Ich hab die Unschuld kotzen sehen

von Dirk Bernemann 
3,8 Sterne bei270 Bewertungen
Ich hab die Unschuld kotzen sehen
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Positiv (184):
Edith_Hornauers avatar

Ein Muss, der der realen Welt in den Rachen schauen kann...

Kritisch (38):
Kareenas avatar

Fand ich sehr enttäuschend. Nette Idee aber schlecht umgesetzt. Der interessante Schreibstil wandelt sich irgendwann in Sprachvergewaltigung...

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Inhaltsangabe zu "Ich hab die Unschuld kotzen sehen"

"Guten Tag, die Welt liegt in Trümmern. Ich sammle sie auf. Errichte daraus neue Gebäude. Konstruiere neue Städte. Kann man wohnen drin. Oder weiträumig umfahren."
So begrüßt einen dieses Stück Literatur, bevor es einen hinabreißt in die Abgründe einer Welt, die in uns etwas zum Klingen bringt, denn sie ist uns sehr vertraut. Es ist unsere Welt! Wenn man Bernemanns Buch liest, kommt es einem vor, als hätte man uns endlich die rosa Brille abgenommen, ja vom Kopf geprügelt. In einer poetischen Klarheit zelebriert er ein Massaker des Leben, dass fasziniert, um gleichzeitig abzustoßen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783937536590
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:116 Seiten
Verlag:U-Line UG
Erscheinungsdatum:03.01.2005
Das aktuelle Hörbuch ist am 19.03.2007 bei U-Line UG erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Edith_Hornauers avatar
    Edith_Hornauervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Muss, der der realen Welt in den Rachen schauen kann...
    Greift zu!

    Dirk Bernemann, ein Autor mit besonderem Denken. Er beschreibt die Welt wie sie ist aus seiner Sicht. Seine wörtliche Ausdruckskraft ist einmalig. Er beschön nichts, ist mitten unter uns. Ich nicke beim Lesen, vergesse zu atmen und verliere mich...

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    Yoyomauss avatar
    Yoyomausvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Fesselnd, schockierend, genial
    Fesselnd, schockierend, genial

    Zum Inhalt:
    "Guten Tag, die Welt liegt in Trümmern. Ich sammle sie auf. Errichte daraus neue Gebäude. Konstruiere neue Städte. Kann man wohnen drin. Oder weiträumig umfahren." So begrüßt einen dieses Stück Literatur, bevor es einen hinabreißt in die Abgründe einer Welt, die in uns etwas zum Klingen bringt, denn sie ist uns sehr vertraut. Es ist unsere Welt! Wenn man Bernemanns Buch liest, kommt es einem vor, als hätte man uns endlich die rosa Brille abgenommen, ja vom Kopf geprügelt. In einer poetischen Klarheit zelebriert er ein Massaker des Leben, dass fasziniert, um gleichzeitig abzustoßen.

    Er sitzt auf seinem Sofa mit seiner Freundin. Sie haben wieder zu viel getrunken und die Wut kommt in ihm auf. Er will sie zerstören. Er hasst sie. Und so verteilt sich ihre Hirnmasse auf den Fliesen, was wenig später den Kommissar auf den Plan ruft. Doch auch er hat ein Geheimnis, was wiederum den Auftragskiller auftauchen lässt. Als dieser nicht wieder auftaucht ist seine Freundin und Prostituierte mit den Nerven am Ende... und so zieht sich der rote Faden immer mehr durch die kurzen Episoden der Geschichte.


    "Ich habe die Unschuld kotzen sehen" ist ein Buch, welches mich hat ein paar mal den Atem anhalten lassen. Das Buch ist wirklich sehr anschaulich geschrieben und allein durch die Handlungskette einfach nur genial. Zwei Protagonisten geben sich jeweils immer die Klinke in die Hand. Sei es nun durch eine zufällige Begegnung oder durch mehr Kontakt. So treffen wir auf einen jungen Bengel der mit seiner Freundin kein Kind will. Sie hat die Idee das Kind mit einer Stricknadel zu beseitigen, doch das geht schief und so macht er nichts mehr aus seinem Leben, ganz zum Leidwesen seiner Mutter, die sich nun fortan um ihn kümmern muss und so weiter. Dirk Bernemann beschreibt die Geschichten so detailliert, dass man das Gefühl hat direkt neben den Protagonisten zu stehen. Man fühlt mit ihnen. Angst, Kummer, Verwirrung, Wut, Ekel, Verzweiflung. Es ist von jeder Emotion etwas dabei und obwohl die Geschichten bisweilen sehr morbide und dunkel sind, machen sie einfach Spaß. Das Buch ist in meinen Augen ein kleines Kunstwerk für sich, denn es behandelt menschliche Abgründe und regt zum nachdenken an. Wirklich gut gemacht.


