Dirk Gunsteren

Lebenslauf

Dirk van Gunsteren studierte Amerikanistik und ist seit 1984 Übersetzer und freiberuflicher Redakteur. Er übersetzte u. a. Bücher von V.S. Naipaul, John Irving, Philip Roth und Edward St Aubyn. Er wurde mit dem Heinrich Maria Ledig-Rowohlt Preis ausgezeichnet.

Quelle: Verlag / vlb

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Neue Rezensionen zu Dirk Gunsteren

Cover des Buches Niceville (ISBN: 9783832162122)
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Rezension zu "Niceville" von Carsten Stroud

NiWa
Genialer Genre-Mix

Das Städtchen Niceville liegt im Süden der USA. Es ist genau, wie man sich solche Südstaaten-Orte vorstellt: idyllische Landschaft, gepflegte Gärten und das Grauen schielt aus der Dunkelheit hervor.

Ich muss gestehen, dass es mir sehr schwer fällt zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben, weil es gar so abgefahren, großartig und absolut meisterlich geschrieben ist!

Wie der Titel schon sagt, geht es um die kleine Stadt Niceville, die in ihrer altbackenen Art sehr charmant auf den Leser wirkt. Sie ist genau so, wie ich mir diese Städte im Süden der USA vorstelle, und wie man sie aus dem Fernsehen kennt.

Aber in Niceville geht etwas vor und dieses Etwas ist wohl schon etliche Jahrzehnte (oder gar Jahrhunderte?) alt.

Es beginnt mit dem mysteriösem Verschwinden des kleinen Jungen Rainey Teague, das die ganze Gemeinde auf Trab bringt. Niemand kann sich erklären, wo der Junge abgeblieben ist, bis er mehrere Stunden später an einem unheimlichen Ort wieder das Licht der Stadt erblickt.

Ein Jahr später ist ein ereignisreiches Wochenende zentral, das gefühlt die ganze Stadt ins Chaos wirft.

Von Anfang an ist man mitten im Geschehen drin und gerade auf den ersten Seiten habe ich mich von den Figuren regelrecht erschlagen gefühlt. Ich wurde von unterschiedlichen Perspektiven überrumpelt, bin desorientiert mitten in Niceville gestanden und wurde von Carsten Stroud noch mehrmals um meine eigene Achse gedreht. Dennoch konnte ich mich dem Sog der Story nicht entziehen und bin an den Seiten geklebt, was unter diesen Umständen wirklich ein Kunststück ist.

Merle Zane und Charlie Danziger begehen einen actionreichen Banküberfall, der für sich allein genommen Quentin Tarantino alle Ehre macht. Wie das Leben oft böse spielt, beginnen sie einen Streit und knallen sich gegenseitig ab. Schwer verletzt geht jeder für sich eigene Weg, was den Leser in packendes Grauen führt.

Ehemaliger Elite-Soldat, jetziger Ehemann und Polizist Nick war vor einem Jahr an den Ermittlungen des Falls Rainey Teague involviert. Jetzt ist er voll und ganz mit dem Überfall beschäftigt und darf sich noch dazu mit dem Verschwinden einer alten Dame auseinandersetzen, was ihn mit seinen ganz persönlichen Albträumen konfrontiert.

Hingegen ist seine Frau Kate an der Geschichte der Stadt und der vier Gründerfamilien dran, weil sie ganz merkwürdige Erscheinungen hat. Außerdem macht ihr ihr Vater große Sorgen, der sich ebenfalls mal mit dem historischem Hintergrund von Niceville beschäftigt. hat.

Und es gibt Tony Bock, der mit seinem ‚Unschuldsprojekt‘ etwas in Gang setzt, womit nicht einmal er gerechnet hat …

Dabei handelt es sich nur um einige Figuren und Stränge aus denen das Geschehen in Niceville entsteht, was trotz der Orientierungslosigkeit enorm zu fesseln weiß. Die einzelnen Schicksale, Situationen und Begebenheiten greifen ineinander, sind detailliert aufeinander bezogen und schaffen Raum für ein großes Gesamtpaket, auf das man am Ende des Buches späht. Ich erhoffe mir sehr viel mehr Licht in den Folgebänden und kann jetzt nur von meinen Eindrücken erzählen.

Ich habe die Geschichte wie eine spannende Serie empfunden, weil man von Geschehen zu Figuren, Perspektive und dem nächsten Ereignis hetzt. Es sind immer wieder kapitelweise Cliffhanger eingestreut, die mir keine Ruhe gelassen haben.

Action, Sprachniveau und der ausgeprägte Touch of Noir haben mich an Quentin Tarantino denken lassen, weil „Niceville“ ganz dem Tempo und Erzählstil des meisterhaften Regisseurs entspricht. Außerdem habe ich mich wie in einem Western gefühlt, wenn Colts gezückt, Zigaretten geraucht, Whiskey getrunken sowie Freund und Feind charmant grinsend niedergestreckt werden.

Mein liebster Zweig behandelt vor allem übersinnliche Elemente, wie man sie aus guten Horror-Romanen kennt. Diese Aspekte sind wunderbar grazil eingestreut, sodass sie zwar die Haupthandlung allerdings nicht das hauptsächliche Geschehen sind. Klingt schräg? Ist es auch!

„Aber wir sind hier nicht in einem Horrorfilm.“
„Aber vielleicht in einer Gespenstergeschichte.“

(S. 469)

Trotz Verwirrung und Orientierungslosigkeit bin ich aufrichtig begeistert und freue mich enorm, wenn es in „Niceville“ erneut ans Eingemachte geht!


