Dina Nayeri Ein Teelöffel Land und Meer

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Inhaltsangabe zu „Ein Teelöffel Land und Meer“ von Dina Nayeri

Eine Liebeserklärung an den Iran und seine mutigen Frauen.

Saba ist elf, als die islamische Revolution ausbricht und ihre wohlhabende christliche Familie Teheran verlassen muss, um sich, fern von den prüfenden Blicken der Mullahs, auf ihre Ländereien in der Gilan-Provinz zurückzuziehen. Kurz darauf verschwinden Sabas Mutter und ihre Zwillingsschwester Mahtab spurlos. Ihr Vater und die Nachbarn im Dorf behaupten, Mahtab sei bei einem Bad im Kaspischen Meer ertrunken und die Mutter sei bei dem Versuch, den Iran zu verlassen, festgenommen worden. Doch Saba glaubt ihnen nicht. Für sie ist klar, dass ihre geliebte Schwester jenseits des Ozeans ein neues Leben begonnen hat.

Ich habe viel über das Leben und die Kultur im Iran gelernt. Saba ist allerdings sehr unsympathisch und die Storyline lahm. Schade!

— Miia

Dieses Buch hat alles: eine spannende Geschichte mit vielen Wendungen, Liebe, Verrat, Glück und Traurigkeit. Sehr empfehlenswert!

— SteffiWausL

Eine Geschichtenerzählerin erzählt über ihr Leben im Iran. Traurig, schockierend, mit Einblicke in eine Welt, die für uns unvorstellbar ist.

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  • Viel Wissenswertes über das Leben und die Kultur im Iran

    Ein Teelöffel Land und Meer

    Miia

    23. July 2016 um 16:31

    Inhalt:  Saba ist elf, als die islamische Revolution ausbricht und ihre wohlhabende christliche Familie Teheran verlassen muss, um sich, fern von den prüfenden Blicken der Mullahs, auf ihre Ländereien in der Gilan-Provinz zurückzuziehen. Kurz darauf verschwinden Sabas Mutter und ihre Zwillingsschwester Mahtab spurlos. Ihr Vater und die Nachbarn im Dorf behaupten, Mahtab sei bei einem Bad im Kaspischen Meer ertrunken und die Mutter sei bei dem Versuch, den Iran zu verlassen, festgenommen worden. Doch Saba glaubt ihnen nicht. Für sie ist klar, dass ihre geliebte Schwester jenseits des Ozeans ein neues Leben begonnen hat ... Meine Meinung:  In diesem Buch geht es um Saba, die im Iran aufwächst. Ihre Mutter und ihre Schwester verschwinden, aber Sabas Erinnerungen sind schwammig. Ist ihre Schwester ertrunken oder nach Amerika geflohen? Niemand scheint wirklich die Wahrheit zu sagen und Saba selbst lässt sich immer wieder neue Geschichten zu dem Leben ihrer Schwester einfallen. Was ist wahr, was ist Lüge?Das Buch lebt meiner Meinung nach von der Kultur im Iran. Das Leben im Iran, die Bräuche und Traditionen dort, sind sehr inspirierend und sehr interessant. Ich weiß nicht viel über das Leben und die politischen Zustände im Iran, aber durch das Buch ist mir das Land etwas näher gekommen und ich habe viel interessantes erfahren. Ganz besonders toll, fand ich die Lebensweisheiten, die immer mal wieder in die Geschichte eingeflochten wurden. Das Buch kann einen daher wirklich inspirieren und zum Nachdenken anregen. Das ist meiner Meinung nach aber auch die Stärke des Buches, denn der Rest hat mir leider gar nicht gut gefallen. Saba ist der Hauptcharakter in dieser Geschichte und leider gefällt sie mir gar nicht. Sie ist verwöhnt, eingebildet, egoistisch und meiner Meinung nach auch kaltherzig. Man hat immer das Gefühl, dass sie nur für sich selbst und nie für andere handelt. Das macht es extrem schwer Mitgefühl zu empfinden, obwohl Saba wirklich viel Schlimmes erlebt und auch viel mitmachen muss. Aber Saba ist mir einfach so unsympathisch, dass ich mich weder mit ihr freuen kann, noch jemals mit ihr leiden kann. Mir war daher wirklich egal, wie ihre Zukunft aussehen wird. Dazu fand ichs teilweise wirklich anstrengend, dass sie sich Geschichten über ihre Schwester ausgedacht hat. Mir war das immer zu viel Fantasie, zu wenig Fakt. Hätte da manchmal gerne etwas Schlüssigeres gelesen. Am Lesen hat mich daher nur das Geheimnis um Mahtab gehalten. Ich habe so sehr gehofft, dass da noch eine überraschende Wendung kommt. Ich habe am Ende nur noch quer gelesen, weil mich die Geschichte von Saba nicht interessiert hat, aber ich wissen wollte, was damals mit Mahtab und der Mutter passiert ist. Leider ist die Auflösung mehr als vorhersehbar und absolut nicht überraschend. Ich habe zwar verstanden, worauf das Buch hinaus wollte und finde auch gut, dass insbesondere die Mentalität, die Entwicklung des Lebens und das Aufarbeiten von Geschehnissen bezüglich Saba im Vordergrund stehen, aber irgendwie hatte ich mir trotzdem mehr erhofft, was das Geheimnis um Mahtab angeht.  Fazit: Ich kann hier leider nur 2 Sterne vergeben, weil die Geschichte mich nicht gepackt hat. Die Stärke des Buches liegt insbesondere in der Aufarbeitung des Lebens und der Kultur im Iran. Man erfährt viel über die politischen Verhältnisse, das Leben dort und es werden einem auch viele Lebensweisheiten nahe gelegt. Das ist wirklich gelungen. Die Hauptfigur Saba ist leider aber sehr eingebildet und unsympathisch. Obwohl sie ein schweres Leben hat, kann man kein Mitgefühl empfinden. Die Auflösung um ihre Schwester und ihre Mutter ist mir persönlich zu vorhersehbar. Ich vergebe gutmütige 2 Sterne für die wissenswerten Details über das Leben und die Kultur im Iran.

