Dominik Forster crystal.klar

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Inhaltsangabe zu „crystal.klar“ von Dominik Forster

Als Dominik Forster zum ersten Mal durch die Tore der Nürnberger Herschel-Schule tritt, beginnt sein Leben als Underdog. Erst Crystal Meth macht den ängstlichen Jungen zu dem Menschen, der er immer sein möchte, und mit dem Einstieg ins Drogengeschäft beginnt der vermeintliche Aufstieg, umgeben von vermeintlichen Freunden: er wird zum Topdog. Dieser Weg führt ihn ins Gefängnis, in eine Welt aus Brutalität, die einzig zwischen „Mann“ und „Opfer“ unterscheidet und in der die Zeit nur genutzt wird, um den nächsten Coup zu planen… Entzug und Therapie helfen Dominik Forster aus diesem Teufelskreis auszubrechen und das selbstbestimmte Leben zurückzugewinnen, das er heute führt. Dieses Buch markiert einen Teil seines Weges. Ein Roman, ein Bekenntnis, eine Bewältigung der Vergangenheit, die dem Leser rückhaltlos die zerstörte Welt einer Jugend vorführt, die im Bann von Crystal Meth steht, der Droge Nummer 1 einer egomanischen Leistungsgesellschaft. Ein Vorstoß, wie es ihn seit Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo nicht mehr gegeben hat. Dominik Forster engagiert sich heute gegen Drogen, vor allem Crystal Meth, im Bereich Prävention und Suchtbekämpfung.

Ein schonungslos offenes Buch eines cleanen Drogenabhängigen, über seinen Weg in die Sucht, das Leben mit Sucht und im Knast.

— Rolandpauler
Rolandpauler

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    crystal.klar
    Rolandpauler

    Rolandpauler

    06. November 2015 um 22:03

    Vorab: Ich habe Dominik Forster auf der Frankfurter Buchmesse kennengelernt und bin mit ihm befreundet. Vielleicht geht mir deshalb sein autobiografischer Roman derart unter die Haut. Er erzählt im brutalen Jargon der Szene, wie er als Jugendlicher, ausgestattet mit schwachem Selbstbewusstsein und großer Angst, in Drogenszene und Kriminalität hineinwächst. Zunächst die leichten Drogen, die sein Leben beschwingt und angenehm machen, dann härtere, schließlich Sucht und Beschaffungskriminalität - Griff in die Firmenkasse des Vaters und Dealen. Eindringlich beschreibt F. seine Gefühle im Rausch, seinen Ekel, die Gier nach immer neuen Levels, nach immer geileren Trips, nach Anerkennung bei „Freunden“. Sein Leben kreist nur noch um Drogen, auch wenn sie ihn fertigmachen: „Ich vegetiere nur noch vor mich hin. Ich kann es einfach nicht lassen, mir das Gehirn wegzuballern.“ Mehr und mehr verliert er die Kontrolle über sich, wird gewalttätig, verantwortungs- und rücksichtslos, sogar gegenüber seiner Geliebten. Aber gibt es überhaupt noch das Gefühl der Liebe für ihn? Paranoia hat ihn fest im Griff. Lässt sie überhaupt noch Gefühle zu, die Basis für menschliches Handeln? Ich bin erleichtert, als die Polizei sein Drogenlager aushebt und er sich selbst stellt, bevor er, geistig umnachtet, noch zum Mörder wird. Im Gefängnis erwartet ihn eine Welt, „die einzig zwischen Mann und Opfer unterscheidet“. Angst prägt wieder einmal sein Leben, Anpassung ist die einzige Möglichkeit, nicht Opfer zu werden. Zukunftspläne „kreisen ständig um das Dealen und wie man das noch weiter ausbauen könnte. […] Mit etwas Vorkenntnis kommst du in den Knast, mit einem Doktortitel kommst du wieder raus.“ In der Einsamkeit der Zelle schwindet sein Lebensmut: „Dein Hirn vergewaltigt dich mit Worten, die du nicht loskriegst.“ Grausamer Höhepunkt: Ebrach, Jugendvollzugsanstalt . Von wegen Resozialisierung. Ein von der Gefängnisleitung gelesener Brief an die Eltern, in dem er seinen Selbstmord ankündigt, bringt Forster endlich in Therapie - eine große Erleichterung, auch wenn er sich trotz allen Ekels nicht therapieren lassen will, weil er sich nach seinem alten Leben sehnt. Es gibt nichts anderes für ihn. In der Adaption wird er kurz vor seiner Entlassung rückfällig. Erst der Drogentod des „Freundes“, mit dem er nach dem Knast dealen wollte, führt zum radikalen Sinneswandel. Was bedeutet Freundschaft in der Drogenszene. Forster findet hier die Antwort auf eine Frage, die das gesamte Buch durchzieht. Forster ist seit fünf Jahren clean und seit 2013 ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Suchtprävention bei der mudra in Nürnberg. Er hat in über hundert Schulen über seine Erfahrungen berichtet und am 2. November den von der Ergo-Versicherung gestifteten Preis: „Dein Weg“, gewonnen. Sein Buch sollte zur Pflichtlektüre für alle gemacht werden, die teilhaben an der Formung unserer Gesellschaft. Die basiert längst nicht mehr auf Werten, die gegen den Ausstieg in die Parallelwelt der Drogenszene immun machen könnten. Pfeiler unserer ach so schützenswerten Wertegemeinschaft ist doch längst Sucht: Sucht nach Konsum, Gewinn, Schönheit, Macht und vielem mehr bereits im Kindesalter. Wer da nicht mithalten kann, wird ausgegrenzt, wird Opfer, nicht nur im Knast. Es ist nicht mehr viel da von der christlichen Leitkultur. Selbst die „heiligsten Feste“ stehen längst im Bann dieser Sucht. Und wo bleibt der Mensch, um den es Jesus nach Aussagen der Evangelisten eigentlich ging?

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