Dominique Manotti Ausbruch

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Inhaltsangabe zu „Ausbruch“ von Dominique Manotti

Filippo, ein 22-jähriger Kleinganove, freundet sich im Gefängnis mit dem älteren Carlo an, einem politischen Gefangenen der extremen Linken. Zusammen brechen sie aus, doch Carlo ist nicht bereit, den Jungen an seiner Seite zu behalten, er schickt ihn weg. Kurz darauf wird Carlo bei einem Banküberfall erschossen. Filippo flüchtet nach Paris, wo er von den politischen Exilitalienern eher unfreundlich empfangen wird. Er fühlt sich zunehmend verloren. Während seiner Nachtwachen in einem Büroturm in La Défense beginnt Filippo zu schreiben: über die Begegnung mit Carlo im Knast, die gemeinsame Flucht und was danach geschah.
Im Laufe dieser Arbeit des Schreibens, des Rekonstruierens, des Ausschmückens und Verschönerns wird Filippo zum Schriftsteller. Er erdichtet sich eine Persönlichkeit und erlebt eine Liebesgeschichte. Und findet sich plötzlich in einem hochkomplexen Spiel zwischen italienischen Polit-Exilanten, italienischer Polizei und italienischen Geheimdiensten!
Ist es wahr oder unwahr, was er erzählt? Es ist die Sorte Geschichte, die einen umbringen kann …

'Ausbruch' ist mehr als ein politischer Kriminalroman, es ist eine Reflexion über den literarischen Schöpfungsakt in der Tradition des roman noir. Manotti bringt das Verhältnis zwischen Realität und Wahrheit auf den Prüfstand und zeichnet das Porträt eines leidenschaftlichen Mythomanen, charmant und voller Komplexe.

Beeindruckend

— CordBuch

Stimmig, rhythmisch, politisch motiviert. Ein Krimi, der unter die Haut geht und dort ein wenig verweilt.

— WolfgangHaupt

Kunstvoll arrangiert: Politik und eine Geschichte in der Geschichte - Manotti hat mich begeistert!

— DunklesSchaf

Ein toter Terrorist wird zum Mythos

— hproentgen

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  • Politkrimi mit politischem Hintergrund

    Ausbruch

    Duffy

    14. April 2015 um 17:52

    Der junge Kleinkriminelle Filippo verbringt einige Monate mit Carlo, einem ehemaligen Führer der italienischen Roten Brigaden, in einer Zelle. In dieser Zeit hört er den Revolutionär über seine Zeit des Umbruchs und Kampfes erzählen und fängt an, ihn zu bewundern. Als Carlo flieht, ergibt sich für Filippo die Möglichkeit, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Doch schnell verlässt ihn Carlo, gibt ihm aber noch eine Adresse in Paris mit, an die er sich wenden kann, wenn die Dinge sich zuspitzen. Das geschieht nach einem Monat und der junge Mann wird mit einer Wohnung und einem perspektivlosen Job als Nachtwächter versorgt. Langeweile bringt ihn zum Schreiben und er erzählt die fiktive Geschichte von sich und Carlo. Dass er, der komplett apolitisch ist, damit in ein Wespennest sticht, kann er nicht ahnen. Auch nicht, dass sein Buch über die Grenzen Frankreichs bekannt wird. Dominique Manotti, die ja erst mit 50 angefangen hat, Romane zu schreiben, hat auch diesem Buch einen fundierten theoretischen Unterbau gegeben. Es geht um die Zeit der Kämpfe in Italien, der Gewalt, die von rechts und links über das Land kam. Mit ihrer typischen sachlichen Prosa gelingt es ihr auch diesmal, eine aufregende Geschichte zu erzählen, die sich ganz nah an der Realität orientiert. Dass sie dabei nie irgendwelche plakativen Mittel wie Cliffhanger oder allzu konstruierte Szenarien verwendet, spricht für die Sorgfalt, die sie brisanten Themen entgegenbringt. Auch dieses Buch ist wieder eine Meisterleistung der sehr kreativen Schriftstellerin.

