Dina Nayeri

 4.3 Sterne bei 77 Bewertungen
Autorin von Ein Teelöffel Land und Meer, Drei sind ein Dorf und weiteren Büchern.
Dina Nayeri

Lebenslauf von Dina Nayeri

Zwischen Flucht und Erfolg: Dina Nayeri ist 1979 in Isfahan, im Iran geboren. Ihre Mutter, eine Ärztin, konvertierte zum Christentum, weswegen sie von der Islamischen Republik bedroht wurde. Aus diesem Grund floh Dina gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Daniel 1988 im Alter von gerade einmal 8 Jahren aus dem Iran. Zunächst verbrachten sie zwei Jahre in Dubai und Italien, bevor sie sich in Oklahoma, in den USA niederließen. Dina Nayeris Vater lebt bis heute im Iran. Nayeri studierte an angesehen Unis in den Vereinigten Staaten, hat einen Bachelor von der Princeton University und schloss Harvard mit einem Master of Education ab. Zusätzlich hält sie einen Master of Fine Arts vom Iowa Writers‘ Workshop. Schon ihr erster Roman, „A Teaspoon of Earth and Sea“, der 2014 erschien, war sehr erfolgreich. Das Buch wurde in mehr als zehn Sprachen übersetzt, in Deutschland erschien es 2015 unter dem Titel „Ein Teelöffel Land und Meer“. Ihr zweiter Roman, „Refuge“ von 2017 (dt. „Drei sind ein Dorf“, 2018) ist teilweise autobiografisch. Er handelt von Nilou, die aus dem Iran flieht und deren Vater zurückbleibt und ein neues Leben beginnt. Das Buch thematisiert einerseits die Beziehung zwischen Vater und Tochter, andererseits auch die Flüchtlingskrise, die ganz Europa bewegt und damit vollkommen den Nerv der Zeit trifft. Nayeri ist für ihre Bücher und Kurzgeschichten mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Paul Engel Prize.

Botschaft an meine Leser

Danke, dass ihr hier seid! Ich bin so glücklich zu sehen, wie vielen deutschen Lesern meine Bücher gefallen und wie tiefgründig sie meine Charaktere verstehen - eure Kommentare und Botschaften zählen zu den wärmsten und bedachteste, die ich je bekommen habe. Vielen Dank, deutsche Freunde. Ihr gebt mir das Gefühl, zuhause zu sein und ich verspreche, euch immer meine Geschichten zu erzählen.

Alle Bücher von Dina Nayeri

Ein Teelöffel Land und Meer

Ein Teelöffel Land und Meer

 (52)
Erschienen am 16.02.2015
Drei sind ein Dorf

Drei sind ein Dorf

 (20)
Erschienen am 14.08.2018
Ein Teelöffel Land und Meer

Ein Teelöffel Land und Meer

 (2)
Erschienen am 05.07.2013
Refuge

Refuge

 (0)
Erschienen am 11.07.2017
Tutto il mare tra di noi

Tutto il mare tra di noi

 (0)
Erschienen am 01.07.2014
A Teaspoon of Earth and Sea

A Teaspoon of Earth and Sea

 (1)
Erschienen am 31.01.2013

Auf einen rauchigen Rotwein mit...

Dina Nayeri wurde mit ihrem Debütroman "Ein Teelöffel Land und Meer" über Nacht zum Superstar iranisch-amerikanischer Literatur. Das Buche wurd ein 14 Sprachen übersetzt. Ihre Bücher geben einen tiefen Einblick in Nayeris Seele, die von ihrer Kindheit im Iran und ihrer Flucht nach Amerika, auf der sie viele Jahre in Flüchtlingsunterkünften verbracht hat, geprägt ist. Dina Nayeris Bücher sind geprägt von Klugheit, Wärme und Verständnis. Anlässlich der Veröffentlichung ihres zweiten Buches "Drei sind ein Dorf" haben wir mit der Autorin über iranische Stimmen in der Literatur, ihr Lebensziel und ihr neues Buch gesprochen...

Liebe Dina, vielen Dank für deine Zeit! Was ist das schönste Feedback von deinen Lesern?

