Dirk Scheer Energiepolitik unter Strom

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Inhaltsangabe zu „Energiepolitik unter Strom“ von Dirk Scheer

Die deutsche Energie- und Stromversorgung muss radikal umgebaut werden. Das kann nur gelingen, wenn möglichst viele Bürger beteiligt und befragt werden – siehe Stuttgart 21. Die Autoren untersuchen systematisch die Akzeptanz von Stromtechnologien und Energiemixen und kommen zu teilweise überraschenden Ergebnissen: Energieeffizienz-Maßnahmen rangieren in der Gunst vor den Erneuerbaren, die Kernenergie stößt als Übergangstechnologie auf breite Akzeptanz.

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    Energiepolitik unter Strom
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    29. August 2014 um 15:06

    Bedürfnisse und Wünsche der Bürger Dass die Energiepolitik sich radikal verändert hat, ist ein Fakt. Das erneuerbare Energien aktuell höchste Priorität genießen, scheint zumindest auf den ersten Blick so. Trotz vielfacher Problemen (z.B. die notwendige Infrastruktur für Offshore-Windanlagen). Und zudem regt sich durchaus auch Diskussion in der Bevölkerung, vor allem, wenn die sichtbaren Zeichen des Umbaus der Energieerzeugung zu sichtbar oder nah am eigenen Leben werden (Windräder in Sicht- und Hörweite, Verlegung von Trassen „quer durch Deutschland“). Die Autoren dieser Studie sind „der Bevölkerung“ intensiv nachgegangen. Welche Bedürfnisse, welche Wünsch herrschen vor im Blick auf die Energiepolitik? Wie werden konkrete Maßnahmen bewertet? Wie ist der Blick auf Kohlekraftwerke? Auf Reste von Atomenergie? Im Zeittraum von 2010 bis 2013 wurde hier im Rahmen der Studie intensiv befragt und nachgeforscht. Wohlwissend, dass die gesellschaftliche Akzeptanz von Stromtechnologien der entscheidende Erfolgsfaktor für einen Umbau der Energieversorgung in Deutschland ist und sein wird. Diese gesellschaftliche Akzeptanz, darauf verweist die Studie fundiert, hängt aber in entscheidendem Maße von der subjektive Wahrnehmung und Bewertung der Bürger ab. So ist es einer der Schlüsse und zugleich Grundlage der Studie, die Notwendigkeit einer positiven Bilanz zugunsten des individuellen und kollektiven Nutzens als entscheidenden Faktor zu benennen und zu beschreiben, zudem mögliche Fehler in der Kommunikation anzusprechen und allgemein eine fundierte Handreichung für den weiteren Verlauf der öffentlichen Diskussion zu liefern. Im Sinne eines Umbaus der Energieversorgung wohlgemerkt, diese Haltung liegt dem Buch sichtbar zu Grunde. Hierzu führen die Autoren im inhaltlichen Teil zunächst als Ergebnis ihrer Untersuchungen auf, wie stark der „Klimawandel als systemisches Risiko“ in breiten Teilen der Bevölkerung (noch) unterschätzt wird und liefert im Anschluss die Gründe für diese Unterschätzung der Klimarisiken. Methoden der Studie, die Bewertungsgrundlage (Darstellung von zukünftigen Stromtechnologien und Strommixen)werden differenziert und fundiert benannt, bevor als Ergebnisse der Studie die Akzeptanzprofile der Stromtechnologien einerseits und der Strommixe anderseits breit und ausführlich ausgewertet im Buch dargelegt sich finden. Im Ergebnis lässt sich ablesen, dass die größte Gefahr für eine Veränderung der Energieerzeugung und deren Verankerung in der Bevölkerung das mangelnde Aufgreifen des Stromnachfrageverhaltens und des technischen Akzeptanzniveaus nicht frühzeitig gesehen und kommunikativ intensiv aufgenommen werden. Eine große Chance liegt vor, ohne Frage, da eine breite Präferenz für erneuerbare Energieträger zu erkennen ist. Diese nicht durch eine einseitige Ausrichtung auf die Mehr-Kosten für die Bevölkerung zu gefährden ist dabei ein erster, wichtiger Schritt, neben der Erhaltung oder (wieder-) Herstellung von Vertrauen in die Technik und ihre Betreiber. Das ebenso im aktuellen Status Quo die Klimabewahrung noch immer unzureichend als wichtiger Faktor für die persönlichen Entscheidungen wahrgenommen wird, ist dabei ein bedenkliches Ergebnis der Studie, das aufgegriffen und deutlich kompetenter kommuniziert werden muss. Alles in allem bietet die Studie eine profunde und methodisch sorgfältig erarbeitete Einsicht in die „Befindlichkeit“ der Bürger, die in dieser Form ein wichtiges Element für die weiterführende Diskussion und das weitere politische Vorgehen an die Hand gibt.

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