Dobbs

 4.3 Sterne bei 20 Bewertungen

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H.G. Wells. Band 6: Der Unsichtbare, Teil 2

H.G. Wells. Band 6: Der Unsichtbare, Teil 2

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Erschienen am 20.03.2018
H.G. Wells. Band 5: Der Unsichtbare, Teil 1

H.G. Wells. Band 5: Der Unsichtbare, Teil 1

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Erschienen am 22.01.2018
Scotland Yard

Scotland Yard

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Erschienen am 01.12.2014
Mister Hyde vs. Frankenstein

Mister Hyde vs. Frankenstein

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Erschienen am 01.01.2016

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Rezension zu "H.G. Wells. Band 6: Der Unsichtbare, Teil 2" von Dobbs

Der Unsichtbare 2
Elmar Hubervor 3 Monaten

STORY
Der unsichtbare Griffin hat Unterschlupf im Haus seines ehemaligen Kommilitonen Kemp gefunden. Im Gegenzug erzählt er dem Arzt seine Geschichte. Wie er die Medizin zugunsten der Physik aufgegeben hat und wie sich seine Experimente zur Lichtbrechung entwickelt haben. Doch forderte der Wissensdrang seinen Preis und Griffin war gezwungen, seine Theorie zur Unsichtbar-machung am eigenen Leib auszuprobieren. Das Experiment gelang, doch wurde Griffin zur Flucht gezwungen, bis er schließlich in Iping landete. Doch das Experiment hat auch seinen Geisteszustand verändert und er träumt davon, mit Kemps Hilfe ein Regime des Schreckens aufzubauen. Als Kemp hinter seinem Rücken die Behörden informiert, schwört der Unsichtbare Rache.

 

MEINUNG
Nachdem Teil 1 recht actionreich zu Ende ging, kehrt hier zunächst etwas Ruhe ein. Kemp erweist sich seinem ehemaligen Studienfreund gegenüber als integrer Gastgeber, was gewiss auch seiner Neugier geschuldet ist. So wird eine weite Strecke des Albums von einer farbreduzierten Rückblende bestritten, die von Griffins wissenschaftlichem Ehrgeiz und seinen ersten geheimen Forschungen und Experimenten berichtet. Auch damals haben seine unorthodoxen Methoden bereits die Aufmerksamkeit seiner näheren Umgebung auf sich gezogen, so dass er gezwungen war, in aller Eile einen abschließenden Versuch in aller Eile an sich selbst durchzuführen, um dann als unsichtbarer Mann aus seinen Räumlichkeiten zu fliehen. Griffins Flucht und die Anstrengungen, sich mit dem Nötigsten zu versorgen, während ihm die Polizei auf den Fersen ist, werden relativ ausführlich geschildert, so dass die Geschichte die Chance hat, sich voll zu entfalten. Ein deutlicher Pluspunkt des Doppelbandes gegenüber den H. G. Wells-Adaptionen der Reihe, die in einen Band gepresst wurden. Dort blieb die Stimmung oft auf der Strecke.

Griffins Flucht endet schließlich in einem Laden für Theaterbedarf, den Griffin als der ikonisch verhüllte Unsichtbare verlässt, als den man ihn vor allem aus den klassischen Universal-Verfilmungen kennt.

Als Griffin seine weiteren Pläne vor Kemp ausbreitet, muss der Arzt erkennen, dass auch der Geisteszustand seines ehemaligen Mitstudenten unter seinen Experimenten gelitten hat. Einen Teil seiner zunehmend misanthropischen Züge kann man jedoch sicherlich der Tatsache zuschreiben, dass er stets nur Ablehnung, Misstrauen und Spott erfahren hat und als Unsichtbarer schließlich sogar wie ein Tier gejagt wurde. So wundert es nicht, dass er sich mit Rachegedanken trägt, die er, nun, da er das Mittel dazu hat, in die Tat umsetzen will. Schon das Cover zeigt Griffin gefühllos-kalt und überlegen über dem Chaos „schweben“, für das er verantwortlich ist. Das weckt direkt Erinnerungen an „Dr. Mabuse“.