    Eine absolute Leseempfehlung meinerseits! 5 von 5 Sterne.

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    rynasnows avatar
    rynasnowvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Anders, gewöhnungsbedürftig, auf jeden Fall lesenswert!
    Anders

    Ich habe bisher kein anderes Buch gelesen, dass diesem ähnelt. Es sind im Prinzip tragische Kurzgeschichten, die in irgendeiner Art und Weise miteinander verbunden sind, mal mehr und mal weniger. Diesen roten Faden, der sich bis zum Schluss durchzieht, erkennt man manchmal nicht direkt, weil er in der ein oder anderen Geschichte ein wenig versteckt ist.
    Aber gerade weil das Buch so anders und gewöhnungsbedürftig ist, würde ich es weiterempfehlen. Die Kurzgeschichten sind jede für sich interessant, das Gesamtbild macht deutlich, wie jeder mit jedem verbunden ist, auch wenn es eine winzige Kleinigkeit ist.

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    PrincessCrissas avatar
    PrincessCrissavor 5 Jahren
    "Ich habe die Unschuld kotzen sehen" von Dirk Bernemann

    Dieses Buch zu beschreiben, ist wirklich schwierig. Fakt ist jedoch: es hat mich nicht mehr losgelassen. Es ist lustig und traurig, anziehend und abstoßend zugleich. Es thematisiert die Leben mehrerer ganz unterschiedlicher Menschen, die durch schicksalhafte Ereignisse plötzlich miteinander verbunden sind. Interessant, wenn auch teilweise höchst unrealistisch. Aber auf jeden Fall lesenswert!

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    SomeBodys avatar
    SomeBodyvor 6 Jahren
    Rezension zu "Ich habe die Unschuld kotzen sehen" von Dirk Bernemann

    Ein fast schon geniales Leseerlebnis bescherte mir gleich zu Beginn des Jahres Dirk Bernemann mit seinem kurzweiligen Werk „Ich hab‘ die Unschuld kotzen sehen“. Völlig unerwartet und schonungslos wurde mit brutalem Inhalt und faszinierendem Schreibstil wird dem Leser die Zerstörung des Ichs und der Umwelt vor Augen geführt.

    Fazit: Äußerst abschreckend und mitreißend zugleich!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren
    Rezension zu "Ich hab die Unschuld kotzen sehen" von Dirk Bernemann

    Ich hätte mich beinahe kotzen sehen, wenn ich noch eine weitere Seite hätte lesen müssen.

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    Duffys avatar
    Duffyvor 7 Jahren
    Rezension zu "Ich hab die Unschuld kotzen sehen" von Dirk Bernemann

    Man muss die Sprache von Bernemann nicht mögen, man muss auch die Inhalte in seinem Buch nicht mögen, aber wenn man bereit ist, ein wenig über den Tellerrand der medialen Vorgaben zu sehen und mit absteigt in die Realität, so, wie sie einem ständig auf der Straße und im täglichen Leben begegnet, dann wird man feststellen, dass es genau diese Sprache ist, in der man diese Realität erzählen muss. Bernemanns Anreihung von Episoden, die dann zusammen irgendwie ein Ganzes ergeben, sind keineswegs nur Geschichten von Loosern, die es nicht schaffen, ein "normales" Leben zu führen, sondern sind ein Querschnitt durch die Gruppen, die man gerne links (oder rechts) liegen lässt, weil sie genau das verkörpern, wovor viele Angst haben: die Straße nach unten. Und wenn man das so ausdrückt, wie es empfunden wird, hat man als Schrftsteller genau den Ton gefunden, der dazu passt. Scheiß auf die literarische Kunst.

