Dirk Bernemann Satt. Sauber. Sicher.

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Inhaltsangabe zu „Satt. Sauber. Sicher.“ von Dirk Bernemann

So dumm kommen wir nicht mehr zusammen»Mein Leben tut weh! Wünsche verschwinden auf Nimmerwiedersehen. Meine Träume stehen mit kaputten Rücken an Wänden. Und die Liebe ist ein Massengrab.« Roland würde seine Abstammung nur zu gern leugnen, sie abwaschen, aber durch jede Pore atmet seine Herkunft. Und was nutzt der schönste Schein, wenn im Inneren alles fault? Dirk Bernemann blickt in seinem ersten Roman in die Abgründe der deutschen Durchschnittsfamilie und ihrer Unfähigkeit zur Kommunikation. Ein Roman, wie er aktueller nicht sein könnte.

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    Satt. Sauber. Sicher.
    Babscha

    Babscha

    24. March 2016 um 20:03

    "Ich fotografiere die Realität", so der Erklärungsversuch des Autors im Abspann seines um sich schlagenden, so sensiblen wie traurigen, einfach durch und durch überzeugenden Erstlingswerks. Und diese dort beschriebene Realität, dieser messerscharfe Blick auf die Gesellschaftsstruktur "hochentwickelter" Industriestaaten am exemplarischen Beispiel unserer eigenen Republik, genau so wie die brutal-ehrliche Sezierung des oftmals reichlich beschränkten Geistes der in ihr lebenden Menschen, alles zeigt ein bekanntermaßen vielschichtiges, kompliziertes und überwiegend verdammt unerfreuliches Bild der Lebensnormalität. In den vielfältigen Vernetzungen der Außenwelt genau so wie im hochintimen, persönlichen Umfeld des Einzelnen. Als Mittel für sein Anliegen, nämlich direkt, respektlos und fortwährend mit dem Finger in der Wunde, dem Leser die zumeist deformierte, unergründliche Psyche und Seele des Menschen mit all ihren negativen Schattierungen plakativ spiegelnd vorzuhalten, bedient sich Bernemann in seinem Buch zweier Handvoll beliebiger Protagonisten, die er in Szene und Interaktion zueinander setzt und sodann sämtlich genüsslich scheitern lässt. So sie sich nicht bereits vorher im freien Fall befanden. Ob deutsches Ehepaar, ignorant wie hasserfüllt-stumm und verblödet in seinem Reihenhaus Richtung Rente vegetierend, ob perspektiv- und zielloser Jugendlicher unterwegs ins Nirgendwo, ob rassistischer Phrasendrescher der Unterschicht, ob drogenunterstützter, innerlich verbrannter Börsenhändler auf dem frühen Weg ins Jenseits, sie alle werden gnadenlos und gekonnt ins Licht gezerrt und demontiert. Dabei lässt der Autor wahrlich keine menschliche Schwäche, Fehlleistung und keinen geistigen Abgrund aus. Macht auch nichts, die Botschaft des menschlichen Scheiterns ob der inneren wie äußeren Unzulänglichkeiten kommt überdeutlich rüber. Die Sprache des Buches ist Bernemann-typisch durchgängig brutal und weitgehend ordinär, aber natürlich als Katalysator seines Inhalts durchaus angemessen. Und die Wortakrobatik und Phantasie des Autors schlägt auch hier wieder alle Rekorde. Wie kann ein Mensch nur so gekonnt mit Sprache umgehen!? Eine hochintensive, so abstoßende wie packende Lektüre, die kraft ihrer Worte den Leser immer wieder im Wechsel abtauchen und schaudern lässt, das ganze Werk eine komprimierte, irgendwie wehmütige Anklage. Aber auch ein Denkanstoß, ein ehrliches Buch voller Wahrheiten, über die der Mensch als Meister des Verdrängens und des Selbstbetrugs im täglichen Einerlei gerne immer wieder hinwegschaut. Bis es dann irgendwann nicht mehr geht. So etwas muss man tatsächlich lesen wollen. Aber wer sich drauf einlässt, bleibt zwar erschöpft, irgendwie aber auch geläutert zurück. Ein echter Bernemann eben.

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  • Satt. Sauber. Sicher.