Das Finale – erneut ist Griffin gezwungen zu fliehen – gestaltet sich wieder sehr actionreich und auch tragisch, da Griffin nun auch vor kaltblütigem Mord nicht mehr zurück schreckt und er auch Menschen aus Kemps Umfeld ins Visier nimmt.

Optisch ist die Geschichte von Christophe Regnault weiterhin in atmosphärischen und pointiert gestalteten Bildern umgesetzt, die lässig und gleichzeitig elegant wirken. Auch das Spiel mit verschiedenen Panelgrößen gefällt sehr gut.

 

FAZIT
Dramatischer Abschluss der Ereignisse, der den Unsichtbaren als tragische Figur zeigt. Großartig erzählt und überragend gezeichnet.

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Rezension zu "H.G. Wells. Band 5: Der Unsichtbare, Teil 1" von Dobbs

Der Unsichtbare 1
Elmar Hubervor 4 Monaten

STORY
Ein geheimnisvoller Fremder namens Griffin nimmt an einem stürmischen Februartag Quartier in einer Pension im ländlichen Iping. Den Körper komplett verhüllt, das Gesicht von Bandagen und einer Brille verdeckt, weckt der kontaktscheue Fremde das Misstrauen und die Neugier der Wirtsleute und der Dorfbewohner, die ihn schließlich derart in die Enge drängen, dass die Situation eskaliert und er gezwungen ist, sein Geheimnis preiszugeben. Unter Kleidung und Verbänden ist Griffin komplett unsichtbar. Hass und Zorn übermannen ihn, er flieht und ist nun gezwungen, als unsichtbares Phantom durch die Gegend zu streifen. Mit der Unterstützung eines Obdachlosen versucht er, seine Laborgeräte, die in der Pension verbleiben sind, wieder zu beschaffen, doch Griffin stößt überall nur auf Angst und Wut.

MEINUNG
Für die abschließende Adaption der H. G. Wells-Reihe hat Autor Dobbs nochmal in die Vollen gegriffen und ein ungeheuer stimmungsvolles und düsteres Spektakel vorgelegt, dass sich optisch unverkennbar beim expressionistischen Film bedient. Schon das erste Panel, in dem Griffin von einer nahen Anhöhe aus auf das verschneite Iping mit seinen windschiefen Häusern heruntersieht, ist an dunkler Vorahnung kaum zu überbieten. Weiterhin ist es von deutlichem Vorteil, dass die Geschichte über zwei Bände erzählt wird und der Autor den Raum hat, erst einmal eine mysteriöse und auch bedrohliche Stimmung aufzubauen und die Geschichte in einem gemäßigten Tempo zu entwickeln. Als Leser ist man hin und her gerissen, ob man Griffin Mitgefühl entgegen bringen soll, dessen „Gabe“ ihm offensichtlich kein Glück, sondern nur Misstrauen und Ablehnung einbringt, oder ob doch eine Gefahr von dem Fremden ausgeht, der nächtens heimlich die Bettdecke vom Körper der jungen Wirtshausmagd zieht, um sich stumm am Anblick der strammen Brüste zu ergötzen.

Das Klima der Unsicherheit schaukelt sich mit kleinen, rätselhaften Ereignissen weiter auf, so dass Griffin regelrecht aus der Stadt gejagt wird und seine Wut damit wieder neue Nahrung findet. Als Freund in der Not, deutet sich der Gemeindearzt Kemp an, der in Teil 2 der Geschichte eine größere Rolle spielen wird.

Für Zeichner Christophe Regnault ist dies offenbar die erste Veröffentlichung und man kann nur hoffen, dass von dem Mann bald wieder zu hören ist. Dank der erstklassigen Bilder verfügt DER UNSICHTBARE über eine unfassbar dichte und beunruhigende Stimmung. Wem kürzlich SHI (aus dem Splitter Verlag) gefallen hat, der wird auch hier begeistert sein.

FAZIT
Stimmungsvolle, dichte Adaption mit großartigen Szenen in grandios düsterer Optik.

