Dirk Bernemann Asoziales Wohnen

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Inhaltsangabe zu „Asoziales Wohnen“ von Dirk Bernemann

Achtung: Hier leben Menschen! Das Haus. Da steht es also rum. Breit und grau und raumfordernd. Acht Klingelschilder. Und hinter jeder Tür eine eigene Vorstellung von Leben. Mitten in deutscher Mittelmäßigkeit, denn die Gegend hier ist eher so mittelgut, nicht wirklich asozial, aber auch nicht einbruchwürdig. Parkbuchten, Fahrradständer, Kinderspielplätze. Alles da. Aber eben auch nicht mehr. Wer mehr will, wohnt woanders.

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  • Wenn Dir das Leben dauernd in die Fresse haut

    Asoziales Wohnen
    rallus

    rallus

    11. May 2015 um 16:16

    "Literatur muss die Schippe sein, mit der du Scheiße von A nach B beförderst, und da, wo B ist, muss die Scheiße immer noch genauso stinken, wie da, wo sie herkommt." Und genau diese Scheiße beschreibt Dirk Bernemann in dem plakativ aufgesetzten Roman 'Asoziales Wohnen'. Ein hässlicher Betonklotz, 8 Wohnungen, 8 Schicksale hinter den Türen, jeder hat sein Päckchen oder gleich mehrere zu tragen. Mancher wohnt allein, mancher in der Familie, das Leben fickt sie aber alle, eine Gemeinschaft gibt es nicht, untereinander sind die Bewohner nicht bekannt, anonym. Da ist das alte Ehepaar, das seit Jahrzehnten dort wohnt und jeder Ehepartner einsam vor sich hin vegetiert. Man denkt an die ungenutzte Zeit in seinem Leben."Die ungenutzte Zeit ist der schnellste Zug der Welt." Da ist die Familie mit den drei Kindern, in der jeder funktioniert, keine Liebe zwischen den Menschen besteht und auch niemand weiß, was den anderen bewegt. Lisa, die Fünfjährige, die von ihrer Mutter so lange nicht geliebt und getrietzt wird, bis es ihr die Sprache verschlägt. Die brutale Realität erfasst sie alle. Dabei sind es keine asozialen Menschen, eben nur Menschen, die die kleinen Rädchen im Kapitalismus darstellen, die, die man leicht austauschen kann, so wie Sybille. "Am Ende vermeintlich großer Gefühle stand Sybille zum wiederholten Mal alleine da, und ihre Hinweise verdichteten sich, dass es bei ihr um eine deutlich zu uninteressante Frau ging, eine Frau, die nicht in einer Masse erkennbar ist, eine, die man anschaut und drei Sekunden später wieder vergessen hat, weil es irgendwo Eis gibt, oder Dokumentationen über Eichhörnschen, Einhörner oder Weltkriege über weitaus Wichtigeres informieren." Jeder versucht, einzigartig zu sein. Sören ist 38 und lebt mit seiner Mutter zusammen. In Facebook ist er der große MC$, der mit der 13-jährigen Marie anbandelt, die ihn vor seinem Leben retten soll. Marie verzweifelt in ihrer Familie und sucht auch einen Retter. Jeder betrügt sich, so gut er kann, der weiße Prinz erscheint aber nirgends. "Das Leben ist ein verseuchter Fluss, und trotzdem stehen alle am Rand und angeln wie die Doofen. Sonst hat man ja nichts. Da ist sonst nichts, wovon man sich ernähren könnte. Und das Leben hat es eilig. Die ganze Kacke die wir uns aus dem Fluss ziehen, die bereiten wir uns schönstmöglich auf, aber die Dinge bleiben, was sie sind, marinierte, getunte, aufbereitete Scheiße." Werden Konflikte mal ausgetragen, kommt es zu einem Waffenstillstand, im Untergrund lauert weiterhin das Scheitern. "Da sitzt die Familie am Tisch. Irgendwie fühlt sich hier niemand verwandt oder verantwortlich, aber alle tun, als sei nichts, und das Radio soundtrackt die angebliche Idylle voll und verströmt überhebliche und unpassende Fröhlichkeit." So endet dieses Buch mit den acht Wohnungen auch in den meisten Fällen krass und rigoros, nur Weicheier und Schönredner würden hier von tragisch sprechen. Bernemann hat sich in satirischer Weise selbst in dieses Wohnhaus gesteckt, als der Autor, der säuft, kifft und hurt und so seine besten Ideen entwickelt. Ob sein Leben tatsächlich so aussieht, kann ich nicht beurteilen; das Leben der anderen sieben Mietparteien habe ich so oder so ähnlich schon erlebt. Ein Poetry-Slam-Buch über die deutsche Mittelmäßigkeit.  

