Dmitry Glukhovsky

 4 Sterne bei 969 Bewertungen
Autor von Metro 2033, Metro 2034 und weiteren Büchern.
Dmitry Glukhovsky

Lebenslauf von Dmitry Glukhovsky

Dmitry Glukhovsky studierte Journalismus und Internationale Beziehungen in Jerusalem. Er arbeitete als TV- und Radio-Journalist unter anderem für den Fernsehsender Russia Today und die Deutsche Welle. Außerdem nahm er als Korrespondent an der russischen Polarexpedition teil. Neben seiner Muttersprache spricht er englisch, spanisch, französich, deutsch und hebräisch. 2002 erschien sein Science-Fiction-Debütroman "Metro 2033" auf seiner Website kostenlos. Durch den Erfolg wurde der Roman später zum interaktiven Experiment und wurde zum Videospiel umfunktioniert. Inzwischen zählt Dmitry Glukhovsky zu den beliebtesten zeitgenössischen SciFi-Autoren. Dmitry Glukhovsky lebt in seiner Heimatstadt Moskau.

Alle Bücher von Dmitry Glukhovsky

Sortieren:
Buchformat:
Metro 2033

Metro 2033

 (514)
Erschienen am 12.11.2012
Metro 2034

Metro 2034

 (195)
Erschienen am 05.10.2009
Metro 2035

Metro 2035

 (57)
Erschienen am 09.01.2018
TEXT

TEXT

 (40)
Erschienen am 31.08.2018
Future

Future

 (30)
Erschienen am 11.04.2016
Sumerki - Dämmerung

Sumerki - Dämmerung

 (21)
Erschienen am 13.09.2010
Metro 2033 / Metro 2034

Metro 2033 / Metro 2034

 (12)
Erschienen am 14.04.2014
Sumerki - Dämmerung: Roman

Sumerki - Dämmerung: Roman

 (2)
Erschienen am 21.12.2010

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Dmitry Glukhovsky

Neu
miss_mesmerizeds avatar

Rezension zu "TEXT" von Dmitry Glukhovsky

Dmitry Glukhovsky – TEXT
miss_mesmerizedvor 9 Stunden

Sieben Jahre hat Ilja im Straflager verbracht, weil ihm ein Milizionär Drogen untergeschoben hat. Jetzt kehrt er nach Moskau zurück, zu seiner Mutter und seiner Freundin Vera. Doch erstere ist just an einem Herzinfarkt verstorben und letztere schwanger von einem anderen. Bleibt nur noch das Schwein Chasin, der nun bezahlen soll für das, was er Ilja angetan hat. Als er wieder bei Sinnen ist, weiß Ilja auch nicht, wie es geschah, aber Petja Chasin ist tot und er muss die Spuren beseitigen. Kurzerhand schickt er die Leiche durch das Loch eines Gullys in den Abgrund und nimmt das Handy des Verstorbenen an sich. Dieses gibt keine Ruhe, immer neue Nachrichten von allerlei Personen treffen ein, er liest Ilja nur interessiert, doch dann beginnt er zu antworten und zunehmend wir Petjas Leben zu seinem. Bald weiß er nicht mehr, wer Ilja ist und wer Petja.

Dmitry Glukhovskys Roman mit dem simplen Titel „TEXT“ taucht tief ein in das Schattenleben Moskaus, in verbrecherische Strukturen und den tagtäglichen Kampf ums Überleben. Und es zeigt, dass das Leben heute nicht mehr nur in der Realität stattfindet, sondern gespeichert ist auf den kleinen Apparaten, die wir nicht nur immer bei uns tragen, sondern die eine Erweiterung unseres Selbst sind und mehr über uns verraten, als uns bewusst sein mag.

