Dmitry Glukhovsky Future

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Inhaltsangabe zu „Future“ von Dmitry Glukhovsky

Europa, in der Zukunft: Seit die Sterblichkeit überwunden wurde, ist der gesamte Kontinent zu einer einzigen Megapolis aus gigantischen Wohntürmen zusammengewachsen. Nur die Reichen und Mächtigen können sich in den obersten Etagen noch ein unbeschwertes Leben leisten, während die Mehrheit der Bevölkerung auf den niederen Ebenen ein beengtes Dasein fristet. Als der Polizist Nr. 717 auf den Anführer einer Terrorgruppe angesetzt wird, gerät er in ein Komplott, das bis in die höchsten Etagen der Gesellschaft reicht – und das die brutale Ordnung ins Wanken bringen wird.

Stellenweise zu lang, aber interessante Grundidee, die größtenteils gut umgesetzt wurde. Regt definitiv zum Nachdenken an!

— Cailess
Cailess

Überraschend gut zu lesen mit einigen zum Nachdenken anregenden Passagen

— gorgophol
gorgophol

Ein spannendes und interessantes Buch, auch wenn etwa 100 bis 150 Seiten weniger auch gereicht hätten.

— FlorianEckardt
FlorianEckardt

Erstklassiker Zukunftsthriller!

— uberdad
uberdad

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  • Die Zukunft Europas - ein Horrorszenario

    Future
    itwt69

    itwt69

    15. May 2016 um 09:51

    Mit Futu.re ist Dmitry Glukhovsky ein packender SF-Thriller gelungen, der mich von Anfang an gepackt hat. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Trotz der über 900 Seiten war es nie langweilig, einzig die immer wieder auftretenden Gewaltexzesse und derbste Ausdrucksweisen waren ein wenig störend. Europa in gut 400 Jahren: Hoffnungslos überbevölkert ist die Fortpflanzung strengstens reglementiert: um seinen Nachwuchs behalten zu können, muss ein Elternteil in den nächsten 10 Jahren sterben. Alle 120 Milliarden Einwohner Europas altern aufgrund gentechnischer Eingriffe nicht. Wer sich den Gesetzen nicht unterwirft, wird ausgeschaltet, der nicht gemeldete Nachwuchs kommt ins Internat und wird zum gewissenlosen Killer erzogen. Jan ist solch ein illegal Geborener, der im Laufe seiner "Arbeit" feststellen wird, dass es noch etwas anderes als Arbeit, Vergnügen und diverse Gemütspillen zum besseren Befinden gibt. Eine sehr komplexe, geschickt aufgebaute Geschichte und ein Horrorszenario für die Zukunft, in der durchaus gesellschaftskritische Töne angeschlagen werden. Absolut grandios!