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  • Was so vom Leben übrig bleibt

    Asoziales Wohnen
    Babscha

    Babscha

    Asoziales Wohnen. Da denkt man an verkommene Wohnlandschaften, vermüllte, verwahrloste Behausungen und ihre Bewohner, an Elend. Aber genau darum geht’s dem Autor gerade nicht. Sondern um die Menschen, um die Schwierigkeiten des Menschseins an sich, um hochproblematische soziale Interaktion, um Tornados und um völlige Flauten in den Köpfen, die sich oftmals ausweglos bis zum zwangsläufigen Inferno hochschaukeln. Um Gewinner und Verlierer. Beispielhaft für die Gesellschaft an sich packt Bernemann in seinem Werk Menschen verschiedenster Couleur, Familien, Paare und Singles in acht Wohnungen einer fiktiven Wohnmaschine irgendwo in Deutschland und begleitet sie über 7 Tage hinweg in ihren jeweiligen Leben. Und was dabei herauskommt, ist ein hochintensiver, erdrückender, streckenweise todtrauriger Abgesang auf jegliches menschliche und gesellschaftliche Miteinander, eine Bestandsaufnahme der Asozialität in Beziehungsgeflechten, wie sie teils abstoßender –und realistischer- kaum sein könnten. Bernemann legt in seiner kunstvollen, unnachahmlichen Sprachgewalt den Finger so ziemlich in jede Wunde, klagt an, verteilt Rundumschläge, kotzt sich mittels seiner Protagonisten so richtig aus. Und dabei ist die harte, vulgäre Sprache des Buches nur das passende Mittel zum Zweck. Jeder kommt hier zu Wort, jeder der Bewohner vom Kleinkind bis zum Greis gewährt dem Leser brachialen Zugang in sein Innerstes, in seine Gedankenwelt, seine Gefühle und Ängste, seine Verzweiflung. Leben kann so schwer sein. Aber was dem Autor genau so meisterhaft gelingt, ist das oftmals unvermutete und hochempathische Einfinden in seine Figuren, seine so wahrhaftigen Schilderungen menschlicher Existenzen, der Unverdorbenheit und Hilflosigkeit des in familiären Alpträumen gefangenen Kindseins, dass es dem Leser streckenweise die Luft abschnürt. Und zuletzt bleibt alles hoffnungslos. Ein absolut außergewöhnliches, elementares Stück Literatur.

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  • Menschen, wie du und ich?

    Asoziales Wohnen
    Kult-Literaten

    Kult-Literaten

    15. May 2013 um 23:10
  • Leserunde zu "Asoziales Wohnen" von Dirk Bernemann

    Asoziales Wohnen
    Unsichtbar_Verlag

    Unsichtbar_Verlag

    Liebe Lovelybooks und Unsichtbar-Fans! Ihr habt euch bei unserer Abstimmung für Dirk Bernemanns neuen Roman "Asoziales Wohnen" entschieden. Das freut uns sehr! Wir sind uns sicher, dass wir damit eine spannende Leserunde mit interessantem Diskussionsstoff vor uns haben!   Über das Buch: Wie wohnt man eigentlich richtig? Warum sind manche Tage depressive Kinder, die heute nicht mehr zum Spielen rauskommen? Was verbirgt sich hinter den Türen, hinter denen Menschen leben, die nie die Tür öffnen? Haben Autoren jeden Tag Sex? Warum nicht? Asoziales Wohnen beschäftigt sich mit dem Zusammenleben von Menschen, die Nutznießer und Opfer von räumlicher und zeitlicher Enge werden. Und je enger und später es wird, desto mehr wird der Mensch zur Marionette der Verhältnisse. „Hinter jeder Tür eine eigene Vorstellung von Leben. Mitten in deutscher Mittelmäßigkeit, denn die Gegend hier ist eher so mittelgut, nicht wirklich asozial, aber auch nicht einbruchswürdig. Parkbuchten, Fahrradständer, Kinderspielplätze. Alles da. Aber eben auch nicht mehr. Wer mehr will, wohnt woanders.“ Fremdzitate über Bernemann und dieses Buch: "Bernemann hätte jetzt schon das Talent eines Don de Lillo, wollte er dem Leben nicht erstmal noch anständig auf die Fresse hauen." Phillip Boa "Gemessen an Bukowski, Hemmingway und Hunter S. Thompson mag Bernemann wie ein ruhigerer Vertreter seiner Gattung erscheinen. Dieser Eindruck erweist sich jedoch, verbringt man in den Abendstunden ein wenig Zeit mit ihm, als vollends haltloser Trugschluss." Jörkk Mechenbier (Love A)

