Dirk Kummer

 4.7 Sterne bei 27 Bewertungen

Lebenslauf von Dirk Kummer

Dirk Kummer, geboren 1966, verlebte seine Kindheit in Falkensee und Ost-Berlin. Er ist ein bekannter Regisseur und Drehbuchautor. Sein Film »Zuckersand« wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Grimme-Preis 2018. Dirk Kummer lebt heute in Brandenburg.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Dirk Kummer

Cover des Buches Alles nur aus Zuckersand (ISBN:9783551553904)

Alles nur aus Zuckersand

 (7)
Erschienen am 30.08.2019
Cover des Buches Alles nur aus Zuckersand (ISBN:9783844921359)

Alles nur aus Zuckersand

 (20)
Erschienen am 30.08.2019

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Rezension zu "Alles nur aus Zuckersand" von Dirk Kummer

Mitreißendes, unterhaltsames & sehr berührendes Hörerlebnis
Buecher_t_raumvor 3 Monaten

Ostdeutschland, 1979:
Der zehnjährige Fred und sein bester Freund Jonas wachsen in Falkenwerder in der DDR nahe der deutsch-deutschen Grenze auf. Jeden Tag erleben sie neue Abenteuer – vor allem, wenn sie auf dem verlassenen Fabrikgelände spielen, denn dies ist ihnen strengstens verboten. Als Jonas' alleinerziehende Mutter jedoch einen Ausreiseantrag stellt, ändert sich für die beiden unzertrennlichen Freunde alles. Ab sofort soll Fred zu seinem Freund Jonas keinen Kontakt mehr haben und sein Vater will, dass er sich von „diesem Staatsfeind und Verräter“ lossagt. Als die beiden sich nur noch heimlich treffen können, schmieden sie einen tollen Plan und beginnen damit, einen Tunnel nach Australien zu graben. Denn eines ist ganz sicher - auch wenn Jonas mit seiner Mutter bald in die BRD ausreist und die DDR verlässt, Fred und Jonas werden immer Freunde bleiben und sich natürlich wiedersehen…


