Dirk Bernemann

 4 Sterne bei 1.037 Bewertungen

Lebenslauf von Dirk Bernemann

Dirk Bernemann wurde im Dezember 1975 geboren. Während seiner Zeit als Poetry-Slamer veröffentlichte er in verschiedenen Anthologien und spielte in Punk-Bands. 2005 erschien dann sein erster Erzählband unter dem Titel "Ich habe die Unschuld kotzen sehen", dem zwei Jahre später ein zweiter Band folgte.

Alle Bücher von Dirk Bernemann

Cover des Buches Ich hab die Unschuld kotzen sehen (ISBN: 9783937536590)

Ich hab die Unschuld kotzen sehen

 (279)
Erschienen am 03.01.2005
Cover des Buches Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2 (ISBN: 9783453675605)

Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2

 (248)
Erschienen am 06.10.2008
Cover des Buches Und wir scheitern immer schöner (ISBN: 9783866080546)

Und wir scheitern immer schöner

 (125)
Erschienen am 14.02.2007
Cover des Buches Satt. Sauber. Sicher (ISBN: 9783866085589)

Satt. Sauber. Sicher

 (72)
Erschienen am 10.01.2014
Cover des Buches Ich bin schizophren und es geht mir allen gut (ISBN: 9783866081079)

Ich bin schizophren und es geht mir allen gut

 (52)
Erschienen am 14.02.2009
Cover des Buches Ich hab die Unschuld kotzen sehen 3 (ISBN: 9783866081345)

Ich hab die Unschuld kotzen sehen 3

 (47)
Erschienen am 14.02.2018
Cover des Buches Asoziales Wohnen (ISBN: 9783453676718)

Asoziales Wohnen

 (38)
Erschienen am 08.09.2014
Cover des Buches Vogelstimmen (ISBN: 9783866081352)

Vogelstimmen

 (33)
Erschienen am 20.09.2010

Neue Rezensionen zu Dirk Bernemann

Cover des Buches 1000 Schnäpse Einsamkeit (ISBN: 9783957910332)
GothicQueens avatar

Rezension zu "1000 Schnäpse Einsamkeit" von Dirk Bernemann

1000 Schnäpse Einsamkeit
GothicQueenvor 4 Monaten

"1000 Schnäpse Einsamkeit" von Dirk Bernemann ist im Unsichtbar Verlag erschienen. Die "Sad Short Lovestories" sind auf insgesamt 38 Seiten in der Edition kleinLAUT mit der Nummer 15 abgedruckt. 

Das süße Format des Hefts enthält neben dem Vorwort 28 wirklich kurze Worte über die traurigen Seite der Liebe. Wer diese Momente selbst das eine oder andere Mal erleben musste versteht am besten was der Autor sagen will, wenn er seine mit Sarkasmus und Traurigkeit bestückten Aneinanderreihungen von Worten zu aussagekräftigen Sätzen formuliert. Auf den Punkt gebracht und dennoch so vielsagend sind alle diese Geschichten. Beim Lesen entstehen Bilder und als Leser möchte man das Büchlein nicht aus der Hand legen, bevor nicht alle Seiten ausgelesen sind. 

Ich bin durch Zufall auf diese Ausgabe gestoßen und habe den spontanen Kauf nicht bereut. Ich habe vergessen, wie sehr mir schon immer die Schreibweise des Autors gefallen hat und wurde hiermit daran erinnert. Es wird Zeit andere Bücher des Autors zur Hand zu nehmen. Ich kann diese kleine Ausgabe somit allen Fans von Dirk Bernemann empfehlen sowie allen Menschen, die sich in ihrer Trauer um die Liebe nicht verstanden fühlen. Wer diese Worte liest, wird zwar nicht gerade hoffnungsvoller für den Moment, dafür fühlt man sich aber verstandener. 

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Cover des Buches Schützenfest (ISBN: 9783453273399)
Thomas_Lawalls avatar

Rezension zu "Schützenfest" von Dirk Bernemann

Pure Notwehr
Thomas_Lawallvor einem Jahr

Wie Bernemann schreibt? Schwer zu sagen. Auf jeden Fall mit beiden Fäusten. Und in Standbildern. Eines nach dem anderen und eines gnadenloser als das andere. Das fängt bereits in den ersten Zeilen mit jener Abschiedsszene an. Nicht nur Montage sind scheiße, sondern auch und besonders Donnerstage. Dabei möchte man doch viel lieber "den Abwasch machen, Tiere streicheln, Rolltreppen fotografieren."

