Auf immer verbunden

von Domenico Starnone 
4,0 Sterne bei7 Bewertungen
Auf immer verbunden
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In dem Roman 'auf Immer verbunden geht es weniger um Liebe, als um die Austauschbarkeit von Menschen und der Unbewußtheit eigener Konflikte

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Interessante Geschichte

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Inhaltsangabe zu "Auf immer verbunden"

»Poetisch, lebendig, voller Energie. Und voller Humor. Dieser Roman ist große Literatur.« Jhumpa Lahiri
Vanda und Aldo können auf ein langes gemeinsames Leben zurückblicken, auch wenn sie nicht immer glücklich waren. Wie bei vielen Paaren erstickte auch ihre Beziehung irgendwann in Routinen. Als Aldo dann die jüngere Lidia kennenlernt, scheint die Ehe endgültig zerbrochen. Doch die neue Liebe kann die Bande, die die Kinder geknüpft haben, nicht lösen, und so kehrt Aldo nach Hause zurück. Inzwischen sind seit dem Bruch Jahrzehnte vergangen, und die Wunden der einstigen Verletzungen scheinen geheilt - bis zu jenem Tag, als die alte Narbe plötzlich schmerzhaft aufbricht ...
Was ist wichtig im Leben, was hält Paare wirklich zusammen, auch wenn die Liebe schon längst vergangen ist? Ein schonungslos ehrlicher und zugleich ungemein berührender Roman darüber, was uns eine Ehe abverlangt – und was sie uns schenkt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783421048073
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:150 Seiten
Verlag:DVA
Erscheinungsdatum:12.03.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    PagesofPaddys avatar
    PagesofPaddyvor 2 Monaten
    Interessant aber nicht überrragend

    „Auf immer verbunden“ von Domenico Starnone ist in mehrerlei Hinsicht ein interessantes Buch. Ob es mir gefallen hat lest ihr hier. 
    Um es zu vorweg zu nehmen, ich bin bei dem Buch sehr unsicher ob es mir nun gefällt oder nicht. Ich tendiere eher dazu das es mir nicht so gut gefallen hat aber es gibt durchaus positive Aspekte. Zuerst einmal wäre da die Art und Weise wie Starnone erzählt. Das Buch ist gut geschrieben und lässt sich flüssig lesen. Jetzt ist das zwar nicht außergewöhnlich aber nachdem ich vor kurzem Probleme mit einem Buch hatte war es gut wieder etwas zu lesen, bei dem ich keine Probleme hatte. Inhaltlich wird es aber schon etwas schwieriger. Erzählt wird, in 3 Teilen, das Leben, das Lieben und vor allem das Leid was Aldo und Vanda. Jetzt kann man den Autor definitiv für seinen Realitätsnähe loben aber trotzdem fehlt mir das Positive in dem Buch. Nur ab und zu kommt ein Funken Hoffnung auf, der dann aber ziemlich schnell wieder erlischt. Was Starnone hier zeichnet ist frustrierend und verbittert aber eben auch nur all zu real. Die Realität ist eben kein Märchen mit Happy End. Und genau so wird diese Geschichte erzählt. Teilweise ist das zwar schon bewegend und oft sehr intensiv aber die Sympathie für die handelnden Personen fehlt. Diese Echtheit kann man loben aber man kann sie auch kritisch sehen. Natürlich, auf 170 Seiten wird hier eine Geschichte erzählt die auch mal unbequem sein kann aber trotzdem hätte ich mir einen Hauch Optimismus gewünscht.
    Der letzte Teil hat mir dann am wenigsten gefallen. Hier wird von den Kindern erzählt und die Geschichte erhält so eine Art Abschluss. Aber auch dieser Teil war mir persönlich einfach nicht stimmig genug. Klar, Das verhalten einzelner Personen mag teilweise nachvollziehbar sein aber irgendwie weiß ich auch nicht. So richtig rund fühlt sich die Geschichte nicht an. Zu sehr denken die Figuren an sich und zu wenig gibt es einen Zusammenhalt, sowohl aus familiärer als aus erzählerischer Sicht. 
    Für wen eignet sich also dieses Buch?  Ganz klar für Leute die mal etwas anderes lesen wollen. Die genug von 0815 Kitschgeschichten haben und die einen unverblümten Einblick in eine kaputte Familie erhalten wollen. 
    Ich fand das Buch lesenswert aber im Großen und Ganzen war ich nicht so begeistert wie ich es mir erhofft hatte. 

