Dies ist die Geschichte einer französisch-vietnamesischen Seidenhändler-Familie in den Jahren 1952-54, in der die Vietnamesen beginnen, sich gegen die französische Kolonialherrschaft erfolgreich wehren und die Franzosen Vietnam verlassen müssen.
Man sinkt ein in ein fremdes Land und ihrer Kultur, bekommt berauschende Bilder der Natur verbal präsentiert und ist mitten im Geschehen, das von zunehmender Rebellion und Krieg im Land geprägt ist - noch bevor der eigentliche Vietnamkrieg durch und mit den Amerikanern beginnt.
Das Buch liest sich sehr flüssig, an manchen Stellen nicht wirklich schön für zartbesaitete Menschen.
Als Abschluß des Buches finden wir einen kurzen Anriß der Geschichte Vietnams.
Wenn ich so dieses Buch lese, werde ich wirklich WÜTEND.
HÄTTE ES DIE FRANZÖSISCHE KOLONIALISATION NIE GEGEBEN - ALSO HÄTTE VIETNAM VON ANFANG AN AUTONOM BLEIBEN KÖNNEN, es hätte sowohl diese Geschichte, aber eben auch die frühere Realität nicht gegeben. Schade, dass Vietnam es hat mit sich machen lassen.
Auch dieser elende "Kampf" des Westens gegen den Osten - die alte Leier vom Kapitalismus gegen den Kommunismus - nervt kollosal. Ja, es gibt beide Wege ein Land zu regieren, aber meines Erachtens ist nicht die eine Seite "gut" und die andere "böse" und muss bekämpft werden - das war das Hauptziel der Franzosen und der Amerikaner - den Kommunismus nicht gewinnen lassen. Was ein kranker Schwachsinn.
Es sind zwei Regierungsmodelle, die unterschiedlicher nicht sein könnten, ja. Aber genau das ist es: UNTERSCHIEDLICH. Nicht gut oder böse. Beide Systeme haben ihre Vor-und ihre Nachteile.
Meines Erachtens ist das "perfekte" System eine Symbiose/Kombination von beidem. Aber gleichgültig.
All dieses Leid, die Toten, der Schrecken, die Vergewaltigungen, die Flucht, das Aufgeben-Müssen ganzer Existenzen hätte NIE PASSIEREN MÜSSEN.
Jedes Land sollte das Recht haben, AUTONOM sein zu können und nicht FREMDREGIERT.
Und noch heute spielt sich der Westen als "Lehrmeister" auf. Ich neige seit dem Buch noch mehr dazu zu denken, dass wir diesem Glauben hier im Westen nicht unbedingt glauben sollten und die anderen Mächte nicht mehr als "das Böse" und "der Feind" darstellen sollten. Gut, es GIBT blöde Regierungen, keine Frage, aber hat der Westen das Recht dort einzufallen und sich als Retter aufzuspielen? Andererseits - was wäre Deutschland heute, wenn es keine Alliierten gegeben hätte? Eine sehr schwierige Frage, die hier auszudiskutieren nicht zur Rezension passt.
Ich dachte das Buch hätte keine Botschaft für mich - ich hab es einfach genossen, in eine fremde Welt einzutauchen, aber sie hat eine.
Jeder Mensch sollte autonom leben können und nicht fremdbestimmt. Es ist wichtig, die eigene Energie davon frei zu halten, für seine Freiheit zu kämpfen hat nichts mit "Terrorismus" oder "Rebellion" zu tun, sondern mit dem Wunsch nach Selbstbestimmung, egal, ob es anderen passt, was dann bestimmt wird. Das sollte respektiert werden. Und ja - auch dieser persönliche "Befreiungskampf" bringt Opfer mit sich: man muss seine Existenzgrundlage vielleicht aufgeben (der Job ist weg), man muss Beziehungen loslassen, die versuchen über einen zu bestimmen, aber man darf danach seine eigene Energie und Freiheit leben. Und das ist der Kampf wert. Der bittere Beigeschmack ist: MAN HÄTTE ES NIE SOWEIT KOMMEN LASSEN DÜRFEN, SICH SO UNTER DEN SCHEFFEL ANDERER ZU STELLEN.
Und politisch: Ganz ehrlich. Hier im Westen bekommt man in der Schule eingebleut, dass WIR die GUTEN sind. Der Kommunismus, der Osten ist schlecht und erst recht der Islam. Ich sage dazu ein klares Nein. Wir sind alle gleich - mies oder gut. Es gibt in jedem Land und in jedem System Haken.



