Ein Tipp: Langsam lesen, um nicht von der Bilderflut überrannt zu werden. Gemütlich zurücklehnen ist eher angesagt. Entspannung sei angeraten, unter Zuhilfenahme des einen oder anderen Bierchens und vielleicht dem unsäglichen Gesöff in den winzigen Flaschen, welches angeblich nur nette Leute trinken.

Warum diese gediegene Atmosphäre? Ganz einfach: Es wird unangenehm. Ziemlich. Das Leben in der Stadt ist Zumutung genug, aber wenigstens abwechslungsreich. Einer Katastrophe folgt die nächste. Das kann im Extremfall sogar Spaß machen. Weniger erfreulich gestaltet sich dann das Leben, zu dem man ungefragt zur Teilnahme und Bewältigung gezwungen wurde, auf dem Lande.

In Reckfeld, Dörrfeld oder sonst wo. In letzterem bis Ende zwanzig in Wohnhaft, entschied sich Gunnar Bäumer zur Flucht in die gelobte Stadt Berlin. Ein sicher nicht in allen Punkten optimal gewählter Schritt und dennoch genau der richtige, um dem Mief des Elternhauses und der drohenden Eingleisigkeit einer provinziellen Gegenwart und Zukunft zu entkommen.

"Heimat, überwindbares Areal."

Für eine Woche kehrt der verlorene Sohn zurück, um das Haus seiner Eltern während deren Urlaubsreise an die Nordsee zu hüten. Rosen gießen, Fische füttern und so. An eine vermeintliche Erholung von all dem Lärm und Krach der Stadt ist jedoch nicht zu denken. Allein die Kindheitserinnerungen, die plötzlich wie Unkraut aus allen Ecken des Hauses sprießen, wollen ertragen werden.

Leider bleibt es nicht bei diesen Lähmungserscheinungen, denn zwangsläufig trifft man jene Menschen wieder, die man längst in Vergessenheit wähnte. Gunnar will jedoch nicht die abgehobene Position eines eingebildeten Stadtmenschen einnehmen und versucht sich mit den alten Kumpels einigermaßen zu arrangieren. Eine Fehlkalkulation, wie sich herausstellt. Für ihn gleichermaßen wie für die in ihrer Entwicklung Stehengebliebenen.

Der größte Fehler jedoch war die Zusage für ein gemeinsames Treffen auf dem aktuell angesagten Schützenfest. Das Drama beginnt, wie sich das laut traditionellem Regelwerk gehört, mit einem Festumzug,

"Dümmste ironische Militärinszenierung,"

und setzt sich mit einem Massenbesäufnis im Festzelt fort...

Dirk Bernemann gefällt sich "immer weniger" in seiner Rolle als Nörgler und Zweifler. Auch vor der eigenen Tür kann er kehren. Schließlich teilt er mit jenen in Sackgassen parkenden Dörflern und deren durchgeplanten Lebensentwürfen immerhin gewisse Berührungspunkte. Wirklich zufrieden ist er ebenfalls nicht,

"nur woanders unglücklich."

Also schon wieder ein Buch, das zur Lebensberatung nix taugt? Vielleicht ist es eben doch die Hauptsache zu wissen, wie man NICHT leben will. Darin waren wir doch früher alle ganz groß. Wozu hat man sonst die Heimat verlassen? Ob die Wurzeln vollständig gekappt wurden, steht dann auf einem ganz anderen Blatt.

Egal. Das Buch ist für Freunde der gepflegten Sozialkritik ein wahres Schützenfest. Bernemanns Breitseiten sind nicht etwa diffuse Verunglimpfungen, sondern pure Notwehr.



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Cover des Buches Schützenfest (ISBN: 9783453273399)
Booklove91s avatar

Rezension zu "Schützenfest" von Dirk Bernemann

Zurück in die Provinz
Booklove91vor einem Jahr

Meine Meinung und Inhalt

"Ich bin vorsichtig geworden mit meinen Wünschen. Längere Gespräche, tiefere Bindungen, am Ende irgendwas mit Glück. Und fröhlich winken vom Gipfel der Bedürfnispyramide. Mit jeder Enttäuschung wer den Schwierigkeiten schwieriger. Die Fallhöhe der uneingelösten Erwartung. Daher lebe ich in meiner Wohnung ein bisschen wie ein Tier. Nah am Boden. Oder in der Ecke." (ZITAT)

 Cover, Klappentext und Titel konnten sofort mein Interesse wecken. Den Schreibstil von Bernemann mochte ich gleich ab der ersten Seite.