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  • Europa in der Zukunft

    Future
    FlorianEckardt

    FlorianEckardt

    04. May 2016 um 06:08

    In einer nicht allzu fernen Zukunft des 25. Jahrhunderts ist Europa nur noch eine Stadt. Überall drängen sich kilometerhohe Wolkenkratzer dicht an dicht. Nach den neuesten Gesetzesentwürfen hat jeder Mensch hier ein Recht auf Unsterblichkeit. Klar, dass das bei etwa 120 Milliarden Menschen allein in Europa zu Problemen führt.„Vergiss den Tod!“Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Ausruf lesen musste. Es ist der Leitspruch der Phalanx, einer Armee aus Unsterblichen, die in Europa für Recht und Ordnung sorgen. Auch der Protagonist ist ein Teil dieser Armee und deshalb oft in schwarzen Kampfanzügen unterwegs. Das Gesicht ziert dabei eine Maske mit dem Gesicht eines Gottes. Sie dringen in Wohntürme ein, in denen Menschen unerwünschten Nachwuchs gezeugt haben. Denn im ohnehin überbevolkerten Europa ist kein Platz mehr für weitere Menschen. Wer ein Kind zeugt wird vor die Wahl gestellt: Dein Kind oder dein Leben. Wer sich für sein Leben entscheidet, verliert sein Kind für immer. Der andere Elternteil bekommt einfach Ax gespritzt. Entscheidest du dich für dein Kind, bekommst du selber Ax gespritzt. Dabei ist Ax nichts weiter als ein biologische Waffe, die die mit Unsterblichkeit gesegneten Menschen altern lässt. Doch sie altern in mindestens siebenfacher Geschwindigkeit, so dass ihr Leben nach zehn Jahren als Greis vorbei ist. Dafür sorgt die Phalanx. Denn das Gesetz über die Wahl muss mit allen Mitteln durchgesetzt werden.Doch leider ist das Leben von 717 nicht so problemlos, wie er es gerne hätte. Ein privater Auftrag von Senator Schreyer und ein unerlaubter Aufenthalt im Badehaus sind da erst der Anfang. Jan soll einen Terroristen ausfindig machen und liquidieren. Natürlich läuft der Auftrag schief und zieht einen ganzen Rattenschwanz an Problemen nach. Dabei bringt ihn nicht nur die Liebe dazu, über sein Leben als Unsterblicher nachzudenken.Gestatten: 717.Auf den 928 Seiten erfährt man einiges über 717 alias Jan. Von seinem Leben im Internat und warum er so überzeugt von dem ist, was er tut. Alles ändert sich an dem Tag, an dem er den gesuchten Terroristen Jesús Rocamora ziehen lässt. Er beginnt tatsächlich langsam, aber sicher, sich Gedanken über sein Leben zu machen. Neben kleinen privaten Übeln und dem ewigen Erzfeind 503 hat er eben auch mit dem Bollwerk des europäischen Gesetzes zu kämpfen. Zugegeben: Ich habe sehr lange gebraucht um dieses Buch zu lesen. Klar, es hat 928 Seiten. Dennoch gab es leider einige Stellen, an denen die ständigen Rückblenden die Handlung unnötig in die Länge gezogen haben. Trotzdem ist das Buch bemerkenswert gut geschrieben und kann mit der einen oder anderen unerwarteten Wendung aufwarten. Gerade zum Ende hin nimmt die Handlung immer mal wieder rasant Fahrt auf. Deshalb kann ich trotz einiger Längen sagen: Das Buch sollte man gelesen haben, auch wenn 100 bis 150 Seiten weniger wahrscheinlich auch gereicht hätten.

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  • Leider enttäuschend

    Future
    Ravell

    Ravell

    13. January 2016 um 14:23

    Nach dem genialen Metro 2033 habe ich etwas ähnlich Großartiges von Glukhovsky erwartet. Ich wurde leider enttäuscht. Nach der Inhaltsangabe habe ich mich zunächst wahnsinnig auf das Buch gefreut. Es klang nach einer großen, monumentalen Geschichte, "das Schicksal der Menschheit" betreffend. Nicht wirklich. Es geht nur um Einzelschicksale, und der Protagonist hat nie direkt mit den "weltbewegenden" Ereignissen zu tun. Passagenweise fühlt man allerdings wirklich die dystopische Story mit, aber größtenteils ist es kein flüssiges Lesen. Die Gedanken der Hauptperson, oft lange Abschnitte einnehmend, sind repetitiv, unwichtig und nervig. Es macht keinen Spaß, ihm dabei zuhören zu müssen, wie er wieder und wieder die ewig selben Dinge in Frage zu stellen, sich Gedanken macht und Selbstzweifel hegt. Es ist einfach zu viel davon im Buch. Wovon auch viel zu oft und viel zu lang berichtet wird, sind Vergewaltigungen. Ich habe irgendwann aufgehört mitzuzählen, wie viele es sind, aber es wird jedes Mal detailreich beschrieben und das ist einfach nur grausam und pervers. Genauso wie sonstige Missbräuche. Ich will nicht seitenweise lesen müssen, wie jemand in seinen eigenen Fäkalien liegt oder irgendwie brutal zu Tode kommt. Dasselbe gilt für die Sexszenen. Hier war ich wirklich kurz davor, das Lesen einfach aufzugeben. Es wird zeitdeckend (!) und in jedem Detail davon berichtet. Und als man denkt, endlich ist es vorbei, tun sie es gleich nochmal. Nicht Story-relevant, nicht erotisch, nicht interessant, einfach nervig und langweilig. Auch gibt es generell Abschnitte, in denen sich Glukhovsky verrennt und viel, viel zu viel schreibt. Das tut der Geschichte einen starken Abbruch. Die Actionszenen sind viel zu detailliert für Actionszenen, aber trotzdem positiv hervorzuheben, da sie dennoch tolle Bilder liefern. Trotzdem, meiner Meinung nach hätte man die tausend Seiten auf dreihundert beschränken können und trotzdem die ganze Geschichte erzählt. Ohne zu Spoilern kann ich hier wenig dazu sagen, aber es gibt auch eine Menge Logiklücken. Positiv zu nennen, sind die innovativen Ideen Glukhovskys. Das Setting, die Erfindungen und das Weltgeschehen sind interessant und kreativ. Das Hauptthema, Geburtenkontrolle, das beleuchtet wird, hat mich persönlich eher weniger getroffen, aber das mag daran liegen, dass ich noch weit davon entfernt bin, selbst Vater zu werden, ich kann also schlecht beurteilen, ob dieser Schwerpunkt gut umgesetzt wurde. Auch die Symbolhaftigkeit hat mir gefallen, und einige Dialoge waren ebenfalls sehr interessant. Geteilter Meinung bin ich über die Charaktere, mit einigen kam ich gar nicht klar, ein paar waren ganz in Ordnung, andere Platzhalter. Unterm Strich würde ich sagen, eine durchschnittlich gute Arbeit. Fazit: Weit entfernt von dem , als was es angepriesen ist, und sich selbst in viel zu langen Passagen verlierend, häufig in Perversion ausartend. Die wirklich guten verarbeiteten Ideen entschädigen dafür leider nicht, und die Story als Ganzes ist nicht wirklich der Rede wert. Ich hätte dem Buch gern mehr gegeben, aber zwei Sterne sind das Maximum. Schade, ich hatte große Hoffnungen in Glukhovsky gesetzt, aber Future gehört für mich definitiv nicht zu seinen großen Werken. Dieses Buch ist nicht zu empfehlen, wollt ihr einen Eindruck vom genialen Potential des russischen Autors erhalten, lest lieber die Metro-Reihe.

