Dimitri Verhulst Die Unerwünschten

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Inhaltsangabe zu „Die Unerwünschten“ von Dimitri Verhulst

Eine bitterböse Geschichte von einem der erfolgreichsten flämischen Autoren
Bisher hat Dimitri Verhulst – zum Brüllen komisch, zum Heulen schlimm – seine Kindheit geschildert, aber nie seine Erfahrungen in einem Kinderheim. Nun wagt er den Blick in den Abgrund: In dem Heim »Sonnenkind« landen Kinder aus den unterschiedlichsten Gründen, doch eines haben sie gemeinsam: Sie sind unerwünscht. Und was ihnen dort fehlt, das fehlt ihnen oft ihr Leben lang: Wärme, Familie, Liebe. Angenommensein. Deshalb stürzt sich die siebzehnjährige Gianna im Heim aus dem obersten Stock in die Tiefe, deshalb werden Stefaan und Sarah zu Mördern ihrer eigenen Kinder ... Auch dieses Werk Verhulsts zeichnet sich durch barocke Sprachgewalt und pechschwarzen Humor aus, aber es spiegelt ebenso wider, wie ausgeliefert und hoffnungslos er selbst sich als Junge gefühlt hat.

Beim Lesen kamen mir folgende Wörter in den Sinn: trostlos, traurig, aussichtslos, Leid, Leere, Wut, Bitterkeit, grauenvoll, gefühllos

— Papierverzaubert

erschreckend

— leserin

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    Die Unerwünschten

    Papierverzaubert

    07. July 2017 um 17:35

    In diesem gesellschaftskritischen Buch erzählt Dimitri Verhulst von seiner Zeit in einem Kinderheim. Es ist wahnsinnig traurig und berührend, wie die Seele kleiner Kinder zerstört wird, weil sie unerwünscht sind und genau das zu spüren bekommen. Oft sind sie dann als Erwachsene unfähig zu lieben bzw. Liebe zu geben, weil sie selbst keine erfahren haben. Zwei ehemalige Heimkinder töten ihre eigenen Kinder, so gefühllos und kalt, dass mir der Atem stockte:Zitat: `Ich wusste nicht viel, aber eins wusste ich: Meine Kinder würden sie nicht in ein Heim stecken. Nur über meine Leiche. Also was sollten wir tun? Wir haben unsere Kinder kaputt gemacht. Zu ihrem eigenen Besten.`

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  • Kinderschicksale im Schatten der Gesellschaft.

    Die Unerwünschten

    Clari

    24. October 2016 um 15:51

    Was kann es Schlimmeres geben, als ein unerwünschtes Kind zu sein? Liebe, Zärtlichkeit, Geborgenheit und Fürsorge für den Start ins Leben sind die Grundpfeiler für die Bewältigung dessen, was das Leben so bringt. Dimitri hat hier das Gegenteil beschrieben: er zeigt uns die Hölle, die ein Kind durchläuft, wenn es abgeschoben und ungeliebt und im wahrsten Sinne des Wortes „unerwünscht“ ist.So etwas kann man in dieser hier vorliegenden Weise nur beschreiben, wenn man es selber erlebt hat.Dimitri Verhulst schöpft aus den Erfahrungen des eigenen Lebens, wenn er uns davon erzählt, wie man sich als ein solches unerwünschtes Kind fühlt. Er lebte in einem Heim mit vielen Kindern, die alle das gleiche Schicksal teilten. Seine Erzählweise wechselt vom Du zum Ihr, wenn er anschaulich zu machen versucht, wie karg, armselig und bedürftig an Leib und Seele dieses Leben war. Schmucklose Zimmer, karges Essen, pietistische Lebensregeln und ein Mangel an Spiel und Spaß: so sah das Leben für die Heiminsassen aus.Am Wochenende konnte man Besuch bekommen. Doch es kamen nur wenige Mütter oder entfernte Verwandte, die sich schnell wieder davonmachten, denn wirkliches Interesse war nicht gegeben.Zahlreiche Kinder bekamen nie Besuch.Die Tatsachen sind schnell aufgezählt: doch wie Verhulst seine Geschichte erzählt, macht ihm so schnell keiner nach. Die Leere und der graue Alltag werden mit sparsamen Worten angedeutet, so dass man sich in die Atmosphäre hineinfühlen kann. Man spürt den Frust und die Sucht der Kinder, sich auf irgendeine Weise selber zu erfahren. Das geschieht in nächtlichen Sexorgien, die einzig und alleine dem Zweck dienen, sich auf welche Weise auch immer Zärtlichkeit zuzuführen. Verhulst vermittelt die ganze Trostlosigkeit des Daseins an einem Ort des Verlusts, der mit dem Freitod einer jungen Insassin zu Beginn der Erzählung seinen Anfang nahm.Man liest seine Erzählung mit leichtem Grauen, weil man gewöhnlich Kinder aus diesen Sphären kaum kennenlernt. Sie sind zerschunden und verwahrlost im Äußeren und Inneren. Wie überlebt man das?In der zweiten Geschichte hört man, wie das enden kann!Der Autor Dimitri Verhulst hat es ganz offensichtlich geschafft, mit seinem Schreiben die bösen Geister zu bannen und sie zu fixieren. Nur so können ihn die Zerrbilder der damaligen Wirklichkeit, die seine Kinder- und Jugendjahre überschattet haben, verlassen.Ein trauriges, aufrüttelndes, in weiten Teilen aber auch mit der notwendigen kritischen Distanz erzähltes Stück aus den Tiefen eines frühen Kinderlebens!Dimitri Verhulst ist in den Niederlanden ein hoch anerkannter Schriftsteller.

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