Der Roman ist einzige aus Sicht Iljas geschrieben und immer wieder lassen seine inneren Monologe den Leser teilhaben an seinen Gedanken und der Verzweiflung, die er gegenüber der Ungerechtigkeit im Leben empfindet. Unschuldig ist er ins Lager gegangen. Seine Mutter stirbt ausgerechnet in dem Moment, wo er sie nach sieben Jahren wiedersehen könnte. Vera kommt kein Wort des Dankes über die Lippen, dafür serviert sie ihn eiskalt ab. Und Menschen wie Petja Chasin wird alles geschenkt. Doch je tiefer er in dessen Leben eintaucht, desto klarer wird auch, dass auch bei denen, die oben schwimmen, keineswegs alles so einfach ist.

Nina, Petjas Freundin, übt eine faszinierende Anziehung auf ihn aus. Ihr gibt er das, was Vera nicht hören möchte und wozu Petja nicht in der Lage ist. Auch wenn er immer wieder versucht, sich doch rauszuhalten – er kann nicht aus seiner Haut und die junge Frau soll wenigstens per Kurznachricht den Eindruck haben, geliebt und verehrt zu werden. Auch gegenüber seiner Mutter plagt ihn das schlechte Gewissen, er ist bereit große Risiken einzugehen, um ihr eine würdige Beerdigung zu ermöglichen.

Unweigerlich kommt einem bei Ilja auch Raskolnikow in den Sinn. Beide arme Studenten, denen im Leben nichts geschenkt wird; vor ihren Augen eine Person, auf die sie all ihren Zorn und Hass projizieren. Sie sind aber keine eiskalten Mörder, die mit der Tat umgehen und leben könnten. Der eine leidet Seelenqualen in St. Peterburg, der anderen versucht verzweifelt in Moskau die Entdeckung der Tat zu verzögern. Dostojewskis Text ist bereits 150 Jahre alt, man fragt sich jedoch, wie sehr sich Russland verändert hat oder ob nicht doch alte Ungleichheiten durch neue nur ersetzt wurden und die Extreme der Gesellschaft weiterhin bestehen wie damals.

Ein Buch zur Lage eines Landes mit langer Vergangenheit, dessen Zukunft noch nicht entschieden scheint.

Kommentieren0
0
Teilen
bri114s avatar

Rezension zu "TEXT" von Dmitry Glukhovsky

ein Leben gegen ein anderes
bri114vor 6 Tagen

Hauptprotagonist Ilja wird nach sieben Jahren Straflager in die Freiheit entlassen. 

Daheim angekommen erfährt er vom Tod seiner Mutter, die Wohnung ausgeraubt und verwüstet vor. 
Ein wenig Trost findet Ilja im stetigen Konsum vom Alkohol. Einsam und verlassen sucht er einen Schuldigen. 

So macht er sich auf die Suche nach dem Drogen-Fahnder Petja, der ihn vor sieben Jahren unschuldig verhaften ließ. Er tötet Petja und nimmt dessen neues I-phone an sich, das für alles steht, das Ilja nicht hat. 
Und dann erwacht es zum Leben und brummt und summt und fordert von Ilja eine Entscheidung. 
Als er mit Petjas Angehörigen kommuniziert nimmt er Petjas Platz an. 

Die Idee und auch die Umsetzung des Romans ist brillant. Autor Dmitry Glukhovsky zeigt auf, welchen Stellenwert mittlerweile die Smartphones in unserem Leben haben. Wie verrückt dieses Parallelleben zu unserem realen ist. 

Dennoch wird hier vor allem das Thema von Schuld und Sühne äußerst spannend dargestellt und auch der Schreibstil hatte eine überraschende Tiefe und vor allem (russisch-typisch) eine Dunkelheit an sich.  

Wer sich vor Melancholie, Tristesse, Moralfragen und Thrill nicht scheut ist hier genau richtig. 