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Rezension zu "Scotland Yard" von Dobbs

Scotland Yard
Elmar Hubervor 4 Monaten

STORY
London, Dezember 1889: Der Schatten der Ripper-Morde liegt noch immer über der britischen Hauptstadt. Unter der Aufsicht von Inspektor Tobias Gregson von Scotland Yard sollen die beiden geisteskranken Mörder Renfield und Carfax aus dem Newgate-Gefängnis zu Forschungszwecken an den Psychiater Dr. Seward überstellt werden. Gemeinsam mit ihnen wird in der selben Kutsche der Fälscher Murdstone transportiert. Um diesen zu befreien ordnet der Unterweltboss Sebastian Moran einen Überfall auf den Gefangenentransport an, der komplett aus dem Ruder läuft. Murdstone und ein Yard-Beamter werden getötet, Renfield und Carfax entkommen.

Inspektor Lestrade macht den jungen Gregson für den Zwischenfall und damit für das Entkommen der beiden Irren verantwortlich. Vom „Schwarze Museum“ im Keller von Scotland Yard aus soll er gemeinsam mit Dr. Seward und dessen Assistentin Faustine Clerval die entflohenen Gefangenen wieder aufspüren und dingfest machen. Gemeinsam mit dem Straßenjungen Wiggins, dessen Bruder ebenfalls bei dem Überfall getötet wurde, verfolgen sie die dürftigen Spuren und Gregson ist gezwungen, ein Zweckbündnis mit dem kriminellen Moran einzugehen, um dieses Ziel zu erreichen. Gleichzeitig beginnt das Morden; im Hyde Park werden Frauen mit Hilfe einer klingenbewehrten mechanischen Halsmanschette geköpft. Das Werk des Sadisten Carfax. Alleine verfolgt Faustine eine eigene Spur und gerät in die die Gewalt des Irren.

Nachdem Carfax tot ist machen sich Gregson und Seward auf den Weg in das Haus, in dem Renfield bei seinen beiden Tanten aufgewachsen ist und wo nun eine ausgeblutete Leiche gefunden wurde, der ehemalige Hausarzt der Renfields. Der Mörder ist an den Ort seiner Kindheit zurückgekehrt, wo er selbst unter dem Einfluss seiner sadistischen Tanten zum Monster wurde. Doch er macht sich die Kenntnis der örtlichen Abwasserkanäle zunutze, so dass ihm immer wieder die Flucht vor seinen Verfolgern gelingt. 

MEINUNG
Mit SCOTLAND YARD reiht sich Olivier „Dobbs“ Dobremel in die Riege der Autoren ein, die auf Alan Moores (DIE LIGA DER AUSSERGEWÖHNLICHEN GENTLEMEN) Spuren Prominente der viktorianischen Ära - literarische, wie auch reale - in neue Abenteuer verstricken. Inzwischen ist das schon fast ein eigenes Genre. Zuallererst bedient sich Dobbs fast schon selbstverständlich bei den Figuren um Meisterdetektiv Sherlock Holmes. Sein Held ist der aufrechte Inspektor Tobias Gregson, der bei Conan Doyle nach Lestrade eine eher untergeordnete Rolle im Londoner Polizeiapparat spielt. Auch hier ist Gregson Lestrades Untergebener, der nicht mehr als der begriffsstutzige Staatsdiener, sondern als hochnäsiger Kotzbrocken charakterisiert wird, der nur verächtlich auf seinen Mitarbeiter herabsieht. Die offene Feindschaft zwischen den beiden und Gregsons Wut entladen sich schließlich in einem altmodischen Faustkampf, in dem Lestrade den Kürzeren zieht. Weitere Figuren aus dem Holmes-Kanon sind der Straßenjunge Wiggins von den „Baker Street Irregulars“ und Professor Moriartys rechte Hand Sebastian Moran. Der Leser trifft außerdem auf Joseph „Der Elefantenmensch“ Merrick, dessen Arzt Dr. Frederick Treves, sowie Bram Stoker und die Mörder Carfax und Renfield. In einer kleinen Binnenhandlung ist Bram Stoker bei seinem Freund Commissioner Fix auf der Suche nach Anregungen für einen neuen Roman zu Besuch und wird so quasi zum Beobachter der Ereignisse, die er dann in seinem Roman DRACULA verwendet. Stoker verwendet die Figur Renfield in seinem Schauerroman als Draculas Erfüllungsgehilfe und benennt den Ort, wo der Vampir in England wohnt, „Carfax“. Die letzten Panels IN SCOTLAND YARD zeigen dann auch die Uraufführung von DRACULA (mit Henry Irving in der Titelrolle), die es so in Wirklichkeit nie gab. Erwähnung finden außerdem Jack the Ripper und Frederick Abberline, Charles Dickens und Phileas Fogg. Die Grenzen zwischen Historie und Fiktion sind dabei für den unbelesenen nicht auszumachen.