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  • Lesenswert

    Ausbruch

    WolfgangHaupt

    23. October 2014 um 16:55

    Ich mag ja den Takt ihrer Romane. Er zieht mich hinein und lässt mich erst am Ende wieder los. Meist mit dem Gedanken, dass es viel zu schnell vorbei war. So ist es auch bei diesem Buch. Ein gute Story, mit viel Hintergrund, es geht um die Linken, die Rechten, ihren Extremismus, der Italien in den Siebzigern erfasste. Mittendrin Filippo, mit dem ich zuweilen sympathisiert habe, obwohl er es oft nicht verdient hat, weil er unangenehme Züge entwickelt, die sich unerwartet auflösen. Aber das sei hier nicht verraten. Nicht der beste Manotti, aber auf jeden Fall lesenswert.

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  • Kunstvoll arrangiert: Politik und eine Geschichte in der Geschichte - Manotti hat mich begeistert!

    Ausbruch

    DunklesSchaf

    07. August 2014 um 09:35

    Inhalt: Filippo Zuliani sitzt im Gefängnis. Dort ist er eingeteilt nach der Müllabfuhr den Müllraum zu reinigen. Eines Tages geschieht etwas Unerwartetes: er findet den Müllraum noch mit Müll vor. Filippo wundert sich, doch dann rumpelt es im Müllschacht und herausschießt sein Zellengenosse, Carlo Fedeli, ein Widerstandskämpfer und Mitglied der Roten Brigaden, und versteckt sich in den noch vollen Müllcontainern. Filippo überlegt kurz und springt dann kurzentschlossen zu Carlo in den Container, gerade noch rechtzeitig, um von der Müllabfuhr mitgenommen zu werden. Doch der Ausbruch verläuft nicht so wie geplant. Carlo schickt Filippo weg und gibt ihm nur einen Zettel für den Notfall mit. Dieser Zettel führt Filippo nach einigen Wochen nach Frankreich, genauer gesagt nach Paris, zu Lisa Biaggi, der früheren Geliebten von Carlo, die dort im Exil lebt. Für Filippo beginnt eine Reise ins Unbekannte, die er zwischen Naivität und Gerissenheit zu meistern versucht. Meine Meinung: „Ausbruch“ ist ein politischer Krimi. Politische Krimis können spannend sein, sind es mitunter aber oft nicht. Meist sind sie anstrengend – zumindest für mich und ich habe diese fast ganz von meiner literarischen Speisekarte gestrichen. Doch nun muss ich meine Karte wohl umschreiben, denn Frau Manotti zeigt mir, dass politischer Krimi nicht nur unglaublich spannend sondern auch literarisch beeindruckend geschrieben werden kann. Nie hätte ich gedacht, dass ein Krimi, der seinen Hintergrund in den linksradikalen Gruppierungen in Italien der 60er/70er Jahre hat, mich so begeistern kann. Und doch hat „Ausbruch“ genau dies getan. Krimis / Thriller, die auf realen Geschehnissen basieren finde ich immer gut. In Deutschland landet man dann nicht immer, aber sehr oft im Dritten Reich. Auch spannend, aber es gibt doch noch so viele andere spannende Perioden in der Zeit. So ist es ein Erlebnis, nicht nur ein anderes Land – Italien und Frankreich – sondern auch eine andere Zeitspanne – 80er Jahre mit Bezug auf 60er/70er – in einer spannenden Geschichte präsentiert zu bekommen. Man könnte befürchten, dass das Buch vielleicht trocken und mit Details überladen ist, dass es zu politisch ist, mit langweiligen Details vollgestopft, doch Manotti gelingt es, das Thema gleichzeitig im Hintergrund und doch immer präsent und vor allem klar darzustellen. Es geht um Filippo, den Kleinkriminellen aus Rom, der eigentlich nicht mehr zu seiner Gang zurück will, der mehr in seinem Leben will, der sich zu besseren, höheren Kreisen berufen fühlt. Er ist naiv und doch gerissen. Er kann sich kaum zu etwas motivieren und es ist fast ein Wunder, dass er doch letztendlich seinen Weg macht. Er ‚schlachtet‘ Carlos Geschichte aus und löst damit ein politisches Chaos aus ohne es zu wollen oder zu wissen. Lisa Biaggi, auch eine Widerstandskämpferin wie Carlo, lebt schon lange im Exil in Frankreich. Sie ist Carlo treu ergeben, in der Liebe wie auch in der Politik. Doch als dieses Bild ins Wanken kommt, setzt sie alles daran, dies wieder gerade zu biegen. Letztendlich muss sie aber einsehen, dass ihr im Exil die Hände gebunden sind und sie einfach nicht alles erreichen kann, was sie möchte. Filippo taucht bei Lisa Biaggi unter, die gar nicht begeistert ist und ihn abschiebt. Er findet einen Job als Nachtwächter und da er kein Wort Französisch kann, langweilt ihn dieser schnell. Da beginnt er zu schreiben. Über seine Flucht, über Carlo, über sich, über … nun, das verrate ich jetzt nicht alles. Doch es ist ein Buch im Buch, eine Geschichte in der Geschichte, ein Kriminalfall im Krimi – Filippo benutzt die richtigen Namen, doch ansonsten benutzt er die Tatsachen nur als Grundgerüst für seine fiktionale Geschichte. Nicht nur mir als Leser, sondern auch den Lesern im Buch ist es so ergangen, dass man mitunter gar nicht unterscheiden kann, ist etwas erfunden oder ist es real. Das Buch wird veröffentlicht und schlägt damit große Wellen. Wellen, die von Frankreich nach Italien schwappen und da Empörungsstürme auslösen. Literarisch gesehen erstaunt mich „Ausbruch“. Selten trifft man im Kriminal/Thrillergenre eine so ausgefeilte Sprache wie die von Dominique Manotti. Sie zeichnet zielgerichtet Bilder des Geschehens, die den Leser in eine andere Welt entführen, in eine andere Zeit. Ihre Sprache ist schlicht, aber wortgewaltig. Und trotz allem ist es spannend dies zu lesen und keineswegs anstrengend oder schwierig. Die Besonderheit des Romans im (Kriminal)Roman ist ein wahrhaft genialer literarischer Schachzug und die politischen Hintergründe sind packend erzählt. Es geht um Macht, Machtmissbrauch, Geheimdienste, Gewalt und Korruption. Und das Ende? Das ist dann ein Entweichen der Luft, ein abruptes Ende der Spannung und die Frage: Wie jetzt? Schon zu Ende? Wo ist der nächste Manotti???? Der steht bei mir schon in den Startlöchern… Fazit: Ein Politkrimi, der mich restlos begeistern konnte. „Ausbruch“ sind zwei Geschichten, ein politisch brisantes Gemisch und Kunst in einem. Das Buch hat mich in mehreren Aspekten positiv überrascht und ist mit ein, zwei anderen Krimis/Thrillern mit in meiner Top 5 für dieses Jahr. Von mir bekommt „Ausbruch“ ganz klar 5 Sterne.