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  • Rezension zu "Asoziales Wohnen" von Dirk Bernemann

    Asoziales Wohnen
    Emma.Woodhouse

    Emma.Woodhouse

    10. January 2013 um 09:52

    Wohnsinn Ein Wohnhaus mit 7 Wohnungen und 7 verschiedenen Geschichten. Menschliche Schicksale und Alltäglichkeiten sind dort an der Tagesordnung und ohne sich zu kennen, kreuzen sich die verschiedenen Wohnungen doch immer wieder. Dirk Bernemann hat eine ganz besondere Art zu schreiben: schonungslos, ehrlich, manchmal geschmacklos-realistisch und oft einfach ZU wahr. Zugleich hat sein Schreibstil etwas geradezu poetisches und ich habe es selten erlebt das jemand etwas so treffend beschreibt. Es ist gerade diese "eigene" Sprache von ihm, die das Ganze so wirklich und wahrhaftig erscheinen lassen. In meinen Augen ist dieses Buch das Beste was ich bisher von ihm gelesen habe. WOW!

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  • Rezension zu "Asoziales Wohnen" von Dirk Bernemann

    Asoziales Wohnen
    Medienjournal

    Medienjournal

    31. December 2012 um 03:48

    Asoziales Wohnen ist ein überzeugender Abriss über das Zusammenleben von Menschen, in dem sich der Autor gar selbst verbaut hat und sich so selbstironisch mit seinen geschaffenen Figuren und ihren Lebensproblemen auf eine Stufe stellt.

    Mehr gibt es unter:
    http://medienjournal-blog.de/2012/10/review-asoziales-wohnen-buch/

  • Rezension zu "Asoziales Wohnen" von Dirk Bernemann

    Asoziales Wohnen
    Sarlascht

    Sarlascht

    20. December 2012 um 17:27

    Inhalt: Acht Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus, nichts außergewöhnlich und dann doch, wenn Dirk Bernemann den Menschen einen Alltag auf dem Leib schneidert. Unterschiedlich sind die Bewohner, mal ein alleinlebender Künstler, mal die typische Vorstadtfamilie, aber typisch sind sie irgendwie alle nicht, weil sich jeder anderes der trostlosen Wahrheit stellt, die unweigerlich lauert. Anonym leben die Bewohner unter dem selben Dach und treffen doch aufeinander, weil die meisten Leben doch irgendwie miteinander verwoben sind. Ein Mehrfamilienhaus irgendwo in der Welt, mit Menschen, die durch ihre Alltäglichkeit bestechen und an deren Leben man für einen kurzen Ausschnitt teilhaben darf. Eine spannende Sache! . Meine Meinung: Das Leben im Mehrparteienhaus ist trist, einen positiven Roman darf man sich nun wahrlich nicht erwarten, aber vielleicht ist so genau der Alltag, meistens schwer zu ertragen. Dirk Bernemann hat einen ganz eigenen Stil, weshalb es wohl wichtig wäre, einfach einmal in seine Bücher hineinzulesen, oder zumindest die Texte auf seinen Blog anzuschauen (http://dirkbernemann.blogspot.co.at/). Ich liebe seinen Stil, mir fällt spontan kein Autor ein, der diese Prätension in seinen Schilderungen unterbringt, der so alltäglich einen Alltag beschreibt, dass es einen beinahe den Atem raubt, weil die Gedanken sind einen irgendwie bekannt sind, aber wer will schon Trostlosigkeit denken, in einer Gesellschaft wo nur noch funktioniert wird. . Vermutlich wird das Buch die Leser spalten, einigen wird sicherlich die tiefe Trostlosigkeit auf den Senkel gehen, weil es wenig positive Lichtblicke gibt, sie sind schon vorhanden, aber so klein, dass man sie leicht übersieht. Dirk Bernemann ist wie bekannt direkt, was auch vermutlich nicht bei allen auf Wohlgefallen trifft, weshalb es wohl einfach wichtig ist, in seine Texte mal hineinzuschnuppern, aber alles was spalten könnte, liebe ich an dem Autor. . Die kommt jetzt übrigens rein, die Zeit, setzt sich zwischen Frust und Sibylle auf die Couch und bittet darum, totgeschlagen zu werden. Sieht wieder suizidgefährdet aus, die Zeit. Sie vergeht und verkommt und sie ist immer unterwegs, die alte Uhrenhure. (Seite 134) . Der Schreibstil ist poetisch und braucht deswegen die gesamte Aufmerksamkeit des Lesers, weshalb es wohl eher nicht ratsam ist, es als Zwischenlektüre zu lesen, sondern sich aufmerksam hinzusetzen, den Text auf sich wirken zu lassen und einfach in eine Welt einzutauchen, die voller Dunkelheit nur so glänzt. . Obwohl ich alle Bücher von Dirk Bernemann gelesen habe, fand ich, dass keines mehr wirklich mit „Ich habe die Unschuld kotzen sehen“ mithalten konnte und nach „Trisomie so ich dir“, welches ich wirklich furchtbar fand, war die Erwartungshaltung gering, sogar eher nicht vorhanden, aber das Buch hat mich eines Besseren belehrt – eindeutig gezeigt, dass es der Autor drauf hat, ich würde vielleicht soweit gehen und sagen „Asoziales Wohnen“ ist das beste Buch von allen. . Kritik gibt es auch an dem Buch, aber nicht an der Geschichte, es geht eher um die Lektoratsarbeit , leider strotzt es nur so von Rechtschreibfehler, was schade ist, aber allerdings auch nicht tragisch, weil wenn man wirklich komplett in der Welt versunken ist, dann nimmt man sie nicht unbedingt war, Tatsache allerdings bleibt, sie sind da. . Fazit: Ohne viel herumzureden, sage ich es gleich: „Asoziales Wohnen“ ist mein Jahreshighlight 2012.

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  • Rezension zu "Asoziales Wohnen" von Dirk Bernemann

