Dirk van Gunsteren

 4 Sterne bei 4.375 Bewertungen

Lebenslauf

Dirk van Gunsteren studierte Amerikanistik und ist seit 1984 Übersetzer und freiberuflicher Redakteur. Er übersetzte u. a. Bücher von V.S. Naipaul, John Irving, Philip Roth und Edward St Aubyn. Er wurde mit dem Heinrich Maria Ledig-Rowohlt Preis ausgezeichnet.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches I walk between the Raindrops. Stories (ISBN: 9783446274037)

I walk between the Raindrops. Stories

Neu erschienen am 12.05.2024 als Gebundenes Buch bei Hanser, Carl.
Cover des Buches Herren der Lage (ISBN: 9783423148986)

Herren der Lage

 (1)
Erscheint am 12.06.2024 als Taschenbuch bei dtv Verlagsgesellschaft.
Cover des Buches Tausche zwei Hitler gegen eine Marilyn (ISBN: 9783293710160)

Tausche zwei Hitler gegen eine Marilyn

 (3)
Erscheint am 07.07.2024 als Taschenbuch bei Unionsverlag.

Alle Bücher von Dirk van Gunsteren

Cover des Buches Grab des weißen Mannes (ISBN: 9783446185258)

Grab des weißen Mannes

 (6)
Erschienen am 01.02.1996

Neue Rezensionen zu Dirk van Gunsteren

Cover des Buches Demon Copperhead (ISBN: 9783423283960)
anushkas avatar

Rezension zu "Demon Copperhead" von Barbara Kingsolver

Der große Roman über die amerikanische Drogenkrise
anushkavor 4 Tagen

Demons Leben beginnt schon suboptimal. Als er geboren wird, auf dem Badfußboden im Wohnwagen, ist seine junge Mutter komplett zugedröhnt. Danach gibt sie sich Mühe, doch sie scheitert immer wieder und stolpert mehr schlecht als recht von einem Entzug in den nächsten. Demon wird von einer Pflegefamilie zur nächsten herumgereicht. Nur wenige Menschen behandeln ihn gut, hier im von Armut geprägten "Hinterland" der USA, als Teil jener Bevölkerungsgruppe, die landesweit als Hillbillys verlacht und Gegenstand vieler hämischer Scherze sind. Er versucht, die Schule als Chance zu nutzen, doch die Perspektivlosigkeit und das finanziell schwache Umfeld lassen die Motivation schnell schwinden. Und trotz nahegehender schlechter Beispiele landet auch Demon durch eine Schmerzbehandlung mit Oxycodon irgendwann bei den Drogen ...

Auf über 800 Seiten erzählt Kingsolver die berührende Geschichte eines Jungen, der schon von Anfang an kaum eine Chance hatte. Unbekümmert, flappsig und ironisch erzählt Demon seine Kindheit und Jugend aus seiner Perspektive. Dabei berührt sein unbändiger Lebenswille immer wieder. Als Adaptation des Klassikers "David Copperfield" erzählt die Autorin hier eine große Geschichte von Armut, Perspektivlosigkeit und Drogenkrise. Selbst Familien, die sich alle Mühe geben, haben hier in Lee County keine Chance und steigen gnadenlos ab. Der Detailreichtum und der nahbare Erzähler machen das Buch zu einem Genuss, indem man trotz der ernsten und bedrückenden Thematik tief in die Geschichte einsteigt und in dem Jungen, der trotz vieler Schicksalschläge nicht aufgibt, einen Sympathieträger findet. Vielleicht hätte die Geschichte an der ein oder anderen Stelle gestrafft werden können, aber insgesamt vermittelt die Autorin ein glaubhaftes und Mitgefühl hervorrufendes Bild einer von der Politik vergessenen und dem Kapitalismus ausgebeuteten Gesellschaftsschicht, deren harte Schicksale als Grundlage zahlloser schlechter Witze dienen. Eine Gesellschaftsschicht, in der schon die jüngsten kaum einen anderen Ausweg sehen als das Leben durch Opioide oder Alkohol erträglich zu machen. Demon Copperhead erzählt von dem weniger glamourösen Amerika, mit viel Sozialkritik und gut ausgearbeiteten Figuren. Das Buch behandelt viele Themen, die jedoch gut ineinander greifen und ein komplexes Bild zeichnen. Am Ende ist dieses Buch aber vor allem auch aufwühlend und eine definitive Leseempfehlung.

Cover des Buches Demon Copperhead (ISBN: 9783423283960)
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Rezension zu "Demon Copperhead" von Barbara Kingsolver

was für ein Buch
robbylesegernvor 5 Tagen

Wie kann man so ein Leben überleben. Diese Frage habe ich mir bei diesem Buch sehr oft gestellt. Barbara Kingsolver hat mit „Demon Copperhead“eine Adaption des Charles Dickend Romans „David Copperfield“geschrieben und ich habe trotz der Schwere des Themas an jeder Seite geklebt, sie inhaliert und aufgesaugt.

