Dinaw Mengestu Die Melodie der Luft

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Inhaltsangabe zu „Die Melodie der Luft“ von Dinaw Mengestu

Eine Autofahrt mitten ins Herz Amerikas, nach Nashville, Tennesse. Mariam und Josef, äthiopische Einwanderer, holen nach Jahren der Trennung ihre Hochzeitsreise nach. Dreißig Jahre später macht ihr Sohn Jonas sich auf denselben Weg - um seine Ehe zu retten und endlich zu verstehen, woher er kommt und wer er ist.

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  • Rezension zu "Die Melodie der Luft" von Dinaw Mengestu

    Die Melodie der Luft

    yoko

    18. February 2011 um 07:52

    Warm, ganz warm. Von ganz allein strömt die Wärme durch mich hindurch, wenn ich das Buch berühre. Dies ist ein seltener Moment, den ich am liebsten konservieren möchte. Ich würde dafür ein weinrotes Glas mit kleinen Goldverzierungen wählen. Dies ist eine eindrucksvolle Literaturbegegnung, die bis in die Fingerspitzen hinein berührt. Das Gesicht glüht. Und ich erzähle sie euch. Dinaw Mengestu hat mit seinem Roman „Die Melodie der Luft“ zwei eindrucksvolle Geschichten miteinander verknüpft. Im abwechselnden Kapiteln erzählt er mit einer poetischen Sprache von Miriam und Josef und ihrem Sohn. Jonas begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit. Er fährt dazu die Strecke ab, die seine Eltern vor 30 Jahren während ihrer Hochzeitsreise gefahren sind. Wie ein Fernglas versucht er, das Weite nah heranzuholen und taucht dabei in die Geschichte seiner Eltern. Die Ehe war mehr von Abneigung und Gewalt geprägt als von warmer Liebe. Hagelkörner treffen das Herz. Das tut weh und zieht ein unheimliches Frösteln hervor. Bevor sich die schneidende Kälte ausbreiten kann, hält Mengestu sie mit wärmenden Worten auf. Luftholen, durchatmen und ein Lächeln über die Sanftheit seiner Worte schenken einen Hoffnungsschimmer. Die Sonne bricht durch eine fette Wolkendecke und wärmt den geschockten Geist. Die Kapitel mit den geraden Zahlen wenden sich ganz Jonas zu. Ein junger, schwarzer Amerikaner, der immer noch seinen Platz in dem Land der grenzenlosen Freiheit sucht. Jonas selbst ist ein Getriebener seiner eigenen Ängste. Obwohl er in Amerika geboren wurde, fühlt er sich fremd. Seine Eltern stammen aus Äthiopien, und das vergisst er nicht. Eines Tages trifft er auf Angela, eine junge, engagierte Rechtsanwältin. Beide verlieben sich und ziehen schnell in Angelas kleine Wohnung zusammen. Dort haben sie kaum Platz, aber im ersten Strudel großer Verliebtheit vergessen sie die Enge. Sie sehen es nur als Zwischenstation. Bald werden sie Erfolg haben und mehr Geld verdienen, hoffen sie, doch es bleibt aus. Nicht zuletzt auch wegen Jonas und seiner nicht enden wollenden Zerstreutheit. So ganz kann er sich nicht entscheiden, was er eigentlich will und wie er es angehen soll. Er redet oft davon, zu promovieren, wirklich aufraffen dazu kann er sich nicht. So arbeitet er stundenweise an einer Schule und rennt weiter wie ein Hamster in seinem eigenen Rad. Dinaw Mengestu schafft mit seiner Lust am Erzählen eine Stimmung, die meine ganzen Sinne füllt. Sie erinnert mich an sonnendurchflutete Herbsttage, die den nahenden Winter schon durch eine klare Kälte erahnen lassen. Etwas geht, etwas anderes kommt und das in großen, beeindruckenden Sätzen. Fasziniert hat mich vor allem die poetische Sprache. Sie ist sehr kraftvoll und anziehend. Die Luft zwischen den Menschen schafft sich einen eigenen Raum und singt ihr Lied. Ich lausche den Geschichten, die sie mir erzählt. Kleine tanzende Punkte vermischen sich mit einem Gefühl, was nur selten Buchstaben bei mir bewirken. Warm, ganz warm.

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  • Rezension zu "Die Melodie der Luft" von Dinaw Mengestu

    Die Melodie der Luft

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    25. September 2010 um 19:46

    Kurz nach dem Scheitern seiner Ehe macht sich Jonas von New York aus auf in den mittleren Westen - er möchte nachempfinden, was seine Eltern damals trieb, als sie nach mehr als dreijähriger Ehe eine "Hochzeitsreise" in den Mittleren Westen, nach Nashville, unternahmen. Ursprünglich stammen Jonas' Eltern aus Äthiopien und seinem Vater gelang die Flucht als blinder Passagier in einem Boot nach Europa. Entsprechend verspätet die Hochzeitsreise - diese lief jedoch bereits bevor sie begonnen hatte richtig schief. Denn seine Eltern hatten sich zu diesem Zeitpunkt schon fast vollkommen entfremdet: Sein Vater Josef mit ständigen Wut- und Gewaltausbrüchen, seine Mutter zurückgezogen in sich selbst, immer auf der Suche nach Ruhe - und beide noch nicht vollständig in Amerika angekommen. Einige Monate nach der fatal endenden Reise wird schließlich Jonas geboren. Und auch wenn er von Geburt an in der USA lebt, die heimische Sprache spricht, merkt man doch, wie schwer es ihm fällt, sich zu integrieren, integriert zu fühlen.... und schließlich auch eine Arbeit zu finden. Schließlich lernt er Angela kennen, ebenfalls aus Afrika stammend, und aus der Freundschaft wird die Ehe. Sie scheint zum Scheitern verurteilt... In dem Buch werden die beiden Handlungsstränge (Hochzeitsreise/Jonas Erwachsenenleben) parallel erzählt, mal aus Sicht seines Vaters bzw. seiner Mutter, mal aus Jonas' Sicht. Sieht man von den Zornesausbrüchen des Vaters ab, ist es insgesamt ein eher ruhiges Buch, das sich mit der Suche nach Heimat, dem Gefühl des Geborgenseins beschäftigt. Was bleibt von uns, wenn wir aus dem Leben anderer verschwinden? Es geht jedoch auch um die Frage, wieso die Migranten wirklich aus ihren Heimatländern flüchten. Wie viele Geschichten basieren auf Lügen und geben der westlichen Welt nur wieder, was diese hören will? Wie der Leser schnell erfährt, ist auch Jonas ein Mensch, der sein Leben (zu) oft auf Lügen begründet - und auch nicht davor zurückschreckt Migrantengeschichte zu "frisieren" um sie "glaubwürdiger" zu machen. Ich habe das Buch gern gelesen und werde es auch positiv in Erinnerung behalten. Unterhaltsam und doch auch ein wenig zum Nachdenken anregend.

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