Alles begann mit einer seltsamen Sphäre, welche durch das Universum reiste. In all den Jahrhunderten sammelte sie dabei viele verschiedene Spezies ein und flog stets weiter. Ein klares Ziel war nicht zu erkennen und doch irgendwann kam sie an. Währenddessen ist viel innerhalb der Sphäre passiert, denn die unterschiedlichen Wesen mussten ihr Leben zusammen neu organisieren. Der Polizeikreuzers Scythe war nur auf der Suche nach einem unheimlich schlauen Verbrecher und gelangte in die Sphäre und dabei verändert diese Crew alles. Dirk van den Boom schrieb den ersten Teil der Trilogie eher klassisch, so dass man sich in einer schönen interessanten Sci-Fi-Welt wiederfand. In Teil zwei ging er einen ähnlichen Weg, wobei hier schon Anzeichen erkennbar waren, dass es mehr als nur fantastisch wird.
Vielmehr lässt der Autor in Teil drei fast ausschließlich die Fantasie sprechen. Die Rede ist irgendwann von Paralleluniversen, Zeitreisen und nicht realen Welten. Er versucht mit Gleichnissen und Dialogen die Geschehnisse für den Leser vorstellbar zu machen, was aufgrund des Themas doch recht gut funktioniert. Er bezieht dabei wieder alle Figuren mit ein und verhilft so dem aktuellen Universum zu einem Neustart. Anfänglich steuert er noch durch vier Einzelgeschichten und man muss sich immer wieder neu darauf einstellen. Doch nach und nach kommen sich alle Protagonisten näher und der Sonnenkönig wird der Endschauplatz.
Zeitweise haben mich einige Dialoge oder auch Vorkommnisse an Q aus Star Trek erinnert. Die Entdeckungen aus dem zweiten Teil werden nahtlos fortgeführt. Nachdem Ellisi so zaghaft ihr Leben entdeckt hat und Jordan ihr stets zur Seite stand, so unfassbar weitsichtig löst sie ein Problem, welches schon so viele Male aufgetreten ist. Der Verbrecher Gracen und seine Gegenspielerin, die Polizistin Apostol, finden auch eine erschreckende Gemeinsamkeit, allerdings wird für einen der beiden das Ende anders ausfallen, als man es anfänglich dachte. Im Grunde schließt van den Boom die Trilogie mit diesem Roman wirklich grenzenlos ab.
Er hinterlässt uns eine Welt, in der Möglichkeiten für jeden wieder neu geboren werden. Zwischendurch analysiert er einige Komponenten des Lebens wie: Liebe, Eltern, Pubertät, Hass, Angst, Nazismus oder auch das Leben selbst. Nichts im Universum ist vielleicht wirklich so, wie wir es aktuell wahrnehmen. Der Endkampf beweist übrigens auch, dass der Autor es sich nicht hat nehmen lassen ein wenig Action mit hineinzubringen, dennoch will er es nicht nur darauf beruhen lassen. Die Gedanken des Lesers sollen durch die Bilder, die in seinem Kopf entstehen, erst wirklich zeigen, wie unglaublich diese Welt ist, welche er in seinem Buch geschaffen hat.
Fazit:
Genie und Wahnsinn treffen auf Fantasie und Science-Fiction. Dirk van den Boom bringt euch an den Rand eurer Vorstellungskraft und schließt seine Scythe-Trilogie mit einem ordentlichen Gedankenfeuerwerk ab. Die Größe des Alls, die unendlichen Weiten und die unmöglichen Möglichkeiten, alles trifft hier auf eine kleine Gruppe von Lebewesen, welche das Universum endgültig für sich zurechtrücken. Ich bin überrascht und fasziniert zugleich...
Matthias Göbel
Autor: Dirk van den Boom
Taschenbuch: 426 Seiten
Verlag: Cross Cult
Erscheinungsdatum: 04.03.2019
ISBN: 9783959815314
Dirk Van den Boom
Lebenslauf
Politik und Science-Fiction: Dirk Andreas van den Boom, geboren 1966 in Fürstenau, ist ein deutscher Übersetzer, Politologe und Schriftsteller. Berühmt wurde er vor allem durch seine Science-Fiction Romane.
Er studierte Politikwissenshaft an der Wilhelms-Universität in Münster und arbeitete nach seinem Abschluss als Professor an diversen Universitäten. 2005 machte er sich dann selbstständig und veröffentlicht seitdem Werke aus der Politikwissenschaft wie aus der Science-Fiction.
Für seine Werke wurde der Autor mit dem Kurt-Laßwitz-Preis und dem Deutschen Science-Fiction Preis ausgezeichnet.
Alle Bücher von Dirk Van den Boom
Die Welten der Skiir 3
Die Reise der Scythe 3
Der letzte Admiral 1
Neue Rezensionen zu Dirk Van den Boom
Mit Patronat schließt der Autor seine Skiir-Trillogie ab. Ein Jahr nach den Ereignissen aus Band 2 ist die Erde von einem undurchdringlichen Wall umgeben, der sie vom Rest des Skiir-Imperiums abschottet. Außerhalb des Walls ist die Foschungsstation, wo ein uralter Skiir an dem ZIel arbeitet, ein Tor zu den geheimnisvollen Hatte zu eröffnen, einer vor Jahrtausenden verschwundenen Ur-Rasse. Während dessen arbeiten die Skiir scheinbar an der Säuberung des Patronats. Doch ein Mitglied des Prinzipates kommt dabei einer noch tieferen Verschwörung innerhalb der Skiir auf die Schliche. Alles kulminiert schließlich darin, das ein uraltes und für den Leser überraschendes Geheimnis gelüftet wird, das zugleich eine uralte Gefahr für das ganze Universum ist. Wie seine Vorgänger ist Patronat ein spannendes und unterhaltsames Buch, das man nur empfehlen kann.
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