Dominique A. Schuetz

 4.5 Sterne bei 15 Bewertungen

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Die unsichtbare Grenze

Die unsichtbare Grenze

 (15)
Erschienen am 21.07.2014

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Rezension zu "Die unsichtbare Grenze" von Dominique A. Schuetz

Der Teufel ist mitten unter uns ...
Karin_Kehrervor 4 Jahren

Ein Schweizer Bergdorf Ende des 19. Jahrhunderts: Das Leben ist geprägt von tiefem Katholizismus und Überlebenskampf. Andreas Furger wächst wie alle anderen Bewohner von Fanell mit der Geschichte vom Ewigen Nebel und vom Teufel auf, der oben auf dem Berg in einem See badet. 
Ein traumatisches Ereignis zwingt Andreas dazu, sein Heimatdorf und seine Jugendliebe, die stumme Elfi, zurückzulassen.
Er lernt den Engländer Clifton Devlin kennen, der besessen von der Idee ist, dunkle Wesen aufzuspüren und sie zu bekämpfen. Als Andreas ihm aus einer Laune heraus vom Badeplatz des Teufels erzählt, ahnt er nicht, dass er damit sein Heimatdorf und auch seine Liebste in große Gefahr bringt. 

Eine Geschichte, wie Edgar Allan Poe sie geschrieben haben könnte: Dieser Gedanke tauchte beim Lesen immer wieder auf. 
Der Engländer Clifton - nach damaliger Mode fasziniert und besessen von der Welt des Unheimlichen, Dämonischen, mit einem einnehmenden Äußeren und großer Beredsamkeit ausgestattet - hat kein Problem damit, sein wahres Ich und seine Absichten zu verschleiern, manipuliert Menschen nach seinem Gutdünken und unterwirft sie seiner irren Gedankenwelt. 
Dagegen Andreas Furger, der sich der Welt der Mathematik widmet, um seine traumatische Kindheit zu vergessen, was ihm natürlich nicht gelingt. 
Zwei Welten prallen hier aufeinander und das ist sehr anschaulich geschildert. Der distanzierte Schreibstil, der mich eben so an E.A.Poe erinnert, zieht trotzdem in das Geschehen, denn die Autorin versteht es geschickt, die damaligen Anschauungen lebendig werden zu lassen. 
Besonders krass die Hilflosigkeit derjenigen, die zwar das Unrecht erkennen, sich aber gegen die aufgehetzte Dorfbevölkerung nicht wehren können. Deren Motive sind immer wieder sehr schlüssig dargestellt:Neid, Angst vor Andersdenkenden, die rigorosen Gesetze der Katholischen Kirche geraten zu einer gefährlichen Mischung, deren Auswirkung schonungslos erzählt wird. 
Die eingestreuten Informationen sind gut dosiert, sodass man auch noch etwas über Schweizer Geschichte, Gedankengut und die surreale Welt des Aberglaubens erfährt.

Fazit: Die Welt Ende des 19. Jahrhunderts wird lebendig. Eines der faszinierendsten Bücher, das ich in letzter Zeit gelesen habe! 

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tweedledees avatar

Rezension zu "Die unsichtbare Grenze" von Dominique A. Schuetz

Eine Geschichte von Glauben, Aberglauben und Irrglauben
tweedledeevor 4 Jahren

Schauplatz der Geschichte ist das kleine Dorf Fanell im Schweizer Valsertal gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Im Gegensatz zu den Menschen aus der Stadt leben die Faneller noch sehr einfach und abgeschieden, die Zeit scheint stehengeblieben zu sein. Außer dem Postboten zeigt sich fast kein Besucher im Dorf. Die Dorfgemeinschaft ist eingeschworen und hält zusammen, auch wenn es um die Geschichte vom "Tüfel" geht, der angeblich im See hinter dem Ewigen Nebel in der Nähe von Flanell badet. Seit Jahrhunderten wird diese Geschichte von Generation zu Generation weiter erzählt, kein Faneller wagt sich auch nur in die Nähe des Nebels. Auch Andreas wächst in Fanell auf, geht dann aber eigene Wege, bis ihn wieder etwas zurücktreibt...

Im Roman von der Autorin Dominique A. Schuetz "Die unsichtbare Grenze" wird die Geschichte in zwei Erzählsträngen geschildert, die später zusammenlaufen. Die Welten der beiden Protagonisten könnten nicht unterschiedlicher sein. Andreas wächst abgeschieden in dem kleinen Bergdorf Flanell auf. Die Menschen sind so gottesfürchtig wie abergläubisch und glauben wahrhaftig daran, dass hinter dem ewigen Nebel der Teufel im See badet. Andreas ist wissensdurstig und hat den Drang mehr zu sehen, als nur sein Bergdorf. Obwohl er in Elfi verliebt ist verlässt er Fanell, er lernt das Leben in der großen Stadt kennen und entwickelt sich weiter. Auf der anderen Seite steht Clifton, der in London aufwächst und sich in eine ungute Richtung entwickelt. Das Interesse seiner Mutter an Okkultem macht er zu seiner Obsession.

Die Handlung beginnt langsam, steigert sich aber kontinuierlich. Eine unterschwellige Spannung ist fast durchweg vorhanden. Die Autorin beschreibt die Landschaft im Valsertal bildhaft und atmosphärisch, ich konnte mir das kleine Dorf mit all seinen skurrilen Einwohnern sehr gut vorstellen. Besonders eindrucksvoll ist beschrieben, wie ein einzelner charismatischer Mann die gottesfürchtigen gläubigen Faneller beeinflusst und zu einem gewaltbereiten Lynchmob anstachelt. Mit dramatischem Ausgang!