Kommentieren0
0
Teilen
haberland86s avatar

Rezension zu "Metro 2033" von Dmitry Glukhovsky

Ideenreiche und in beste Science Fiction gehüllte Gesellschaftskritik.
haberland86vor 15 Tagen

Als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal von der Metro-Reihe des russischen Schriftstellers Dmitry Glukhovsky hörte, fand ich die Idee, dass die Menschheit sich eines Tages selbst zerstört und die Überlebenden eines erschreckend plausiblen Atomkriegs unter der Erde in U-Bahn-Schächten leben müssen, ziemlich interessant.

Allerdings bin ich kein großer Fan von Science-Fiction und Fantasy und befürchtete, dass die Handlung zu sehr in diese Richtung gehen würde, daher schob ich die Lektüre des ersten Bandes (den ich mir nach viel hin und her überlegen schließlich gekauft hatte) immer wieder vor mir her.

Leider.

Denn abgesehen von einigen skurrilen Gestalten, die aufgrund der radioaktiven Strahlung mutiert sind, bleibt Glukhovsky’s Distopie stets plausibel und ist gespickt mit Kritik an unserer (aber vor allem der russischen) Gesellschaft, dem Umgang der Menschen miteinander und wie wir unseren Planeten behandeln.

Zwar verzichtet er dabei nicht auf Stereotypen, aber vielleicht ist das auch notwendig, um zu verdeutlichen, dass sich das Wesen der meisten Menschen niemals grundlegend ändern wird, egal welche Katastrophen ihnen auch wiederfahren mögen.

Da ich noch nie in Moskau war, fiel es mir anfangs nicht ganz leicht, mich im unterirdischem Gewirr der Millionenmetropole  mit ihren unzähligen Stationen zurechtzufinden. Dank der Metropläne in den Umschlägen, gelang es mir aber nach etwa 100 Seiten, mich ganz gut im Metrouniversum zu orientieren.

Ohnehin spielen die genauen Schauplätze an der Erdoberfläche nur eine Nebenrolle. Vielmehr geht es darum, dass der zwanzigjährige Artjom einen Weg finden soll, das eindringen seltsamer Gestalten von der Oberfläche in die U-Bahn-Schächte zu verhindern.

Um das Überleben der Menschheit zu sichern, begibt er sich auf eine lebensgefährliche Reise, durch das Tunnelgewirr unterhalb der russischen Hauptstadt. Längst nicht alle, die ihn auf seinem Weg begleiten, werden die Reise überleben. Denn neben den Kommunisten der roten Linie, gibt es Stationen, die von Nazis, Kannibalen oder einer alles verschlingenden Masse bevölkert werden.

Da Artjom seine Heimatstation WDNCh noch nie verlassen hat, erfahren er und der Leser erst nach und nach, was an den Gerüchten dran ist, die seine entlegene Heimatstation über die Jahre erreicht haben und – wie im wahren Leben – erweisen sich viele Gerüchte als falsch oder maßlose Übertreibung.

Das Buch endet mit einem grandiosen Cliffhanger, nach dem man sofort mit dem Folgebuch „Metro 2034“ beginnen möchte.

Ich fühlte mich auf über 700 Seiten, die ich Artjom auf seiner Reise durch die Moskauer Metro begleiten durfte, sehr gut unterhalten. Dmitry  Glukhovsky  hat  es  durch eine Vielzahl an Ideen und spannenden Wendungen geschafft, merkliche Längen zu vermeiden und meine anfänglichen Vorbehalte restlos zerschlagen. Ein tolles Buch, das mir als Leser einmal mehr verdeutlicht hat, wie gut es uns geht und dass wir unser privilegiertes Leben nur dann werden schützen können, wenn wir politische und soziale Missstände ernst nehmen und unseren Planeten vor uns selbst schützen.

Kommentieren0
0
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Dmitry Glukhovsky wurde am 11. Juni 1979 in Moskau (Russland) geboren.

Community-Statistik

in 1,181 Bibliotheken

auf 200 Wunschlisten

von 68 Lesern aktuell gelesen

von 31 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks