Dirk Bernemann Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2

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Inhaltsangabe zu „Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2“ von Dirk Bernemann

„Guten Tag, die Welt liegt in Trümmern.“
So lautet die Begrüßung des Autors, bevor er einen hinabreißt in die Abgründe der Welt. Mit seinem literarischen Skalpell zelebriert er ein Massaker des Lebens, das fasziniert, um gleichzeitig abzustoßen. Wie in Tarantinos „Pulp Fiction“ reihen sich scheinbar zufällige Ereignisse aneinander, um später wieder aufgenommen zu werden. So spinnt sich ein roter Faden – und bald ist klar, dass Blut den Faden so rot schimmern lässt.
Mit einer exklusiven Zusatzstory

Ganz unterhaltsam, mir aber etwas zuuu philosophisch. Die Geschichten an sich aber echt Top!

— __buecherliebe__

Schonungslos, brutal und verdammt gut.

— Fortune

Ein Pulp Fiction mit harter, derber Sprache und krassen Stories, die keinen Kalt lassen!

— Raven

Grausame Welt in der wir da Leben - ein Buch was man weglegt & noch lange drüber nachdenkt !

— Marlee3007

Es war ein verstörendes Buch. Genial geschrieben, schnell zu lesen.

— paschsolo

Ein krankes Buch – und das ist gut so! Mit genialer, verstörender Wortakrobatik lässt es in den Abgrund der menschlichen Seele blicken.

— IzzyBelle

Schaurige Kurzgeschichten aus unterschiedlichsten Perspektiven. Krank und abstoßend, aber aufhören kann man auch nicht..

— Nadjada

Verstörend, erschreckend & vollkommen negativ entspricht dieses Buch trotzdem vollkommen dem Handeln und Denken der heutigen Gesellschaft.

— RosaZuckerschnecke

Es ist wie ein großer Unfall - eigentlich finde man es ganz schrecklich, aber wegschauen kann man auch nicht.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Der Titel des Buches hält aufjedenfall was es verspricht: frei Schnauze und kein Blatt vor den Mund!

— Keepsake

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  • Die Geschichten sind TOP!

    Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2

    __buecherliebe__

    20. January 2018 um 14:17

    + Storys+ Zusammenhang- Zu viel Philosophie - GedichteUnbedingt wollte ich das Buch auch mal lesen, weil die Rezensionen dazu doch recht gut sind, also wollte ich mich auch daran versuchen.Ich bereue es nicht! Die Geschichten finde ich sehr gut und den Zusammenhang zwischen den Geschichten ist echt super! Das hat mir sehr gut gefallen. Schrill, brutal und so gut...Hier merkt man, dass eine Kleinigkeit, die uns zustößt oder die wir machen, sich auch auf ein anderes Leben übertragen kann und so ist es doch tatsächlich im realen Leben.Die Geschichten wurden nie zu langweilig, bei jeder davon steckt ein gewisser Sinn dahinter und mich persönlich hat es echt unterhalten.Womit ich aber ab und zu meine Probleme hatte, war die ZUUUU ÜBERTRIEBENE Philosophie. Es war für mich einfach "too much" und hätte doch nicht immer sein müssen. An diesen Stellen hat sich das für mich nur mühsam lesen lassen und ich wollte die Stellen so schnell wie möglich loswerden.Auch die Gedichte waren nun wirklich nichts Besonderes oder sogar überflüssig, da hätte man die Seiten wirklich anders vollpacken können.Für mich waren es Haus-Maus-Gedichte, Hauptsache gereimt. Eine Tiefe konnte ich darin nicht erkennen, auch wenn es eigentlich geplant war.Trotzdem, abgesehen von diesen "schlechten" Punkten, war es ein interessantes Buch und ich würde es auch weiterempfehlen, weil die Geschichten wirklich toll sind.

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  • Rezension zu "Ich hab die Unschuld kotzen sehen"

    Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2

    Fortune

    25. October 2017 um 15:44

    Klappentext: „Guten Tag, die Welt liegt in Trümmern.“ So lautet die Begrüßung des Autors, bevor er einen hinabreißt in die Abgründe der Welt. Mit seinem literarischen Skalpell zelebriert er ein Massaker des Lebens, das fasziniert, um gleichzeitig abzustoßen. Wie in Tarantinos „Pulp Fiction“ reihen sich scheinbar zufällige Ereignisse aneinander, um später wieder aufgenommen zu werden. So spinnt sich ein roter Faden – und bald ist klar, dass Blut den Faden so rot schimmern lässt. Rezension: Wer sich auf Dirk Bernemanns Werk „Ich hab die Unschuld kotzen sehen“ einlässt, taucht in eine Welt, die brutal inszenierter und gleichermaßen fesselnder nicht sein könnte. Eine Aneinanderreihung von schonungslos abgründigen Kurzgeschichten, in denen den einzelnen Protagonisten mit jedem erdenklichen Nachdruck, der Spiegel der Gesellschaft vorgehalten wird. Während des Lesens hatte ich oft das Gefühl, dass das Leben es liebt, das Messer zu versenken und die Klinge abzubrechen. Dirk Bernemann trifft punktgenau den Nerv, der von unserem medialen Umfeld, systematisch unter Verschluss gehalten wird. Kontinuierlich aber nicht weniger beängstigend zieht sich eine rote Richtschnur durch die unterschiedlichsten Schichten eines jeden Kapitels um sich am Endpunkt wieder zu einem Ganzen zu fügen. Mit einer Wortwahl, die in anderen literarischen Werken nicht gebräuchlich ist, zieht dieses Buch seinen Leser vollkommen in den Bann, um ihn dann unzerkaut wieder auszuspucken. Selten hat mich das Geschriebene so fasziniert und schlussendlich noch über einen längeren Zeitpunkt zum Nachdenken angeregt.

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  • Derb und hart!

    Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2

    Raven

    16. July 2016 um 21:17

    Das Buch "Ich hab die Unschuld kotzen sehen I und II" von Dirk Bernemann ist ein 256 Seiten langes Softcover vom Heyne Verlag Hardcore Reihe.Dirk Bernemann hat hier ein Pulp Fiction Buch geschrieben mit unterschiedlichen Stories, die alle miteinander verbunden sind.  Es sind krasse Geschichten die das Leben schreibt. Seite für Seite erleben wir die Dummheit der Menschen und Extremschicksale von Mensch und Tier in unglaublich blutvollen Wortkreationen.Dieses Buch ist ein  Pulp Fiction mit harter, derber Sprache und krassen Stories, die keinen Kalt lassen. Obwohl ich ziemlich abgehärtet bin was das elendige Leben und seine Schicksale und Ungerechtigkeiten angeht, musste ich bei ein paar Szenen, die sehr detailliert geschildert werden, doch schlucken. Das Buch berührt, schockiert, regt zum Nachdenken und Umdenken an. Teil 2 fand ich noch härter als Teil 1, aber  beide Teile sind sehr individuell, speziell und auf ihre Art und Weise genial. Fazit: Ein Pulp Fiction in derber, harter Sprache, der berührt, aufrüttelt, bewegt und zum Nachdenken und Umdenken anregt! Nichts für schwache Nerven! Absolut individuell, speziell und lesenswert!

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  • Wie tief kann ein Mensch sinken ?

    Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2

    DarkOwl

    13. January 2016 um 07:54

    < Das Gelage dieser Tage. Wir liegen mit mehr Krebszellen als Verstand im Kopf auf diesem durchgeficktem Spermüllsofa, Wir sind Engel, die Verführer, die Verführten des Amokzustandes, mancherortens fälschlicherweise Leben genannt. Um uns schießt Dummheit wie vergiftete Pflanzen aus krankem Boden. Sie liegt wie tot in meinem Arm. Liebe ich sie ? Sie atmet einen süßlichen Duft, den Cocktail aus Fastfoodkotze, Magenschleimhautentzündung, Billigwhiskey und meinen Küssen.>> Das Leben ist Krieg. Der Krieg hat uns alle leer gemenscht, kaputtgeKRIEGt. Das Leben ist kein Krieg, sondern Sehnsucht, irgendwas zwischen Verachtung und Liebe! Das Leben ist Krebs, er zieht Metastasenstrassen durch meinen Leib. Das Leben ist Konzentrationsamok, ein Garten rot blühender Neurosen. Und ich bin der Menschenkarton mit chemischem Inhalt. All das geschrien, während Genitalien sich duellieren… Cover Beide Bilder sind passend gewählt zur Darstellung der Unschuld, die es in diesen Büchern definitiv nicht zu finden gibt. Die Realität ist brutal… Hier gibt es keine rosa-rote Brille durch die man hin durch sieht. Jegliche Seifenblasen und derartige Denkweisen werden auf brutalste Weise zerstört. Dirk Bernemann zeigt die tiefsten Abgründe, die ein Mensch nur haben kann und das auf schonungslose Weise. Hier wird nichts geschönt, weder der Inhalt, noch die Sprache. Hier wird mit Brutalität nur um sich geschmissen und das macht das Buch so nah. Es wirkt sehr echt, es lässt einem selbst diese Emotionen und den ganzen Hass spüren. Bernemann hat eine derartige Sprachgewalt, die sich gnadenlos durch beide Bücher zieht. Es sind skurrile Geschichten, die einen den Kopf schütteln lassen und diese Bücher garantieren für mehr Gedankengänge ! Im allem sehr guter und vor allem sehr faszinierender Lesestoff, für diejenigen, die auch gewollt sind mal die Brille abzulegen. Aber Vorsicht, die Bücher werden kein Kinderspiel, sie sind der tiefste Abgrund, den man sich vorstellen kann.

