Dominic Musa Schmitz Ich war ein Salafist

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Inhaltsangabe zu „Ich war ein Salafist“ von Dominic Musa Schmitz

Er begleitete den Salafisten-Prediger Pierre Vogel auf der Pilgerfahrt nach Mekka, war die rechte Hand des Islamisten-Führers Sven Lau: Dominic Musa Schmitz konvertierte als 17-Jähriger zum Islam und war tief in den Zirkeln der deutschen Salafisten-Szene verankert. Mit professioneller Propaganda warb er neue Anhänger, einige seiner Brüder kämpften für den „Islamischen Staat“. Doch als er seinen besten Freund, einen Nicht-Muslim, im Namen Allahs verstoßen muss, beginnt er sich Fragen zu stellen. Kann ein Glaube mit so vielen Dogmen richtig sein? Schritt für Schritt löst er sich von seinen radikalen Brüdern. In seinem Buch erzählt Dominic Musa Schmitz, warum ein radikaler Islam für junge Deutsche attraktiv ist, wie er die Zeit in Salafisten-Kreisen erlebte: geprägt von Hass, bigotter Heuchelei und dem unbedingten Willen zum Gehorsam.
Dieser hochaktuelle Bericht eines ehemaligen deutschen Salafisten zeigt dem Leser aus nächster Nähe, was junge Erwachsene dazu bewegt, sich zu radikalisieren, und wie das gefährliche Salafisten-Netzwerk – mitten unter uns – funktioniert.

Interessante Einblicke in die salafistische Szene in Deutschland.

— johannes_quinten

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    Ich war ein Salafist

    dieFlo

    17. November 2016 um 19:51

    Dominic, 17, ein junger, kleiner, deutscher Rebell, der keine Lust auf die Schule hat, der gern Rap-Musik hört und kifft – er ändert sein Leben radikal und wird Muslim. Warum? habe ich mich als Leser gefragt und das war der Grund, weshalb ich mehr über ihn erfahren wollte, was hat ihn bewegt, sein Leben so radikal zu ändern, auf Musik und Frauen zu verzichten… das Buch gibt ehrliche Antworten und zeigt einen jungen Mann, der einfach einsam war, der Verständnis suchte und fand. Seine ausländischen Freunde zeigten ihm den Weg, den Weg zu Allah und er begann sich zu ändern. Er begann auf alles zu verzichten und fand Freude im Gebet und in den Glauben, dass alle seine Sünden vergeben wurden. Er fühlte sich toll, wenn er wie der Prophet Mohammed mit Pluderhosen durch seine Heimatstadt ging und er wollte andere überzeugen, dass dies der rechte Weg sei. Doch irgendwann kamen Fragen und Zweifel, wie kann eine Religion sich über andere stellen und je mehr Fragen er in seinem Kopf bekam, desto mehr Zweifel wuchsen, doch war er nicht schon zu weit gegangen? Bekannte waren bei Selbstmordattentaten gestorben, hatten sich geopfert – kann man zurück? Er beweist man kann, aber es ist hart. Er ist immer noch Muslim, aber er weiß, dass viele Ansichten nicht der Realität entsprechen und verändert dargestellt werden. Er rechnet selbstkritisch mit sich ab und gibt einen ehrlichen Einblick in sein Leben als Mitglied einer Moschee, als Mann, der unbedingt eine  gläubige Frau haben will  und Fehler begeht. Eine Biografie, die zum Nachdenken anregen soll und es auch macht. Daumen hoch und 5/5 Sternen für diese Wahrheit

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  • Einmal Salafismus und zurück - Rezension zu "Ich war ein Salafist"