Ich mag es, wenn Leser sagen, dass mein Buch sie berührt hat. Ich habe große Freude daran, über meine Themen oder das Schreibhandwerk zu reden, aber die Kommentare, an die ich mich am längsten zurückerinnere, sind die über die Herzen der Leser und was mit ihnen passierte, während sie lasen. Das ist immer mein oberstes Ziel. Die Menschen viele Gefühle spüren zu lassen.

Wann kommen dir die besten Ideen?

Unter der Dusche.

Hast du ein Lieblingswort?

Ich benutze "universe" übermäßig oft. Ich mag die Wörter "anathema", "gelato" und "multiverse". Aber es ist wirklich schwer, eins auszusuchen. Die Musik liegt in der Kombination von Worten.

Welchen Job würdest du gerne für einen Tag ausüben?

Ohne Rücksicht aufs Talent? Ballerina.

Kannst du uns eine Fernsehserie empfehlen?

Wild Wild Country.

Welches Buch verschenkst du gerne?

Alles von Kazuo Ishiguro.

Wohin sollten wir unbedingt einmal reisen und welches Buch sollte uns begleiten?

Iran. "Iran: Weltreich des Geistes" von Michael Axworthy.

Was ist dein Seelentier?

Elena.

Gibt es etwas, das du gerne lernen würdest?

Viele Dinge. Ich würde gerne neue Sprachen lernen, wie man ein Drehbuch schreibt, Ballett, Finanzierungstechniken, wie man Gänseleberpastete scharf anbrät. Traurigerweise gibt es nicht genug Zeit dafür und ich bin nicht bereit, Zeit von meinem lebenslangen Ziel wegzunehemen: Schreiben zu lernen.

Hast du eine heimliche Leidenschaft?

Ja.

Warum sind iranische Stimmen in der Literatur so besonders und wichtig?

Weil es menschliche Stimmen sind, die von einer reichen, sehr alten literarischen und kulturellen Tradition geformt wurden, die der Großteil der Welt nicht erlebt hat.

Ein Satz über dein neues Buch:

Es ist das Ehrlichste, was ich je geschrieben habe. Und ich schrieb es, während ich mich ver- und entliebt habe. Und Baba ist der beste Charakter, den ich je geschrieben habe.

Ein Satz aus deinem neuen Buch:

"Sie waren ein Dorf." (Letzter Satz)

Eine Botschaft an deine deutschen Leser:

Vielen Dank! Es war mir eine große Freude zu sehen, wie sehr die deutschen Leser meine Arbeit annehmen und wie tiefgehend sie meine Charaktere verstanden haben - ihre Kommentare zählen zu den wärmsten und bedachtesten, die ich von Lesern erhalten habe. Danke, ihr deutschen Freunde. Ihr habt dafür gesorgt, dass ich mich zuhause fühle und euch immer meine Geschichten erzählen werde.

Zu guter Letzt: Welchen Buchcharakter würdest du gerne treffen und was würdet ihr gemeinsam unternehmen?

Da gibt es so viele! Also wähle ich den neuesten: Ich möchte gerne mit Selin aus "Die Idiotin" von Elif Batuman einen langen Spaziergang unternehmen.

Neue Rezensionen zu Dina Nayeri

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miro76s avatar

Rezension zu "Drei sind ein Dorf" von Dina Nayeri

Was ist Heimat?
miro76vor 5 Tagen

Die Autorin schreibt in den Anmerkungen, dass sie mit diesem Roman versucht, die Verzweiflung der vielen Flüchtlinge zu beschreiben, die immer noch in ganz Europa in ungeklärten Verhältnissen leben. Und ich darf anmerken, dass ihr das zweifelsfrei gelungen ist. Dieses Buch hat meine Vorstellung der persischen Kultur ungemein bereichert und ich kann jetzt Vieles besser verstehen, das mir immer nur fremd erschienen ist. Ich hoffe, dieser Roman erreicht noch ganz viele Menschen, die bereit sind, ihre Grenzen zu erweitern und sich auf Neues und Fremdes einzulassen.

Dina Nayeri erzählt uns hier die Geschichte von Niloufar, die als Kind mit ihrer Mutter und ihrem Bruder aus dem Iran geflüchtet ist. Der Vater ist zurückgeblieben. Er wollte Ansehen, Wohlstand und den einfachen Zugang zu Opium nicht zurücklassen. 

