Domenico Dara

 3,7 Sterne bei 159 Bewertungen

Lebenslauf

Ein italienischer Sofort-Erfolg: Domenico Dara wurde 1971 im süditalienischen Kalabrien geboren, aufgewachsen ist er in Girifalco. Dort spielt auch sein Debütroman, »Der Postbote von Girifalco oder Eine kurze Geschichte über den Zufall«, der 2019 erschien und in Italien auf Anhieb zu einem Bestseller wurde. Für den Roman wurde Dara für den angesehenen Italo-Calvino-Preis nominiert und mit mehreren weiteren Preisen ausgezeichnet, beispielsweise dem Premio Palmi.

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Neue Rezensionen zu Domenico Dara

Cover des Buches Die Bibliothek der verlorenen Geschichten (ISBN: 9783462007206)
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Rezension zu "Die Bibliothek der verlorenen Geschichten" von Domenico Dara

PunktundKomma
Das Dorf der Literatur

Spielort ist Timpamara. Ein fiktives Dorf in Kalabrien, in dem die Literatur schon seit Generationen eine wesentliche Rolle spielt. Hier entstand die erste Papierfabrik, und die Menschen geben ihren Kindern die Namen bekannter Figuren aus Romanen. Der Bibliothekar des Ortes ist Astolfo, ein nachdenklicher Mann mit einer leichten Gehbehinderung, dem unverhofft die Aufgaben des Friedhofswärters übertragen werden. So lernt er Caramante kennen, den Tontechniker, der mit seinem Tonbandgerät die Stimmen der Toten aufzunehmen versucht.
 Auf einem Grabstein entdeckt Astolfo das Foto einer Frau, ohne Namen und Geburts- und Sterbedatum, und verliebt sich in ihren Anblick. Eines Tages taucht an diesem Grab Ofelia auf, die der Frau auf der Fotografie zum Verwechseln ähnlich sieht. Vorsichtig nähern sich die beiden an, und für Astolfo verschwimmen die Grenzen zwischen der Realität und der erfundenen Welt all der Bücher, die ihn umgeben, mit jedem Tag mehr. Doch wer ist diese Unbekannte wirklich, die da vor ihm steht, deren Ebenbild auf einem namenlosen Grabstein zu finden ist?

Der Autor schuf liebenswerte Figuren, allen voran Astolfo, der täglich zwischen den fiktiven Buchwelten voller Fantasie und scheinbar unsterblicher Romanfiguren und der ernüchternden Wirklichkeit wandelt. Dieser Protagonist ist vom Zwiespalt geprägt, aber findet durch kreative Umwege seinen Weg durch das Dickicht des Lebens.
Der rote Faden dieser Erzählung sind die Begegnungen der Menschen aus Timpamara. Die Dialoge und die Gedanken über Leben, Tod und das Geschehen verleihen der Erzählung Tiefe sowie eine melancholische Note. Eine Prise Magie und leiser Humor sorgen jedoch für ein gelungenes Gegengewicht.
Das ist eine Erzählung, für die man Zeit braucht – nicht, weil das Buch schwer zu lesen ist, sondern weil es zum Nachdenken einlädt.

Mehr dazu hier: https://www.buchleserin.de/2025/06/09/die-bibliothek-der-verlorenen-geschichten/

Ein literarisches Abenteuer, das zum Nachdenken anregt

„Die Bibliothek der verlorenen Geschichten“ – wer auf literarische Abenteuer, die die Grenzen zwischen Fantasie und Realität verschwimmen lassen, steht, wird hier fündig. Timpamara, ein kleines, italienisches Dorf, könnte direkt aus einem Roman gefallen sein – und es gibt wohl keinen besseren Ort für Astolfo Malinverno, Bibliothekar und neuerdings auch Friedhofswärter, um sich in seine eigentümliche Geschichte zu verstricken.


Astolfo lebt für Bücher – und dann trifft er auf ein Foto einer schönen Frau auf einem Grabstein. Und was macht er? Natürlich: Er verliebt sich in sie. Wer braucht schon reale Menschen, wenn man eine literarische Traumfrau haben kann? Aber Moment, dann taucht tatsächlich Ofelia auf, die seine ideale Frau wie aus einem Buch zu sein scheint. Irgendwie ist das alles zu viel für einen einfachen Bibliothekar.