Der Regisseur und Drehbuchautor Dirk Kummer erzählt in seinem sehr berührenden Kinderbuch „Alles nur aus Zuckersand“ die bewegende Geschichte einer unzertrennlichen Freundschaft zwischen Fred und Jonas – zwei 10jährigen, Ende der 1970er Jahre in der DDR aufwachsenden Jungen.
Basierend auf seinem vielfach ausgezeichneten deutschen Fernsehfilm „Zuckersand“ aus dem Jahr 2017 hat Kummer nun den zeitgeschichtlichen Stoff erneut aufgegriffen. Viele Szenen aus dem ostdeutschen Familiendrama finden sich in seinem speziell für jüngere Leser ab 10 Jahren verfassten Roman wieder und sind in der einfühlsam und oft auch humorvoll erzählten Geschichte für die jüngere Leserschaft anschaulich und sehr kindgerecht umgesetzt. Trotz des eher einfachen Schreibstils ist die ergreifende Geschichte vor dem spannenden zeitgeschichtlichen Hintergrund sicher auch für interessierte Jugendliche und erwachsene Leser ansprechend und lehrreich.
Aus der kindlichen Sichtweise seiner jungen Hauptfigur Fred Ernst gelingt es Kummer sehr gut, den Alltag in der damaligen DDR einzufangen und auch jungen Lesern sehr authentisch vor Augen zu führen, wie sehr das politischen System das Leben jedes Einzelnen beeinflusste. So wird schnell deutlich, was es bedeutete, tagtäglich mit den besonderen Gegebenheiten des Sozialismus, der ständigen Beobachtung und Bevormundung von oben konfrontiert zu sein oder mit der fehlenden Reisefreiheit zu leben. Oder auch welche Auswirkungen es für diejenigen hatte, die nicht in der Partei waren und sich nicht System-konform verhielten - Außenseiter wie beispielsweise Herr Malek oder Jonas‘ Familie. Schnell ist man von den lebendigen, sympathischen Charakteren und ihren Schicksalen gefesselt. „Dort, wo unsere Hauptstrasse zu Ende ist, beginnt Westberlin. Es ist ein anderer Staat. Ausland. Unerreichbar wie Mauritius. Mein bester Freund Jonas erzählt mir viel über die Grenze zwischen Ost und West. Zu Hause reden wir gar nicht darüber.“ Einfühlsam und berührend erzählt Kummer von ihrer kindlichen Unbefangenheit, ihrem Mut und dem unerschütterlichen Glauben der beiden Jungen an ihre enge Freundschaft, die vielen Bewährungsproben ausgesetzt ist. Dennoch ahnt man, dass das unheilvolle Ende ihrer unbeschwerten Kindheit herannaht und ihre Freundschaft durch weit mehr als eine unüberwindbare, physische Grenze getrennt wird.
Sehr gelungen ist auch die Umsetzung des Romans als 120 minütiges Hörbuch, das bei Silberfisch-Hörbuch als leicht gekürzte Lesung herausgebracht wurde. Mit dem bekannten Schauspieler, Regisseur und versierten Hörbuchsprecher Charly Hübner hat man eine hervorragende Besetzung gefunden. Mit seinem lebendigen, facettenreichen Vortragsstil sorgt er auch für jüngere Kinder für ein mitreißendes und sehr unterhaltsames Hörerlebnis. Rasch nimmt Hübner seine Hörer mit einer angenehmen Erzählstimme mit in Freds und Jonas Welt, und dank der lebendig vermittelten Figuren man nimmt Anteil an ihrem Alltag und ihren Träumen. Der Hörer schlägt sich schnell auf die Seite der beiden sympathischen Freunde und hofft, dass sie einen Weg finden werden, weiterhin in Kontakt zu bleiben.

MEIN FAZIT
Ein fesselnder, berührender Roman für Kinder ab 10 Jahren über eine wundervolle, „grenzenlose“ Freundschaft und mitreißendes, sehr unterhaltsames Hörerlebnis!

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Rezension zu "Alles nur aus Zuckersand" von Dirk Kummer

Ein Buch über Freundschaft
Kanyavor 3 Monaten

Inhalt
Fred und Jonas sind beste Freunde. Sie leben in Ostberlin und sind immer auf der Suche nach einem Abenteuer. Doch dann stellt Jonas Mutter einen Ausreiseantrag, denn sie möchte die DDR verlassen. Freds Vater verbietet ihm deshalb den Umgang mit Jonas und möchte, dass Jonas sich neue Freunde sucht. Doch Fred und Jonas sind unzertrennlich und beschließen einen Tunnel zu graben und so die Mauer zu überwinden. Denn nur so können sie auch Freunde bleiben, wenn Jonas die DDR verlässt.

Meine Meinung
Dieses Buch konnte schon in der Vorschau mein Interesse wecken, weil die DDR ein Teil unserer Geschichte ist und sie auch zu meiner persönlichen Vergangenheit gehört. Im Fokus stehen Fred und Jonas, die ganz unterschiedlich erzogen werden. Freds Familie glaubt an die DDR und Jonas Mutter möchte diese verlassen. Das führt zu Konflikten, aber beide halten an ihrer Freundschaft fest. Sowieso ist das Thema Freundschaft hier unglaublich wichtig und stets präsent, was mir sehr gut gefiel.

Auch fand ich, dass das Leben in der DDR hier aus der kindlichen Sicht wunderbar dargestellt wurde. Dadurch, dass alles aus Freds Ich-Perspektive geschildert wurde und der Schreibstil eher kindlich und einfach gehalten ist, passt das Buch zur gedachten Zielgruppe und zeigt sehr realistisch wie das Leben in der DDR war und was es für Folgen haben konnte, wenn man diese verlassen wollte.