Es gibt immer wieder Treffen, einmal in Amerika, einmal in London und Istanbul, während die Kinder erwachsen wurden, ihre Berufe ergriffen, heirateten. Der Vater hat keinen Anteil und leidet immer mehr an der Entfremdung. 

Nilou lebt scheinbar glücklich mit ihrem französischen Ehemann in Amsterdam, als sie Kontakt mit der persischen Flüchtlingsszene aufnimmt. Sie wird mit ihren Wurzeln konfrontiert und diese Erfahrung krempelt ihr ganzes Leben um. Ihre eigene Flucht tritt wieder in den Vordergrund, ihre Angst, plötzlich heimatlos zu sein und ihre Unfähigkeit wirklich sesshaft zu werden.

Ihr Vater versteht ihr Dilemma: "Wenn du etwas verloren hast, kehrst du an den Ort zurück, wo du es zuletzt gesehen hast, und suchst danach. Wo sonst hätte Nilou nach ihrer verlorenen Freude suchen sollen, ihrem wilden Kinderherzen, wenn sie es zuletzt in deiner Flüchtlingsunterkunft gesehen hatte?"      S. 362

Die Geschichte dieser entzweiten und entwurzelten Familie hat mich sehr berührt und baut viel Verständnis für die persisches Kultur mit ihren Kanten und  Facetten auf. Außerdem wirft sie eine Menge Fragen auf: Was bedeutet Heimat, sollten wir nicht eher Bewunderung aufbringen, für den Mut, die Heimat und die damit einhergehende gesellschaftliche Stellung aufzugeben und kann Liebe alle Grenzen überwinden?

Ich empfinde dieses Buch als horizonterweiternd und lange nachwirkend und wünsche ihm eine große Leserschaft!

Kommentare: 2
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Perserkatzes avatar

Rezension zu "Drei sind ein Dorf" von Dina Nayeri

Hat mich leider in mancher Hinsicht nicht erreicht!
Perserkatzevor 5 Tagen

Iranische Revolution 1979 -der Schah flüchtet ins Exil und die Islamische Republik geründet. Es wurde alles anders zunehmenden gefährlicher.Für Nilous Mutter eine bekennende Christin wird die Lage immer brisanter bis schließlich kein Ausweg mehr blieb als zu fliehen. Ihr Vater Dr. Bahman Hamidi bleibt im Iran zurück, er möchte sein gewohntes Leben und seine Opiumsucht nicht  aufgeben. So fliehen die drei Nilou, Ihr Bruder Kian und Mutter Peri ohne ihren Vater  in eine ungewisse Zukunft und schaffen es trotz Schwierigkeiten und Hindernisse ihren Platz in den Vereinigten Staaten von Amerika zu finden. Nilou führt sozusagen ein Bilderbuchleben. Sie hat das Zeugnis einer Eliteuniversität in der Tasche die ihr eine vielversprechende Kariere in Aussicht stellt und ist mit einem Mann verheiratet dem sich fast jede Mutter  für ihre Tochter wünschen würde. Doch das alles macht sie nicht glücklich. Sie ist sehr unzufrieden und oft gereizt getreu dem Motto „keiner will mich verstehen“. Per Zufall lernt sie eine Gruppe Exiliraner kennen, schließt Freundschafft, verbringt sehr viel Zeit mit ihnen und spürt, dass in ihrem Leben etwas Entscheidendes fehlt.

Aus eigener Erfahrung weiß ich wie Schwierig es ist seine Heimat zu verlassen, in ein fremdes Land zu flüchten und die Verwandten zurück zu lassen. Auch ich musste zusammen mit meiner Schwester und meiner Mutter Iran 1987 verlassen, um den Gefahren des Regimes zu entkommen. Für mich war es sehr interessant zu lesen  wie  sie es erlebt hat und wie geht’s sie damit um denn es ist alles andere als leicht alles hinter sich zu lassen. Natürlich kommt auch  Heimweh  hinzu und die Tatsache das die  lieben Verwandten nicht mehr um die Ecke wohnen wo man sie spontan besuchen konnte. Die Frage ist wie verarbeitet jemand diesen Sturm an Eindrücken und Emotionen.

