Dirk Tilsner

 4,5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor*in von Blume im Exil.

Lebenslauf

*1966 in Luckenwalde, Land Brandenburg. Den Traum seiner Jugend, die Seefahrt, hätte er fast verwirklicht. Dann aber kam die Wende und alles anders und so studierte er Nachrichtentechnik, brach 1994 nach Portugal auf und schlug in Lissabon neue Wurzeln, wo er bis heute mit seiner Familie lebt. Was ihn irgendwann zu seinem literarischen Hobby trieb, weiß allein der Atlantik. Unter Umständen war ihm das Leben nicht poetisch genug. Er schreibt vorrangig Lyrik, aber auch Kurzerzählungen, mit zahlreichen Veröffentlichungen in Anthologien und diversen Literatur-Magazinen (print, online). Mitglied des Literaturkollegiums Brandenburg.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Dirk Tilsner

Cover des Buches Blume im Exil (ISBN: 9783911411035)

Blume im Exil

(2)
Erschienen am 25.02.2025
Cover des Buches Berge und Sichten (ISBN: 9783758326998)

Berge und Sichten

(0)
Erschienen am 19.01.2024

Neue Rezensionen zu Dirk Tilsner

Cover des Buches Blume im Exil (ISBN: 9783911411035)
Trishen77s avatar

Rezension zu "Blume im Exil" von Dirk Tilsner

Trishen77
Lyristix

ngagiert und ehrgeizig kommen viele von Dirk Tilsners Gedichten daher. Sie stürzen sich auf ihr Sujet, mag es nun ein Novemberregen in Rei(m/n)form, ein Bild afghanischer Mädchen oder umfassende Gesellschaftskritik sein.

Leider wurde zumindest ich das Gefühl nicht los, dass dem Hineinrauschen ins Thema lediglich eine Inventur und ein paar sprachlässige Instandhaltungsarbeiten folgen; es fehlt mir das Gefühl, der Autor habe sein Thema nicht nur erschließen/erobern, sondern sich auch darauf einlassen wollen.

Eine Ausnahme sind für mich die Farbgedichte (Beispiele: Bilder 6-10). Hier herrscht kein dekretischer Ton, hier ist feines Gespür am Werk, jedes Gedicht ein vorsichtig zusammengesetztes Uhrwerk.

Wenn die Blume ins Exil muss, was geschieht dann mit der Schönheit? Vielleicht ist Tilsners Poetik auch schlicht mehr an der Abwesenheit geschult, will eine Lücke füllen statt wiederzugeben, widerzuspiegeln. Leser*innen können sich anhand der Beispiele selbst eine Meinung bilden.

Cover des Buches Blume im Exil (ISBN: 9783911411035)
Samaras avatar

Rezension zu "Blume im Exil" von Dirk Tilsner

Samara
„Jenseits des Greifbaren: Eine poetische Reise mit ‚Blume im Exil‘ von Dirk Tilsner“

Das Buch „Blume im Exil“ von Dirk Tilsner ist eine poetische Erkundung der Welt jenseits der greifbaren Realität. Es lädt die Leser ein, die Grenzen des Konkreten zu überschreiten und sich auf eine Reise der seelischen Wahrnehmung und Empfindung zu begeben. Die Metapher der Blume, die jenseits der physischen Welt blüht, symbolisiert die Freiheit und Vielfalt der poetischen Assoziationen, die der Band vermitteln möchte. Die reichhaltigen und vielschichtigen Metaphern und Bilder fordern den Leser auf, sich auf eine Reise der Assoziationen und inneren Reflexionen zu begeben.


Das Cover zeigt schwarz-weiße Blumen, die erst durch das Eintauchen in Tilsners Poesie ihre Farben offenbaren. Die Gedichte sind in zwei Zyklen aufgeteilt: „Zyklus I - so ist aller Beginn“ und „Zyklus II - und so ist aller Ende“. Diese Zyklen fungieren als „Vorhang auf“ und „Vorhang zu“ Einlagen, die den Rahmen für die poetische Erkundung bilden. Sie sollen im Sinne der ewigen Wiederholungen von allem, was der Leser im Büchlein findet, verstanden werden. Darauf folgen Unterkategorien unterschiedlicher Farben, die den darunter aufgeführten Gedichten mit anspruchsvoller Poesie entsprechen.


Ein Beispiel ist das Gedicht "Winternebel" unter der Kategorie „Weiß“, das ein eindrucksvolles Bild einer winterlichen Szenerie malt, in der die Natur in kühler Stille verharrt. Die Metapher der sinkenden Flotte, die von der "weißen Hein" – dem Tod – heimgesucht wird, verstärkt das Gefühl von Unausweichlichkeit und Vergänglichkeit. Die Verwendung von Farben und Naturbildern schafft eine melancholische Atmosphäre, die den Leser in eine Welt der Reflexion über das Ende und die Vergänglichkeit führt.


Der Epilog unter „Orange“ spielt mit starken Bildern und einer dramatischen Inszenierung. Der Vergleich eines sinkenden Stars mit einem Helden, der nach Ruhm strebt, ist kraftvoll und zieht den Leser in eine Welt voller Sturm und Drang. Die Metapher des „Lichtbluts“ und der „Phalanx“ verleiht dem Gedicht eine epische Dimension, während der Schluss mit der stillen Präsenz der Orangen eine unerwartete Ruhe und Kontemplation einführt.


„Zyklus II – und so ist aller Ende“ spielt mit der Vorstellung von Endlichkeit und Transformation. Der Autor nutzt die Metapher des Kaleidoskops und des Teigs, um die ständige Bewegung und Veränderung des Lebens darzustellen. Die Bilder von Feuerrädern und einem sich dehnenden Universum sind kraftvoll und vermitteln ein Gefühl von Dynamik und Unaufhaltsamkeit. Der Schluss des Gedichts, der das letzte Wort als ein Rauschen ins Nichts beschreibt, hinterlässt einen nachdenklichen Eindruck und regt zur Reflexion über das Ende und die Vergänglichkeit an.


Insgesamt ist das Buch eine gelungene Sammlung von Gedichten, die durch ihre bildreiche Sprache und tiefgründigen Themen bestechen. Der Autor Dirk Tilsner versteht es meisterhaft, die Leser in eine Welt jenseits des Greifbaren zu entführen und ihnen eine Palette an emotionalen und intellektuellen Erfahrungen zu bieten.

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