Dirk Kurbjuweit

 3,7 Sterne bei 220 Bewertungen
Autor von Haarmann, Angst und weiteren Büchern.
Autorenbild von Dirk Kurbjuweit (© Sabine Sauer)

Lebenslauf von Dirk Kurbjuweit

Dirk Kurbjuweit wurde am 3. November 1962 in Wiesbaden geboren. Nach seinem Abitur studierte er Volkswirtschaftslehre und besuchte die Kölner Journalistenschule für Politik und Wirtschaft. Anschließend war er viele Jahre als Redakteur für die ZEIT und danach für den Spiegel tätig. Kurbjuweit ist heute Leiter des Spiegel-Hauptstadtbüros und erhielt für seine Reportagen 1998 und 202 den »Egon-Erwin-Kisch-Preis«. Neben seiner journalistischen Tätigkeit ist er auch mit belletristischen Werken bekannt geworden. Er schreibt Romane, welche zum Teil bereits verfilmt wurden, Dreh- sowie Sachbücher. Kurbjuweit lebt in Berlin.

Neue Bücher

Cover des Buches Haarmann (ISBN: 9783328107439)

Haarmann

 (72)
Erscheint am 12.07.2021 als Taschenbuch bei Penguin.

Alle Bücher von Dirk Kurbjuweit

Cover des Buches Haarmann (ISBN: 9783328107439)

Haarmann

 (72)
Erscheint am 12.07.2021
Cover des Buches Angst (ISBN: 9783499258138)

Angst

 (57)
Erschienen am 01.07.2014
Cover des Buches Zweier ohne (ISBN: 9783462040265)

Zweier ohne

 (41)
Erschienen am 22.09.2008
Cover des Buches Kriegsbraut (ISBN: 9783499253546)

Kriegsbraut

 (20)
Erschienen am 01.10.2012
Cover des Buches Nicht die ganze Wahrheit (ISBN: 9783423138567)

Nicht die ganze Wahrheit

 (11)
Erschienen am 01.03.2010
Cover des Buches Die Einsamkeit der Krokodile (ISBN: 9783596303885)

Die Einsamkeit der Krokodile

 (4)
Erschienen am 15.06.2015
Cover des Buches Die Freiheit der Emma Herwegh (ISBN: 9783423146661)

Die Freiheit der Emma Herwegh

 (4)
Erschienen am 26.10.2018
Cover des Buches Nachbeben (ISBN: 9783423209410)

Nachbeben

 (3)
Erschienen am 01.11.2006

Neue Rezensionen zu Dirk Kurbjuweit

Cover des Buches Haarmann (ISBN: 9783328600848)Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Haarmann" von Dirk Kurbjuweit

Psychogramm eines Serienmörders
Bellis-Perennisvor 4 Tagen

Im Hannover des Jahres 1920 verschwinden immer wieder männliche Jugendliche. Robert Lahnstein wird nach Hannover geholt, um die Verbrechen aufzuklären. Womit er nicht rechnet ist, dass die örtliche Kriminalabteilung ihren eigenen Interessen nachgeht und wenig von seinen Ermittlungen hält. Als Lahnstein die ersten halbwegs brauchbaren Hinweise bzw. Indizien erhält, sind schon mehr als zehn Jungs verschwunden. Recht schnell gerät Fritz Haarmann in das Visier von Robert Lahnstein. Doch der Verdächtige spielt Katz-und-Maus mit dem Ermittler, da er sich durch seine Spitzeldienste für die örtliche Polizei sicher wähnt.  

Dass Lahnstein dem Serientäter letztendlich doch das Handwerk legen kann, ist nicht nur seinen akribischen Ermittlungen geschuldet, sondern auch deswegen, weil Haarmann nun als Spitzel „verbrannt“ ist und die Polizei ihn fallen lässt.  

Meine Meinung: 

Fritz Haarmann war der erste bekannte Massenmörder in Deutschland, der ausschließlich männliche Jugendliche ermordete. 24 Opfer werden ihm zugeschrieben, die in den Jahren 1918 bis 1924 in Hannover ermordet wurden. Nur neun Morde hat Haarmann gestanden. Die landesweite Bekanntheit des Täters beruht neben der großen Zahl der Getöteten auf dem Umgang mit seinen Opfern, die er zerlegt und deren Fleisch er wahrscheinlich verkauft hat. 

Autor Dirk Kurbjuweit hat tief in den Ermittlungs- und Prozessakten gegraben und einen für mich fesselnden True-Crime-Krimi geschrieben. Aufgrund der großen Anzahl von Opfer kann der Autor gar nicht anders als distanziert über diese Verbrechensserie schreiben. Zu monströs sind diese Verbrechen, zumal die Kriminalpolizei von Hannover sich nicht unbedingt durch objektive Ermittlungsarbeit auszeichnet. 