Die Romanfigur Nilou verschließt sich allem Gengenüber, stößt Menschen von sich die sie lieben und ihr helfen wollen, ist teilweise egoistisch und launisch. Ich hatte echt Probleme sie zu verstehen und ihre Gedankengänge nachzuvollziehen. Am liebsten wollte ich sie schütteln damit Madam endlich ihre Scheuklappen ablegt und ihre Umgebung klar wahrnimmt. Das schlimmste war für mich das sie ihrem Vater schlicht und ergreifend die Hilfe durch ihr Schweigen einfach verweigert hat. Mir ist sie in jeder Hinsicht echt unsympathisch und ich frag mich ob das wirklich die Absicht der Autorin die Figur Nilou so darzustellen. Natürlich ist Bahmans Opiumsucht ein entscheidendes Problem in ihrer Beziehung aber es rechtfertigt nicht das Verhalten der restlichen Familienmitglieder ihm gegenüber. Den jedes Mal, wenn Nilou von ihrem Vater sprach war es häufig von negativer Natur. Einzig und allein Nilous Mann Gui hat ihn mit Respekt behandelt.

Für mich persönlich war Bahman absolut die faszinierendste Figur von allen, seine Gefühle, seine Ängste und seine Verzweiflung diesem Alptraum nicht mehr zu entrinnen zu können nehme ich voll und ganz ab. Die ganzen Jahre ist ihm bewusst das er ganz viele Probleme hat eines voraus die Opiumsucht die sein Leben immer mehr zerstört. Anfangs kehrt er alles unter dem Teppich tut so als wäre sein Leben völlig normal und von Glück begleitet bis er irgendwann seine Grenzen erreicht, die Reisleine zieht und versucht seine Lage zu ändern. Hier hat die Autorin wirklich gute Arbeit geleistet, schade nur dass sie die anderen Familienmitglieder mit Ignoranz und Gleichgültigkeit ausgestattet hat.

Mann merkt das mir dieser Roman nicht so ganz schmeckt, positive ist natürlich das es für heutige Zeit Aktuelle Thema Flüchtlinge anspricht. Dennoch fehlte mir eindeutig der rote Faden, es findet keine Entwicklung der Charaktere statt ins besondere bei Nilou die bis zum Ende ihrem Standpunkt beibehält, einzig und allein bei Bahman ist diese vorhanden. Für mich war der Roman einfach bedrückend und beklemmend. Von mir nur 3 Sterne.

 

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jenvo82s avatar

Rezension zu "Drei sind ein Dorf" von Dina Nayeri

Die trübe Atmosphäre eines Herzens
jenvo82vor 14 Tagen

„Wenn du es schaffst, das erste große Glücksgefühl nach der langen Migration loszulassen, wenn du darauf vertraust, dass du auch in einem Jahr oder einem Jahrzehnt noch immer du sein wirst, auch ohne die Schätze, die du unterwegs gesammelt hast und die immer noch mehr werden können – wenn du aufhörst, das alles auf deinem Rücken zu tragen-, vielleicht ist das der Moment, in dem die Flüchtlingsjahre enden.“


Inhalt


Nilou, ihr kleiner Bruder Kian und ihre Mutter sind aus dem Iran geflohen und lebten lange Zeit als Flüchtlinge: geduldet aber nicht willkommen, beäugt aber nicht gesehen und letztlich ziemlich arm und bescheiden. Nilou wendet sich mit ihrem ganzen Ehrgeiz der Integration zu, lernt die Sprache, besucht Schulen, später die Universität und findet einen Mann, der sie liebt. Mit 30 ist ihr klar, dass die iranischen Wurzeln längst nicht mehr so tief reichen wie früher, nun ist es eher eine Art Sehnsucht, wenn sie Farsi hört, oder Kurkuma schmeckt oder lange Geschichten über die Last und Bürde der Immigration hört.

Nur ihr Vater, der Zahnarzt Bahman Hamidi, ist in ihrem Heimatdorf zurückgeblieben, hat zwischenzeitlich noch zweimal geheiratet und sucht immer wieder den Kontakt zu seinen beiden ältesten Kindern. Viermal haben sie sich getroffen, nachdem Nilou den Iran verlassen hat und immer wieder bringt ihr Vater das Leben von früher zurück, ihre Kindheit, die aktuelle Lage im Land und sein Wunsch, vielleicht doch eines Tages gemeinsam mit seiner ersten Familie ein anderes Leben zu beginnen.