    Satt. Sauber. Sicher.
    GothicQueen

    GothicQueen

    19. June 2013 um 15:10

    Das Buch war ein Spontankauf an einer Bahnhofs-Buchhandlung. Ich hab es direkt im Anschluss an den Doppelband zu "Ich hab die Unschuld kotzen sehen 1/2" geholt. Ich war so begeistert, dass ich sofort mehr von Bernemann lesen wollte und am Bahnhof gab es nur dieses. Ich habs direkt auf den Weg zur Uni angefangen zu lesen. Es war echt super, noch sehr genau im Stil von "Ich hab die Unschuld kotzen sehen". Auch wenn es schon leicht nachließ. Das Buch gehört jedenfalls zu den Büchern, die Bernemann echt gut gelungen sind. Ich würde es wieder lesen und jedem Bernemann-Fan empfehlen. 

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  • Rezension zu "Satt. Sauber. Sicher." von Dirk Bernemann

    Satt. Sauber. Sicher.
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    18. June 2012 um 21:43

    Schonungslos die Wahrheit schreiben und dabei genau die richtigen Worte treffen. Wer schon immer mal vom wahren Leben etwas lesen wollte, sollte dieses Buch lesen. Sätze wie: "Karla muss kacken." bleiben dann schnell im Kopf hängen.

  • Rezension zu "Satt. Sauber. Sicher" von Dirk Bernemann

    Satt. Sauber. Sicher.
    illunis

    illunis

    25. May 2012 um 01:26

    Typisch Bernemann!! :-) Direkt und Hart... einfach mitten in die Fresse!! Trotzdem wundervolle Wortschöpfungen und einfach von "trockenem Humor" durchzogen! In diesem (seinem?) Genre einfach DER Meister (meiner Meinung nach)!!!

  • Rezension zu "Satt. Sauber. Sicher" von Dirk Bernemann

    Satt. Sauber. Sicher.
    thomas_manegold

    thomas_manegold

    04. May 2011 um 19:24

    WOW! (sprich: Weh Oh Weh!), was für ein Buch! Mit seinem Episodenroman „Satt Sauber Sicher“ traf Dirk Bernemann anno 2008 einmal mehr ins Schwarze... mitten hinein ins sinnentleerte Herz der Nation. Zwar war das Debüt „Ich hab´ die Unschuld kotzen sehen!“ nur eine wilde Aneinanderreihung von Exzessen und Gewaltorgien, doch schon mit „Und wir scheitern immer schöner“, dem zweiten, ebenfalls von Ubooks veröffentlichten Buch, begannen sich zwischen den Geschichten kleine, blutrote Fädchen zu bilden, die jene oftmals tragisch endenden Schicksale kaputter Menschen miteinander verbanden. Nun hat dieses Konzept des Wundenreißens und Blutenlassens definitiv Romanstatus erreicht, denn anders als noch im vorherigen Buch bleibt Bernemann diesmal seinen Protagonisten treu und lässt sie nicht generell, nach einer kurzen Visite ihres Alltags, in ihrem Scheitern allein. Er beginnt seine wie immer rasante Fahrt durch die Abgründe inmitten eines aufgeräumten Landes bei einem frührentengeplagten Ehepaar, das in der Tristesse seiner, von allen guten Geistern und Kindern verlassenen Doppelhaushälfte, vor sich hinvegetiert. Er beobachtet es bei seinen Hassritualen, beim Ersaufen in cholesteringeschwängerter Langeweile und er hält gleich zu Beginn schonungslos drauf. Auf seinem verbitterten und vermehrt traurigen Trip durch diese unsere Welt macht er dann bei den beiden Söhnen halt, die sich mehr schlecht als recht, jenseits der elterlichen Mauern aus Mief und Fernsehunterhaltung, mit ihrer kaputten Kindheit arrangiert haben. Er beobachtet ihr Scheitern und das Zerbröseln ihrer sozialen Strukturen. Menschen scheitern an sich und überhaupt. Dirk Bernemann seziert die Gesellschaft, die ihn und seine Leser gleichermaßen geprägt hat. Das tut er mit der Präzision eines Serienkillers und mit der Gründlichkeit einer Bolzenschussanlage eines vollautomatisierten Schlachthofes. Heraus kommt dabei eine Art Kopfkinofilm, der wie „LA Crash“ nach einem Drehbuch von Sibylle Berg, unter der Regie von Jörg Buttgereit aussieht und gnadenlos Spuren hinterlässt. Nicht alle Protagonisten sterben. Einige trifft es viel, viel schlimmer. Und, so viel sei verraten, einige finden einen Ausweg aus der Hölle, an deren Toren immer noch eine riesige Leuchtreklame das Paradies verspricht. Natürlich bietet auch „Satt Sauber Sicher“ keine Lösungen an. Das Buch ist eine Tatsachenspiegelung durch verbitterte, zynische, wunde Augen. Es geizt nicht mit metaphorischer Zeitkritik. Sein sprachlicher Stil ist dabei zuweilen grob und plakativ, doch an keiner Stelle des Buches trivial. Mag sein, dass Dirk Bernemann beim „Vor-den-Kopf-stoßen“ auch Platzwunden hinterlässt. Das sollte aber, weder diesseits noch jenseits besagter Familiengruften, niemanden vom Lesen abhalten. Ein paar wenige werden vielleicht eine Katharsis erfahren und dafür dankbar sein. Die meisten werden aber Dirk Bernemann hassen, weil er recht hat.