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    Angie*s avatar
    Angie*vor 3 Monaten
    Trauriges Eheleben,,,

    Rezension

    INHALT:
    Aldo, ein junger Journalist  und die junge Vanda heiraten 1962 in Neapel, bekommen zwei Kinder und sind anscheinend glücklich. Bis Aldo die junge, strahlende Lidia kennenlernt, Ehefrau und Kinder verlässt. Er zieht nach Rom, lässt sich aber nicht scheiden. Nach langen, bitteren Jahren für Vanda und ihre Kinder kehrt er reumütig zurück in den Schoss der Familie und übernimmt wieder Verantwortung für alle, finanziell und moralisch. Seine Beziehung zu Lidia führt er allerdings heimlich weiter. Wir begleiten das Drama dieser Ehe bis in das hohe Alter von Aldo und Vanda. Ein einschneidendes Erlebnis schockt das inzwischen gealterte Ehepaar und befreit  vor allem die Kinder  von den Sünden, Heimlichkeiten und Vorwürfen aus den vergangenen Lebensjahrzehnten ihrer Eltern.

    MEINE MEINUNG:
    Der italienische Autor hat in nur  einhundertsiebzig Seiten ein ganzes Familiendrama und Eheleben plastisch und bildhaft heraufbeschworen. In drei Teile hat er seinen Roman aufgegliedert und lässt jeweils Szenen aus dieser Eheverbindung, teilweise in Briefform, aus den Sichtweisen von Aldo, Vanda und den Kindern aufleben. 
    Domenico Starnone schreibt ehrlich und schonungslos über das rücksichtslose Verhalten des Ehemannes, seiner Jagd nach dem Glück mit einer jüngeren Partnerin, seine inneren Zweifel an sich und seinem Verhalten und letztendlich auch über die Besinnung auf die Familie. Endlich auch in dem Bewusstsein und der Erkenntnis , welchen Schmerz und Enttäuschungen er sich, seiner Frau, seiner Geliebten und vor allem den Kindern angetan hat. 
    Vanda's Verbitterung, die Sicht auf ihren Ehemann, auf sich selber und ihre Situation mit zwei kleinen Kindern, hat er ebenso aufrichtig, erschütternd und mitfühlend dargestellt. Die Charaktere und Verletzungen der Kinder  durch das Verhalten ihrer Eltern lernen wir erst im dritten Teil des Buches besser kennen und sie sorgen für eine Überraschung im emotionalem Bereich. 
    Der  fesselnde Schreibstil fasziniert, hat mich nicht losgelassen und so bin ich schnell durch das Buch geflogen. 
    Der Autor hat den Leser in alle menschlichen Höhen und Tiefen des familiären  Zusammenlebens mitgenommen und doch hat bei mir die 'Traurigkeit über so viel verpasstes *schönes* Familienleben, vor allem auch ehelicher Partnerschaft, die Oberhand gewonnen. Eine Ehe , in der ein Partner aus Schuldgefühlen das dominante, Racheverhalten seines Gefährten akzeptiert, nur um seine Ruhe zu haben , kann nicht lebenserfüllend  und reich sein. Der Autor hat klar und deutlich aufgezeigt, wie sich Charaktere und Verhalten der Menschen durch viele ungünstige  Lebensumstände beklemmend verändern können.
    Eigentlich ein sehr trauriges Buch!

    Meine Bewertung: VIER **** Sterne!

    Vielen Dank an den Autor und das Bloggerportal für das ansprechend gebundene Rezensionsexemplar.


