Dirk Hempel

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Dirk HempelWalter Kempowski
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Walter Kempowski
Walter Kempowski
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Erschienen am 01.04.2004
Dirk HempelZeit für die Musen und Zeit für den Genuss der Natur
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Zeit für die Musen und Zeit für den Genuss der Natur
Dirk HempelDie Manns
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Die Manns
Die Manns
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Erschienen am 01.09.2013
Dirk HempelHamburgs Kulturgeschichte
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Hamburgs Kulturgeschichte
Hamburgs Kulturgeschichte
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Erschienen am 01.05.2012
Dirk Hempel'Wie eine Schädeldecke'
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'Wie eine Schädeldecke'
'Wie eine Schädeldecke'
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Erschienen am 28.04.2011
Dirk HempelDas literarische Feld in Hamburg 1933–1945
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Das literarische Feld in Hamburg 1933–1945
Dirk HempelLiterarische Vereine in Dresden
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Literarische Vereine in Dresden
Literarische Vereine in Dresden
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Erschienen am 31.03.2008
Dirk HempelFriedrich Leopold Graf zu Stolberg (1750-1819)
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Friedrich Leopold Graf zu Stolberg (1750-1819)

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Rezension zu "Walter Kempowski" von Dirk Hempel

Ein Chronist, der seinesgleichen sucht
tiramvor 2 Jahren

Walter Kempowski ist ein Schriftsteller, der aus meiner Heimatstadt Rostock stammt und leider 2007 mit 78 Jahren gestorben ist.

Für meine Begriffe fand er viel zu wenig Beachtung unter den deutschen Autoren. Grass, Lenz, Böll waren Namen, die immer wieder auftauchten. Kempowski wurde eher stiefmütterlich behandelt.
Aus zwei Tagebüchern von ihm habe ich ihn ja ein wenig kennengelernt; nun war ich gespannt, was Dirk Hempel über ihn berichtet, der von 1995-2005 Redakteur für Kempowskis Projekt Echolot war.

Schweriner Gefängnis des sowjetischen Geheidienstes MWD: Hier wurde Walter Kempowski tagelang verhört und gefoltert, bis er seine Mutter verriet. Mit dieser Schuld konnte er nicht leben. Es ist der 20. März 1948, als der 18-Jährige vergeblich versucht, sich das Leben zu nehmen. Nach dem zweiten vergeblichen Versuch gibt er auf und entgleitet in den folgenden Tagen in Traumwelten. Um zu überleben, rekonstruiert er die Vergangenheit. Und so nimmt das große Erinnerungswerk Kempowskis seinen Anfang.

Am 29. April 1929, an einem Montagabend gegen 20 Uhr, wurde Walter Kempowski geboren. Er verlebte eine behütete und anregende Kindheit, die zerbrach, als Rostock Ende April 1942 von englischen Bomben zerstört wurde. Er war erschüttert: Das Steintor, die Petri- und Nikolaikirche, alles kaputt.
Schon in der Schule war er ein Außenseiter, hielt sich von Moden und Gruppenbewegungen fern.
Ende März 1945 sollte er noch mit einem Freund in die SS eingezogen werden. Doch die beiden sagten mutig nein, sie wollen nicht.
Verhaftet wurde er trotzdem, aber da holten ihn die Russen am 8. März 1948 aus dem Bett. Er wurde zu 25 Jahren Arbeitslager nach Bautzen verurteilt. Für ihn noch ein Glück, andere wurden in die Sowjetunion deportiert, zum Teil sogar erschossen.

Über die Zeit in Bautzen schrieb er in seinem Buch Im Block – Ein Haftbericht (1969). Nach acht Jahren wurde er entlassen. Der damalige Präsident Wilhelm Pieck hatte einen Gnadenerlass verfügt.
Walter Kempowski ging in den Westen. Stationen waren hier Hamburg (hier lebte seine Mutter), wo er mit regelmäßigen Tagebucheinträgen begann, Göttingen (Abitur), Breddorf, bis er sich in Nartum Haus Kreienhoop (hier sollte er genügend Platz für das Echolot-Projekt haben) baute. Er war als Grundschullehrer tätig.

Ende 1959 wurde ihm vom Landesverwaltungsgericht Hamburg die Unterstützung nach dem Häftlingshilfegesetz aberkannt. Er galt nun zeitlebens als Krimineller, diese Verletzung gegen ihn hat sich zu einer „faustdicken Psychose“ gefestigt.

Ersten Erfolg als Schriftsteller hatte er mit Tadellöser und Wolff.

Wie sein Leben als Familienvater, Ehemann, Schriftsteller weiterging und vor allem, wie es zu dem riesigen Projekt Echolot kam, das lest selbst.

Dirk Hempel hat mir Walter Kempowski sehr nahe gebracht. Als Mensch, der zu Unrecht verhaftet wurde, tut er mir leid. Als Schriftsteller und Chronist bewundere ich ihn jetzt schon, obwohl ich bisher nur zwei Tagebücher von ihm gelesen habe.