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  • Rezension zu "Satt. Sauber. Sicher" von Dirk Bernemann

    Satt. Sauber. Sicher.
    Schattenkaempferin

    Schattenkaempferin

    02. February 2011 um 09:53

    Im Gegensatz zu seinen Vorgängern begrüßt den Leser Satt. Sauber. Sicher. mit einem recht harmlosen Cover. Der Titel ist schlicht in schwarzen Relief-Lettern gehalten, auf neongrünem Untergrund, verziert mit weißen, schwarzen und pinken Farbklecksen. Der Inhalt hingegen übertrifft seine beiden Vorgänger um Längen. Noch bissiger, noch schonungsloser beschreibt Bernemann in Satt. Sauber. Sicher. das Leben in der heutigen Gesellschaft. Besonders aufdeckend wird dieses Mal das Familienleben dargestellt. Oder eben das, was kein Familienleben ist. Mit Liebe zum Detail und seinem ganz eigenen Humor zeigt Bernemann ganz klar, welche Meinung er zum scheinheiligen Getue der Menschheit hat und wie tief die Abgründe selbst in der eigenen Familie sein können. Sprachlich hat Bernemann einen wieder erkennbaren, für ihn typischen Stil, den es immer wieder aufs Neue zu entdecken gilt. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern haben sich hier allerdings eine Hand voll Fehler eingeschlichen, die den Leser kurz stocken und/oder schmunzeln lassen. Besonders auffällig sind einige fehlende Kommata, bei denen man anfangs annehmen könnte, dass es sich hier um einen beabsichtigen Fehler handelt, um die Aussage zu verstärken. Da sich diese aber häufen, ist es zum Ende eher nervig und hemmt den Lesespaß ein wenig. Man findet insgesamt recht schwer ins Buch, da die ersten Kapitel sehr langwierig und trocken erscheinen. Wenn man sich durch diese aber mit zusammen gebissenen Zähnen durchgekämpft hat, offenbart sich einem die ganze Pracht von Bernemanns Schriftstellerkunst – vorausgesetzt, man kann etwas damit anfangen. Fazit: Wer Ich hab die Unschuld kotzen sehen und Und wir scheitern immer schöner mochte, wird Satt. Sauber. Sicher. lieben. Wer allerdings mit den Vorgängern nichts anfangen konnte, sollte besser die Finger von diesem Buch lassen – oder sich endlich davon überzeugen lassen, dass mit Bernemann ein Gesellschaftskritiker der besonderen Art den Buchmarkt erobert hat. *Wertung: *viereinhalb Sterne Handlung: 4,5/5 Charaktere: 4,5/5 Lesespaß: 5/5 Preis/Leistung: 4/5

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  • Rezension zu "Satt. Sauber. Sicher" von Dirk Bernemann