Demons Leben ist von Anfang an ein Desaster. Vater tot, Mutter drogenabhängig, wird er in einer Trailersiedlung geboren. Mit 11Jahren kommt er in die Obhut von Pflegefamilien und eine Odyssee beginnt, die nicht selten unschön ist, aber Demon kämpft sich durch, bis dann sein eigener Kampf beginnt in Armut und mit Drogen.

Es war manchmal sehr schwer für mich Demons Geschichte zu folgen, da ich selbst Mutter bin und immer nur gedacht habe, war für Startchancen für das!eben hat man bei solchen Vorraussetzungen?Der Roman ist schon sehr sozialkritisch geschrieben und prangert die Opiodkrise in den Staaten an, die viele Menschen in die Abhängigkeit getrieben hat, ein sehr wichtiges Thema.

Trotz der Schwere des Themas, lässt sich das Buch durch den Humor und die Lebensfreude, die Demon immer wieder ausstrahlt , unterhaltsam lesen und die mehr als 800 Seiten fliegen nur so dahin.Man lacht und weint mit Demon und freut sich einfach, wenn es ihm gut geht und drückt ihm die Daumen, dass es so bleibt.

Ein toller, schrecklicher, berührender, einfach ein atemberaubender Roman der mir sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird.


Cover des Buches Demon Copperhead (ISBN: 9783423283960)
Aischas avatar

Rezension zu "Demon Copperhead" von Barbara Kingsolver

Eine Kindheit in der Hölle: altes Leid in neuer Form
Aischavor 5 Tagen

Es gehört schon eine überaus große Portion an Selbstvertrauen dazu, um sich an eine aktuelle Neuerzählung des Klassikers "David Copperfield" von Charles Dickens zu wagen. Aber Barbara Kingsolver hatte den Mut dazu, oder wie ihr Protagonist Demon Copperhead sagen würde, "sie hat die Eier in der Hose".

Kingsolver verlegt die Handlung nach Virginia, wo Demon in ärmlichen Verhältnissen in einem Trailer geboren wird. Der Vater stirbt vor seiner Geburt, der Tod der drogenabhängigen sehr jungen Mutter macht Demon in jungen Jahren zur Vollwaise und er beginnt eine Odyssee durch verschiedene Pflegefamilien, die ihre Zöglinge aufs Übelste ausnutzen und missbrauchen. Staatliche Stellen sind überfordert und sehen nur allzu gern weg, Hauptsache die Kinder kommen irgendwo unter. 

Wer mit Dickens` Vorlage vertraut ist, wird zahlreiche formale Parallelen finden, beide Romane sind in je 64 Kapitel gegliedert, und auch die Handlung weist im Großen und Ganzen Ähnlichkeiten auf. Mir hat es großen Spaß gemacht, zu entdecken, wie viele der Dickenschen Figuren auch in Kingsolvers Version auftauchen, so wird etwa der widerliche Kanzleischreiber Uriah Heep aus dem Original nun zu U-Haul, seines Zeichens rechte Hand des Football-Trainers und ein Intrigant vor dem Herrn. Aber Copperhead kann auch völlig ohne Kenntnis von "David Copperfield" gelesen werden. Der Roman ist ein Meisterstück der Sozialkritik, witzig aber auch brutal, unterhaltsam und scharfsinnig, lehrreich und gefühlvoll. Und er ist definitiv mehr als eine literarische Coverversion, Kingsolver hat Copperfield zwar als Schablone verwendet, aber ein durch und durch eigenes Kunstwerk daraus erschaffen.

Die Figuren wirken extrem lebensecht und bekommen die Chance, sich zu entwickeln, und wie die Autorin die Sprache gekonnt je nach Alter und Milieu der Personen anpasst ohne dass es aufgesetzt oder lächerlich wirkt hat mich beeindruckt . Darüber hinaus zeigt sie anschaulich, wie Profitgier und geschicktes Marketing der Pharmaindustrie zur Opioidkrise in den Vereinigten Staaten führte, mit knapp einer Million Toter, die durch legal verschriebene Schmerzmittel drogenabhängig wurden.

Dabei ist Demon ist durch und durch sympathisch, und ich habe selten so sehr (und noch dazu 864 Seiten lang) mit einer Romanfigur mitgefiebert. Uneingeschränkt lesenswert!

