Diverse Hausschatz morgenländischer Märchen

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Inhaltsangabe zu „Hausschatz morgenländischer Märchen“ von Diverse

Im Jahr 1701 brachte der französische Orientalist Antoine Gallard von einer langjährigen Reise durch den Nahen Osten eine alte arabische Textsammlung mit, die heute zu den berühmtesten Werken der Weltliteratur zählt. Als er in den Folgejahren eine Reihe der Geschichten aus Tausendundeiner Nacht erstmals in Europa veröffentlichte, löste diese beim Publikum eine ungeahnte Welle der Begeisterung aus, die schnell auch Deutschland erfassen sollte.
So wurden etwa Gustav Weils Übersetzungen von Märchen wie Ali Baba und die vierzig Räuber oder der Geschichte Sindbads, des Seefahrers zu Klassikern auch der deutschen Literatur. Gustav Schwab bediente sich für sein Märchen Das Schloß in der Höhle Xa Xa einer mutmaßlich noch älteren Überlieferung des bekannten Motivs von Aladin und der Wunderlampe. Bis heute haben diese zauberhaften Geschichten nichts von ihrer Faszination verloren.
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  • Ein wirklicher Schatz

    Hausschatz morgenländischer Märchen

    R_Manthey

    20. July 2015 um 12:20

    Wenn man Kindern heute alte Märchen aus modernen Büchern vorliest, dann merkt man - wenn man sich noch an die eigene Kindheit erinnert - sehr schnell, dass sie sprachlich stark vereinfacht und inhaltlich gekürzt wurden. Der Zeitgeist der Verflachung fordert auch hier seinen Tribut. Aber glücklicherweise gibt es noch Ausnahmen. Die originalgetreuen Lesungen dieser vier morgenländischen Märchen müssen das Herz eines jeden Erwachsenen erfreuen, der seine Muttersprache liebt, denn die Formulierungskünste der alten Erzähler sind in ihrer sprachlichen Genauigkeit und Ausdruckskraft so beeindruckend, dass man einfach bewundern lächeln muss. Welch eine Reichhaltigkeit der Sprache! Es gibt keinen Grund, diesen Schatz nicht auch Kindern vorzuführen, die den intelligenten Umgang mit ihrer Muttersprache nicht fürchten, denn schließlich wurden diese Märchen für Kinder verfasst. Vielleicht klingen einige Formulierungen in heutigen Ohren ungewohnt. Kompliziert oder unverständlich sind sie bis auf ganz wenige Ausnahmen jedoch keinesfalls. Vielmehr zeigen sie nur eine ungewohnte Variabilität sprachlicher Eleganz, aus der Kinder, die dafür einen Zugang entwickeln, viel lernen können. Aber natürlich steht nicht die Sprache für die kleinen Zuhörer im Vordergrund, sondern die Handlung. Und die ist in allen vier Fällen spannend, wenngleich man in Betracht ziehen sollte, dass sie für empfindliche erwachsene Gemüter zu brutal sein könnte, denn im Orient wurde früher gerne gevierteilt oder mit kochendem Öl gearbeitet. Nach meiner Erfahrung überstehen Kinder solche Szenen völlig gefahrlos, weil sie sich solche Missetaten nämlich nicht wirklich vorstellen können. Nun kommt noch hinzu, dass alle vier Märchen hervorragend vorgelesen werden. Wer die Geschichte vom Schloss in der Höhle Xa Xa nicht kennt, wird überrascht sein, denn sie erinnert vom Motiv her an Aladins Wunderlampe. Ich kann diese Sammlung wirklich jedem empfehlen, der Märchen des Orients mag und keine Berührungsängste mit einer Sprache besitzt, die viel reichhaltiger und ausdrucksstärker ist als unsere moderne Alltagssprache.

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