Domenico Gentile

 3,3 Sterne bei 3 Bewertungen

Lebenslauf von Domenico Gentile

Domenico Gentile liebt seit jeher die italienische Küche. Als Sohn eines kalabrischen Vaters verbrachte er als Kind die Sommer in Süditalien. Dort schaute er am liebsten seiner Tante Catharina beim Kochen über die Schulter. Da seine Familie Landwirtschaft betreibt, war er schon in jungen Jahren bei der Olivenernte dabei und half Sugo einzukochen. Diese Erfahrungen prägten ihn sehr. 2014 rief er den Blog „Cooking Italy“ ins Leben. Als größter italienischer Foodblog Deutschlands zählt er monatlich 100.000 Aufrufe. Er ist zudem als Foodscout tätig und fungiert als Bindeglied für italienische Unternehmen in Deutschland.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Domenico Gentile

Cover des Buches Casalinga (ISBN: 9783965840508)

Casalinga

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Erschienen am 05.03.2021

Neue Rezensionen zu Domenico Gentile

Cover des Buches Casalinga (ISBN: 9783965840508)Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Casalinga" von Domenico Gentile

Nichts Neues in diesem Kocbuch
Gwhynwhyfarvor 6 Monaten

«Braucht die Welt ein weiteres italienisches Kochbuch? Das habe ich mich oft gefragt. Doch meine Erfahrung als Foodblogger und Koch haben mir gezeigt: Noch immer servieren hierzulande italienische Restaurants Gerichte, die es in dieser Form in Italien eigentlich nicht gibt. ... ‹Casalinga› heißt wörtlich übersetzt ‹Hausfrau›, und genau darum geht es in meinem Buch. Es ist eine Reise durch die Küchen der Hausfrauen in Süditaliens.»




Ich hatte mich auf dieses Buch gefreut, da Domenico Gentile in seiner Facebookgruppe extrem hohe Ansprüche daran stellt, was italienisch sein darf und was nicht. Wer dort seine Gerichte postet unterliegt harten Regeln – nur traditionell italienisch! Hier darf es weder Käse zu Fisch und Meeresfrüchten geben, noch Sahnesoßen an Nudeln (Also nie Parmesan oder Sahne an die Lachsspaghetti geben – wobei, wenn man es ganz streng nimmt, Lachs nicht traditionell italienisch ist. Immerhin, Lachs ist erlaubt.). Auch darf keine Pasta fotografiert werden, bei der die Soße obenauf drapiert ist – sie muss traditionell vor dem Servieren untergemischt sein. So war ich gespannt auf die wirklich traditionellen süditalienischen Rezepte. Normalerweise gehe ich nicht scharf in die Kritik mit kreativen Zutaten oder Herstellung – aber in diesem Fall muss sich derjenige, der sich als der absolute Kenner der Tradition ausgibt, sich auch daran messen lassen! 




Gleich die Karte zu Beginn hat mich extrem irritiert. Hier wird die Toscana und Lazio dem Mezzogiorno zugerechnet (die Abruzzen, Molise und Basilicata werden ausgelassen). Mittel-Italiener würden die Decke hochgehen! – Jemanden aus Grosetto oder einen Römer als Süditaliener zu bezeichnen ... Dann wird die Südtoscana als «Maremma» bezeichnet. Da habe ich nochmal geschluckt, denn die Maremma nennt man einen sumpfigen Küstenabschnitt in Mittelitalien, der sich die gesamte südliche Toskana bis ins nördliche Lazio hochzieht – eben nicht die gesamte Südtoscana. Mit Erdkunde nimmt es der Autor nicht genau, auch nicht mit der Identität des Nordens und Südens, die in Italien sehr ausgeprägt ist.




Das Buch ist in die verschiedenen Regionen eingeteilt. Und ich bin enttäuscht von den Rezepten. Sie sind oberflächlich in Ordnung, aber ich habe kaum eins gefunden, das ich nicht kannte, das sich nicht bereits in anderen Kochbüchern in meinem Regal befindet. Es beginnt mit «aqua cotta», die ich liebe, einer Gemüsesuppe aus der Toscana, die es in zig Varianten gibt, mit Steinpilzen, Bohnen, grünem Spargel, Artischocken usw. Hier die Variante mit Ei aus dem Raum Grosetto. Ich war verwundert. Eine Suppe, bei der man traditionell ständig umrührt und immer nur so viel Wasser zugibt, dass das Gemüse gerade bedeckt ist, ähnlich einem Risotto. Hier wird von Anfang an ein halber Liter Gemüsebrühe hineingeschüttet, der verwässert, zu viel, meiner Meinung nach und wirklich nicht traditionell. Es gibt einige Rezepte, bei denen die Mengenangaben nicht ganz nachzuvollziehen sind. Bei der Pasta alla Norma werden Auberginen in einem Liter Olivenöl frittiert! Diese Verschwendung würde keine Casalinga zulassen. Die Cassata wird mit Schokotröpfchen, statt geriebener Schokolade, angereichert, die Pistazien und Maraschino-Likör fehlen und es ist zu wenig Ricotta; und Lebensmittelfarbe ist auch nicht traditionell, ebenso das Marzipan drumherum. Eine ganz moderne Cassata wird hier präsentiert. Ständig wird Parmesan benutzt. Der war selbst in Umbrien und Lazio vor 30 Jahren noch unbekannt, schon gar nicht verwendete man ihn im Süden. Mir fehlt die Frische in diesem Buch! Es wird viel mit Dosen hantiert (Tomaten, Erbsen) oder Tiefkühlerbsen, wo frisches Gemüse hingehört. Wo sind die Rezepte mit frischen Tomaten, gibt eine Menge. Und selbst getrocknete Erbsen schmecken bekanntlich besser, wenn man sie selbst kocht. Speck, Würste, Trockenfisch, es gibt nur wenig Rezepte frischem Fisch und Fleisch.