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    BeaSwissgirls avatar
    BeaSwissgirlvor 4 Monaten
    Auf immer verbunden

    Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei;

    Durch eine begeisterte Leserin bin ich erst auf dieses Buch aufmerksam geworden worauf es spontan bei mir einziehen durfte ;) 

    Der Schreibstil ist unkompliziert, präzise, direkt und sehr eindringlich mir persönlich hat er unheimlich gut gefallen.
    Das Buch ist in drei Teile gegliedert und wird aus eben so vielen Perspektiven erzählt.
    Zuerst aus der Sicht von Vanda, danach Aldo und zum Schluss kommen noch ihre beiden Kinder ( jedoch schon im Erwachsenenalter) zu Wort. Diese Einteilung fand ich sehr interessant und auch aussagekräftig.

    Die Charakterausarbeitung empfand ich als äusserst gelungen, gerade auch wenn man bedenkt wie wenig Seiten dieses Büchlein eigentlich hat. Trotzdem war mir ehrlich gesagt Niemand so richtig sympathisch, obwohl ich Vanda zu Beginn in mehreren Bereichen sehr gut verstehen und viele ihrer Gedankengänge oder Äusserungen total nachvollziehen konnte. Auch die Reflektion der beiden Kinder waren für mich begreiflich.
    Am meisten Mühe hatte ich allerdings mit Aldo sein Verhalten fand ich einfach nur total egoistisch und rücksichtslos!!

    Der Autor schafft es auf 170 Seiten so eindrücklich, schonungslos und anschaulich zu erzählen, was Manche nicht mal mit viel umfangreicheren Werken zu Stande bringen..... 

    " Auf immer verbunden"....nach dem Lesen hatte ich einen ganz anderen Blickwinkel auf diesen Titel, also jedenfalls Liebe war es meiner Meinung nach nicht........

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    odessavor 5 Monaten
    Kurzmeinung: In dem Roman 'auf Immer verbunden geht es weniger um Liebe, als um die Austauschbarkeit von Menschen und der Unbewußtheit eigener Konflikte
    weniger um Liebe

    In dem Roman auf Immer verbunden geht es wenig um Liebe

    Als Vanda auf S134 zu Wort kommt, sagt sie über ihren Mann: Er geht später öfter fremd, er gibt sich liebevoll um sich dann insgeheim anderweitig abzureagieren. Sie hatte sich damals trotzdem an ihn gebunden. Ich war jung fühlte mich von dir angezogen, wusste nicht wie flüchtig Anziehungskraft ist.

    Erst spät habe ich begriffen, dass mich die anderen genauso viel oder wenig interessieren wie du. Verwirrt habe ich mich damals umgeschaut. Ich kann jederzeit eine neue liebe finden, habe ich mir gesagt, sie ist wie der regen: ein tropfen prallt zufällig auf einen anderen, und die beiden verschmelzen. Man braucht sich nur die anfängliche neugier zu nutze zu machen…

    Aldo scheint seine Lidia auch nicht wirklich zu lieben sondern eher zu idealisieren und sich nicht wirklich einzulassen. Er fragt Lidia: warum bist Du mit mir zusammen? Lidia antwortet : weil es sich so ergeben hat S.99

    Auch Lidias antwort zeigt wenig von Leidenschaft und Liebe, ihre Arbeit und Anerkennung ist ihr viel wichtiger

    Ein Buch über Nähe und Distanzprobleme, ungelöste Konflikte in den jeweiligen Personen und somit auch in den Beziehungen

     

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    Wuestentraums avatar
    Wuestentraumvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Interessante Geschichte
    Auf immer verbunden

    Vanda und Aldo sind viele Jahre verheiratet und haben zwei Kinder. Die Ehe plätschert eher vor sich dahin, als dass große Gefühle noch eine Rolle spielen. Eines Tages verlässt Aldo Vanda für die jüngere Lidia. Nach Jahrzenten der Getrenntheit kehrt Aldo zu Vanda zurück. Nicht aber, weil er sie liebt oder vermisst hat, sondern eher aus dem Grund, weil Lidia sich von ihm getrennt hat.