Die Story von SCOTLAND YARD ist im Grunde sehr einfach gehalten: Zwei gefährlichen Psychopathen gelingt die Flucht aus dem Polizeigewahrsam und eine (hier unfreiwillige) Spezialtruppe muss sie wieder dingfest machen; ein Plot, der grob auf beinahe jede x-beliebige Folge CRMINAL MINDS passt. Doch SCOTLAND YARD lebt vor allem von seinen organisch entwickelten Charakteren und der großartigen Figurendynamik, im Kleinen wie im Großen. Gregsons Motivation und sein Vorgehen ist absolut nachvollziehbar. Stets das Ziel im Auge geht er sogar einen Handel mit dem Verbrecher Moran ein, für den er spürbar mehr Sympathie empfindet als für seinen Vorgesetzten. Das macht Gregson innerhalb des Yard natürlich angreifbar aber für den Leser auch hochgradig sympathisch. Der Joker in der Geschichte ist Dr. Sewards schöne Assistentin Faustine Clerval, die durch ihre freiwillige soziale Arbeit in den Slums auch unter den wenig zimperlichen Gaunern der Gegend den Status einer Unberührbaren und den Beinamen „Der Engel“ hat. Außerdem funkt es kräftig zwischen ihr und Gregson. Auf der anderen Seite des Spektrums finden sich die beiden teuflischen Wahnsinnigen Carfax und Renfield, die für ihre Morde beinahe SAW-ähnliche Methoden anwenden. Sie werden eine „neue Art Monster“ genannt, wie Jack the Ripper eines war. Dobbs schafft es sogar, zumindest Renfield zu einem Opfer (seiner beiden Tanten) zu machen; sein Wahnsinn resultiert aus seiner unerfreulichen Kindheit. So wird auch der Leser sehr schnell gepackt und förmlich in die Geschichte eingesaugt. Zusätzlich macht natürlich die Metaebene Spaß, nämlich zu entdecken, welche realen oder literarischen Persönlichkeiten Autor Dobbs in SCOTLAND YARD verwurstet hat.

Der Künstler Stéphane Perger packt dies alles in fantastisch-detaillierte Bilder mit Aquarellcharakter. Mit ungewöhnlichen Perspektiven und „Nahaufnahmen“ schafft er, wo nötig, eine düstere bedrohliche Atmosphäre. Zusätzlich spielt er mit der Anordnung seiner Bilder, legt Panels übereinander, auch mehrfach, und verziert die Bildränder bei den Rückblicken in Renfields Kindheit mit Spinnweben und Pilzgeflecht. Ganz großartig!

Die deutsche Veröffentlichung im Splitter Verlag erfolgt als „Splitter Double“, was bedeutet, dass die zwei Originalbände als ein Hardcover-Album veröffentlicht wurden. Dabei gingen leider die Titel der Einzelbände AU COEUR DES TÉNÊBRES („Das Herz der Finsternis“) und POUPÉES DE SANG („Blut-Puppen“) über Bord.

FAZIT
Dicht, packend und düster präsentiert sich SCOTLAND YARD, dabei mit großartig-plastischen Charakteren. Auch zeichnerisch auf höchstem Niveau.

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