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Vielseitig und berührend

    Ein Teelöffel Land und Meer

    Franzis2110

    04. April 2015 um 10:43

    Saba und Mahtab, Zwillinge, sind unzertrennlich. Doch nur bis zu ihrem elften Geburtstag. Denn Mathab und ihre Mutter verschwinden innerhalb kurzer Zeit auf mysteriöse Weise. Saba bleibt als halber Mensch zurück. Das Dorf redet von einem Badeunfall im Kaspischen Meer und die missglückte Flucht ihrer Mutter aus dem Iran. Aber Saba glaubt an ihren Zwillingssinn und eine andere Geschichte. Meinung Schreibstil Das Buch ist überwiegend in der dritten Person geschrieben. Nur zwischendrin gibt es immer wieder kurze Kapitel ihrer Dorfmütter, die von ihnen direkt erzählt werden und mit dem Leser ihre Gedanken und Erinnerungen teilen. Der Schreibstil war schlicht, ohne übertriebene Ausschmückungen und trotzdem detailliert genug und berührend. Dennoch hatte ich am Anfang etwas Probleme in den Stil zu finden. Nach den kurzen Anlaufschwierigkeiten konnte mich Dina Nayeri aber noch komplett einnehmen. Charaktere und Geschichte Als Saba elf Jahre alt ist, verändern zwei einschneidende Ergebnisse ihr Leben für immer. Die islamische Revolution nimmt gerade ihren Lauf, weshalb ihre christliche Familie Teheran verlassen und auf ihre Ländereien in der Gila-Provinz ziehen muss. Nur kurze Zeit später verschwinden ihre Mutter und ihre Zwillingsschwester Mahtab spurlos. Mahtab soll ertrunken sein. Ihre Mutter soll bei ihrer Flucht aus dem Iran festgenommen worden sein. Aber Saba will das nicht glaub. Sie ist sich sicher, dass Mathab und ihre Mutter am Flughafen in ein Flugzeug gestiegen sind und jetzt in Amerika ein gutes Leben führen. Doch je älter sie wird, desto unsicherer ist sie. Was ist Wahrheit, was ist Lüge? Wenn sie noch Leben, warum nehmen sie keinen Kontakt auf? Und auch wichtige Fragen in ihrem Leben machen es nicht einfacher. Was ist wichtiger, die eigenen Prinzipien, Wünsche, Träume oder Liebe und Sicherheit? Wann wird es Zeit, eigene Entscheidungen zu treffen und das eigene Schicksal in die Hände zu nehmen? Wir lernen Saba kennen, als sie ein zerbrechliches, elfjähriges Mädchen ist, das gerade erst Mutter und Schwester verloren hat. Verzweifelt versucht sie die Wahrheit herauszufinden und sich an die Hoffnung zu klammern, ihre Schwester würde noch Leben. „Mann muss es nicht aus ihrem Mund hören, wenn man deutlich sehe kann, wie ihre Hand nach diesem fehlenden Menschen greift, der immer links von ihr Stand.“ (S. 20) Ihren besten Freunden Reza und Ponneh erzählt sie Geschichten über sie und wartet sehnsüchtig auf einen Brief von Mathab. Auch ihren drei Dorfmüttern, die jede einen wichtigen Teil in ihrem Leben einnehmen, erzählt sie diese Geschichten. Doch eine, Rezas Mutter, macht sich deshalb große Sorgen. „Ich denke, dass diese Geschichte viele Arten von Wahrheiten enthält, und die größte davon ist, dass Mathab irgendwo noch immer lebt.“ (S. 139) Wir erleben mit, wie sich Saba von einem kleinen, geschlagenen Mädchen in eine selbstbewusste Frau verwandeln wird, die versucht, ihren Weg im Leben zu gehen. Auf ihrem Weg versucht sie immer die Wahrheit zu finden und muss einiges einstecken. Sie ist ein wirklich starker, authentischer und tiefgründiger Hauptcharakter, denn man nur ins Herz schließen kann. Und auch die anderen Charaktere, ihre besten Freunde, ihr Vater, die Mullahs, ihre Dorfmütter sind alle individuelle, starke, mal mehr, mal weniger sympathische Charaktere. Sie alle tragen einen wichtigen Teil zur Geschichte bei und machen das Buch abwechslungsreich und spannend. Das Buch erzählt die Geschichte von diesem unsichtbarem Faden, dieser tiefen Verbindung von Zwillingen. Und davon, was passiert, wenn Zwillinge getrennt werden, wie sinnlos und leer sich Saba dann fühlte. Sie erzählt vom Kampf des Erwachsenwerdens als ein Mädchen im Iran. Vom Kampf der Frauen im Iran im allgemeinen und den Ängsten und Sorgen, die sie nach der islamischen Revolution ausstehen. Einer Welt, in der eine Frau ausgepeitscht wird, weil eine rote Schuhspitze zu sehen war. Es erzählt, wie Saba versucht, dennoch sich selbst zu finden, ihren Prinzipien treu zu bleiben und ihre Träume später zu leben. Träume von einem Leben in Amerika, einem Studium und Unabhängigkeit. Außerhalb eines Leben, in dem Männer die Macht haben und über Frauen und ihr Handeln bestimmen. „Manchmal, in ihren grausamsten Tagträumen, wenn Abbas ins Kaspische Meer geworfen oder ausgeweidet wird, fürchtet sie, dass sie genauso ist wie die Basidsch-Frauen. Dass auch in ihr eine bösartig grinsende Bestie lauert […]“ (S. 379) Fazit Eine Geschichte, die von der tiefen Verbindung zwischen Zwillingen erzählt. Eine Geschichte über Sorgen und Ängste der Frauen, in dieser Welt, in der Männer die Macht haben, über sie bestimmen und den kleinsten Fehltritt bestrafen. Und über die eigenen Träume, Wünsche und die Sehnsucht nach echter Liebe. Über die Hoffnung auf eine Zukunft in Freiheit und voller Unabhängigkeit. Die Charaktere waren authentisch, stark und individuell und der Schreibstil schlicht aber packend. Stellenweise war die Geschichte etwas lang und ich hatte etwas Anlaufschwierigkeiten. Deshalb gibt es vier Sterne und eine Leseempfehlung.

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  • Schöne und traurige Geschichte über das Leben im Iran

    Ein Teelöffel Land und Meer

    Jules_Styles

    23. September 2014 um 08:29

    Die kleine Sabah verliert in jungem Alter ihre Zwillingsschwester Mahtab und ihre Mutter. Doch wo sind sie? Ist ihre Mutter mit ihrer Schwester nach Amerika geflüchtet? Oder ist Mahtab bei einem nächtlichen Badeabenteuer im Kaspischen Meer ertrunken? Keiner will ihr ihre Fragen so richtig beantworten..   Im Großen und Ganzen war das Buch ganz okay, es war schön mal ein bisschen über das Leben und die Leiden im Iran zu erfahren. Es ist sehr glaubwürdig geschrieben, nur meinem Geschmack nach ein bisschen zu langwierig. Hat schon fast eine kleine Ewigkeit gedauert bis ich durch war, aber die Storyline war super!