Die Niceville-Trilogie:
1) Niceville
2) Die Rückkehr
3) Der Aufbruch

Cover des Buches Niceville (ISBN: 9783832162122)
Igelmanu66s avatar

Rezension zu "Niceville" von Carsten Stroud

Igelmanu66
Mysteriös, spannend und absolut fesselnd geschrieben.

»Die Cherokees haben hier gelebt, bevor die Weißen kamen, und die sagen, dass dieser Ort verflucht ist. Sie sagen, dass dort oben irgendwas … Böses ist.«

 

Niceville, eine idyllische Kleinstadt im Süden der USA. Eigentlich sollte das Leben hier ein geruhsames, friedliches sein. Aber irgendetwas läuft schief in Niceville. Menschen verschwinden auf mysteriöse Weise, gleich zu Beginn der Handlung ein kleiner Junge. Die Suche nach den Vermissten treibt die Ermittler über die Grenzen ihres Verstandes hinweg.

Ein weiterer Handlungsstrang befasst sich mit zwei Verbrechern, die gerade erfolgreich einen Millionenraub durchgezogen haben und nun neben Flucht und den üblichen Aufteilungskämpfen überraschend noch andere Probleme am Hals haben.

 

Auch bei diesem Buch empfehle ich dringend, sich genügend Zeit freizuhalten, denn es fesselt derart, dass man es nicht aus der Hand legen mag. Die Handlung bietet einen hochinteressanten Mix aus Thriller und Mystery mit einem gelegentlichen Schuss Horror. Manchmal habe ich mich wie in einem King-Roman gefühlt.

Wie wird sich all das auflösen? Wie und wann laufen die Handlungsstränge zusammen? Es wird wirklich sehr spannend und dazu liegt über allem eine tolle Atmosphäre, die förmlich ins Buch saugt. Hochinteressante und vielschichtige Charaktere runden alles perfekt ab.

 

Niceville ist der Auftakt zu einer Trilogie, von der ich sicher weiß, dass ich sie in Kürze weiterlesen muss.

 

Fazit: Mysteriös, spannend und absolut fesselnd geschrieben.

 

»Was ist eigentlich los mit dieser Stadt?«
»Was immer es ist … es dauert schon sehr lange. Viel zu lange.«

Cover des Buches Niceville (ISBN: 9783832162122)
buchjunkies avatar

Rezension zu "Niceville" von Carsten Stroud

buchjunkie
Der Böse stirbt. Aber die Bosheit stirbt nie.

Niceville ist eine Kleinstadt im Süden der USA. Aufgebaut von vier Gründerfamilien ist sie immer noch ein bisschen altmodisch. Nur etwas trübt den verschlafenen Eindruck: In Niceville sind in den letzten Jahren überdurchschnittlich viele Menschen einfach verschwunden, Vermisstenfälle, die nicht geklärt werden konnten.
An einem Sommertag verschwindet der kleine Rainey Teague. Doch zehn Tage später wird er in einer alten Gruft gefunden. Doch er liegt im Koma. Und Nick Kavanaugh , der Ermittler, steht vor einem Rätsel .
Ein Jahr später werden bei einem Banküberfall vier Polizisten von einem Scharfschützen erschossen. Die ganze Stadt steht kopf , um die Täter zu finden. Doch diese haben auch ihre eigenen Probleme.
Kurz darauf verschwindet eine alte reiche Dame mit ihrem Gärtner spurlos.Die Ermittlungen der Polizei bringen wenig Klarheit, stattdessen wird die Lage immer undurchsichtiger.
Was ist es, was mit Niceville nicht stimmt? Liegt es an dem gruseligen, schwarzen See, dem Crater Sink, von dem schon die Ureinwohner dachten, er sei verflucht?

Was für ein rasanter und fesselnder Roman! Schon lange her, dass ich 500 Seiten so schnell gelesen habe! Doch dieses Buch schenkt einem keine Pause, es will gelesen werden.
Das liegt sicher auch an der bildhaften und flüssigen Sprache. Der Autor kommt immer auf den Punkt, es gibt nichts überflüssiges. Doch dabei beschreibt er die Charaktere glaubwürdig und so, dass man sie direkt vor sich sieht.  Dieses Buch ist sehr spannend mit einem Hauch Mystik, der aber hervorragend reinpasst .Auch der Humor kommt nicht zu kurz, wenn auch etwas bösartig.Doch auch recht blutige Szenen sind zu finden, die wohl eher nichts für Zartbesaitete sind.
Die Überschriften der einzelnen Kapitel klingen banal, machen aber neugierig.
„Rainey Teague kommt nicht nach Hause“„Cokers Nachmittag erfordert eine gewisse Konzentration“„Charlie Danziger und Merle Zane haben eine Meinungsverschiedenheit“
Die einzelnen Handlungsstränge werden nach und nach überaus geschickt zusammengeführt. Und das Ende wartet nochmal mit einer Überraschung auf.
Mir hat dieser  Thriller? Krimi? Mystikroman? sehr gut gefallen und ein bisschen erinnert es an frühe Romane von Stephen King.
Wie gut , dass der zweite Band “ Die Rückkehr“ schon in meinem Regal ist. Und sollte dieser mich genauso begeistern , wird der dritte Teil „Der Aufbruch“ auch bald bei mir einziehen.
Ein überaus empfehlenswerter Roman für alle, die sich mal auf was anderes einlassen wollen!

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