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  • Erreicht nicht die Intensität von Metro 2033

    Future
    Sieben

    Sieben

    17. July 2014 um 15:03

    "Vom Autor des Bestsellers Metro 2033" prangt oben rechts in der Ecke des Covers zu "Futu.re". Das war einer von zwei Gründen, aus denen ich mir dieses Buch zugelegt habe, denn Metro 2033 ist eine der atmosphärisch dichtesten Geschichten, die ich je gelesen habe. Die Hoffnung, ein ähnlich intensives Erlebnis auch hier zu erfahren, ließ, gepaart mit der interessanten Thematik der mit Hochhäusern zugebauten Zukunftswelt, "Futu.re" also in meine Hände wandern. Am Ende war ich ein wenig enttäuscht. Eben jene dichte Erzählweise, die einen geradezu in die dunkle Untergrundwelt von Metro 2033 hineingesogen hat, konnte hier zu keinem Zeitpunkt wiederholt werden. Machte gerade das erste Kapitel, dessen Anfang sich mit dem Für und Wider von Aufzügen in den buchstäblichen Wolkenkratzern beschäftigt, Appetit auf das Setting der Geschichte, konnte alles folgende mir nie ein derart lebendiges Gefühl vermitteln. Zu schnell war der Effekt einer Gigapolis, in der die Wohnetage der sozialen Stellung gleichkommt, verpufft, obwohl darin noch so viel Potential gesteckt hätte, und es ging um ganz andere Dinge. Philosophische Dinge. Seitenlange innere Monologe des Protagonisten Jan über Gott (wortwörtlich) und die Welt. Das scheint ein generelles Phänomen, so lerne ich mit zunehmender Lektüre russischer Werke, der Autoren dieses Kulturkreises zu sein, denn auch Sergej Lukianeko verfällt allzu gerne in diese Muster. Wenn man soetwas mag, kann man sicher Spaß daran haben, für mein Emfpinden aber bremste es die Story immer wieder aus und ließ keinen richtigen Fluss aufkommen. So wurde der Roman mit über 900 Seiten auch deutlich zu umfangreich. Am interessantesten gestalteten sich schließlich gar die Stellen, in denen wir in Jans Kindheit, die er in einer Art Ausbildungslager verbracht hat, versetzt werden. Dort schritt die Handlung mit der höchsten Intensität vorran. Das Geschehen ist nichts für zarte Gemüter. Harte Sex- und Vergewaltigungsszenen kommen ebenso häufig vor wie kaltblütige Morde. Dass der Hauptcharakter in schöner Regelmäßigkeit daran beteiligt ist, macht es dem Leser schwer, ihn wirklich sympathisch zu finden. Zwar versucht Dmitry Glukhovsky durch die Zeichnung seiner Figur als der beliebte Anti-Held zu punkten, doch ist das für mein Empfinden etwas zu sehr "anti". Auch bei den Nebenfiguren findet sich niemand, den man wirklich mögen könnte. Es gibt die Schlechten und die nicht immer ganz so Schlechten. Und dann gibt es da noch die Frauen, allen vorran Annelie und Helen, deren Verhalten oft einfach zu wenig nachvollziehbar und zu sprunghaft ist. Gepaart mit der unwirtlichen Kulisse seines Romans verpasst Glukhovsky hier die Chance, den Leser emotional an seine Geschichte zu binden. So blicke ich nun zurück auf eine nicht schlechte, aber eben auch nicht wirklich gute Geschichte, die keinesfalls mit Metro 2033 zu vergleichen ist und der eine wesentliche Straffung mehr als gut getan hätte. Gerade am Ende kommt der Leser noch einmal in den vollen Genuss Jans Innenleben, denn dem letzten finalen Akt geht ebenfalls ein ausführlicher innerer Disput voraus. Es bleibt zu hoffen, dass Dmitry Glukhovsky sein bestes Pulver nicht schon mit Metro 2033 verschossen hat, denn das wäre allzu schade.