    Satt. Sauber. Sicher.
    Leserrezension_2009

    Leserrezension_2009

    19. August 2009 um 17:27

    Ein Großteil der Menschheit ist zufrieden, wenn ihre Grundbedürfnisse befriedigt werden – ein warmes Dach, Essen, Sicherheit im Job. Wen kümmern da noch die kleinen Ärgernisse, wie zum Beispiel ein Ehepartner, den man eigentlich nicht leiden kann, oder Langeweile? Man ist vielleicht ein wenig genervt, verärgert. Aber das legt sich, denn auch das wird zur Routine, gehört zum Tagesablauf. An den Fernseher, schon wird einem die Langeweile weggedudelt, selbst wenn das, was man sieht auch nicht unbedingt aufregend ist. Genauso geht es Karla und Hubert. Sie hassen sich, aber sie sind trotzdem mit ihrem Leben weitestgehend zufrieden – wenn man den anderen nicht gerade sieht. Aber besser als das Alleinsein. Ihrem Sohn Roland geht es kaum anders. Zwar träumt er von Revolution, doch sein Leben ist bestimmt durch das Prinzip „Satt. Sauber. Sicher.“, wobei er allerdings spürt, dass darin keine Erfüllung liegt. Und dann hat er auch noch Krebs, soweit fortgeschritten dass keine Hilfe mehr da ist. Was eben passiert, wenn man keine Zeit hat mal zum Arzt zu gehen. Klingt alles nicht spannend, passiert auch nichts Spektakuläres, was dem Leben einen Sinn gibt. Denn wir lesen einen Roman von Dirk Bernemann, für den es wichtiger ist, das Leben portraitieren als ihm einen schönen Schein zu geben. Wer seine bisherigen Werke „Ich hab die Unschuld kotzen sehen“ und „Wir scheitern immer schöner“ gelesen hat weiß, dass die Protagonisten des Poeten hoffnungslos im Sein verloren sind – so wie wir alle. Mit klaren, treffenden Worten führt er weiter, was er vor Jahren angefangen hat – und hat mit diesem Roman eine in jedem Fall bessere Form getroffen. Kein kurzes Auftreten von Figuren mehr, die dann nur kurz im nächsten Kapitel wieder erwähnt werden. Diesmal finden wir die Charaktere immer wieder, sie gewinnen an Bedeutung, es wird gezeigt, wie nah wir eigentlich aneinander leben, dass wir wohl doch alle mehr miteinander zu tun haben als wir dachten. Mit bissigem Humor deckt er die Sinnlosigkeit von Dingen auf, die für uns Normalitäten, teilweise aber auch revolutionärer Geist sind – nichts ist vor ihm sicher. Seine gadenlose Scharfzüngigkeit bringt uns in einen Schmerzen bereitenden Zustand: Das Nachdenken. Ganz im Sinne der aufklärerischen Literatur werden keine Verbesserungsvorschläge vorgegeben, nur mit Ironie auf die Weise kommentiert, wie einige Dinge betrachtet und gerechtfertigt werden, damit auch der Letzte nicht die Augen vorm eigenen Abbild verschließen kann. Und dass dieses eigentlich nicht allzu schön ist. Fazit: Bernemanns neuestes (und hoffentlich auch nicht letztes!) Werk regt nicht nur zum Nachdenken, sondern auch unterschwellig zum Verändern an. Endlich jemand der ausspricht, was wir denken – und noch viel mehr. Diese Rezension wurde von Hika eingereicht.

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  • Rezension zu "Satt. Sauber. Sicher" von Dirk Bernemann

    Satt. Sauber. Sicher.
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. April 2009 um 22:54

    Wenn man schlecht drauf ist, darf seinen Ekel auch mal der Welt mitteilen. Vielleicht nicht gerade im Frühling lesen.

  • Rezension zu "Satt. Sauber. Sicher" von Dirk Bernemann

    Satt. Sauber. Sicher.
    Gedankenkneuel

    Gedankenkneuel

    01. October 2008 um 22:03

    Teils anders, teils zu aehnlich den Vorgaengern.

  • Rezension zu "Satt. Sauber. Sicher" von Dirk Bernemann

    Satt. Sauber. Sicher.
    FrauKeks

    FrauKeks

    05. March 2008 um 12:37

    Nun, ich wollte es nochmal wissen. Aber bereits ab der Hälfte des Buches verläßt mich das Interesse.

  • Rezension zu "Satt. Sauber. Sicher" von Dirk Bernemann

    Satt. Sauber. Sicher.
    Sternenblut

    Sternenblut

    12. February 2008 um 10:42

    Ein sehr sehr gutes Buch, welches ich innerhalb von 24 Stunden verschlungen habe. Die Abrechnung mit der deutschen Durschnittsfamilie, und der gesamt Deutschen Lage ist eine Gleichung, die wunderbar aufgeht.