und fährt mit ihm in die Provence. Er will Sonny eine Geschichte erzählen, genau dort, wo vor vielen Jahren die Liebe begann. Jedoch weiß niemand aus dem Pflegeheim über Pierres Plan Bescheid und obwohl Sonny ein guter Zuhörer ist, kann er keine der Informationen aufnehmen. Dennoch hält Pierre an seiner Idee fest. Er muss es erzählen. Er muss seiner großen Liebe noch ein einziges Mal nahe kommen, wenn auch nur mit Worten…

Als ich das kleine Büchlein anfangs in den Händen hielt, war ich etwas skeptisch. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass auf lediglich 138 Seiten eine Geschichte erzählt wird, die mich fesseln kann. Nun, was soll ich sagen? Ich habe mich gewaltig geirrt. Den Sommer kannst du auch nicht aufhalten von Dimitri Verhulst ist eine durchgehende Erzählung, die nicht durch Kapitel oder lange Einschübe unterbrochen wird. Die Handlung fließt dahin, die Perspektive wechselt manchmal vom Erzähler zu Pierre und wieder zurück und mit jeder Seite hatte ich mehr und mehr das Gefühl, dass ich an Sonnys Stelle sitze und dem zynischen, verbitterten Kerl zuhöre. Verhulsts Geschichte zeichnet sich nicht durch spannende Plottwists oder rasante Szenen aus; sie ist vielmehr realistisch und echt. Pierres Liebe zu Sonnys Mutter könnte aus dem Leben jedes einzelnen von uns gegriffen sein, man erkennt sich in einigen Punkten wieder und vergleicht Pierres Geschichte mit seiner eigenen (verlorenen) Romanze. So schnell wie die Erzählung anfing, war sie auch vorbei und als ich die letzte Seite umschlug, hatte ich das Bedürfnis nachzufragen: Was ist dann passiert? Doch ich glaube, das werde ich mir wohl selbst ausmalen müssen…

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Rezension zu "Der Bibliothekar, der lieber dement war als zu Hause bei seiner Frau" von Dimitri Verhulst

Bitterböse und zynisch
ulrikerabevor 2 Jahren

Desiré Cordier war bis zu seiner Pensionierung Bibliothekar. Mit seinem neuen Lebensabschnitt kommt der literatur- und musikaffine Mann nicht zurecht. Zu seinen erwachsenen Kindern besteht kaum eine Beziehung und seine Frau Moniek kann er nicht mehr ertragen. Eines Tages wählt er eine unkonventionelle Weise, dem lieblosen Eheleben zu entkommen, täuscht Demenz vor und lässt sich in ein Pflegeheim einweisen.

Die Geschichte liest sich flott und sogar heiter, aber die Lachen dazu bleibt einem eher im Hals stecken. Desiré lässt auf wenigen Seiten sein Leben Revue passieren, mit vielen Entscheidungen hadert er, damals wie heute, scheint er zu falschen Entscheidungen zu tendieren. Auch die Gesamtsituation im Pflegeheim Winterlicht ist trist, den alten Menschen wird keine Möglichkeit der Selbstbestimmung gegeben, sie vegetieren schlicht und ohne Würde vor sich hin.

Bücher nehmen mich dann mit, wenn ich nicht einfach nur neutral eine Geschichte verfolgt Hier ruft der Autor bei mir starke Emotionen hervor, auch wenn es hier sehr negative sind. Denn mich persönlich hat der Bibliothekar verärgert. Ich weiß, ich sollte das Verhalten, erfundener Figuren nicht persönlich nehmen, und trotzdem fand ich Desiré schlicht unmöglich. Er war gehässig, gemein und es gibt auch im Alter Möglichkeiten, eine Ehe zu trennen. Desiré ist ein Simultant, der an seinem Plan scheitert. Möglichkeiten, seinen Mitmenschen neu zu begegnen, nimmt er nicht wahr und spielt lieber den vertrottelten Alten. So möchte man doch nicht alt werden.

Was wollte wohl Dimitri Verhulst mit seinem Buch bezwecken:  Wer eine harmlose Komödie a la „Der Hundertjährige, der…“ erwartet, ist mit diesem Büchlein jedenfalls falsch bedient. Wenn es eine bitterböse zynische Abrechnung mit dem geriatrischen Gesundheits- und Pflegewesen sein soll, dann hat Verhulst alles richtig gemacht.

 

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P

Rezension zu "Die Unerwünschten" von Dimitri Verhulst

Aufrüttelnd
Papierverzaubertvor 3 Jahren

In diesem gesellschaftskritischen Buch erzählt Dimitri Verhulst von seiner Zeit in einem Kinderheim. Es ist wahnsinnig traurig und berührend, wie die Seele kleiner Kinder zerstört wird, weil sie unerwünscht sind und genau das zu spüren bekommen. Oft sind sie dann als Erwachsene unfähig zu lieben bzw. Liebe zu geben, weil sie selbst keine erfahren haben.
 Zwei ehemalige Heimkinder töten ihre eigenen Kinder, so gefühllos und kalt, dass mir der Atem stockte:
Zitat: `Ich wusste nicht viel, aber eins wusste ich: Meine Kinder würden sie nicht in ein Heim stecken. Nur über meine Leiche. Also was sollten wir tun? Wir haben unsere Kinder kaputt gemacht. Zu ihrem eigenen Besten.`



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Dimitri Verhulst wurde am 01. Oktober 1972 in Aalst (Belgien) geboren.

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