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  • "Ein Teelöffel Land und Meer" von Dina Nayeri

    Ein Teelöffel Land und Meer

    MintCandy

    14. September 2014 um 18:46

    "Wie oft müsste ich mit dem Teelöffel schaufeln, um den ganzen Weg von hier nach dort zu kommen?“ –S.58 Kurzbeschreibung Saba und Mahtab sind Zwillinge und unzertrennlich – bis zu ihrem elften Lebensjahr, als Mahtab eines Tages mit ihrer Mutter plötzlich verschwindet. Amerika. Das ist die einzige Möglichkeit, wohin die beiden geflohen sind, das steht für Saba fest. Für das junge Mädchen bricht eine Welt zusammen, als sie auf einmal ohne Schwester und ohne Mutter zurechtkommen muss. Ihr Vater kümmert sich zwar liebevoll um Saba, genauso wie ihre drei Ersatzmütter, die in Sabas Leben eine große Rolle spielen, aber sie können nicht das ersetzen was Saba mit ihrer Schwester Mahtab verbunden hat. Sie versucht in ihrer besten Freundin Ponneh einen Schwesternersatz zu finden, aber dennoch ist die Sehnsucht nach ihrer geliebten Mahtab groß. Die Menschen im Dorf, reden über einen Badeunfall im Kaspischen Meer, aber für Sabas Zwillingssinn ist die Sache eindeutig: Mahtab und ihre Mutter sind nach Amerika geflohen, um dort ein besseres Leben zu führen.  Die Handlung  „Ein Teelöffel Land und Meer“ erzählt die Geschichte von der elfjährigen Saba, die ihr Leben im Iran bestreitet, obwohl ihr eine ganz andere Zukunft vorschwebt: Sie will Journalistin in Amerika werden und gegen all die Dinge ankämpfen, die im Iran falsch laufen. Genauso wie Mahtab! Denn ihr ist die Flucht nach Amerika gelungen. Das weiß sie ganz genau, denn schließlich sind sie Zwillingsschwestern und ihr Zwillingssinn sagt es ihr ganz genau! Auch wenn ihr die Dorfbewohner nicht glauben wollen. Die Handlung wird aus der Sicht von Saba beschrieben, wobei einzelne kurze Kapitel aus der Erzählung einer von Sabas Ersatzmüttern erzählt wird, Khanom Basir, die Mutter von Reza, Sabas bestem Freund. Sie glaubt nicht an die Flucht nach Amerika und hat ihre eigenen Ansichten, dieser verrückten Geschichte. Die Handlung beginnt 1981 mit dem Verschwinden von Mahtab und zieht sich über viele Jahre hinweg und zeigt die Entwicklung von Saba und endet im Herbst 2001. Meine Meinung Die Entwicklung, die Saba durchlebt ist sehr berührend. Ich konnte beim Lesen die Sehnsucht nach ihrer Schwester und nach einem besseren Leben richtig spüren. Das Leben und die Zustände im Iran werden erschreckend ehrlich dargestellt. Das Leben nach der Revolution hat alles verändert und das ist nicht leicht für die Menschen im Iran. Saba träumt von einem Leben in Freiheit und versucht alles in ihrer Macht stehende zu tun, um dieses Ziel zu erreichen. Den Wind in ihren Haaren zu spüren, einen Mann zu finden, den sie wirklich liebt und den Job auszuüben, der sie mit Leidenschaft erfüllt. Saba lernt stetig englische Vokabeln und sieht sich verbotene amerikanische Serien an, die sie illegal erwirbt. Alles, um dem amerikanischen Lebenstraum immer ein Stückchen näher zu kommen. Ihre Freunde Ponneh und Reza sind immer an Sabas Seite und gehen mit ihr durch alle Lebenslagen. Besonders gefallen hat mir die Entwicklung, die der Leser mit Saba miterleben kann. Die Art wie sie aufwächst, wie sie erwachsen wird und sich wichtigen Entscheidungen des Lebens stellen muss, ist wirklich interessant. Noch Jahre nach dem Verschwinden von Mahtab und ihrer Mutter erzählt Saba Geschichten, wie das Leben von Mahtab in Amerika verläuft. Jeder Protagonist hat seine eigenen tollen Charakterzüge, die die Geschichte so spannend und lebendig machen. Fazit „Ein Teelöffel Land und Meer“ erzählt eine berührende Geschichte von Sehnsucht nach der Schwester, nach einem fremden Land und nach Freiheit. Es ist ein faszinierender Roman über das Aufwachsen im Iran, mit all seinen Tücken, Regeln und Pflichten. Ich kann den Roman einfach weiterempfehlen: Fesselnde und aufwühlend!  5/5 Punkte!

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  • Eine sehr empfehlenswerte Geschichte, die ich allen mit Interesse daran nur ans Herz legen kann!

    Ein Teelöffel Land und Meer

    Molaudy

    04. July 2014 um 09:43

    Zitat Und was war so faszinierend an Soghras Heirat? Was brachte die Mädchen dazu, ihr auf der Straße hinterherzulaufen und neugierigen Freundinnen Geschichten über sie zu erzählen? Nun, der Mann, den Soghras heiraten sollte, war vierzig Jahre alt. »Bist du sicher, dass er vierzig ist? Vielleicht ist er ja fünfzig!«, sagte eine von ihnen, während sie den Laden des Mannes auf dem Marktplatz beobachteten. »Ist doch egal, ob er vierzig oder fünfzig ist«, erklärte Mahtab. Sie sagte immer alles im Brustton der Überzeugung. »Bei dreißig hört man auf zu zählen, dann bist du offiziell alt.« Seite 356 | Zeile 12 - 22 Meine Meinung Nun, ich muss gestehen, dass ich nach beenden des Buches erstmal nachdenken musste, was ich denn genau in der Rezension darüber schreiben würde. Es fällt mir schwer dieses Buch zu bewerten, weil ich denke, dass das was ich schreibe, dem Buch nicht gerecht werden kann. Ich bin selten von einem Buch so begeistert wie von diesem. Diese einzigartige Geschichte spielt im Iran und beginnt im Sommer 1981. An jenem bestimmten Tag hat Saba ihre Schwester das letzte Mal gesehen und kurz darauf verliert sie ebenso ihre Mutter. Doch ihre Erinnerungen an diese Zeit sind unglaublich wirr und verschwommen. Nur einzelne Momente und Eindrücke bleiben ihr klar im Kopf. Die Menschen aus ihrem Dorf behaupten, dass ihre Schwester Mahtab bei dem Badeausflug im Meer ertrunken sei, aber wie ist das möglich, wo Saba sich doch daran erinnert wie jene auf dem Fischerboot, das sie beide aus dem Meer fischte, neben ihr saß und Lieder sang? Über ihre Mutter wird behauptet, dass sie ins Gefängnis gekommen sei, aber kann die junge Saba das tatsächlich glauben, wo sie doch an dem Tag, an dem sie aus dem Iran fliehen wollten, ihre Mutter mit Mahtab an der Hand das Flugzeug hat besteigen sehen? Das ganze Buch dreht sich um Sabas Leben und um die Geheimnisse ihrer Vergangenheit. Die Geschichte erzählt von der Zeit, nachdem Saba ihre halbe Familie verloren hatte und begleitet sie auf dem Weg des Erwachsenwerdens. Zwischen den Kapitel sind kleine "Zwischengeschichten" von verschiedenen anderen Personen in der Ich-Perspektive eingebaut. Das verleiht dem Leser einen zweiten Eindruck zum Geschehen, was alles umso interessanter macht. Ich weiß nicht mehr genau woher ich das habe, aber eine fiktive Person aus einer Serie sagte einmal "Es gibt lediglich zwei Berufe, die etwas für Personen tun können, die einen geliebten Menschen verloren haben. Das sind Detektive und Schriftsteller. Die Detektive sind in der Lage, verloren gegangene Informationen - vermutliche Beweggründe des Fortgehens, des Selbstmordes/ Mordes oder Ähnliches - herauszufinden und den Zurückgelassenen Trost zu spenden. Und nur Schriftsteller sind in der Lage, durch ihre Fantasie und Geschichten die Wunden der Zurückgelassenen zu lindern." Als ich dieses Buch las, fiel mir dieser Spruch wieder ein, denn im Grunde ist letzteres genau das, was Saba macht: Sie erfindet Geschichten über den verloren gegangenen Teil ihrer Familie, wie sie inzwischen ihr neues Leben in Amerika leben. Dazu benutzt sie das Wissen, das sie durch amerikanische Filme und Zeitschriften erhalten hat. Selbst wenn diese Geschichten der reinen Fantasie entspringen, haben sie für Saba eine große Bedeutung. Denn in ihrem Land hört man lieber schöne Lügen, anstatt der hässlichen Wahrheiten ins Gesicht zu sehen. Man bekam durch das Buch verschiedene Eindrücke vom Iran und wurde mit dessen Traditionen konfrontiert. Es war sehr interessant darüber zu lesen. Der Schreibstil ist durchweg einfach zu lesen und hat einen poetischen und intellektuellen Hauch, den ich sehr ansprechend finde. Beim Lesen musste ich mich allerdings gut konzentrieren, um richtig in die Geschichte eintauchen zu können, was jedoch nicht schlecht gemeint ist. Die Charaktere waren alle liebevoll ausgearbeitet und meine Lieblingsfigur war Khanom Mansuri, eine alte Dame, die bei der Erziehung von Saba mitwirkt und ihr unter anderem auch als "Ersatzmutter" dient. Manche Handlungsweisen der Charaktere konnte ich nicht nachvollziehen, aber wie sagt man so schön: Andere Länder, andere Sitten. Das Cover finde ich wunderschön gestaltet und ebenso wie der Titel ist es sehr passend. Die Blautöne sind sehr ansprechend und in der Buchhandlung würde es mir bestimmt auffallen. Am liebsten würde ich euch noch so viel mehr von diesem Buch erzählen, aber ich befürchte, dann würde ich zu viel spoilern.