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    ophelia_fayvor 7 Jahren
    Rezension zu "Ich hab die Unschuld kotzen sehen" von Dirk Bernemann

    Erschreckend ernüchternd und vermutlich genau der Lebensinhalt, der sich hinter vielen Fassaden findet. Sehr traurig.

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    Stundenblumevor 8 Jahren
    Rezension zu "Ich hab die Unschuld kotzen sehen" von Dirk Bernemann

    Viele Kurzgeschichten und tiefe Abgründe.
    Was denkt der Penner, der blutend am Boden liegt und von betrunkenen Jugendlichen fast zu Tode getreten wird?
    Wie fühlt sich ein deutscher Polizist und was treibt ihn an ein deutscher Polizist zu sein?
    90 Seiten Abgründe der Gesellschaft. Tiefenpsychologie?
    Ich hab keine Ahnung von Psychologie. Es lag für mich nur so nahe, denn dieses Buch erzählt von möglichen inneren Konflikten, welche einen Menschen zu bestimmten Handlungen verleiten könnten.
    Wobei hervorgehoben sein sollte, auf welche Art und Weise der Autor dies vermag, mit einem Satzbau und einer Wortwahl derer sich nicht jeder zu bedienen wagt.

    Es gibt am Ende des Buches ein kleines Schmankerl. Gedichte!
    Schöne Gedichte, zum Buch passende Gedichte, schwere Gedichte, viele Gedichte.
    Alle mit einem Ziel: "LEST MEHR GEDICHTE"

    Dieses Buch liebt man oder hasst man. Wenn man sich nach den ersten zwei Kurzgeschichten so richtig eingelesen hat und mit der Ausdrucksweise zu recht kommt, wünscht man sich, das Buch hätte mehr Seiten. Oder man stürzt in den Buchladen, um sich noch ein Buch des Autors zu besorgen.
    Kommt man mit der Ausdrucksweise nicht zurecht dürfte das geliebte Werk bei weitem nicht so gut ankommen.
    Ich finde besonders den Satzbau faszinierend, wenn man denn bei einem Wort mit Satzzeichen davon reden kann.

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    gurkes avatar
    gurkevor 8 Jahren
    Rezension zu "Ich hab die Unschuld kotzen sehen" von Dirk Bernemann

    Oft wird uns ein völlig falsches Bild von der Gesellschaft vermittelt. Das wird uns in dem ersten Buch von Dirk Bernemann unbarmherzig vor Augen geführt.
    "Ich hab die Unschuld kotzen sehen" ist ein Kurzgeschichtenband. Die einzelnen Storys sind zwar in sich abgeschlossen, allerdings sind diese auch miteinander verknüpft. Protagonisten aus der einen Geschichte kommen in der nächsten wieder vor und haben dort eine ganz andere Rolle, die den Leser immer wieder staunen lässt.
    Man merkt ganz schnell, dass alle Menschen gleich sind. Das jeder seine eigenen Leichen im Keller hat, auch der Versicherungsvertreter oder der liebende Vater... Egal welches Gehalt man verdient, welchen Beruf man ausübt oder welche Rolle man im Leben spielt, auch Menschen aus der feinen Gesellschaft haben ihre schmutzigen Geheimnisse.

    Nachdem sich der Leser an die harte Wortwahl gewöhnt hat, kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Auch wenn Geschmäcker verschieden sind, kann man sich bei diesem Buch nur für eine Seite entscheiden: Entweder man hasst es oder man liebt es - ich gehöre zu den Liebenden.
    Wer von dem wundervollen Schreibstil des Autors am Ende des Buches immer noch nicht genug hat, wird zum Schluss belohnt. Auf den letzten Seiten findet der Leser verschiedene Gedichte von Dirk Bernemann passend zum Thema.

    Selbst das Cover ist passend gestaltet. Auf der Vorderseite sieht man ein herzallerliebstes, wunderschönes Püppchen mit großen Kulleraugen. Auf der Rückseite ist der krasse Gegensatz abgebildet. Die gleiche Figur, verweint, verwundet und zerstört...

    Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der mal Lust auf etwas anderes hat. Der gerne provokante Geschichten liest und einfach mal wissen möchte, wie es auf der anderen Seite der lieben, feinen Gesellschaft aussieht. Ich liebe dieses Buch und es ist eines meiner absoluten Must haves im Regal!

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