Welche Rezepte finden sich in diesem Buch? Spinatknödel, Spinat-Tortellini, Fischeintopf, Wildschweinragout, Suppli (frittierte Reisbällchen), Spaghetti mit Käse und Pfeffer, Gnocchi romana, Saltimbocca, Focaccia, Pasta mit Kichererbsen oder Stängelkohl, gefüllte Paprika, Auberginenauflauf und einige süße Rezepte – eine Menge bekannter Pastarezepte. Pasta alla Gricia ist letztendlich eine Carbonara ohne Ei, bei der anfangs ein Schuss Weißwein dem Speck beigemengt wird, die römische Carbonara folgt zwei Seiten weiter. Hier wird Pecorino und Parmesan dazugegeben. Traditionell ist Rom DAS Pecorinogebiet, da würde keiner noch zusätzlich Parmesan beimengen. Wie gesagt, ich bin normalerweise nicht extrem pingelig, aber wenn einer von sich behauptet, er wäre derjenige, der 100 % authentisch kocht, und andere abstraft, dann sollte man auch genau hinsehen.




«Das Olivenöl, die sonnengereiften Tomaten und die frisch zubereiteten Nudeln geben dem Gericht den Geschmack.»




Was hier eingehalten wird, ist Darstellung der einfachen italienischen Küche, die der armen Leute. Das versprochene Traditionelle wird eben nicht durchgängig beherzigt. Wer nach Fisch und Fleisch sucht, wird hier kaum fündig, was für die Armenküche in Ordnung ist. Und wer nach neuen Rezepten sucht, der findet rein gar nichts, leider – back to the roots ist durchgefallen – denn darum ging es ja. Die Foodfotos sind traditionell von oben aufgenommen und völlig in Ordnung. Am Anfang einer Region gibt es in ein zwei Sätzen eine Einführung und ein paar Fotos dazu. Leider sind diese nicht unbedingt in guter Qualität, ebenso die zu kleinen Ausflügen zu Produktionsstätten von Freunden des Autors. Braucht die Welt ein weiteres italienisches Kochbuch? Im Prinzip ja – immer, wenn es zu neuen Impulsen führt. Braucht es dies hier? Nein. Kenner der italienischen Küche haben diese Rezepte seit mindestens 40 Jahren im Regal stehen, Rezepte, die so ziemlich in jedem Standardwerk der italienischen Küche zu finden sind.




Domenico Gentile liebt seit jeher die italienische Küche. Als Sohn eines kalabrischen Vaters verbrachte er als Kind die Sommer in Süditalien. Dort schaute er am liebsten seiner Tante Catharina beim Kochen über die Schulter. Da seine Familie Landwirtschaft betreibt, war er schon in jungen Jahren bei der Olivenernte dabei und half, Sugo einzukochen. Diese Erfahrungen prägten ihn sehr. 2014 rief er den Blog «Cooking Italy» ins Leben.




https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/casalinga-von-domenico-gentile-rezension.html



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Cover des Buches Casalinga (ISBN: 9783965840508)D

Rezension zu "Casalinga" von Domenico Gentile

Leckere, traditionelle, süditalienische Rezepte mit dazugehöriger Landschaft
Denise43437vor 7 Monaten

Das Kochbuch „Casalinga“ (auf Deutsch Hausfrau) stammt von Domenico Gentile und ist im ZS Verlag erschienen. Er ist als Foodscout tätig und betreibt den Foodblog „Cooking Italy“.

 

Die mehr als 60 klassischen, traditionellen Hausfrauen-Rezepte des Buchs sind nach den süditalienischen Gebieten, aus denen sie stammen, gegliedert Die Gebiete sind im einzelnen Maremma, Lazio, Puglia, Campania, Calabria und Sicilia). Die Rezepte reichen dabei von Salat und Vorspeisen (zum Beispiel Brotsalat und gefüllte Reisbällchen) über Hauptgerichte (wie beispielsweise Spinat-Ricotta-Tortelli, Reis-Kartoffel-Auflauf, Wildschweinragout und Fischeintopf) bis hin zu Kuchen und Brötchen (unter anderem Kastanienkuchen und gefüllte Hefebrötchen).

 

Ein Rezept besteht dabei aus dem italienischen und deutschen Namen, einer kurzen Information zum Rezept, den Zutaten, der schrittweisen Zubereitung, den verschiedenen Zeitangaben, wie beispielsweise Zubereitungs- und Kochzeit, sowie der Portionenzahl und meist einem Foto.

 

Insgesamt ist es ein abwechslungsreiches Buch, das einem sowohl die süditalienische Küche als auch die süditalienische Landschaft näherbringt. Ich empfehle das Buch gerne allen, die auf der Suche nach traditionellen süditalienischen Rezepten sind. Wer nicht auf Nährwertangaben verzichten kann, ist bei diesem Buch allerdings falsch.

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