Der Plot ist eher ruhig und es kommt nur bedingt Spannung auf und dennoch fand ich das Buch komplett fesselnd und absolut empfehlenswert. Ich mochte die Figuren des Buches sehr und finde, dass man in diesem kleinen Büchlein noch einiges über die deutsche Geschichte und das Leben in der DDR lernen kann, ohne dass es langweilig wird. Von mir gibt es definitiv eine Leseempfehlung.

Fazit
„Alles nur aus Zuckersand“ ist ein wundervolles Buch über Freundschaft und ganz nebenbei lernt man, wie es in der DDR wirklich war und das aus kindlicher Sicht. Ich kann diese Buch definitiv empfehlen und hoffe, dass mein Sohn es später einmal lesen wird.

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L

Rezension zu "Alles nur aus Zuckersand" von Dirk Kummer

Sehr einfühlsame, berührende Geschichte!
leseratte_lovelybooksvor 4 Monaten

Mit seinem Buch „Alles nur aus Zuckersand“ nimmt uns Dirk Kummer, geboren 1966, ein bekannter Regisseur und Drehbuchautor, mit in die DDR seiner Kindheit. Das (Hör)Buch ist – mal in „umgekehrter“ Reihenfolge als sonst üblich – die Geschichte seines preisgekrönten deutschen Fernsehfilms aus dem Jahr 2017, in dem der Autor seine eigenen Kindheitserfahrungen beschrieben hat.

Der Silberfischverlag hat das Kinderbuch pünktlich zum Mauerfall-Jubiläum als  gekürzte Lesung herausgegeben, auf 2CDs,120 Minuten, sehr einfühlsam gelesen vom bekannten Schauspieler, Regisseur und Hörbuchsprecher Charly Hübner.

 Zum Inhalt: Ostdeutschland, 1979: Für den zehnjährigen Fred und seinen besten Freund Jonas ist jeder Tag ein Abenteuer. Am liebsten spielen sie in der verlassenen Fabrik, in der Nähe der Grenze zu West-Berlin. Doch dann stellt Jonas' Mutter einen Ausreiseantrag und ab sofort dürfen sich die beiden nicht mehr treffen. Heimlich fangen sie an, einen Tunnel in den Sand zu graben. Auch wenn Jonas die DDR verlässt, werden sie sich wiedersehen. Ganz sicher.

Die Geschichte ist durchgängig aus der Sicht des zehnjährigen Fred geschrieben. Man erhält sehr geschickt Einblick in die damaligen Verhältnisse. Dirk Kummer  beschreibt den Familienalltag mit Mutti und Vati, in seiner “taubenblauen“, eigentlich grauen Uniform so liebevoll detailliert, dass man glaubt, mit am Abendbrottisch der Familie bei „Stulle mit Brot“ zu sitzen. Man lernt Freds besten Freund Jonas kennen, und erfährt zwischen den Zeilen, dass Jonas`  alleinerziehende Mutter – anders als Freds  linientreue Eltern -  durchaus kritisch denkt. Nachdem Jonas' Mutter einen Ausreiseantrag gestellt hat, verbieten Freds Eltern ihm den Umgang mit Jonas. Die Jungen können sich nur noch heimlich treffen. Sie beginnen Pläne zu schmieden, wie sie sich nach Freds Ausreise wiedersehen können und beginnen schließlich, in einer alten Fabrik im weichen märkischen „Zuckersand“ eine Fluchttunnel in den Westen zu graben.

Die Geschichte ist nicht nur für Kinder interessant: auch wenn sie für die Altersgruppe ab 10 Jahren gemacht ist (und diese Altersgruppe aus sehr gut erreichen wird), verbirgt sich in dem (Hör)Buch doch eine sehr einfühlsam und berührend erzählte Zeitreise für die ganze Familie – ein wirklich  gelungenes  (Hör)Erlebnis für Jung und Alt!

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