    Der Romanaufbau ist in 3 Teile gesplittet, in denen verschiedene Lebensphasen sowie nacheinander die Betroffenen Familienmitglieder zu Wort kommen.

    Im ersten Teil erzählt Vanda, die, nachdem sich Aldo von ihr getrennt hat, und sie die Fehler bei sich sucht.

    Dann wird aus der Sicht von Aldo erzählt, der Lidia immer noch zu lieben scheint und eigentlich mit ihr zusammen sein möchte, als mit seiner Frau Vanda.

    Der letzte Teil, geschildert von den beiden Kindern, war für mich der einschneidenste. Die ganze Wut der Kinder kommt nun zum Ausdruck, die ihre Eltern dafür verachten, was sie mit ihrer Trennung bei ihnen ausgelöst haben. Sie verwüsten am Ende in ihrer ganzen Wut die Wohnung der Eltern.

    In diesem Roman wird erzählt, wie Eheleute an ihrer Ehe krampfhaft festhalten, obwohl keine Liebe mehr vorhanden ist. Sie verletzen und kränken nicht nur sich gegenseitig, sondern auch ihre Kinder bekommen alles ab und mit. Dadurch bekommen sie einen regelrechten Hass auf ihre Eltern und verwüsten am Ende die ganze Wohnung.

    Domenico Starnone’s Roman „Auf immer verbunden“ ist ein leises, aber eindringliches Werk mit tollem Schreibstil und einer fordernden und direkten Sprache, die einen durch dieses Buch zieht. Mir hat der Erzählstil sehr gut gefallen, das Verständnis hat mir dennoch gefehlt, wie manche Menschen mit allem Zwang versuchen, ihre Ehe aufrecht zu erhalten, obwohl sie längst vorbei und am Ende ist. Und die Leidtragenden dabei sind wie so oft die Kinder, an die diese Eltern nicht gedacht haben.

    Fazit:

    Eine eindringliche Geschichte mit tollem Schreib-und Erzählstil. Für alle die Familiengeschichten mögen, sehr zu empfehlen.

     

    Kommentare: 1
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    19angelika63s avatar
    19angelika63vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Erschütternd wie sich Mann und Frau innerhalb einer Ehe aufgeben, wieder zusammen kommen wegen der Kinder, diese doch daran zerbrechen ...
    Ein Ehedrama

    Klappentext
    Vanda und Aldo können auf ein langes gemeinsames Leben zurückblicken, auch wenn sie nicht immer glücklich waren. Wie bei vielen Paaren erstickte auch ihre Beziehung irgendwann in Routinen. Als Aldo dann die jüngere Lidia kennenlernt, scheint die Ehe endgültig zerbrochen. Doch die neue Liebe kann die Bande, die die Kinder geknüpft haben, nicht lösen, und so kehrt Aldo nach Hause zurück. Inzwischen sind seit dem Bruch Jahrzehnte vergangen, und die Wunden der einstigen Verletzungen scheinen geheilt – bis zu jenem Tag, als die alte Narbe plötzlich schmerzhaft aufbricht …



    „Weil es für mich einfach unvorstellbar war, dass dir eine andere gefällt. Habe ich dir einmal gefallen, werde ich dir immer gefallen, davon war ich aufrichtig überzeugt. Ich war der festen Meinung, dass sich wahre Gefühle nicht ändern – erst recht nicht, wenn man verheiratet ist.“ (Seite 12)

    Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil kommt Vanda zu Wort. Sie schreibt und fragt in Briefen Aldo, warum er sie verlassen hat. Verlassen nach zwölf gemeinsamen Jahren wegen einer jüngeren Frau. Natürlich typisch Frau sucht sie die Fehler bei sich. Denkt und hinterfragt sich und ihr Leben. In ihrer sich steigernden Wut bezichtigt sie Aldo letztendlich als einen Versager, der nie an die Familie dachte sonder nur an sich und sein Vergnügen.