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  • Iran - das Land der Geschichtenerzählerinnen

    Ein Teelöffel Land und Meer

    Xirxe

    25. June 2014 um 13:45

    Saba, ein elfjähriges Mädchen, hat auf einen Schlag ihre Zwillingsschwester Mahtab und ihre Mutter verloren - beide verschwunden. Obwohl man ihr immer wieder versichert, dass sie tot seien, ist Saba auch in den kommenden Jahren fest davon überzeugt, dass den Beiden die Flucht in die USA gelungen ist und sie dort das Leben führen, das Saba sich schon immer wünscht. Der christlichen Minderheit angehörend führen sie und ihr Vater ein zurückgezogenes Leben auf dem Land in einem kleinen Dorf, und trotz ihrer vermögenden Familie ist Saba auf's Engste mit den Menschen dort verbunden. Gemeinsam mit ihren beiden Freunden Reza, in den sie schon immer verliebt war, und der schönen Ponneh, ihrer besten Freundin und fast wie eine Schwester, wächst sie heran und erzählt ihnen immer wieder Geschichten aus dem Leben von Mahtab - ein Leben, wie Saba es gerne selbst führen würde. Wie besessen lernt sie (nicht nur) Englisch, liest nicht erlaubte Bücher aus den USA, hört und sieht verbotene Filme und Musik. Doch sie befindet sich im Iran nach der Revolution - und den Realitäten dieser Gesellschaft kann auch Saba nicht entfliehen. Welch ein unglaublich schönes und reiches Land - reich an Geschichten, gutem Essen, Musik, Witz, Poesie und jahrtausende alter Kultur. Wenn, ja, wenn es die Mullahs nicht gäbe mit all ihren Gefolgsleuten, die den Bewohnern und bevorzugt den Bewohnerinnen im Namen Allahs das Leben schwer, wenn nicht sogar unerträglich machen. Dina Nayeri, selbst dort geboren und zehn Jahre gelebt, schildert das alltägliche Grauen, dass trotz aller Rückzugsversuche der Menschen in Geschichten und die kleinen Freuden des Lebens immer wieder mit purer Willkür und brachialer Gewalt über sie hereinbricht. Wie die VertreterInnen des iranischen Gottesstaates die kleinsten scheinbaren Vergehen mit gnadenloser Härte bestrafen. Und dennoch - die Menschen dort behalten ihre Lebensfreude bei. Trotz des in großen Teilen bedrückenden Themas ist das Buch ungemein poetisch und macht deutlich, wie wichtig gerade in solchen Zeiten Freundschaft ist, aber auch das Erzählen von Ereignissen, (egal ob wahr oder falsch) und der Glaube daran. Und es zeigt, wie reich der Iran ungeachtet der lähmenden Verhältnisse nicht nur an Geschichten ist - welch ein wundervolles Land könnte es sein! PS: Vielleicht könnte man in der nächsten Auflage ein Glossar mit all den herrlichen Ausdrücken anfügen? Das wäre eine wirkliche Bereicherung!

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  • Leserunde zu "Ein Teelöffel Land und Meer" von Dina Nayeri

    Ein Teelöffel Land und Meer

    Daniliesing

    Heute möchte ich euch zu einer Leserunde zu einem wunderbaren und berührenden Roman aus dem Mare Verlag einladen, der euch in diesem Sommer einige tolle Lesestunden bereiten wird. In "Ein Teelöffel Land und Meer" erzählt die im Iran geborene und heute in den USA lebende Autorin Dina Nayeri die fesselnde Geschichte der jungen Saba. Dina Nayeri begleitet unsere Leserunde auch und beantwortet gern eure Fragen. Mehr zum Buch: Saba ist elf Jahre alt, als zwei einschneidende Ereignisse ihr Leben verändern. Die Islamische Revolution zwingt Sabas wohlhabende christliche Familie dazu, Teheran zu verlassen und sich - fern von den prüfenden Blicken der Mullahs - auf ihre Ländereien in der Gilan-Provinz zurückzuziehen. Kurz darauf verschwinden ihre Mutter und ihre Zwillingsschwester Mahtab spurlos. Ihr Vater und die Nachbarn im Dorf behaupten, Mahtab sei bei einem nächtlichen Bad im Kaspischen Meer ertrunken und die Mutter sei bei dem Versuch, den Iran zu verlassen, festgenommen worden. Doch Saba glaubt an eine ganz andere Geschichte: Immer wieder erzählt sie ihrer besten Freundin Ponneh und dem Jungen Reza, den sie liebt, Episoden aus dem filmreifen Leben, das die beiden Vermissten inzwischen in den USA führen. Als Saba erwachsen wird, muss sie sich jedoch immer drängenderen Fragen stellen: Was ist Wahrheit und was ist Lüge? Darf Liebe ein Grund sein, sich selbst zu verleugnen? Und wann ist es an der Zeit, eigene Entscheidungen zu treffen und sein Schicksal in die Hand zu nehmen? --> Leseprobe Möchtet ihr zu den 25 Testlesern dieses besonderen Romans gehören und die Geschichte über Freundschaft und die außergewöhnliche Macht des Geschichtenerzählens gemeinsam entdecken*? Dann bewerbt euch gleich und beantwortet dazu bis zum 30. Juni 2013 diese Frage: Saba, die Heldin aus "Ein Teelöffel Land und Meer", verliert auf einen Schlag ihre Mutter und ihre Zwillingsschwester, als beide plötzlich spurlos verschwinden. Gibt es ein Ereignis in eurem Leben, das alles vollkommen auf den Kopf gestellt hat? * Bedingung dabei ist, dass ihr euch im Gewinnfall zeitnah am Austausch in allen Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt.