    Ich war ein Salafist

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    06. March 2016 um 14:52

    Der Salafismus ist in aller Munde - nicht erst seit seine terroristische Ausprägung auch in der französischen Hauptstadt Einkehr gehalten hat. Schon zuvor war der gesellschaftspolitische Diskurs über Muslime in Europa vom Einfluss so genannter "Hassprediger" wie Pierre Vogel geprägt, die eine besonders radikale Spielart des Islam repräsentieren. Gleichzeitig beschlagnahmten jedoch Stimmen diese Diskussion für sich, denen nicht daran gelegen war, zu differenzieren statt zu pauschalisieren – und so einen wertvollen Beitrag zu der Frage zu leisten, wie das Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft wie der unseren möglich ist. Ein junger Mann, der diesem Anspruch tatsächlich gerecht werden könnte, ist der gebürtige Mönchengladbacher Dominic Musa Schmitz mit seinem autobiographischen Sachbuch, das seit Mitte Februar erhältlich ist. Schmitz selbst nahm vor zehn Jahren – als Siebzehnjähriger – den Islam an. Dabei entwickelte er sich innerhalb kürzester Zeit „vom Kiffer zum strenggläubigen Konvertiten“, wie auch das erste Kapitel heißt. Diesen Pfad leitet Schmitz zunächst mit einer kurzen Skizze der ersten Jahre seines Lebens ein – von der traumatischen Scheidung seiner Eltern, über das Gefühl, ein Außenseiter zu sein bis hin zum Dasein als Jugendlicher, der zwar mit Ach und Krach den Realschulabschluss schafft, jedoch danach ohne jegliche Zukunftsperspektive dasteht. Dabei betont Schmitz selbst, dass seine Biographie zwar die Blaupause für den Werdegang vieler Jugendlicher darstellt, die den Salafismus als Lebensweg für sich entdecken, macht dabei jedoch klar, dass eine Verallgemeinerung nicht in seinem Sinne ist. Verharmlosen will er die Ideologie aber auch nicht, wie der darauffolgende Part seines Buches beweist: Darin schildert Schmitz eindrücklich, wie er schnell Teil der Bewegung rund um Sven Lau wird, der ihm bereits bei seinem allerersten Moscheebesuch über den Weg läuft. Heute wird Lau vorgeworfen, Jugendliche dazu zu motivieren, in den Krieg zu ziehen, und auch schon damals fällt er als Sektierer in einer marokkanisch geprägten Gemeinde auf. Schmitz beschreibt fesselnd, wie er selbst – wie von einer Droge – durch den Rausch seines Glaubens betäubt und dadurch willig wird, alles zu glauben, was ihm charismatische Persönlichkeiten wie Lau erzählen. Er saugt Bücher von Gelehrten auf, ändert seinen gesamten Lebensstil und wird ein prägender Teil der neu gegründeten Moschee Laus, die schließlich auch Prediger wie den oben bereits angesprochenen Pierre Vogel zu sich einlädt. Die Gruppierung grenzt sich ab durch eine besonders fundamentale Auslegung des Islam, dem Salafismus, deren historische Grundlegung sowie übergeordnete Glaubenssätze Schmitz sehr verständlich darzulegen weiß. Auch seine eigene Rolle in der Bewegung macht er dabei deutlich. So wurde er schnell Drahtzieher der digitalen Verbreitung des Salafismus und legte damit die Grundlagen für die heute wohl gängigste Form, mit der neue Anhänger geworben werden. Kurzum: Dominic Musa Schmitz war mittendrin in der Szene – und gerade dadurch wird sein Buch besonders authentisch. Die Begeisterung junger Muslime für eine radikale Interpretation des Korans wird nachvollziehbar – und gleichzeitig umso schockierender. Insbesondere Schmitz‘ eigene, Schritt für Schritt aufkeimenden Zweifel für die ihn umgebende Welt machen deutlich, welche wahren Absichten die Ideologie und ihre deutschen Vertreter tatsächlich verfolgen. Das Streben nach Macht und Einfluss ist dabei wohl besonders hervorzuheben. In diesem Zusammenhang berichtet Schmitz von bigotten Machtspielchen zwischen bekannten Predigern und zeigt auf, dass ihr eigenes, von ihm am eigenen Leibe erfahrenes Verhalten nicht den eigenen Ansprüchen gerecht wird. Zusammen mit dem Scheitern seiner ersten Ehe – ein Thema, das ebenfalls einen breiten Raum einnimmt – beginnt sich Schmitz also vom Salafismus zu trennen. Ebenso wie sein Weg hinein in die Ideologie wird auch der Pfad hinaus sehr ausführlich vermittelt – einschließlich aller Rückschritte und auch Gefahren, die mit der Loslösung von jeder Sekte einhergehen. Die verbale sowie körperliche Bedrohung durch ehemalige Weggefährten bildet dabei den Rahmen des gesamten Berichtes. Zu Beginn meiner Rezension habe ich bereits in den Raum geworfen, dass Dominic Musa Schmitz für mich eine Person darstellt, die viel beizutragen hat zum Thema „Muslime in Deutschland“, aber auch zur Frage, was junge, in Deutschland sozialisierte Jungen und Mädchen zum IS treibt - und was wir als gesamte Gesellschaft dagegen tun können. Diesem Anspruch wird sein Erstlingswerk ohne Zweifel gerecht. Wie bereits mein recht ausführlicher Abriss des Inhalts zeigt, werden viele wichtige Punkte angesprochen - doch dabei wird auch mein größter Kritikpunkt an dem Buch deutlich. Die Themenfülle ist wenig strukturiert; Schmitz springt oft von einer Anekdote zur nächsten, anstatt einen Komplex stringent durchzuarbeiten. Zwar habe ich persönlich das Buch als sehr packend empfunden und es daher an einem Stück durchgelesen. Ein sehr umgangssprachlicher Stil tat sein Übriges. Doch ich bin der Meinung, dass Leser_innen, die den Bericht zwischenzeitlich aus der Hand nehmen, Schwierigkeiten dabei haben könnten, wieder hineinzugeraten in den ohne Zweifel fesselnden Strudel der Darstellung. Auch Personen, die sich dem Thema des Salafismus theologisch und/oder soziologisch nähern wollen, werden vom Buch enttäuscht sein. "Ich war ein Salafist" ist und bleibt ein sehr subjektiv gefärbtes, aber dadurch auch besonders aufschlussreiches Sachbuch, dessen Lektüre ich als sehr interessant empfand. Schmitz, der gläubiger Muslim geblieben ist, zeigt eine differenzierte Sichtweise, schreckt aber nicht davor zurück, seine Glaubensbrüder stark zu kritisieren - ein mehr als mutiger Schritt! Leider muss ich jedoch zwei Sterne abziehen, da ich mir doch eine strukturiertere Herangehensweise erhofft hatte, und somit nach der letzten Seite das Gefühl blieb, dass ich gern noch so viel mehr über Schmitz' Lebensweg und Dasein als Salafist erfahren hätte. Auch seine heutigen Positionen zu bestimmten religiösen Schlüsselthemen hätten mich sehr interessiert. Doch gerade als Einstieg für eine tiefer gehende Beschäftigung mit der Erscheinung des Salafismus ist es bestens geeignet und wird von mir guten Gewissens weiterempfohlen.

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