Doch die Geschichte wird noch verrückter, als ein Tontechniker auftaucht, der angeblich die Stimmen von Verstorbenen aufnimmt. Und plötzlich stehe ich als Leser da und frage mich, ob die Bücher wirklich tot sind oder ob sie uns noch flüstern, wenn wir nur genau zuhören. Domenico Dara bringt uns mit einem Augenzwinkern in die Magie der Literatur – und das Ganze ist nicht nur spannend, sondern auch unheimlich charmant und ein bisschen verrückt.


Der Stil des Buches ist eine Mischung aus sanfter Melancholie und schrägem Humor, und die Übersetzung von Anja Mehrmann bringt die Atmosphäre perfekt rüber. Es ist ein Buch für die, die gerne den Kopf in den Wolken haben und die Verbindung zwischen Literatur und Leben nicht nur als Traum, sondern als lebendige Realität verstehen. Eine klare Leseempfehlung für alle, die mehr als nur eine Geschichte suchen – hier findet man eine Reise in die tiefsten Ecken der Fantasie.

Cover des Buches Die Bibliothek der verlorenen Geschichten (ISBN: 9783462007206)
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Rezension zu "Die Bibliothek der verlorenen Geschichten" von Domenico Dara

Kerstin_aus_Obernbeck
eine Geschichte voller Liebe zur Literatur

Domenico Dara nimmt uns in seinem Buch mit in das fiktive Dorf Timpamara in Kalabrien. Dort lebt und liebt man Literatur, viele Namen erinnern an literarische Figuren und allen ist es eine Herzensangelegenheit schöne Geschichten und Bücher vor der Presse der Papierfabrik zu retten. 

„Über all in Timpamara, auf Fensterbrettern und Bänken, auf Kofferräumen und Müllsäcken, ja sogar auf den Hüten der Damen, konnte eine Seite aus einem Roman landen. Wenn sie jemand aufhob, sie las, und wenn sie ihm nicht gefiel, warf er sie nicht weg, sondern legte sie irgendwo ab, im Blumenkasten auf dem Bürgersteig oder, mit einem Stein beschwert, auf einer Stufe, damit jemand anderes sie aufhob…“ (S.12)

Einer von ihnen ist Astolfo Malinverno, leidenschaftlicher Leser und Bibliothekar. Das beschauliche Bücherleben von Astolfo gerät ins Wanken, als er unerwartet neben seiner Aufgabe als Bibliothekar auch noch zum Friedhofswärter ernannt wird. Pflichtbewusst übernimmt er die Tätigkeit und wird mit den Geschichten der Verstorbenen und Hinterbliebenen konfrontiert. Ein namenloses Grab mit einem Foto hat es ihm besonders angetan, er verliebt sich in das Bild der unbekannten Frau, die ihn an Emma Bovary erinnert und er beginnt nach ihrer Geschichte zu suchen. 

Auf der Suche begegnet er Ofelia, die der Unbekannten ähnlichsieht und einem Tontechniker, der die Stimmen der Verstorbenen aufnimmt. 

Wird Astolfo die Geschichte der unbekannten Frau finden? 

„Wir sind es, die entscheiden, was wahr ist und was nicht, wir allein.“ (S.38)

„Die Bibliothek der verlorenen Geschichten“ ist eine Hommage an die Literatur. Domenico Daro erzählt behutsam von der Macht der Bücher und der Liebe, überwindet die Grenzen zwischen Literatur und Realität und nimmt den Lesenden mit an einen besonderen Ort. Ich mag Geschichten, die die Liebe zum Buch widerspiegeln und der Autor bringt viele kleine und große Hinweise auf wunderbare Werke der Literatur in seine Erzählung ein, die Atmosphäre des Buches ist stark von der Liebe zu Büchern geprägt. Lebhafte Beschreibungen der Charaktere und Orte, die rätselhafte Suche nach der Geschichte einer unbekannten Frau und gediegene Figuren … alles wunderbare Zutaten für eine besondere Geschichte, die bestimmt viele Buchmenschen begeistern wird. 

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Zusätzliche Informationen

Domenico Dara wurde am 02. Februar 1971 in Catanzaro (Italien) geboren.

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