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    • 555
  • Vielschichtiges Buch über eine Frau im Iran

    Ein Teelöffel Land und Meer

    Gruenente

    24. October 2013 um 22:02

    Saba verliert kurz hintereinander ihre Zwillingsschwester und ihre Mutter. Als konvertierte Christen stehen sie im Iran ständig unter Beobachtung. Was damals, als sie 11 Jahre alt war weiß sie auch nicht genau und niemand erzählt es ihr. Sie glaubt über viele Jahre, des es ihnen gelang in die USA auszureisen. Sie verarbeitet ihre eigene Erlebnisse im Iran mit Geschichten, die sich sich über das Leben von Mahtab, ihrer Zwillingsschwester in Amerika ausdenkt. Wie Gleichnisse verschmelzen so ihrer beider Schicksale miteinander. Im Iran ist die Rolle der Frau nach der Revolution stark beschnitten. Sie haben kaum Rechte und Männer Haben immer Recht. Schönheiten haben es besonders schwer. Saba hat als Vertraute die Freundin Ponneh und den Nachbarsjungen Reza. sie bilden eine dichte Gemeinschaft über Geschlechter- und Gesellschaftliche Grenzen hinweg. Immer wenn sie sich zu dritt in der Vorratskammer von Sabas Vater treffen wird die reale Welt ausgeblendet und sie könne sich wie "ganz normale" Kinder , Jugendliche und junge Erwachsene verhalten. Das Buch ist aus verschiedenen Sichten geschrieben und zieht sich über 20 Jahre hinweg. Es befasst sich mit dem Alltag, den Träumen und Ängsten der iranischen Gesellschaft, die nicht mehr das persische Märchenland ist sondern von religiösem Patriarchat geprägt ist. Das ganze ist aber in eine Art Märchen aus tausend und einer Nacht-Stil eingebunden, so dass die beschriebenen Gräuel gut zu verarbeiten sind.

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  • Heimweh

    Ein Teelöffel Land und Meer

    alasca

    Heimweh Sabas Schwester und Mutter verschwinden, als sie 11 Jahre alt ist – eine traumatische Erfahrung. Sabas Erinnerungen an das, was geschah, sind trügerisch, überlagern und widersprechen sich. Sind Mahtab und ihre Mutter wirklich in Amerika? Oder ist etwas Schreckliches passiert, und ihr Gedächtnis will sie schützen? Saba macht aus der Not eine Tugend und erfindet für ihre Schwester ein paralleles Leben in den USA, dem Gelobten Land – mit denselben Nöten wie Saba, aber mit ganz anderen Entscheidungsmöglichkeiten. Wo Saba glaubt, auf Nummer Sicher gehen zu müssen, trifft die fiktive Mahtab die mutigeren, riskanteren Entscheidungen. Dabei bezieht der Roman seine Spannung zum einen aus dem Gegensatz von Orient und Okzident – die Autorin, selbst in den USA aufgewachsen, ironisiert mit der naiven Paradiesgläubigkeit ihrer Protagonisten das Idealbild USA – zum anderen aus der Geschichte einer Traumabewältigung und Emanzipation. Bis zum Schluss bleibt offen, was mit Schwester und Mutter geschehen ist. Dina Nayeri erzählt flüssig und leicht in einer klaren, oft poetisch gefärbten Sprache mit ausdrucksvollen Bildern. Ihre Figuren sind farbig und facettenreich und unterlaufen jedes Klischee. Psychologisch immer glaubwürdig, zeigt sie die unterschiedlichen Positionen, die man in diesem so schwierigen Land einnehmen kann. Ist es richtig, sich zum Schein anzupassen und nur im Kleinen und Privaten zu widersetzen? Oder muss man die Öffentlichkeit wagen, um den Preis von Unversehrtheit, Gefängnis oder Leben? Hier stehen die Positionen von Saba und ihrer besten Freundin Ponneh einander gegenüber, aber auch die von Sabas Vater und Mutter. Trotz Sabas Vorsicht bricht immer, wenn sie glaubt, sich mit ihren Entscheidungen ins Private gerettet zu haben, das Politische in ihren Schutzraum ein, und zwar durchaus nicht immer nur durch Männer. Die iranischen Frauen in diesem Buch sind keineswegs so unterworfen, wie man sich das als Westlerin gern vorstellt; andererseits werden im Iran wie in jeder anderen Gesellschaft frauenfeindliche Ideologien auch von Frauen aktiv mitgetragen. Dieses Buch erklärt uns auch den wichtigen Unterschied zwischen traditionell und fundamentalistisch: Die Ansichten einiger Dorffrauen sind zum Teil weiser und moderner als wir selbst sie denken könnten, und der westliche Materialismus ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Es zeigt ebenso, wie schwer es sein kann, wenn das Herz traditionell fühlt und der Kopf modern denkt – übrigens kein ausschließlich orientalisches Dilemma. Vor allem aber beschert uns Dina Nayeri ein wunderbar sinnliches Leseerlebnis. Das hektische Teheran, die feuchte Hitze der Reisfelder, die Gesichter, Gewänder, Gewürze und Geräusche des ländlichen Iran … sobald man das Buch aufschlägt, ist man dort. Eigentlich sind denn auch nicht die USA das Sehnsuchtsland dieses Buches, sondern der alte Iran vor der Revolution, so, wie er nie wieder sein und von allen Exilanten zurückgewünscht wird. Ich war nie da und bekam trotzdem Heimweh. Ein trauriges, fröhliches, brutales, zartes, naives, weises, düsteres und optimistisches Buch.

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    • 3
  • Lesemarathon vom 3. bis 6. Oktober 2013 - wer macht mit?

