Dirk C. Fleck MAEVA!

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Inhaltsangabe zu „MAEVA!“ von Dirk C. Fleck

Februar 2028. Fünf Jahre sind vergangen, seit der Star-Journalist Cording nach Tahiti gereist ist. Dort hat er sich nicht nur in den ökologischen Neuaufbau, sondern auch in eine junge Inselbewohnerin verliebt: Maeva. Während Cording von melancholischen Schüben heimgesucht wird, macht die rätselhafte junge Frau an seiner Seite politisch Karriere. Im Angesicht der globalen Öko-Krise wird Maeva zur Hoffnungsträgerin für Millionen. Zusammen mit Cording, dem Computer-Genie Steve und dem Rest ihres kleinen Teams begibt sie sich auf eine abenteuerliche Reise um den Erdball. Ob in Australien, China, Hamburg, Nordafrika oder Kalifornien: Maeva ist überall dort, wo Menschen ihre Zukunft neu gestalten – oder sie vielleicht für immer verspielen. In ihrem Kampf gegen gierige Konzerne, Atomkraft und Gentechnik wandelt sie sich von einer sanften Mahnerin zu einer kämpferischen Jeanne d'Arc der Ökologie und wird immer mehr zur Zielscheibe der Mächtigen, bis Cording schließlich nur noch einen Weg sieht, Maeva zu retten: Verrat.

Sehr gute Fortsetzung

— ralf_boldt

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    MAEVA!

    ralf_boldt

    16. October 2014 um 21:12

    Das Buch ist eine direkte Fortsetzung von „Das Tahiti-Projekt“, mit dem Dirk C. Fleck 2009 den Deutschen Science Fiction Preis gewonnen hat. Der vorliegende Roman beginnt im Jahr 2028. Mächtige Konzerne, die die immer knapper werdenden Ressourcen ausbeuten und genmanipulierte Nahrungsmittel herstellen haben immer mehr Einfluss bekommen. Auf Tahiti hat sich die ökologische, ressourcensparende und umweltschonende Lebensweise etabliert. Der deutsche Journalist Cording und auch Steve haben sich auf der Insel eingerichtet. Omai hat inzwischen sein Amt als Präsident der Insel an seine Schwester Maeva abgegeben. Diese wird auch zur Präsidentin der URP (United Regions of Planet), einer Art ökologischer UNO gewählt. Maeva hat sich vorgenommen, nicht nur auf Tahiti eine mit der Erde in Einklang Gesellschaft etablieren, sondern will diese ökologische Sichtweise weltweit verbreiten. Sie macht sich mit ihrer kleinen Gruppe auf eine Reise rund um die Welt. Nur Cording, Steve und der extrovertierte Internetshowstar Shark begleiten die junge Frau zunächst. Später stößt noch Knowles dazu. Das Team besucht die auf ihrer Reise die Orte, die von Umweltverschmutzung und –katastrophen besonders heimgesucht worden sind. Maeva wird zu einer friedlichen Missionarin ihrer Ideen. Sie hat Erfolg und immer mehr Regionen lösen sich von ihren Staatsgebilden und schließen sich der URP an. Doch das alte System lässt sich nicht so leicht schlagen. Maeva wird eines Attentats, dem Shark zum Opfer fällt. Ab diesem Zeitpunkt begleitet sie eine tahitianische Leibwache. Aber auch die „eigenen“ Leute haben durchaus eigene Pläne. Sie befürchten, das Maeva als Märtyrerin enden könnte. Sie handeln dementsprechend. Doch auch so überzeugt das Charisma und die Botschaft von Maeva, das quasi ein neues Zeitalter beginnt. Der Autor schreibt zwar im Nachwort, dass man „Das Tahiti-Projekt“ nicht kennen muss, um dieses Buch zu verstehen. Doch es hilft schon sehr. Die Charaktere werden im „Tahiti-Projekt“ eingeführt und aufgebaut. Dies geschieht hier nicht. Sie sind einfach da. Ihr Background wird nicht weiter beleuchtet. Das gilt auch für die Frage, warum sie so handeln wie sie handeln. Die Person Omai war im „Tahiti-Projekt“ der hehre Retter mit dem Konzept zur Rettung der Welt. In diesem Buch stellt er sich anders dar, stellt sich sogar gegen eigene Schwester. Auch die Entwicklung, die Steve durchgemacht hat vom spielsüchtigen Computerhacker zu einer echten Persönlichkeit bietet spannende Momente. Die Kultur auf Tahiti wird ebenfalls als bekannt vorausgesetzt. Man kann das vorliegende Buch alleine lesen, es macht aber mehr Spaß, wenn man „Das Tahiti-Projekt“ kennt. Der Autor verarbeitet auch einige Szenen aus dem ebenfalls preisgekrönten Roman „GO! Die Ökodiktatur“. Einige Bestrafungsmethoden für illegale Autofahrer haben dort ihren Ursprung. „GO!“ war eine düstere Dystopie, „Das Tahiti-Projekt“ ein Bild für die doch strahlende Zukunft, wenn der Mensch sich noch besinnt, „Das Südsee-Virus“ ist ein wenig aus beiden Büchern. Der Autor schildert eine von menschengemachten Katastrophen erschütterte Welt, auf der der Mensch keinen Platz mehr hat, weil er sich selbst der Lebensgrundlage beraubt. Durch Umweltverschmutzung, Klimawandel, Ausbeutung von Ressourcen und Überbevölkerung. Wachstum um jeden Preis – ohne Rücksicht auf die Umwelt. Die Welt beginnt sich zu schütteln, um den Mensch los zu werden. Doch er bietet Maeva als Heilsbringerin an, die einen Weg verkündet, der die Menschheit auf diesem Planeten das Überleben in letzter Sekunde sichern kann. Doch sie muss feststellen, dass es nicht ohne Opfer gehen kann und nicht nur durch Liebe. Maeva muss sich in ihrem erzwungenen Exil auf der Insel Rapa Iti in eine Öko-Kriegerin verwandeln. Dies ist ihr eigener Entschluss, niemand kann sie dabei unterstützen. Und so geht sie einen Weg ohne die Möglichkeit umzukehren, um die Welt, nein, die Menschheit zu retten. Die Welt könnte sich selbst retten. Sie benötigt den Menschen nicht dazu. Auch dieses Buch von Dirk C. Fleck ist im Kontext mit dem Equibrilismus zu betrachten. Im Anhang gibt es eine Menge Empfehlungen und Quellen zum Thema. Doch der Autor legt einen Roman vor, kein Sachbuch oder eine futurologische Vorhersage. Doch die Quellen sind präzise und das macht das Buch einzigartig. Die Vision, die er für eine gar nicht mehr so ferne Zukunft beschreibt, ist keine pure Science Fiction, sondern einer vorstellbare Möglichkeit und das macht eben gute SF aus. Es ist damit ein gutes Buch, dem viele Leser zu wünschen sind. Leser, die nicht nur eine spannende Unterhaltung suchen oder Eskapismus, sondern Leser, die ein wenig nachdenklich gemacht werden und ihre Umwelt einmal kritisch betrachten. Nicht jeder muss gleich wie Maeva als Öko-Krieger(in) auf einen Feldzug gehen. Es reicht schon, wenn jeder nur ein wenig macht. Denn nicht nur wir jetzt lebenden wollen sauberes Wasser, gesunde Nahrung und eine grüne Umwelt haben, sondern wir sollten bedenken, dass diesen Anspruch auch die folgenden Generationen haben werden.

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