    Asoziales Wohnen
    Rezistern

    Rezistern

    15. December 2012 um 00:48

    Inhalt In „Asoziales Wohnen“ besuchen wir ein Mietshaus. Hierbei handelt es sich um ein recht überschaubares Haus mit seinen 8 Mietparteien, nicht um einen riesigen anonymen Wohnblock in einem sozialen Brennpunkt. Trotzdem treffen wir auch hier auf die übliche Anonymität. Über eine Woche lang haben wir die Gelegenheit hinter die Türen aller 8 Wohnungen zu schauen und den Alltag der dort lebenden Menschen zu erleben. Schon nach dem ersten Tag wissen wir Bescheid. Hier leben Menschen aus unterschiedlichsten sozialen Schichten, deren Existenzen und Lebensentwürfe bei näherem Hinschauen alle irgendwie total gescheitert und kaputt sind. Einige sind sich dessen bewusst und kämpfen noch dagegen an, einige lügen sich etwas vor und andere wiederum haben schon längst aufgegeben. An jedem der folgenden Tage bewegen wir uns im immer gleichen Rhythmus durch das Haus – Erdgeschoss, 1. Stock, 2. Stock und Dachgeschoss. Als Leser möchte man sich bei einigen schonungslosen Einblicken instinktiv abwenden und gehen. Doch zugleich ist er auch gespannt, wie es mit den verschiedenen Mietparteien weitergeht, was sich aus den ganzen Abgründen noch entwickelt und ob sich für einige vielleicht noch ein kleiner Hoffnungsschimmer auftut. Meine Meinung Das Buchcover ist ein absoluter Eyecatcher und macht neugierig auf „Asoziales Wohnen“! Wir sehen einen heimeligen Müllcontainer mit Blümchen vorm Fenster, dem obligatorischen Kunstblumengesteck auf der Fensterbank, der Satellitenschüssel auf dem Dach, grünen Fensterläden und vergilbten spießigen Gardinen! Idylle pur, wären da bloß nicht diese öden Wohnblocks im Hintergrund! Dieser sozial-kritische Roman erzählt vom Zusammenleben von Menschen, die in zeitlicher und räumlicher Beengung leben, von gescheiterten Existenzen, die mit ihrem Leben nicht mehr klarkommen. Und natürlich findet sich auch Bernemanns Kritik am Kapitalismus, an der Ausbeutung durch Lohnarbeit und am seelischen Missbrauch von Menschen. Eigentlich ein vielversprechender Ansatz für einen Roman. Was sich in den einzelnen Episoden aus den ganzen Abgründen entwickelt ist derart zynisch, negativ und destruktiv, dass einem die Worte fehlen. In meinen Augen enttäuschend, dass sich für niemanden eine halbwegs akzeptable Zukunftsperspektive entwickelt. In Bernemanns Texten ist Konfrontation, Provokation bis hin zum Nihilismus angesagt. Sie sind das krasse Gegenteil zur gefällig-seichten Mainstream-Literatur. Darauf sollten Bernemanns Leser genauso gefasst sein wie auf seinen Schreibstil, der als sehr gewöhnungsbedürftig bezeichnet werden kann. Auch hier ist absolutes Kontrastprogramm angesagt: Manchmal findet man äußerst witzige Wortkreationen und sogar poesievolle Metaphern, dann wieder werden geradezu abstoßend krasse Formulierungen gewählt. Der Schreibstil Bernemanns ist teilweise in seiner Sprachakrobatik wirklich brillant und originell, aber permanent diese Vulgärsprache lesen zu müssen, war für mich auf Dauer doch zu viel und schlichtweg nervig. Fazit Natürlich spaltet Bernemann, als „Enfant terrible der deutschen Literatur“ tituliert und vom Feuilleton gänzlich ignoriert, seine Leserschaft in absolute Fans und Gegner! Um sich ein wirkliches Urteil erlauben zu können, sollte man Bernemann gelesen haben. Zu empfehlen ist dieses Buch allen, die Interesse an einer absolut innovativen Schreibe haben, Freude an konfrontativen provokanten Texten haben und auch an einer absolut nihilistischen Lebenseinstellung Gefallen finden! Abschließend kann ich nur sagen, dass mir das Buch leider nicht besonders zugesagt hat!

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  • Rezension zu "Asoziales Wohnen" von Dirk Bernemann

    Asoziales Wohnen
    buchfeemelanie

    buchfeemelanie

    12. December 2012 um 19:52

    Wohnst du nur oder bist du schon Asozial ? Das Buch war so ziemlich das, was ich auch erwartet habe. Einblicke hinter geschlossene Türen, die mich zum Nachdenken bewegen. Das die Bewohner hier nur in einem 8 - Pateienhaus leben, hat mich gar nicht gestört. Einige Personen und deren Schicksale haben mir gut gefallen. Zum Beispiel war ich vom älteren Ehepaar sehr gerührt. Dies fand ich auch von allen Schicksalen die autentischsten. Und diese habe ich wirklich gerne gelesen. Teilweise war ich aber auch angeekelt, z.B. wenn sich die Mutter auf dem Knie von ihrem Sohn befriedigt. Manche Geschten haben mich aber auch wirklich 0 interessiert. Der Schreibstil ist manchmal ein bisschchen holpprig. Die Anzahl der Rechtschreibfehler leider ziemlich groß. Was mich oft gestört hat,war die Sprache.Ich finde es nicht gerade förderlich, ständig das Wort scheiße zu lesen. Auch finde ich es schade, dass ich recht oft den Eindruck hatte. der Autor versucht bestimmte Dinge möglichst primitiv zu beschreiben. Ich bin keine Memme, aber einige wenige Male wurde mir wirklich übel. Das war schon fast übertrieben pervers. Nattürlich gibt es wohl leider solche Fälle, aber dass das dann so primitiv und wiederlich dargestellt wird, da hätte ich Andeutungen besser gefunden. Gerade, da dieses Buch - zumindest mich-zum nachdenken bewegen soll!!! Das Ende fand ich leider sehr fantasielos. Sorry, aber das war so eines der schlechtesten,die ich gelesen habe. Ich habe mir ein Ende erhofft - nein fast schon erwartet - das nicht für jeden Bewohner so glücklich endet. Aber sowas... nee, sorry -.- Ich dachte wirklich " was ist das denn?". Eigentlich wollte ich 3 Sterne vergeben, wegen des wirklich sehr enttäuschenden Endes sind es aber nur 2.