    Daniliesing

    Hallo ihr Lieben! das LovelyBooks-Team ist derzeit in begeisterter Lesestimmung und da dachten wir uns, dass der Feiertag in der kommenden Woche (3.10., Tag der deutschen Einheit) doch die perfekte Gelegenheit für einen großen Lesemarathon bietet. Vom 03.10. bis zum 06.10.2013 wollen wir so viele Bücher verschlingen, wie wir nur können. Seid ihr dabei? Natürlich wird es auch wieder Fragen und kleine Aufgaben geben, die zwischendurch für eine zusätzliche Auflockerung sorgen. Ansonsten darf hier fleißig über gerade Gelesenes und Bücher generell geplaudert werden. Ich übernehme dabei natürlich keine Verantwortung für eventuell wachsende Wunschzettel und platzende Bücherregale ;-) Also, stellt schon mal das passende Buchfutter und natürlich den Naschkram bereit, denn in der nächsten Woche wird hier "Buchsport" gemacht! Was ist ein Lesemarathon? Beim Lesemarathon versuchen wir eine bestimmte Zeit lang so viel wie möglich zu lesen, ohne dabei den Spaß zu verlieren. Jeder kann in seinem eigenen Tempo und mit dem Buch/den Büchern seiner Wahl teilnehmen. Dazwischen treffen wir uns hier und tauschen uns über Bücher aus, quatschen einfach ein bisschen und, weil wir neugierig sind, was ihr so lest, wird es auch einige Aufgaben geben, die ihr lösen könnt. Wir starten am Donnerstag, dem 03.10. um 0 Uhr und lesen bis zum Sonntag ebenfalls 0 Uhr. Dabei sind Pausen natürlich strengstens erlaubt ;) Es muss also keinesfalls durchgelesen werden. Auch wer nur an einem bestimmten Tag mitmachen kann oder nur ein paar Stunden, der ist hier herzlich willkommen. Denn vor allem geht es doch um den Spaß am gemeinsamen Lesen! Natürlich könnt ihr auch über Twitter (Hashtag #lblm) oder auf euren Blogs eure Lesefortschritte und Aufgaben posten. Und damit uns das Warten auf den Startschuss nicht so lang wird, können wir die Zeit gleich nutzen und schon ein wenig planen. Also: Wisst ihr schon, was ihr lesen werdet? Habt ihr euch ein Leseziel für den aktuellen Marathon gesetzt, z.B. eine Seitenzahl oder eine bestimmte Anzahl von Büchern, die ihr schaffen möchtet? Warum nehmt ihr teil und wart ihr früher schon mal dabei? :) Wer Lust hast, kann ja auch mal seine Bücherregale fotografieren und hier in einem Beitrag anhängen. Ich gucke mir immer sehr gern Bücherregale von anderen an! Dann können wir einen Blick auf die Auswahl werfen. PS: Unter allen Teilnehmern werden wir auch wieder eine kleine Überraschung verlosen :-) **************************************************** 1. Phase: Vorbereitung / Aufwärmung Zur Vorbereitung auf den großen Lesemarathon müssen wir uns natürlich erstmal aufwärmen. Hierfür werde ich vorab ca. alle 2 Tage bereits kleine Fragen oder Aufgaben stellen, die ich hier liste. Wer Lust hat, kann sie einfach beantworten. Welches Buch liest du gerade und wie gefällt es dir? Würdest du noch mehr von diesem Autor lesen? Auf welches Buch seid ihr schon länger neugierig - vielleicht steht es sogar schon im Regal - aber ihr habt es noch immer nicht gelesen? Wieso eigentlich nicht? Welches Buch hat euch so sehr berührt oder begeistert, dass ihr es am liebsten ganz vielen Menschen schenken oder weiterempfehlen möchtet? Was macht dieses Buch für euch besonders? Gibt es einen Autor, von dem ihr euch unbedingt mal wieder ein neues Buch wünschen würdet? Wenn ja, welcher Autor ist es und in welchem Genre sollte er schreiben? 2. Phase: Lesemarathon Es geht los, die heiße Phase beginnt. Seid ihr auch alle gut vorbereitet? Einige haben ja ganz fleißig beim Warm-Up mitgemacht, sodass Ermüdungserscheinungen nicht so schnell auftreten sollten! Auch jetzt wollen wir natürlich nicht nur lesen, sondern auch die ein oder andere Aufgabe erfüllen und Fragen beantworten: Mit welchem Buch startet ihr in den Lesemarathon und wie lange wollt ihr jetzt erstmal lesen? Was braucht ihr - neben dem Lesestoff - noch unbedingt für einen gelungenen Lesemarathon? Gebt einem Teilnehmer hier beim Lesemarathon einen Buchtipp aus seinem SuB (Stapel ungelesener Bücher). Dazu am besten einfach in der Bibliothek nach den ungelesenen Büchern schauen. Natürlich dürft ihr auch mehreren Teilnehmern Tipps geben und es dürfen auch Bücher sein, die ihr selbst noch gern lesen möchtet. Mit welchem Satz beginnt euer aktuelles Buch? Ändert sich eure Lesestimmung eigentlich mit den unterschiedlichen Jahreszeiten oder könnt ihr immer alles lesen? Welche sind eure persönlichen Top-Empfehlungen für Frühling, Sommer, Herbst und / oder Winter? Wie sehr achtet ihr auf Buchcover? Verleitet euch ein schönes Cover dazu, ein Buch eher zur Hand zu nehmen und näher anzuschauen? Welche Cover findet ihr aktuell besonders gelungen? Wie merkt ihr euch, auf welcher Seite ihr in eurem Buch gerade wart? Nehmt ihr ein Lesezeichen oder irgendetwas, was ihr gerade zur Hand habt? Macht ihr Eselsohren oder legt das Buch umgekehrt offen hin? Habt ihr hier schon bei einer oder mehreren Leserunden mitgemacht? Wenn ja, welche hat euch davon am besten gefallen und wieso? Wenn nicht, wieso? :-) Schreibt ihr euch Lieblingszitate aus Büchern raus oder markiert ihr sie? Verratet doch ein Zitat, das euch besonders gut gefällt! Welches Buch, an das ihr hohe Erwartungen hattet, hat euch dann enttäuscht und wieso? Wenn ihr euch für 3 Bücher entscheiden müsstet, die die einzigen wären, die ihr für den Rest eures Lebens besitzen dürftet, welche wären das? Wie oder durch wen seid ihr zum Lesen gekommen? Was fasziniert euch an Büchern? Was können nur sie im Vergleich zu zum Beispiel zu Musik, Filmen, etc.? In welchem Land könntet ihr ideale Leseferien verbringen? Lest ihr gern anderen Menschen vor oder lasst ihr euch gern vorlesen?

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    • 1362
  • Eine berührende iranische Familiengeschichte