    „Vielleicht war das ja mein Fehler, und ich musste mich neu erfinden, mehr sein als nur eine gute Ehefrau und vorbildliche Mutter.“ (Seite 12)

    Im zweiten Teil kommt dann Aldo zu Wort. Allerdings sind mittlerweile vierzig Jahre ins Land gezogen und Aldo ist zu Vanda zurück gekehrt. Wenn man es denn so nennen kann. Denn eigentlich ist es so, das Lidia seine junge Geliebte ihn verlassen hat. Aldo hatte Vanda damals verlassen, weil er die Intuition Ehe für altmodisch erachtete. Er fand die freie Liebe á la 68ziger faszinierender und zeitgemäßer. In Rückblicken erfahre ich als Leserin wie sehr Aldo Lidia vermisst und eigentlich mit ihr zusammen sein möchte, und nicht mit der Despotin Vanda.

    „Das sich die Intuition der Ehe in einer Krise befand, dass die >Familie< dem Untergang geweiht war und Treue bloß was für Spießer, war ihr egal.“ (Seite 73)

    Im dritten und letzten Teil kommen die beiden Kinder zu Wort. Die sind mittlerweile erwachsen und haben das Scheitern der Ehe hautnah mitbekommen. Und sie hassen ihre Eltern dafür was sie sich selbst und den Kindern angetan haben. Es kommt zu einem großen Showdown in der Wohnung der Eltern, die die Kinder komplett verwüsten. Sie lassen ihrer Wut freien Lauf.

    „>Sich verlieben< klang damals fast schon lächerlich, nach einem Überbleibsel aus dem neunzehnten Jahrhundert, und stand für die gefährliche Neigung, aneinander zu kleben.“ (Seite 76)

    Mich hat dieses kleine Buch sehr berührt und erschüttert. Ich habe oft nicht verstanden, wieso Aldo und auch Vanda versuchen an etwas festzuhalten, was nicht mehr funktioniert. Mal ganz davon abgesehen ob die Intuition Ehe noch zeitgemäß ist oder nicht. Aldo wollte ein „modernes offenes Liebesleben/ Leben“, Vanda ein klassische „Vater-Mutter-Kind“ Konstellation. Aber anstatt sich darüber auszutauschen … zu sprechen, verletzten sie sich in ihrem Handeln, ohne zu bemerken wie sie auch die Kinder verletzten. Letztendlich gibt es keine Familie mehr, sondern nur noch Menschen, die verletzte wurden und mit ihren Verletzung vollkommen allein dastehen. Die Verletzungen der Kinder eskaliert letztendlich in der Zerstörung der elterlichen Wohnung. Und diese Wut der Kinder auf die Eltern hat mich richtig erschüttert.

    Ein Buch das nachwirkt und Fragen offen lässt … ist eine „Ehe“ immer schützenswert, nur um der Ehe willen? Wäre es nicht besser sich einvernehmlich zu trennen um der Kinder willen?



    Eine kleine Zusatzinfo noch am Ende dieser Rezension zum Autor:
    Domenico Starnone ist der Ehemann der Autorin Anita Raja, von der wir wissen, dass sie unter dem Pseudonym Elena Ferrante erfolgreich veröffentlicht hat.


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    jaylinns avatar
    jaylinnvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Leise Töne, dennoch klare und fordernde Sprache. Tragisch, komisch und anrührend zugleich. Einfach toll erzählt.
    Einfach toll erzählt!

    Allgemeines:

    Domenico Starnones Auf immer verbunden ist sein dreizehnter Roman. Für sein umfangreiches Werk erhielt er unter anderem den renommiertesten Literaturpreis Italiens. Auf immer verbunden ist am 12.03.2018 bei DVA erschienen, gebunden und hat 171 Seiten.

    Mittlerweile verdichten sich die Gerüchte, dass Starnone unter dem Pseudonym „Elena Ferrante“ die Ferrante-Saga geschrieben hat. Bewiesen ist es allerdings noch nicht.