Anfangs mag Nilou, den für sie fremden Mann nicht wahrhaben, als Vater hat er ihres Erachtens versagt und als Mann trägt er zu viele Laster mit sich herum. Doch seine Geister überschatten immer mehr ihr eigenes Leben und sie fragt sich, was ihr eigentlich fehlt? Warum findet sie in ihrem doch so perfekten Leben keine Freude? Bahman kennt eine Antwort darauf und versteht Nilou besser, als sie glaubt …


Meinung


Auf diesen Roman der iranischen Autorin Dina Nayeri bin ich in erster Linie durch die positiven Leserstimmen aufmerksam geworden. Der Text hat autobiografische Parallelen, denn sie selbst ist in jungen Jahren aus der Heimat geflohen und hat sich in der Fremde ein neues Leben aufgebaut. Doch meine hohe Erwartungshaltung konnte das Buch leider nicht erfüllen. Denn obwohl die Thematik hinreichend spannend ist und mir die Problematik der verlorenen Heimat bereits in diversen Romanen begegnet ist, fehlte mir hier in erster Linie der rote Faden.

„Drei sind ein Dorf“ wirkt auf mich sehr gewollt, mit einer Vielzahl wichtiger und diskussionsfähiger Ansätze, die sich dann aber immer wieder in alle Winde zerstreuen und mich nie ganz erreichen konnten. Fast so als würde man die losen Enden vor sich sehen und sie nach besten Gewissen zusammenführen, nur um dann wenig später festzustellen, dass es diese Intonation gar nicht haben sollte – das ist mühselig, fast anstrengend und bringt nicht den gewünschten Erfolg. Größtenteils ist der Roman langatmig, fast langweilig und verschenkt sein großes Potential.

Sehr positiv hingegen der sprachliche Aspekt – durchaus anspruchsvoll aber immer verständlich und sehr intensiv. Die Gefühlswelt der Protagonistin und auch ihr Charakter wirken sehr authentisch, ihre Familie, insbesondere der Vater, wird plastisch beschrieben und man kann die Charakteristik der handelnden Personen sehr gut nachvollziehen.

Doch auch hier bleibt die Distanz zwischen der echten und der beschriebenen Nilou bestehen. Es fiel mir beispielsweise schwer, nachzuvollziehen, warum die junge Frau, zwar objektiv betrachtet ein geordnetes westliches Leben führt und dieses auch immer wieder preist und sich dennoch nicht von ihrer Heimat lossagen kann. Aber nicht etwa, weil sie unfreiwillig gegangen ist, sondern nur, weil andere Flüchtlinge sie an ihr eigenes Schicksal erinnern. Auch ihr Vater, der sie in seinen Verhaltensweisen erschreckt, ist es, der sie plötzlich zum Innehalten zwingt – wohlgemerkt ohne ein besonders liebevolles Verhältnis zueinander, er ist ihr doch eigentlich sehr fremd.


Fazit


Ich vergebe mittelmäßige 3 Lesesterne für diesen Roman über eine schwierige Vater-Tochter-Beziehung und der Sehnsucht nach Heimat und Zugehörigkeit. Ein stetiges Auf-und Ab der Gefühle, eine eigenwillige Erzählstimme, viele kulturelle Aspekte aber schlicht und einfach eine fehlende Gesamtaussage lassen mich an der Geschichte zweifeln. Es fällt mir hier schwer, die wichtigen Dinge herauszufiltern, alles verliert sich zwischendurch und bleibt nur schwach in Erinnerung. Trotzdem glaube ich, dass es Leser gibt, die hier genau das finden, was sie suchen, nur irgendwie war die Story nicht meins. Deshalb kann ich die Lektüre durchaus empfehlen, es ist vielleicht nur eine Frage der Perspektive. Traurig, berührend und mit einem wahren Kern ist sie definitiv ausgestattet.

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Gespräche aus der Community

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Mare_Verlags avatar
Liebe Lovelybooks-Leserinnen und Leser,

wir nähern uns mit riesigen Schritten dem Start unseres neuen Herbstprogrammes! Es gibt neuen Lesestoff der im Iran geborenen Schriftstellerin Dina Nayeri, die mit Drei sind ein Dorf ihren aktuellen Roman veröffentlicht. Das Buch erscheint am 14. August, und wer nicht so lange warten möchte, kann mit ein bisschen Glück eines von 15 Vorabexemplaren gewinnen.