    Ein Teelöffel Land und Meer

    Maggi

    30. September 2013 um 03:56

    Die erste Berührung mit diesem besonderen Buch hatte ich, als mich das schöne, in Blautönen gehaltene Cover in seinen Bann gezogen hat. Schnell hatten mich auch der Klappentext und die Leseprobe überzeugt.     Die Geschichte beginnt mit dem 11-jährigen iranischem Mädchen Saba und dem wohl einschneidensten Tag ihres Lebens. Dem Tag, an dem ihre Mutter und ihre Schwester Mahtab für immer und ohne Erklärung aus ihrem Leben verschwinden. Die glückliche Kindheit der beiden Zwillingsschwestern endet damit abrupt und Saba bleibt allein zurück, voller Verzweiflung und Fragen. Aber auch voller Hoffnung Mutter und Schwester eines Tages wieder sehen zu dürfen, denn sie sind, davon ist sie fest überzeugt, nach Amerika gegangen, ins Land von Sabas Sehnsucht! Unzählige Geschichten über das glückliche Leben der beiden im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten, in dem alles so anders ist als im postrevolutionären, geistig engen, traditionellen Iran, spinnt sich die phantasievolle Saba im Laufe der nächsten Jahren zusammen. So bunt und lebendig ist das Bild, das sie entwirft, dass es wirklich glaubhaft wirkt. Immer an ihrer Seite sind ihre Freunde, der Junge Reza und die beste Freundin Ponneh. Gemeinsam werden die drei erwachsen und stehen dabei immer im Spannungsfeld zwischen ihrem tatsächlichen Leben im Iran, geprägt von Verzicht und Vorsicht und Sabas lebhaften Geschichten und ihrem eigenen Freiheitsdrang. Die geistige Verbindung zwischen der abwesenden Zwillingsschwester Mahtab und Saba scheint dabei nie abzureißen und Saba fühlt, was die Schwester im fernen Amerika fühlt und erlebt.    Die anderen Dorfbewohner scheinen hingegen überzeugt, dass Mutter und Schwester vor Jahren verstarben. Niemand spricht so recht mit Saba darüber, alle lassen sie lieber ihre Geschichten erzählen und so gelangt der Leser in einen inneren Konflikt: welche der beiden Möglichkeiten stimmt? Was spricht dafür und dagegen? Das Netz um die Wahrheit ist so geschickt gesponnen, dass man als Leser bis ganz zum Schluss nicht so richtig einordnen kann, ob Sabas Intuitionen stimmen, ihre Version stimmt oder ob die durchs Dorf schwirrenden Gerüchte sich zu einem tatsächlichen Geschehen zusammen bringen lassen. Diese Unwissenheit über die Wahrheit schafft eine starke, überzeugende Spannung und ist wirklich gekonnt konstruiert.   Durch die Gedankensprünge nach Amerika zu Mahtab lebt Saba ihre Sehnsucht nach Freiheit, Gleichheit von Frauen, freier Bildung, Musik, Kultur, einfach einem freien Leben aus. Oder passiert das alles vielleicht doch wirklich und ist mehr als Sabas Wunschdenken?     Auch das tatsächliche Leben am kaspischen Meer, Sabas Freundschaften, die Dorfgemeinschaft, die Umwelt, die politischen Zustände, die Beziehung zum Vater, ganz besonders aber die Lebensbedingungen der Frauen im Iran werden sehr lebhaft geschildert, so dass man sich auch ohne Vorwissen gut informiert fühlt. Durch die wechselnden Erzählperspektiven bekommt der Leser einen guten Überblick und verschiedene Blickwinkel werden beleuchtet. Das macht das Buch auch sehr emotional, da man mit den einzelnen Figuren, natürlich in erste Linie mit der Protagonistin Saba und ihrem Schicksal,  stark mitfühlen kann. Die politischen Gegebenheiten im Iran nach der Kulturrevolution sind historisch korrekt und authentisch geschildert und berühren gerade dadurch besonders. Diese eingeschränkten Lebensbedingungen kann man sich als im freien Westen sozialisierter Mensch gar nicht vorstellen und sie machen sprach- und fassungslos. Besonders der Umgang mit Frauen, die Macht der Mullahs, die offenkundige Akzeptanz von Gewalt und Willkür und die Einschränkung der Pressefreiheit haben in mir immer wieder während des Lesens Empörung geweckt.  Das macht die Lektüre zu einer sehr emotionalen, aufwühlenden und das Buch hat mich auch wenn ich gerade nicht gelesen habe, innerlich beschäftigt.      Trotz aller negativen Aspekte wird der Iran, seine Kultur, seine Natur und Gesellschaft, der Familienzusammenhalt, die Gastfreundschaft mit so viel Herzenswärme geschildert, dass das Buch aber auch eine starke Wärme ausstrahlt.     Durch dieses Buch taucht man als Leser in eine bunte, vielschichtige orientalische Welt ein,, die man förmlich vor sich sieht! Lediglich ein kleines Sternchen ziehe ich ab, da die detailreiche Erzählweise leider manche Längen aufweist, was den an sich gekonnt gezogenen Spannungsbogen teilweise unnötig in die Länge zieht. Dennoch ist dieses Buch eines, das ich jedem kulturinteressierten Leser wärmstens ans Herz legen möchte! Er ist etwas Besonderes, ein Roman, wie man ihn nicht oft zu lesen bekommt!

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  • Ein Roman um die Liebe und Fantasie eines Zwillingsmädchens im Iran

    Ein Teelöffel Land und Meer

    Der.schmetterling

    29. September 2013 um 22:07

    Cheshmeh ist der Hauptspielort im Iran, der Geschichte um die Zwillingsschwestern Saba und Mathab. Das Dorfleben ist geprägt von kulturellen Handlungsweisen, Regeln und Pflichten sowie Zwängen. Nachdem Saba und Mathab eine gemeinsame Kindheit erlebten, werden sie durch ein schweres Schicksal von einander getrennt, zudem verschwindet die Mutter beider Mädchen und ihr Mann wird allein erziehender Vater der kleinen Saba. Saba wächst in der großen Gemeinschaft des Dorfes auf und erhält durch eine Vielzahl unterschiedlicher "Ziehmütter" die unterschiedlichsten Prägungen und Unterstützungen. Saba lebt immer wieder in ihrer Fantasiewelt. Sie ist sehr wissbegierig und liebt amerikanische Literatur und Filme, diese kann sie jedoch nur heimlich auf dem Markt beschaffen. Durch diese Leidenschaft wird ihre Fantasie grundlegende geprägt. Ihre Fantasien kreisen immer wieder um den Verbleib ihrer Mutter und ihrer Schwester. In ihrer ganz eigenen Fantasiewelt, malt sie für sie ein Leben in einem Amerika aus, welches durch Freiheit und Wohlstand geprägt ist. Saba wird immer älter und kommt irgendwann in das heiratsfähig Alter und wird zwangsverheiratet mit einem für sie sehr alten jedoch wohlhabenden Ehemann. Auch in dieser Zeit flüchtet sie sich immer wieder in ihre Fantasiewelt und träumt davon irgendwann auch im großen freien Amerika leben zu können. Doch es soll alles anders kommen. Mehr wird an dieser Stelle noch nicht verraten. :-) Ein sehr empfehlenswertes Buch für alle die sich gerne in Büchern mit anderen Kulturen auseinandersetzen und diese näher kennenlernen möchten. Dieses Buch regt weiterhin zum nachdenken an, denn es werden nicht nur die positiven Seiten der anderen Kultur verdeutlicht sondern auch die negativen Seiten sehr detailliert dargestellt. Meinem persönlichen Buchgeschmack hat dieses Buch leider nicht so sehr gefallen. Es bedarf einiger Aufmerksamkeit, den Geschichten und Fantasien von Saba zu folgen und diese nicht zu verwechseln. Weiterhin werden häufig Landes typische Wörter benutzt die meinen Lesefluss beeinträchtigt haben. Insgesamt betrachtet erhält das Buch daher von mir 4 Sterne.