Der eigensinnige Protagonist Gunnar Bäumer hat vor sieben Jahren mit Ende Zwanzig die Provinz verlassen, um nach Berlin zu ziehen. 

Jetzt kehrt er für eine Woche in sein Elternhaus zurück, um »das Haus zu hüten«. 

"Irgendetwas ist nicht in Ordnung, das weiß ich schon länger. Aber ich unternehme nichts dagegen, weil ich nicht genau weiß, was es ist. Ich möchte jetzt mindestens zwei Tage schlafen und in einer Welt aufwachen, die mit weniger Problemen vollgestellt ist. Stattdessen kaufe ich ein Ticket für einen Nachtzug. Berlin—Dort mund-Reckfeld— Dörrfeld." (ZITAT)

In diesen Tagen findet auch das alljährliche Schützenfest statt, dem er sich eigentlich verweigern wollte, um zur Ruhe zu kommen. 

Doch dem Fest entkommt er nicht und muss sich innerhalb der nächsten Tage dem Dorfleben, seinen Lebenskonzepten und seiner Vergangenheit stellen, vor allem auch seiner Jugendliebe Franziska mit deren Ehemann.

Die Entwicklung, als der Protagonist wieder in der Provinz auftaucht, seine Gefühle und Eindrücke, habe ich sehr gerne verfolgt. Das Buch bekommt eine klare Leseempfehlung meinerseits, da es mich gut unterhalten und vor allem positiv überraschen konnte.


Dirk Bernemann wurde im Dezember 1975 geboren. Während seiner Zeit als Poetry-Slamer veröffentlichte er in verschiedenen Anthologien und spielte in Punk-Bands. 2005 erschien dann sein erster Erzählband unter dem Titel "Ich habe die Unschuld kotzen sehen", dem zwei Jahre später ein zweiter Band folgte.

Kommentare: 1
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Gespräche aus der Community

Liebe Lovelybooks und Unsichtbar-Fans!

Ihr habt euch bei unserer Abstimmung für Dirk Bernemanns neuen Roman "Asoziales Wohnen" entschieden. Das freut uns sehr! Wir sind uns sicher, dass wir damit eine spannende Leserunde mit interessantem Diskussionsstoff vor uns haben!

 

Über das Buch:

Wie wohnt man eigentlich richtig? Warum sind manche Tage depressive Kinder, die heute nicht mehr zum Spielen rauskommen? Was verbirgt sich hinter den Türen, hinter denen Menschen leben, die nie die Tür öffnen? Haben Autoren jeden Tag Sex?
Warum nicht?
Asoziales Wohnen beschäftigt sich mit dem Zusammenleben von Menschen,
die Nutznießer und Opfer von räumlicher und zeitlicher Enge werden. Und je enger und später es wird, desto mehr wird der Mensch zur Marionette der Verhältnisse.


„Hinter jeder Tür eine eigene Vorstellung von Leben. Mitten in deutscher Mittelmäßigkeit,
denn die Gegend hier ist eher so mittelgut, nicht wirklich asozial, aber auch nicht einbruchswürdig.
Parkbuchten, Fahrradständer, Kinderspielplätze. Alles da. Aber eben auch
nicht mehr. Wer mehr will, wohnt woanders.“

Fremdzitate über Bernemann und dieses Buch:

"Bernemann hätte jetzt schon das Talent eines Don de Lillo, wollte er dem Leben nicht erstmal noch anständig auf die Fresse hauen." Phillip Boa


"Gemessen an Bukowski, Hemmingway und Hunter S. Thompson mag Bernemann wie ein ruhigerer Vertreter seiner Gattung erscheinen. Dieser Eindruck erweist sich jedoch, verbringt man in den Abendstunden ein wenig Zeit mit ihm, als vollends haltloser Trugschluss." Jörkk Mechenbier (Love A)

119 Beiträge
Emma.Woodhouses avatar
Letzter Beitrag von  Emma.Woodhousevor 10 Jahren
Ich hab ja ziemlich lange gebraucht und das tut mir sehr leid vor allem weil ich dieses buch so genial fand. hier nun meine rezi: http://www.lovelybooks.de/autor/Dirk-Bernemann/Asoziales-Wohnen-980584479-w/rezension-1013390219/

Zusätzliche Informationen

Dirk Bernemann im Netz:

Community-Statistik

in 998 Bibliotheken

auf 140 Merkzettel

von 18 Leser*innen aktuell gelesen

von 44 Leser*innen gefolgt

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