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  • Rezension zu "Asoziales Wohnen" von Dirk Bernemann

    Asoziales Wohnen
    TochterAlice

    TochterAlice

    09. December 2012 um 12:38

    Ein Haus, in dem man nicht leben will, mit dem man im Alltag dennoch konfrontiert wird, das zeichnet Dirk Bernemann in seinem neuen Werk "Asoziales Wohnen". Und Zeichnen ist hier durchaus ernst zu nehmen, ähnelt das Buch, dessen Titel allein schon ein sozialkritisches Fotokunstwerk darstellt, eher einem sozialkritischen Gemälde des Briten Malcolm Morley als einem deutschen oder auch englischen Gegenwartsroman. Ein höchst ungewöhnliches Werk also, in dem die einzelnen Parteien ebenso enthüllend wie verwirrend beschrieben werden. Eigentlich ein Buch, das polarisiert. Ich könnte mir vorstellen, dass die meisten Leser entweder begeistert oder vollkommen ablehnend reagieren, ich jedoch bin irritiert und zwiegespalten. Einerseits berührt mich die zum Teil wirklich poetische Sprache, andererseits frappiert mich die Direktheit. Die Geschichte der einzelnen Bewohner verwischen sich teilweise, verschwimmen ineinander und entwickeln ganz neue Zusammenhänge. Nicht der Stil, den ich gerne lese, um nach einem anstrengenden Arbeitstag Entspannung und Kraft zu gewinnen - auf jeden Fall war es die eher anspruchsvollen Stunden, die recht viel Aufmerksamkeit erforderten, wert: Ich habe eine mir vollkommen neue literarische Welt kennengelernt und kann mir noch überlegen, ob und wie tief ich in diese eintauchen möchte, ob ich mich näher auf Dirk Bernemann und auf sein Umfeld einlassen mag. Sehr zu empfehlen allen Liebhabern innovativen Schreibens und Lesens, all denen, die mit dem Althergebrachten brechen möchten und dazu viel Zeit, Konzentration und starke Nerven mitbringen.

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  • Rezension zu "Asoziales Wohnen" von Dirk Bernemann