Dreierlei hat Dirk Hempels Biografie bei mir bewirkt:
1. Ich möchte alle Bücher von Walter Kempowski lesen.
2. Ich habe während des Lesens schon so einige Bücher antiquarisch gekauft.
3. Und ich möchte und werde mich intensiver dem Thema Gegen das Vergessen widmen.

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Rezension zu "Walter Kempowski" von Dirk Hempel

Was für ein Gesamtwerk
tiramvor 2 Jahren

Walter Kempowski ist ein Schriftsteller, der aus meiner Heimatstadt Rostock stammt und leider 2007 mit 78 Jahren gestorben ist. Für meine Begriffe fand er viel zu wenig Beachtung unter den deutschen Autoren. Grass, Lenz, Böll waren Namen, die immer wieder auftauchten. Kempowski wurde eher stiefmütterlich behandelt.
Aus zwei Tagebüchern von ihm habe ich ihn ja ein wenig kennengelernt; nun war ich gespannt, was Dirk Hempel über ihn berichtet, der von 1995-2005 Redakteur für Kempowskis Projekt Echolot war. (An diesem Projekt hätte ich unwahrscheinlich gerne mitgearbeitet.)

Schweriner Gefängnis des sowjetischen Geheidienstes MWD: Hier wurde Walter Kempowski tagelang verhört und gefoltert, bis er seine Mutter verriet. Mit dieser Schuld konnte er nicht leben. Es ist der 20. März 1948, als der 18-Jährige vergeblich versucht, sich das Leben zu nehmen. Nach dem zweiten vergeblichen Versuch gibt er auf und entgleitet in den folgenden Tagen in Traumwelten. Um zu überleben, rekonstruiert er die Vergangenheit. Und so nimmt das große Erinnerungswerk Kempowskis seinen Anfang.

"Die Geschichte der Rostocker Kempowskis ist ein ständiger Wechsel von Aufstieg und Niedergang, sie ist auch eine Geschichte von der Entstehung des Bürgertums aus eigener Kraft.
Die Kempowskis waren Schneider, Lehrer, "Eigengärtner" und Schiffer..."
Am 29. April 1929, an einem Montagabend gegen 20 Uhr, wurde Walter Kempowski geboren. Er verlebte eine behütete und anregende Kindheit, die zerbrach, als Rostock Ende April 1942 von englischen Bomben zerstört wurde. Er war erschüttert: Das Steintor, die Petri- und Nikolaikirche, alles kaputt.
Schon in der Schule war er ein Außenseiter, hielt sich von Moden und Gruppenbewegungen fern.

Ende März 1945 sollte er noch mit einem Freund in die SS eingezogen werden. Doch die beiden sagten mutig, nein, sie wollen nicht.
Verhaftet wurde er trotzdem, aber da holten ihn die Russen am 8. März 1948 aus dem Bett. Er wurde zu 25 Jahren Arbeitslager nach Bautzen verurteilt. Für ihn noch ein Glück, andere wurden in die Sowjetunion deportiert, zum Teil sogar erschossen.

Über die Zeit in Bautzen schrieb er in seinem Buch Im Block - Ein Haftbericht (1969). Nach acht Jahren wurde er entlassen. Der damalige Präsident Wilhelm Pieck hatte einen Gnadenerlass verfügt.
Walter Kempowski ging in den Westen. Stationen waren hier Hamburg (hier lebte seine Mutter), wo er mit regelmäßigen Tagebucheinträgen begann, Göttingen (Abitur), Breddorf, bis er sich in Nartum Haus Kreienhoop baute. Er war als Grundschullehrer tätig.

Ende 1959 wurde ihm vom Landesverwaltungsgericht Hamburg die Unterstützung nach dem Häftlingshilfegesetz aberkannt. Er galt nun zeitlebens als Krimineller, diese Verletzung gegen ihn hat sich zu einer "faustdicken Psychose" gefestigt.

Ersten Erfolg als Schriftsteller hatte er mit Tadellöser und Wolff.

Und nun muss ich mich am Riemen reißen, bevor ich euch die ganze Lebensgeschichte von Walter Kempowski erzähle.

Wie sein Leben als Familienvater, Ehemann, Schriftsteller weiterging und vor allem, wie es zu dem riesigen Projekt Echolot kam, das lest selbst.

Dirk Hempel hat mir Walter Kempowski sehr nahe gebracht. Als Mensch, der zu Unrecht verhaftet wurde, tut er mir leid. Als Schriftsteller und Chronist bewundere ich ihn jetzt schon, obwohl ich bisher nur zwei Tagebücher von ihm gelesen habe.

Dreierlei hat Dirk Hempels Biografie bei mir bewirkt:
1. Ich möchte alle Bücher von Walter Kempowski lesen.
2. Ich habe während des Lesens schon so einige Bücher antiquarisch gekauft.
3. Und ich möchte und werde mich intensiver dem Thema Gegen das Vergessen widmen.

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