Zum Buch:

Mit knapp dreißig hat Nilou alles erreicht. Wer hätte je geglaubt, dass sie eine Eliteuniversität besuchen, einen weltgewandten Juristen heiraten und ihre eigene Wissenschaftskarriere beginnen würde? Als Kind ist sie mit ihrer Mutter aus dem Iran geflohen – in die tiefste amerikanische Provinz, wo man sie nicht eben offenherzig empfangen hat. Doch sie hat ehrgeizig nach den Idealen der westlichen Welt gestrebt und sich komplett neu erfunden. Alles könnte also gut sein, wäre da nicht Nilous Vater, ein opiumsüchtiger Verehrer altpersischer Lyrik, der ihr vom Iran aus die Kluft vor Augen führt, die die Familie voneinander trennt. Als Nilou in Amsterdam auf eine Gruppe iranischer Exilanten trifft, mit ihnen kocht und ihren Erzählungen lauscht, erwacht eine alte Sehnsucht in ihr: nach einer Heimat, in der sie ganz einfach sie selbst sein darf.




Beantwortet einfach bis zum 23. Juli folgende Frage und vielleicht dürft Ihr Euch schon bald über ein brandneues mare-Buch freuen:*


Was ist für Euch Heimat? 



* Bedingung ist, dass Ihr Euch zeitnah am Austausch in allen Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt.

Bitte veröffentlicht Eure Rezension nicht vor dem 14. August 2018 auf anderen Seiten als lovelybooks.de.
Zur Leserunde
Daniliesings avatar
Heute möchte ich euch zu einer Leserunde zu einem wunderbaren und berührenden Roman aus dem Mare Verlag einladen, der euch in diesem Sommer einige tolle Lesestunden bereiten wird. In "Ein Teelöffel Land und Meer" erzählt die im Iran geborene und heute in den USA lebende Autorin Dina Nayeri die fesselnde Geschichte der jungen Saba. Dina Nayeri begleitet unsere Leserunde auch und beantwortet gern eure Fragen.

Mehr zum Buch:
Saba ist elf Jahre alt, als zwei einschneidende Ereignisse ihr Leben verändern. Die Islamische Revolution zwingt Sabas wohlhabende christliche Familie dazu, Teheran zu verlassen und sich - fern von den prüfenden Blicken der Mullahs - auf ihre Ländereien in der Gilan-Provinz zurückzuziehen. Kurz darauf verschwinden ihre Mutter und ihre Zwillingsschwester Mahtab spurlos. Ihr Vater und die Nachbarn im Dorf behaupten, Mahtab sei bei einem nächtlichen Bad im Kaspischen Meer ertrunken und die Mutter sei bei dem Versuch, den Iran zu verlassen, festgenommen worden. Doch Saba glaubt an eine ganz andere Geschichte: Immer wieder erzählt sie ihrer besten Freundin Ponneh und dem Jungen Reza, den sie liebt, Episoden aus dem filmreifen Leben, das die beiden Vermissten inzwischen in den USA führen.

Als Saba erwachsen wird, muss sie sich jedoch immer drängenderen Fragen stellen: Was ist Wahrheit und was ist Lüge? Darf Liebe ein Grund sein, sich selbst zu verleugnen? Und wann ist es an der Zeit, eigene Entscheidungen zu treffen und sein Schicksal in die Hand zu nehmen?


--> Leseprobe

Möchtet ihr zu den 25 Testlesern dieses besonderen Romans gehören und die Geschichte über Freundschaft und die außergewöhnliche Macht des Geschichtenerzählens gemeinsam entdecken*? Dann bewerbt euch gleich und beantwortet dazu bis zum 30. Juni 2013 diese Frage:

Saba, die Heldin aus "Ein Teelöffel Land und Meer", verliert auf einen Schlag ihre Mutter und ihre Zwillingsschwester, als beide plötzlich spurlos verschwinden. Gibt es ein Ereignis in eurem Leben, das alles vollkommen auf den Kopf gestellt hat?

*
Bedingung dabei ist, dass ihr euch im Gewinnfall zeitnah am Austausch in allen Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt.
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Zusätzliche Informationen

Community-Statistik

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auf 40 Wunschlisten

von 4 Lesern aktuell gelesen

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