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  • Europäischer Zukunftshorror

    Future
    Babscha

    Babscha

    28. June 2014 um 21:29

    Im 25. Jahrhundert hat die Menschheit endlich einen Impfstoff gegen den Tod gefunden. Jugend und Schönheit sind das Maß der Dinge, man wendet sich angeekelt von allem ab, was mit Alter und Siechtum zu tun hat und genießt, schön eingependelt in seinen Zwanzigern, sein ewiges Leben. Zumindest in Europa ist das so, wo mittlerweile 120 Milliarden Menschen in kilometerhohen Wohntürmen leben, die Armen lichtlos in winzigen Behausungen auf den unteren Ebenen und die reiche herrschende Klasse in riesigen Wohninseln über den Wolken. Europa ist zu einem einzigen Moloch verschmolzen, die Bauwerke früherer Zeiten sind entweder abgerissen oder einfach überbaut und versinken im Schmutz. Dem akuten Problem einer drohenden Überbevölkerung wird durch eine drastische, staatlich überwachte Geburtenkontrolle begegnet: Für jedes neugeborene Kind, das weiterleben soll, erhält ein Elternteil eine Spritze, die rapide Alterung auslöst und nach etwa zehn Jahren zum Tod führt. Leben gegen Leben also. Für die Durchsetzung dieser drakonischen Vorgabe ist die verhasste Schwadron der „Unsterblichen“ zuständig, die bei Bedarf in kleinen verschworenen Einheiten aktiv wird. Zu ihnen gehört auch Jan Nachtigall, die Hauptfigur des Buches. Als seine Einheit eines Tages den Auftrag erhält, den Führer der im Untergrund agierenden „Partei des Lebens“ mit seiner schwangeren Lebensgefährtin zu eliminieren, läuft alles anders als geplant und die Dinge geraten komplett aus dem Ruder. Nach seinem starken Erstlingswerk „Metro 2033“ legt Glukhovsky erneut einen sehr visionären, eindrucksvollen und insgesamt überzeugenden Roman vor. Die Welt eines komplett „überdachten“ Europa voller weitgehend degenerierter Menschen, die sich im Genussrausch gegenseitig auf die Füße treten und von einer skrupellosen Machtelite am Gängelband geführt werden, ist so anschaulich und spannend ausgearbeitet, dass man als Leser sofort hierin abtaucht. Auch die zerrissene Hauptfigur ist in ihrer ganzen Tragik bis zum überraschenden Ende sehr sorgfältig konzipiert und in Wechselwirkung zu den sonstigen Charakteren glaubhaft umgesetzt. Mit bald tausend Seiten ist das Buch allerdings etwas zu voluminös geraten, manche Ereignisse und Wendungen erscheinen leicht konstruiert und inhaltliche Wiederholungen stören streckenweise den Lesefluss bzw. gehen zu Lasten der Spannung. Hier hätte man etwas straffen können. Absolut überflüssig und überzogen auch die teilweise abstoßend geschilderten Brutalitäten der Eingreiftruppen, insbesondere gegenüber der weiblichen Hauptfigur. Keine Ahnung, was der Autor damit bezwecken wollte. Eine verrohte Welt mit Menschen ohne jedes Mitgefühl kann man auch anders transportieren bzw. sie sollte idealerweise im Kopf des Lesers selbst entstehen. Aus meiner Sicht reduziert so etwas eindeutig die literarische Klasse eines Werkes. Abgesehen von diesen Einschränkungen, die für mich einen Stern Abzug kosten, aber die gute, lesenswerte Fiktion einer Welt, wie wir sie wohl alle nicht haben wollen.

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