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  • Ich hab die Unschuld kotzen sehen

    Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2

    HeatherChii

    12. February 2015 um 19:01

    Der Name dieses Buches ist Programm, denn auch wenn der Autor eine reiche Vielfalt an wunderbaren Worten verwendet, so ist 'Ich habe die Unschuld kotzen sehen' kein Buch für schwache Nerven. In kurzen, prägnanten Sätzen werden die verschiedensten und krassesten Situationen nicht gerade harmlos umschrieben und somit jeden Leser, dem diese Art von Literatur gefällt, auf jeden Fall bei der Stange halten. In dem Buch finden sich mehrere Kurzgeschichten, die unter anderem von Themen wie Drogen, Sex und Suizid handeln, die durch dünne rote Fäden miteinander verknüpft werden und man als Leser immer wieder feststellt: 'Ah, das ist doch der Kerl aus der Geschichte davor'. Beide Teile in diesem Band enthalten zusätzlich zu den Kurzgeschichten noch eine kleine Anzahl an Gedichten, die vielleicht nicht jedem gefallen werden und ein Interview des Autors in seinem ganz persönlichen Stil wiedergegeben. Trotz der Gefahr über einige Trigger zu stolpern sollte man einen Blick in dieses unschöne schöne Buch werfen und selbst entscheiden, ob es einem gefällt oder nicht. Mir hat es gefallen.

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  • das Böse in Person

    Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2

    dominona

    17. October 2014 um 18:10

    Dieses Buch ist nichts für Menschen mit Depressionen! Es ist eine brutal geschilderte Abfolge von Schiksalen, die zu dem Gedanken verführen: Oh Gott, jetzt kann es nicht mehr heftiger werden - und das denkt man wieder und wieder. Fast überall sind Drogen im Spiel oder aber es wird durch eine egoistische Handlung eines anderen Menschen eine Teufelsspirale losgetreten, sodass ein Leben nach dem anderen den Bach runtergeht und der Leser darf zusehen. Das Böse im Menschen. Von der Masse an Grausamkeit ist mir zwischendurch regelrecht übel geworden.

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  • Ich hab die Unschuld kotzen sehen

    Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2

    Frl-Jette-Babette

    26. February 2014 um 10:41

    Pressestimmen: "Was liest der Serienmörder vor dem Einschlafen? Welches Handbuch für Psychopathen gehört in die Bibliothek jeder forensischen Klinik? Die Antwort könnte dieses Buch sein. [...] Ich konnte es nicht ertragen." (Gothic) Inhalt: Paar Kurzgeschichten die alle irgendwie einen Zusammenhang haben.Hintere Seiten: Gedichte Meine Meinung: Dieses Buch spaltet wohl die Gemüter. Ich fande es toll, andere werden es Sinnlos und Geschmacklos finden. Aber ich fande die harte, starke und brutale Sprache mit der der Autor schreibt einfach nur ehrlich. Detailliert wird beschrieben, wie der Mensch sich selbst oder andere zerstört. Man erfährt, wie abgrundtief eine Menschenseele sein kann. Fazit: Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der mal Lust auf etwas neues hat. Der gerne provokante Geschichten liest und einfach mal wissen möchte, wie es auf der anderen Seite der Gesellschaft aussieht

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  • Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2

    Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2

    GothicQueen

    19. June 2013 um 15:14

    Ich liebe dieses Buch! Ein absoluter Klassiker! Ich hab es inzwischen zwei Mal gelesen. Es war das beste/die besten von Bernemann. Ich würde es jedem empfehlen, der es gern etwas ausgefallener mag. Teilweise kurz und knackig, teilweise etwas ausführlicher, aber immer genau richtig, und das ist die Hauptsache, sind die einzelnen Kapitel verfasst worden. Dieses Buch hat mich zum Dirk Bernemann Fan gemacht, wenn auch leider nicht alle Bücher im selben Stil geschrieben worden sind, wie dieses hier. 

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  • Rezension zu "Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2" von Dirk Bernemann

    Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. December 2012 um 22:21

    Ich hab mich kotzen sehen, als ichs gelesen habe.. Und falls jemand meint: "Ach, das hast du nicht verstanden!" - Doch, ich habs verstanden, aber es ist einfach nur Unrat!

  • Rezension zu "Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2" von Dirk Bernemann

    Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2

    Duffy

    16. February 2012 um 18:46

    Nahtlose Fortsetzung von Teil 1 (s.dort ausführliche Rezension). Der Verlag Heyne Hardcore bietet beide Teile in einem Band an, noch ergänzt mit einer Bonusstory sowie einigen ergänzenden Gedichten.

  • Rezension zu "Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2" von Dirk Bernemann

    Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2

    Dandelion

    17. July 2011 um 19:05

    Bernemann zeigt einem mit diesem Buch die inneren Abgründe der Menschheit. Man möchte gar nicht aufhören zu lesen, da die geschilderten Facetten des Menschen soviel Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
    Der Schreibstil ist zwar am anfang etwas ungewohnt, aber ich finde, es passt sehr gut zum Inhalt: anders aber faszinierend.

    Wird auf jeden Fall seinen Stammplatz in meinem Regal behalten (;

  • Rezension zu "Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2" von Dirk Bernemann

    Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2

    tanja-friesenfrau

    23. May 2011 um 08:24

    GENIAL!!!!!
    Mal ein ganz andere Schreibstil, der aufwecken und aufrütteln soll.
    Es öffnet einem die Augen, wie die Welt wirklich aussieht, nimmt einem die rosarote Brille ab, und die einzelnen Geschichten verbinden sich dann doch miteinander.
    Die beste Art zu beschreiben, was Schicksal ist!

  • Rezension zu "Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2" von Dirk Bernemann

    Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2

    Emma.Woodhouse

    07. April 2011 um 09:55

    Schockierend, ehrlich, brutal und sicher nicht für jeden!
    Dieses Buch ist sprachgewaltig aber auch nichts für schwache Nerven. Schonungslos und furchtlos werden über Tod, Sex und das Leben geschrieben. Der Autor benutzt dabei eine teils derbe, ehrliche und treffende Sprache aber damit zeigt er wie das Leben ist.
    Treffender kann man unsere Welt nicht darstellen.

  • Rezension zu "Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2" von Dirk Bernemann

    Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2

    Schattenkaempferin

    02. February 2011 um 09:51

    Auf dem Cover ein blondes Püppchen mit großen Augen, das beim ersten Hinschauen an “Chucky” erinnert, neben einem relativ unschönen und irgendwie widersprüchlichen Buchtitel – schon allein durch die Aufmachung des Sammelbandes seiner ersten beiden Bücher erregt Dirk Bernemann Aufmerksamkeit. Mit sehr viel Charme, trockenem Humor und einer gehörigen Portion bissigen Sarkasmus prügelt Bernemann geradezu auf die heutige Gesellschaft ein, die nach außen immer den schönen Schein bewahrt, innerlich jedoch bis zum Himmel stinkt und immer weiter ver- und zerfällt. Der Einleitungssatz seiner Begrüßung – „Guten Tag, die Welt liegt in Trümmern.“ – trifft es wie ein Hammer den Nagel auf den Kopf. Es passt wie die Faust aufs Auge, wie der Arsch auf den Eimer. In diesem Buch vereinte „Einzelschicksale“, die doch alle irgendwie miteinander zusammenhängen, zeigen sehr deutlich, wie nah man jeder unbekannten Person eigentlich steht. Ich hab die Unschuld kotzen sehen ist ein „Wer kennt wen?“ in einer unschönen Variante der Wahrheit. Bernemann lässt die Leser in seinen Büchern hinter die Fassaden der Menschheit blicken und zwingt sie so, ihre Umwelt zu hinterfragen. Die einzelnen Protagonisten Bernemanns sind allesamt arme, bemitleidenswerte Kreaturen – man bekommt einen Blick hinter die Kulissen und stellt fest, dass die Unterschiede zwischen den menschlichen Abgründen doch gar nicht so groß sind. Trotz der jämmerlichen Geschichten sind die einzelnen Charaktere sehr liebevoll gestaltet. Es macht Spaß, die „Gedanken“ zu verfolgen und ihnen entweder beizupflichten oder sich seinen ganz eigenen Teil dazu zu denken. Durch den roten Faden, der jede Geschichte auffädelt, miteinander verbunden entsteht ein Handlungsnetzwerk, wie es so viele unterschiedliche Personen selten ausgemacht haben. Obwohl man das gar nicht möchte, glaubt man dem Autoren, der einem die wahre Hässlichkeit des Menschheits-Gesichts so deutlich nahebringt. Man betrachtet sich und sein Handeln kritischer; und genau das ist wohl auch das Ziel Bernemanns: bewussteres Wahrnehmen der eigenen Person und anderen; kritisches Auseinandersetzen mit der Welt, in der man „lebt“ und jeden Tag ein bisschen stirbt; Hinterfragen der Gesellschaft. Es ist schwierig, dabei die Waage zu halten und nicht zu misstrauisch zu werden, doch Bernemann zeigt auf, mit welcher Blauäugigkeit die Menschheit heutzutage durchs Leben geht. Oder durch das, was wir Leben nennen. Als besondere Gimmicks sind in dieser Ausgabe eine exklusive Verbindungsstory, die eine Brücke zwischen Band 1 und Band 2 (Und wir scheitern immer schöner) schlägt, sowie zahlreiche, ebenfalls sehr kritische, bisher unveröffentlichte Gedichte enthalten. Auch Personen, die normalerweise nichts mit Lyrik anfangen können, werden diese Art der Gesellschaftskritik lieben. Fazit: Dieses Buch wird nicht jedem gefallen und viele haben mit Garantie etwas an der Art, wie Bernemann sich äußert, auszusetzen. Bernemann schafft es, eine sarkastische, aber unaufdringliche Gesellschaftskritik unter die Leute zu bringen. Als Leser fühlt man sich nicht dazu genötigt, seine Ansichten zu teilen, man spürt jedoch die leichten Stöße in Richtung veränderter Denkansätze. Wertung: viereinhalb Sterne Handlung: 4/5 Charaktere: 4/5 Lesespaß: 5/5 Preis: 5/5

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  • Rezension zu "Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2" von Dirk Bernemann

    Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1+2

    Binea_Literatwo

    25. January 2011 um 09:28

    Mein Kopf schwirrt und ich bin fasziniert von dem soeben gelesenem. Krass. Das einzige Wort, was ich nach der letzten Seite über die Lippen bringe. Faszination über so viel Grausamkeit, soviel Blut, soviel Elend, soviel Gewalt, soviel Hass. Faszination über diesen Schreibstil. Kurze prägnante Sätze. Knallharte Fakten und Tatsachen. Unverschönt und nackt auf wenige Seiten geschrieben und doch mit einer Poesie versehen, die ich vorher in dieser Art nicht kannte. „Lieber will ich hier im Sessel Hera Linds Gedankenkotze auflecken.“ Gedanken- und Gefühlsstrudel - hat man sicher bei jedem Buch, aber nicht so extrem wie bei diesem. Der rote Blutfaden zieht sich durch alle Geschichten, jede einzelne Geschichte gehört zu der davor und der danach. Wenige Worte reichen um gewaltige Bilder im Kopf zu erzeugen, wenige Wörter um Gefühle zu erzeugen, die voller Schmerz sind. Abartige Bilder, asoziale Menschen, Realität wie es sie dennoch gibt und unnormale Gedankengänge, wie wir sie alle aber ab und an haben. Einzigartig. Literatur die weh tut, weh tun soll. Klartext, knallharter und ehrlicher Klartext ohne jede Verschönerung oder Verzierung. Ich bin gepackt, Dirk Bernemann hat mich sozusagen in seiner Gewalt und ich kann das Buch nicht weglegen. Ich will wissen, ja, ich will wissen was als nächstes passiert. Wer wird der nächste sein, was für eine Tat wird folgen, welche Verbindung hat die gerade gelesene Geschichte mit der nächsten oder gar der davor. Ob Polizist, Pfarrer, Bandfrau, Geliebte, Drogenkonsument, Mörder, Obdachloser, Prostituierte – die Romanfiguren sind breit gefächert und jeder dieser Personen könnten wir täglich begegnen, begegnen wir täglich. Liebe, Sex, Gewalt, Hass – ficken, kotzen…Körperflüssigkeiten. Kein einziges Bild was Dirk Bernemann erzeugt, geht spurlos an einem vorbei. Gefühle mischen sich auf jeder gelesenen Seite neu zusammen und werden immer explosiver. Im Anschluss gibt es Lyrik und anderes von Dirk Bernemann – diese Seiten geben nochmals zu denken und sollte man auf keinem Fall außer Acht lassen. Ich will einfach nur mehr, ja, ich will mehr, mehr, mehr und der dritte Teil ist bald auf dem Buchmarkt zu finden. „Sei dir sicher Mein Herz ist entsichert Sei dir gewiss Kein Hindernis Ist unsprengbar. Entflammbar ist Was uns umgibt Und nichts kann falsch sein Was sich liebt Verhängnisvoll.“

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