    Asoziales Wohnen
    Marcuria

    Marcuria

    05. December 2012 um 19:55

    Zu Beginn möchte ich jedem dazu raten, bei Amazon oder im Buchhandel des Vertrauens in "Asoziales Wohnen" reinzulesen. Die Situationen und Gedanken sowie die dadurch vermittelte Grundstimmung, vor allem aber auch Dirk Bernemanns Schreibstil werden mit Sicherheit nicht jedermanns Sache sein. . "Das Leben ist ein verseuchter Fluss und trotzdem stehen alle am Rand und angeln wie die Doofen. [...] Die ganze Kacke, die wir aus dem Fluss ziehen, die bereiten wir uns schönstmöglich auf, aber die Dinge bleiben, was sie sind, marinierte, getunte, aufbereitete Scheiße. Und wir fressen sie, täglich fressen wir das uns Dargelegte, aus Mangel an Möglichkeiten. Wir krallen uns an Jobs und an Ideen, nur, um nicht in diese brutale Leere zu fallen." (S.82) . Wir überschreiten einen geplasterten Weg, blicken auf ein tristes Gebäude und befinden uns schließlich in einem Haus mit 8 Wohnungen, in denen insgesamt 15 Bewohner und Bewohnerinnen ihr Dasein fristen, die jüngste 5, die älteste 87 Jahre alt. Sieben Tage lang, Montag bis Sonntag, laufen wir die Treppen rauf und runter, werfen nacheinander einen Blick in die einzelnen Wohnungen und erleben dort Menschen, die nur noch auf ihr Ende warten, die sich tagtäglich in auslaugende Jobs quälen, am liebsten aus ihrem Leben flüchten würden, die vereinsamt sind, sich abschotten, abschießen, verschließen, verzweifeln oder auch schon kurz vor einem Nervenzusammenbruch stehen. Es fällt schwer, sich nicht sofort wieder umzudrehen, die Türen und Blicke zu verschließen und ins kuschlige Heim, zu den guten Freunden, ins angenehme Leben zurückzukehren. Doch vermutlich werden wir mehr erfahren wollen, werden bleiben, denn der Drang, sich das Leben fremder Menschen anzuschauen, es zu bewerten und sich im besten Fall in seiner eigenen Haut ein wenig wohler zu fühlen, dürfte in nahezu jedem von uns stecken. . Dirk Bernemanns Schreibstil erscheint mir in seiner Direktheit sehr passend zu dem oft schwer verdaubaren Inhalt. Sätze wie das obrige Zitat tauchen desöfteren auf, fügen sich allerdings gut in das Gesamtkonzept ein und wechseln sich ab mit gelungenen Metaphern sowie interessanten Ausdrücken wie beispielsweise dem Stapeln von Fleisch in Beton, dem Nutzen des Grundrechtes auf Eigenverwahrlosung, der Sentimentalfahrt oder dem Menschen, der so nutzlos ist wie ein Legostein im Playmobil-Land, wodurch ein gutes Gesamtbild entsteht, auch wenn der Autor stellenweise danebengreift oder übertreibt. Manche Formulierungen klingen zwar gut, sind aber sinnfrei, einige Satzkonstruktionen erscheinen sehr holprig, die meisten Sätze sind sehr kurz sowie durch zahlreiche Kommas und Punkte abgetrennt. (bspw auf S. 6: 21 Kommas + 21 Punkte in nur 28 Zeilen) Letzteres bringt selbstverständlich Schnelligkeit in den Lesefluss, doch manchmal wäre hier weniger mehr gewesen. Das gleiche Motto trifft auch auf das leider nicht durchgehend gelunge Ende zu (über das ich in einer Rezension aber keine weiteren Worte verlieren möchte). Insgesamt weiß das Buch aber doch auf interessante Art zu fesseln, hat mich unterhalten und so einen guten Gesamteindruck hinterlassen. . "Asoziales Wohnen" lege ich denjenigen ans Herz, die ein gesundes Maß an Schaulustigkeit besitzen, die aber auch an einer negativen Grundstimmung, welche das Buch beinahe durchgehend durchzieht, Gefallen finden können.

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  • Rezension zu "Asoziales Wohnen" von Dirk Bernemann

    Asoziales Wohnen
    Powderfinger

    Powderfinger

    04. December 2012 um 20:55

    Möchten wir in diesem Haus wohnen? Sicher nicht. Aber mal hinter die Wohnungstüren schauen und den Katastrophen zusehen, die sich hier abspielen, das möchten wir irgendwie schon. „Asoziales Wohnen“ handelt von harten Bedingungen und traurigen Gestalten in einem trostlosen Mehrfamilienhaus. Die Menschen versuchen vergeblich, ihr kleines bisschen Glück zu finden und scheitern zum großen Teil, allerdings mit Ausnahme des dort auch lebenden Autors, hier wollte Dirk Bernemann seinem Alter Ego offensichtlich ein besseres Schicksal gönnen als seinen Nachbarn. Der schonungslose Blick , die harte Sprache und die zwar zynische, aber doch verständnisvolle Beschreibung der Sehnsüchte der Protagonisten, und sogar die absurden Eskalationen zum Schluss haben mir gefallen. So ist vielleicht das Leben für viele Menschen, hoffen wir mal, daß unseres besser ist.