    Inhalt:

    „Vanda und Aldo können auf ein langes gemeinsames Leben zurückblicken, auch wenn sie nicht immer glücklich waren. Wie bei vielen Paaren erstickte auch ihre Beziehung irgendwann in Routinen. Als Aldo dann die jüngere Lidia kennenlernt, scheint die Ehe endgültig zerbrochen. Doch die neue Liebe kann die Bande, die die Kinder geknüpft haben, nicht lösen, und so kehrt Aldo nach Hause zurück. Inzwischen sind seit dem Bruch Jahrzehnte vergangen, und die Wunden der einstigen Verletzungen scheinen geheilt – bis zu jenem Tag, als die alte Narbe plötzlich schmerzhaft aufbricht …“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

    Meine Meinung:

    Erinnerungen kommen sofort, wenn ich das Cover betrachte. Erinnerungen an die Ferrante-Saga, die ich unglaublich gerne gelesen habe.

    Dieses kleine Buch nimmt man einfach gern in die Hand. Man ahnt schon aufgrund des Titelbildes, worum es gehen wird: Zwei Menschen stehen dort dicht beieinander, aber sie wirken nicht, als ob sie einander wirklich nahe sind. Der freie Himmel über ihnen unterstreicht diesen Eindruck. Schlägt man nun den Klappentext auf, wird man bestätigt in seiner Vermutung. Die Protagonisten Vanda und Aldo haben ein langes Leben zusammen verbracht, ein Leben mit Glück, Brüchen und Verletzungen. Sie mögen sich vielleicht ähnlich fühlen wie die beiden auf dem Cover.

    Ich möchte nun wissen, welche Geschichte hier erzählt werden wird. Unbedingt. Und wieder denke ich an die Geschichte von Lila und Elena. Auch sie hatten Partner, mit denen sie mal mehr, mal weniger eng verbunden waren. Ihre Geschichte ging nicht gut aus. Wie wird es in Auf immer verbunden sein? Ich bin gespannt.

    Das Buch gliedert sich in drei Teile, die unterschiedliche Lebensphasen des Paares betreffen und verschiedene Erzählstimmen zu Wort kommen lassen. Das ist eine interessante Art des Erzählens, die dem Buch zusätzliche Tiefe gibt.

    Erzählt wird im ersten Teil aus der Ich-Perspektive Vandas, der weiblichen Protagonisten. Bezug genommen wird auf die Vergangenheit. In Form eines inneren Monologs wäscht sie ihrem Mann gehörig den Kopf:

    „Falls du’s vergessen haben solltest, mein Lieber, muss ich dich eben daran erinnern. Ich bin deine Frau. Ich weiß, du warst mal froh darüber, aber jetzt stört es dich plötzlich. Ich weiß, du tust so, als gäbe es mich gar nicht, als hätte es mich nie gegeben, weil du dich in den gehobenen Kreisen, in denen du dich jetzt bewegst, nicht blamieren möchtest. (…) Muss ich dir erst die entsprechenden Urkunden zeigen, um dich wieder zur Vernunft zu bringen?“ (S. 7/8)

    Klare Ansage, klare Sprache. Dieses dünne Büchlein gefällt mir schon jetzt.

    Teil 2 bezieht sich auf die Jetztzeit, Teil 3 bezieht die Kinder des Paares ein. Ich mag eigentlich keine dünnen Bücher und habe dieses nur lesen wollen, weil ich durch eine Ankündigung im Kulturteil einer Zeitschrift darauf aufmerksam geworden bin. Auf immer verbunden hat mich aber nicht enttäuscht. Starnone erzählt dicht und unglaublich intensiv. Er packt in 171 Seiten, was andere auf 500 nicht schaffen. Man hat, obwohl er gar nicht so genau beschreibt, ein Bild der Protagonisten im Kopf, sein eigenes Bild. Ich kann mir genau vorstellen, wie Vanda aussieht, in welcher Tonlage sie mit Aldo spricht, wenn sie sauer ist. Das passiert mir nicht so oft beim Lesen. Es ist eine echte Kunst, so schreiben zu können wie Starnone!

    Fazit:

    Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich mit Familiengeschichten der anderen Art beschäftigen möchte. Leise Töne, dennoch klare und fordernde Sprache. Tragisch, komisch und anrührend zugleich. Einfach toll erzählt.

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