Gespräche aus der Community

Castle Freeman besticht durch lakonische Dialoge und tiefe Kenntnis der menschlichen Psyche und „sorgt einfach nur – sehr, sehr komisch – für gute Laune“ (Deutschlandfunk).

So passiert es auch in seinem gerade erschienenen neuesten Roman "Ein Mann mit vielen Talenten", von dem wir hier bei LovelyBooks 25 Exemplare verlosen. 

348 BeiträgeVerlosung beendet
Eric_Maess avatar
Letzter Beitrag von  Eric_Maesvor einem Jahr

anbei meine Rezension: https://www.lovelybooks.de/autor/Castle-Freeman/Ein-Mann-mit-vielen-Talenten-4849457578-w/rezension/8689735313/

Eine Tolle Hommage an Faust!

Deadline with the Devil! Bestell was und der Teufel liefert. Pakt und Tanz mit dem Tod! Eine Hommage an Faust und Mephisto in den Wäldern von Vermont.

Wem gefällt Fausts Tragödie mit Mephisto? Der findet in diesem Roman eine Mischung aus Tragödie und Komödie sowie eine moderne und ebenso tiefsinnige Fassung eines neuen Paktes mit dem Teufel namens Dangerfield. Ein Leben zwischen Sinnesfreuden und dem Abgrund. Ein höllischer Martini zum Lesen.

Das Buch ist im Hardcover-Taschenformat mit übersichtlichen Kapiteln mit Prolog und Epilog geschrieben. Die Sprache ist gut zu lesen und enthält viele Dialoge in erwachsener Alltagssprache. Teils grob, teils zart. Freeman besitzt die Gabe, die Dialoge analog einem Theaterstück zu schreiben und dadurch fühle ich mich beim Lesen als Zuschauer vor einer Bühne. Die Dialoge sind tief, grob lustvoll und komisch lustig. In der englischen Originalversion heißt der Titel The Devil in the Valley und es scheint mit als besteht der perfekte Titel für dieses Buch aus beiden Titeln und beiden dualistischen Seiten.

Taft ist ein alter Mann, ein Eigenbrötler, der dem Alkohol verfallen ist und in den Wäldern von Vermont lebt. Da kommt ihm Dangerfield, der Teufel in Person gelegen. Er bietet ihm nichts weiter als einen Pakt um Tafts Leben für die Hingabe an Sinnesfreuden. Dangerfield kann nur von auserwählten Personen gesehen und gehört werden und er ist für seinen Boss auf neuer Mission! Dabei trifft er auf die junge Polizistin Trooper Madison. Er kann sie nicht ernstnehmen. Ist sie die Gretchenfrage des Buchs?

Taft braucht neuen Stoff, eine Story. Da begegnet ihm Dangerfield. Sie werden Partner. Dangerfield ist der stille, der sehr sehr stille Teilhaber. Er ist diskret und geheim. Sie wissen Bescheid, alle anderen nicht. Wenn sie zusammen sind, denken alle anderen, Taft ist allein. Zum Columbusday in sieben Monaten gehört Taft dann Dangerfield. Er holt ihn und bringt ihn an einen heißen Ort, an dem er ewig bleiben wird. Rein oder Raus, rauf oder runter? Einen Scotch Sir Walters darauf.

Dangerfield erfüllt Taft bis zur Deadline alle Wünsche! Taft interessiert sich jedoch nicht für das Geld. „Setze das, was du hast für andere ein, nicht verschwenderisch, aber mit offener, freigebiger Hand. Keine Bedingungen, Keine Spielchen. Gib es aus. Verschenk es.“ Zweifellos das Geheimnis seines Misserfolgs. Einen Schluck darauf. Dangerfield kommt mal im rot-braunen Talar mit Doktorhut oder mal als Zuhälter verkleidet in rosarot gefärbtem Pelzmantel mit grünem dreiteiligem Anzug.

Wie setzt Taft seine Talente ein? Bestell was und der Teufel liefert. Es geht um Schulden, Ausgrenzung, Tod, Verführung und Krankenhausrechnungen für einen kranken Jungen, die Hinterwäldler beschäftigen. Taft schaut seinem Ende entgegen und denkt an andere. Ein Wohltäter und Beschützer. Kommt er in die Hölle?

Er ist nicht zu unterschätzen mit seinen Talenten. Ein Mann mit dem man rechnen muss! Mit dem jemand rechnet!

„Wir übergeben dich dem Schutz und der Gnade Gottes. Der Herr segne und behüte dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig, der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden, jetzt und immerdar. Amen.“

5 Himmelfahrten für dieses Buch wie ein Brandy mit Sauce Bearnaise – ein Goldstück im Faust-Universum.

„Schwer zu glauben, dass er oder sie für immer fort ist.“ Sehr schwer! Himmel und Hölle! Faust!

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