Fazit: Eine Geschichte die zum nachdenken anregt und durch die schöne erzählerische Sprache überzeugt.

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Kartoffelschafs avatar

Rezension zu "Die unsichtbare Grenze" von Dominique A. Schuetz

Absolut unerwartet...
Kartoffelschafvor 4 Jahren

Inhalt:

"Nie wieder wollten sie den Leibhaftigen beim Baden stören, und hofften, dass er dafür Dorf und Bewohner verschonte. Das blieb auch viele Jahrhunderte lang so. Bis einer die unsichtbare Grenze, die das Gute vom Bösen trennte, übertrat." Am Ende des 19. Jahrhunderts, tief im Valsertal. Im Dorf Fanell wächste der wissbegierige Andreas auf. Er findet sich in der streng katholischen und abergläubischen Gemeinschaft nicht zurecht und flüchtet in die Welt der Bücher. Sobald er kann, verlässt er das Dorf, um in Zürich Mathematik zu studieren - seine große Liebe Elfi muss er zurücklassen. In Davos begegnet er dem unheimlichen Engländer Clifton, der besessen ist vom Bösen. Als ihm Andreas die Teufelssage von Fanell erzählt, wittert dieser die dunklen Mächte und bricht ins Valsertal auf. Erst spät realisiert Andreas, welche Gefahr dem abgeschotteten Dorf und seiner großen Liebe droht.

Meine Meinung:

Dieses Buch hat mich ehrlich überrascht, ich habe etwas ganz anderes bekommen, als ich eigentlich erwartet habe, war zwischenzeitlich etwas zwiegespalten, ob mir das so gefällt und war letztendlich unglaublich froh, dass es in dem Buch genau um die Themen geht, um die es eben geht ...

Das Buch ist unterteilt in 2 Erzählstränge, die der 2 wichtigesten Personen, des Protagonisten Andreas und dessen "Gegenspieler" Clifton.

Super ist, dass der Leser gleich zu Beginn mitten ins Geschehen geworfen wird, jedoch trotzdem erst die Jugend der beiden Charaktere miterlebt, um besser nachvollziehen zu können, warum sie sich so entwickeln, wie sie es später tun.

Andreas wächst in einem mysteriösen Tal weitab jeglicher Zivilisation auf, hier kommt kaum jemand rein oder raus, es liegt einfach zu abgeschieden in den Bergen.
Entsprechend einfach ist das Leben hier auch. Andreas bekommt Werte wie Freundschaft, Miteinander, Verlässlichkeit und Genügsamkeit vermittelt - wenn auch eher durch seinen Großvater, als durch seinen Bruder bzw. seine Familie.

Clifton hingegen ist der komplette Gegensatz, er wächst den größten teil seiner Jugend ohne Vater auf, seine Mutter ist mehr mit sich selbst als allem anderen beschäftigt und Clifton - sich selbst überlassen - entdeckt seine Vorliebe zu mysteriösen Erscheinungen wie Vampire, Dämonen und dem Teufel.

Die Art, wie beide in späteren Jahren aufeinandertreffen könnte spannender nicht sein, die Ereignisse, die dieses Treffen nach sich zieht sind dramatisch und gleichermaßen erschreckend.

Ein Fingerzeig der Autorin, was geschieht, wenn falsche Werte verfolgt, Unwahrheiten angenommen und Menschen denunziert werden.

Der Schreibstil ist nicht einfach, aber unheimlich eindringlich und passend, die Atmosphäre ist größtenteils angemessen düster, der Spannungsbogen straff und die Charaktere wunderbar durchdacht, beschrieben und in ihren Handlungen schlüssig.

Ein wirklich tolles Buch, das ich vorbehaltlos empfehlen kann.

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Gespräche aus der Community

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Europa_Verlags avatar
Lest vorab das neue Buch von Dominique Anne Schuetz: Die unsichtbare Grenze. Spannend - für Fans von "Das Parfüm" und "Schlafes Bruder" und alle, die das Böse mögen...
Gewinnt bis zum 7.7.* eines von zehn Exemplaren. Schreibt uns einfach und beantwortet uns die Frage: Wart ihr schon einmal im Valsertal oder in den Schweizer Bergen?

Mehr zu der Geschichte:

Am Ende des 19. Jahrhunderts, tief im Valsertal. Im Dorf Fanell, das abgeschnitten vom Rest der Welt ist, wächst der wissbegierige Andreas auf. Er findet sich in der streng katholischen und abergläubischen Gemeinschaft nicht zurecht und flüchtet in die Welt der Bücher. Sobald er kann, verlässt er das Dorf, um in Zürich zu studieren - seine große Liebe Elfi muss er zurücklassen.
In Davos begegnet er dem unheimlichen Engländer Clifton, der in Oxford Medizin studiert hat und wie ein Besessener auf der Suche nach dem Bösen ist. Als ihm Andreas die Teufels-Sage von Fanell erzählt, wittert Clifton die dunklen Mächte und bricht ins Valsertal auf. Erst spät realisiert Andreas, welche Gefahr dem abgeschotteten Dorf und Elfi droht. Er reist hinterher und versucht, die Katastrophe zu verhindern...

* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen Teilnahme in allen Abschnitten der Diskussion und zum Verfassen einer abschließenden Rezension

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