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  • Rezension zu "Asoziales Wohnen" von Dirk Bernemann

    Asoziales Wohnen
    silberfischchen68

    silberfischchen68

    01. December 2012 um 08:53

    Nach der Beschreibung habe ich ein Buch erwartet, das sich mit dem Zusammenleben von Menschen auf engstem Raum befasst, mit Zwangsgemeinschaften in einem Mietshaus in dem jede Mietpartei ihre eigenen Vorstellungen vom "glücklichen Leben" hat. Nicht erwartet hatte ich ein Buch, dessen Autor den Unterschied zwischen provokant und primitiv geflissentlich ignoriert. Dreimal das Wort Scheiße in einem Satz macht eben noch keinen Bukowski - und die Fäkalsprache schockiert heutzutage auch nicht mehr wirklich jemanden, sie ist einfach nur noch überflüssig und nervt. Das Buch ist durch und durch pessimistisch, Lichtblicke Fehlanzeige.... Die handelnden Personen kommen jeweils aus einer bestimmten Schublade und wurden vom Autor genüsslich mit allen Klischees und Vorurteilen ausgerüstet, die nach Stammtischmeinung zu "solchen Leuten" gehören. Wo ich gerade beim Wort "handelnden" war: nein, die Handlung ist nicht weiter erwähnenswert. Der Schreibstil ist holprig...in Bezug auf Rechtschreibfehler stellt das Buch allerdings einen einsamen Rekord auf, der wird nicht so schnell zu knacken sein. Fazit: Für unverbesserliche Optimisten wie mich bleibt nur ein Kopfschütteln...vielleicht vor allem auch weil ich beruflich mit "solchen" Menschen zu tun habe, denen in diesem Buch jeder Respekt und jede menschliche Würde verweigert wird.

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  • Rezension zu "Asoziales Wohnen" von Dirk Bernemann

    Asoziales Wohnen
    summer22

    summer22

    29. November 2012 um 13:57

    in ´asoziales wohnen` gibt der autor einblick in das leben der bewohner eines 9 parteien wohnhauses und dort erwartet einen nicht immer schönes. man bekommt einblick in die gefühlswelt der bewohner und ihrer schicksale, doch manchmal genügt ein blick hinter die fassade, um zu wissen, dass man die tür am liebsten gleich wieder zuschlägt und nicht mehr öffnen möchte... ich denke ich hatte komplett andere erwartungen zum buch, als der roman tatsächlich hergibt, dabei sind die ansätze gar nicht mal so schlecht, aber der düstere zynische ton, der auf die dauer genauso langweilt, wie die derbe sprache verderben dann doch den lesespass und ein thema, aus dem man hätte mehr machen können.

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  • Rezension zu "Asoziales Wohnen" von Dirk Bernemann

    Asoziales Wohnen
    micluvsds

    micluvsds

    28. November 2012 um 14:57

    Das Versprechen, einen Blick hinter die verschlossenen Türen verschiedener Wohnungen zu blicken, klang spannend. Wahrscheinlich waren aber meine Erwartungen an das Thema einfach zu abweichend zu dem, was mich in dem Buch "Asoziales Wohnen" von Dirk Bernemann dann erwartet hat. Zum Inhalt: im Laufe einer Woche wird täglich ein Blick in 8 verschiedene Wohnungen eines Hauses und deren Bewohner geworfen. Da haben wir ein älteres Ehepaar, dass sich nichts mehr zu sagen hat. Einen 38 Jahre alten Mann, dernoch bei seiner Mutter lebt und als MC S mit einer Dreizenjährigen chattet. Ein Elternpaar mit einem 5-jährigen Mädchen, das nicht spricht. Eine alleinstehende Frau. Eine Familie mit drei Kindern. Ein Autor. Ein junger, gut aussehender Mann, Und unter dem Dach ein Mann mit einem entstellten Gesicht, der sich von der Außenwelt abschottet. Die Bewohner leben alle innerhalb der in den Wohnung bestehenden Gruppen für sich und kennen offenbar die Nachbarn nicht, wobei im Laufe des Buches einige Beziehungen zwischen den einzelnen Wohnparteien entstehen. Eigentlich eine Konstellation, die für das Thema viel versprechend ist. Allerdings schreibt der Autor weitestgehend in Fäkalsprache, und er zeichnet ein unheimlich düsteres Bild dieser Personen und ihres Lebens, so dass mir dadurch der Spaß am Lesen vergangen ist. Außerdem gab es teilweise einige Sprünge innerhalb der einzelnen Kapitel, die für mich unlogisch und nicht verständlich wirkten. Es ist , wie bereits gesagt, vermutlich meine Schuld, da ich wohl andere Erwartungen hatte. Dennoch kann ich dem Buch keine besonders gute Bewertung geben, da es mir eben nicht wirklich gefalen hat.

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