Gut gelungen ist die Darstellung der Zeit, in der die Morde verübt werden. Es ist die Zwischenkriegszeit. Das Alte (die Monarchie) ist unwiederbringlich verloren, das Neue (die Weimarer Republik) steht auf tönernen Füßen. Politisches Ränkespiel von Links und Rechts verunsichern die Menschen. Die Reparationszahlungen an Frankreich, die Geldentwertung und die Lebensmittelknappheit lassen die Menschen verrohen. So wird alles Fleisch, dessen man habhaft wird, verkocht, auch wenn es zweifelhafter Herkunft ist. Ob Haarmann wirklich den Gasthäusern das Fleisch der Ermordeten verkauft hat oder nicht, ist bis heute nicht zweifelsfrei erwiesen. In den Protokollen ist mehrmals von einem eigentümlichen süßlichen Geschmack die Rede. 

Interessant ist auch das Psychogramm von Haarmann, das Lahnstein zeichnet als er zufällig Haarmanns Schwester kennenlernt. Gut getroffen sind auch Robert Lahnsteins (Selbst)Zweifel, die ihn manchmal schon ans Aufgeben denken lassen. 

Der Autor zeichnet ein beklemmendes Bild der sogenannten „Goldenen Zwanziger Jahre“, die nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung „golden“ waren. Für die Mehrheit waren sie eine Zeit der traumatisierten Kriegsrückkehrer, der Armut, des Alkoholismus und der Prostitution. 

Mit hat die Aufarbeitung der „Haarmann-Protokolle“ in einem Krimi gut gefallen. Einzig diese Unsitte bei der direkten Rede auf Satzzeichen zu verzichten geht mir wirklich auf die Nerven. Das kostet den 5. Stern. 

Um einen anderen Blick auf Fritz Haarmann zu bekommen, werde ich noch „Der Werwolf von Hannover“ von Franziska Steinhauer lesen.  

Fazit: 

Eine gelungene Modifizierung von Gerichtsakten zu einem Krimi. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

 

 

Kommentare: 4
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Cover des Buches Haarmann (ISBN: 9783328600848)AndreasKuecks avatar

Rezension zu "Haarmann" von Dirk Kurbjuweit

…gelungene Verschmelzung von Fiktion und Realität!
AndreasKueckvor 4 Monaten

In Hannover an der Leine,

Rote Gasse Nr. 8,

wohnt der Massenmörder Haarmann,

der die Menschen umgebracht.


Wenn ich als Kind dieses Lied hörte, bekam ich immer sofort eine Gänsehaut. Doch ich ahnte damals nicht, dass sich hinter diesen gruseligen Zeilen eine wahre Geschichte verbarg.


Die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts: Eine Mordserie hält die Bürger der Stadt Hannover in Atem. Mehrere Jungs verschwinden nach und nach spurlos. Sie scheinen wie vom Erdboden verschluckt. Allen war gemein, dass sie sich vornehmlich im Stricher-Milieu aufhielten und somit unter dem § 175 fielen, der „Beischlafähnliche Handlungen” unter Männern unter Strafe stellte und mit Gefängnis geahndet wurde. Kommissar Robert Lahnstein wird mit den Ermittlungen beauftragt und muss gegen unterschiedlichste Widerstände ankämpfen: Einerseits verwickelt ihn der unbekannte Täter, den er später als Fritz Haarmann identifiziert, in ein perfides Katz-und-Maus-Spiel, andererseits kämpft er innerhalb der Polizei mit der Ignoranz gegenüber den verächtlich titulierten „175ern“. Lahnstein ist ein vom Krieg traumatisierter Mann, der den Verlust seiner Familie noch nicht verarbeiten konnte. Umso verbissener arbeitet er an diesem Fall…!


Die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts: Glamour, Stil und Avantgarde! Für einige wenige Zeitgenossen mag dies gegolten haben, die diese Epoche darum gerne als „golden“ bezeichnen. Für die Mehrheit der Bevölkerung war dies eine Zeit der Resignation: Der Krieg hatte empfindliche Spuren hinterlassen, und das gesellschaftliche Gefüge war noch sehr fragil. Vor diesem Hintergrund lässt Autor Dirk Kurbjuweit seinen fiktiven Ermittler bei einem realen Kriminalfall agieren. Kurbjuweits Kommissar Lahnstein vereint in sich zwar durchaus Aspekte der realen Kriminalbeamten Hermann Lange und Heinrich Rätz, aber durch die Fiktion erlaubt der Autor sich die Freiheit, persönliche Aspekte des Ermittlers in die Geschichte einzuweben. So begleiten wir in diesem Kriminalroman auch nicht den titelgebenden Haarmann, sondern werfen dem Kommissar einen Blick über die Schulter. Dank indirekter Rede und einem Stil, der an Protokolle einer Polizeiakte erinnert, gelingt dem Autor eine beinah nüchtern wirkende Erzählweise, die somit plakative Effekte vermeidet.