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  • Sehnsucht

    Ein Teelöffel Land und Meer

    Sweetybeanie

    28. September 2013 um 17:42

    Saba vermisst ihre Mutter und ihre Schwester Mathab seit sie 11 Jahre alt ist. In ihrer Erinnerung sind die beiden ohne sie nach Amerika gegangen, doch ist das wirklich so? Die Leute aus Sabas Dorf erzählen, dass Sabas Mutter und Schwester ums Leben gekommen sind, doch Saba weigert sich, das zu glauben und stellt sich vor, wie die beiden in Amerika leben. Dabei wird Saba erwachsen im traditionellen Iran und versucht Ihr Leben ohne Mutter und Schwester so gut es geht zu meistern. Dabei versucht sie immer wieder herausfinden, was wirklich geschah und ob Mutter und Schwester noch am Leben sind. Der Erzählstil erinner an ein Märchen. Die Geschichte wird auch aus verschiedenen Perspektiven erzählt, man lernt viele verschiedene Menschen kennen und erfährt viel über das Leben im Iran. Man ist beim Lesen überrascht und stellenweise auch schockiert, das Ende rührt einen zu Tränen, aber da will ich nicht zu viel verraten. Eine wunderschöne, aber auch traurige Geschichte, die man gelesen haben sollte.

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  • Eine Reise in eine andere Welt

    Ein Teelöffel Land und Meer

    A-bookish-kid

    12. September 2013 um 10:12

    Ich als quasi "Halbinder" liebe ja fremde Kulturen, die sich ganz grundlegend von der deutschen Kultur unterscheiden. Deswegen habe ich mich auch sehr gefreut, dass ich bei der Leserunde zu "Ein Teelöffel Land und Meer" von Lovelybooks mitlesen durfte. Heute kommt nun (endlich *hust*) meine werte Meinung zu dem Buch...auf los geht's los. Frau Nayerei entführt uns in diesem wunderbaren Roman in eine andere Welt - nämlich in den Iran. Die Geschichte beginnt kurz nach der Revolution und wir begleiten die Protagonistin Saba dann bis in das Erwachsenenalter hinein - alleine das verleiht dem Buch einen besonderen Touch. Ich liebe Bücher, die nicht nur eine Art Momentaufnahme sondern quasi ein Lebenslauf sind. Dazu gehört "Ein Teelöffel Land und Meer" ganz eindeutig. Mir gefällt das Buch nicht nur auf Grund seiner Charaktere sondern auch auf Grund des durchdachten Aufbaus. Ein charakteristisches Merkmal von "Ein Teelöffel Land und Meer" sind die "Geschichten in der Geschichte". Den ganzen Roman über erzählt Saba immer wieder Geschichten, in denen sie sich das Leben ihrer verschwundenen Schwester Mahtab vorstellt. Auf mich wirkte es so, als ob Saba in diesen "Geschichten in der Geschichte" all ihre eigenen Wünsche und Träume umsetzt - ich denke diese Geschichten zeigen uns, wie Saba selbst unheimlich gerne leben würde. Gleichzeitig nimmt man durch Sabas Geschichten aber (meiner bescheidenen Meinung nach) auch wahr, wie verzerrt das Bild vom westlichen Leben in Ländern wie dem Iran ist. Saba glaubt, dass das Leben in Amerika perfekt und frei von ernstzunehmenden Problemen ist. Das ist ja schon irgendwie auch eine Wunschvorstellung. Das Buch wirft den Leser hin und her. Mal glaubt man, Mahtab und die Mutter der Zwillinge lebt wirklich noch irgendwo. An anderen Stellen denkt man die beiden sind tot, so wie es im Dorf erzählt wird. Ich weiß nicht wie es anderen Lesern ging, aber ich war bis zum Ende niemals ganz schlüssig oder gar sicher was wirklich mit Mahtab und der Mutter geschehen ist. Was geschehen ist, verrate ich hier natürlich nicht - ich will ja keinem die Spannung vorwegnehmen. Mir hat es gut gefallen durch dieses Buch in eine ganz andere Kultur schnuppern zu können. Natürlich ersetzt es keinesfalls eine eigene Reise in den Iran aber ich zumindest konnte doch einige Dinge über die iranische Kultur dazulernen und habe mich sogar über das Buch hinausgehend genauer über einige angesprochene Themen informiert (z.B. die Revolution an sich). Ich find es sehr beeindruckend, spannend und manchmal auch deprimierend in diesem Buch das Heranwachsen in einem Land wie dem Iran "mitzuerleben". Es hat mich traurig gemacht wie sehr Saba durch die Gesellschaft eingeengt wird bzw. sich einengen lässt und gegen ihre eigentliche Überzeugung handeln muss - da kann man schon sehr glücklich sein, in einem freien Land aufgewachsen zu sein. Die Lektüre von dem Buch lohnte sich für mich schon alleine dafür - die Geschichte um Mahtab fand ich insgesamt "nicht mal so wichtig" (auch wenn das irgendwie blöd ausgedrückt ist). In dem Buch geht es im Endeffekt auch um Themen, die jeden Teenager auf der Welt betreffen. Freundschaft, Liebe, Vernunft, Erwachsenwerden. Saba als Protagonistin war sehr angenehm in ihrem Wesen - ich mochte sie gerne. Saba hat, in meinen Augen, ein ruhiges, kluges und nachdenkliches Wesen, kann in entsprechenden Momenten aber auch mal "aufdrehen". Solche Charaktere gefallen mir ja total gut (möglicherweise weil ich selbst so bin :D). Weder ist sie todeslangweilig-fad, noch nervig-überdreht. Eine gelungene Mischung. Ich gestehe, dass ich mit Reza nicht warm geworden bin. Ich konnte ihn einfach nicht leiden. Tut mir leid, Herr Reza. Lediglich bei der Hinrichtugsszene wurde er mir etwas sympathischer, da er versucht hat Ponneh und Saba zu schützen. Da war er dann doch mal zu etwas zu gebrauchen. Sabas beste Freundin Ponneh gefiel mir eigentlich ganz gut, auch wenn ich sie weniger toll fand als Saba. Ich mochte ihre Entwicklung von einem relativ staatstreuen Mädchen hin zum Revoluzzer. Allerdings fand ich sie manchmal ziemlich unvernünftig, was mich dann wieder rum ein wenig genervt hat. Toll fand ich auch den Part der Khanom Basir. Nicht unbedingt im Sinne von "charakterlich toll" aber ich fand es gut, auch mal Einblick in die Denkweise einer sehr, sehr traditionellen Iranerin zu bekommen. Ich denke es hilft zu verstehen, warum einige Dinge laufen wie sie laufen. Außerdem steht Khanom Basir natürlich in einem krassen Gegensatz zu Saba und Ponneh, was dem Buch zusätzliche Würze verleiht. Erwähnt werden sollte vielleicht noch, dass man sich an den Schreibstil erstmal gewöhnen muss. Ich habe einige Zeit gebraucht um in einen guten Lesefluss zu kommen. Das ist aber nicht einmal negativ auszulegen - die Sprache ist nämlich wunderschön und facettenreich gewählt. Sie ist vom Niveau her einfach nur höher als die Sprache, die man aus der Unterhaltungsliteratur so kennt. Das kann, meiner Meinung nach, aber niemals ein Kritikpunkt an einem Buch sein. Ist man einmal im Schreibstil "angekommen", liest sich die Geschichte auch recht flüssig. Ich kann dieses Buch nur empfehlen - vor allem für diejenien, die sich für das Leben in einer Kultur mit anderen Werten und Normen interessieren.   www.a-bookish-kid.blogspot.de

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