Mag auch die eine oder andere Wendung etwas konstruiert wirken, so hat Kurbjuweit einen packenden Kriminalroman mit einer gehörigen Portion Zeitkolorit geschaffen, dessen Lektüre mich mit dem Wissen um die reale Vorlage besonders berührte.


Warte, warte nur ein Weilchen,

bald kommt Haarmann auch zu dir.

Mit dem kleinen Hackebeilchen

macht er Hackefleisch aus dir.


Wer Lust auf weniger Fiktion und mehr Realität verspürt, dem möchte ich den Film "Der Totmacher" aus dem Jahre 1995 empfehlen: Die Befragung Haarmanns durch den Psychiatrieprofessor Ernst Schultze wurde von Regisseur Romuald Karmakar mit Götz George (Haarmann) und Jürgen Hentsch (Schultze) in den Hauptrollen verfilmt. Die Dialoge für die Darsteller lehnen sich eng an die originalen Verhörprotokolle aus dem Jahr 1924 an.

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Cover des Buches Haarmann (ISBN: 9783328600848)Seeks avatar

Rezension zu "Haarmann" von Dirk Kurbjuweit

Nicht das war ich mir vorgestellt habe
Seekvor 7 Monaten

Ein nettes Buch aber leider weit hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben. 

Die Zeit nach dem 1ten Weltkrieg schafft eine düstere Atmosphäre die sehr gut zu der ganzen Geschichte passt. Den Schreibstil von Dirk Kurbjuweit finde ich spannend und eine Abwechslung zu vielen anderen Büchern und Schreibweisen. Ich habe das Buch gerne gelesen ABER mir war es persönlich zu wenig Spannung. Ich hatte das Gefühl es kommt kein richtiger Schwung in die Geschichte. 

Vom Cover und Klappentext habe ich mir einfach mehr erhofft. 

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Gespräche aus der Community

In einer Gesellschaft zwischen Kriegstraumata, politischer Verrohung und Perspektivlosigkeit erzählt Dirk Kurbjuweit von einem der spektakulärsten Kriminalfälle Deutschlands: Ein Serientäter entführt Jungen und scheint dem Ermittler Robert Lahnstein immer einen Schritt voraus zu sein. Raffiniert und fesselnd werden tiefe menschliche Abgründe aufgedeckt.

Hannover, 1920er Jahre: Der Polizist Robert Lahnstein ermittelt im Fall Haarmann: Mehrere Jungen verschwinden spurlos. Ein Massenmörder?


Gemeinsam mit Penguin verlosen wir 25 Exemplare des Kriminalromans "Haarmann" von Dirk Kurbjuweit.

178 BeiträgeVerlosung beendet

Lesen Sie jetzt mit uns Dirk Kurbjuweits neuen spannenden Psychothriller «Angst»

Das saturierte Leben von Randolph Tiefenthaler scheint mit dem Kauf der schönen Berliner Altbauwohnung seine Erfüllung zu finden. Der Architekt und seine Familie ahnen nichts Böses, als der schrullige Herr Tiberius ihnen Kuchen vor die Tür stellt. Doch bald wird der Nachbar aus dem Souterrain unheimlich. Er beobachtet Tiefenthalers Frau, schreibt erst verliebte, dann verleumderische Briefe, erstattet sogar Anzeige. Die Ehe stürzt in eine Krise, das bloße Dasein des Nachbarn vergiftet den Alltag. Tiefenthaler vertraut lange auf den Rechtsstaat, der aber zeigt sich hilflos gegenüber dem Stalker. Die zerstörte Sicherheit erschüttert Tiefen­thaler im Innersten. Denn er kennt die Angst schon lange. Sein eigener Vater ist ein Waffennarr, als Kind musste Randolph schießen lernen und fürchtete stets das Schlimmste. Vater und Sohn sind sich seit Jahren fremd – doch nun bringt die unerträgliche Situation Randolph auf einen entsetz­lichen Gedanken ...

Um einen Eindruck von Dirk Kurbjuweits nervenaufreibenden Psycho-Thriller zu gewinnen, finden Sie hier einen Auszug aus den ersten Seiten des Buches:

http://www.rowohlt.de/fm/131/Kurbjuweit_Angst.pdf

Wir suchen 20 mutige Testleser, die den Thriller des Spiegel-Redakteurs Dirk Kurbjuweit mit uns gemeinsam lesen, diskutieren und rezensieren möchten!

Schreiben Sie uns, warum Sie gerne an dieser Leserunde teilnehmen möchten und bewerben sich damit bis einschliesslich Montag, den 28. Januar 2013  um 13 Uhr im Unterthema "Bewerbung für die Leserunde" für ein Freiexemplar des Buches.

Wir freuen uns auf die Bewerbungen und eine spannende Leserunde mit vielen Diskussionen!

268 Beiträge

Zusätzliche Informationen

Dirk Kurbjuweit wurde am 02. November 1962 in Wiesbaden (Deutschland) geboren.

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