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  • Ein toter Terrorist wird zum Mythos

    Ausbruch

    hproentgen

    17. May 2014 um 20:37

    Filippo ist ein Kleinkrimineller in Rom. Im Gefängnis teilt er seine Zelle mit dem berühmten Carlo, berühmt, weil er in den Siebzigern ein Führer der terroristischen roten Brigaden in Italien war. Dessen Erzählungen faszinieren Filippo und als Carlo aus dem Gefängnis ausbricht, schließt sich ihm Filippo kurzentschlossen an.  Doch Carlo hält nichts von dem Taschendieb, er trennt sich von ihm und nennt ihm nur eine Adresse in Paris, falls er aus Italien flüchten müsse.  Einen Monat später wird Carlo bei einem mißglückten Banküberfall getötet. Die Polizei und die Zeitungen verdächtigen Filippo, an dem Überfall beteiligt gewesen zu sein und er flieht nach Paris, zu der Adresse, die ihm Carlo gegeben hat: Eine ehemalige Freundin von Carlo. Sie versorgt ihn mit einer Wohnung und einer Nachtwächterstelle, doch ansonsten interessiert sie sich auch nicht mehr als Carlo für Filippo. Der ist frustriert. Carlo hat ihm die Kämpfe Ende der Sechziger und Anfang der Siebziger in Italien so farbenprächtig geschildert, er hat davon geträumt, mitzukämpfen, doch jetzt sitzt er in einem Kabuff in einem Hochhaus und beobachtet die Monitore, damit sich niemand nachts in das Gebäude stiehlt. So beginnt er zu schreiben. Die Geschichte von Filippo und Carlo, wie er sie gerne erlebt hätte. Zwei Freunde, die jeder Gefahr trotzen, zwei Robin Hoods, die zusammenstehen, in guten und in bösen Tagen und nur der Verrat kann sie trennen. Den Bankraub (oder das, was er darüber gelesen hat), baut er geschickt in die Geschichte ein. Er will damit seine Vermieterin beeindrucken, ebenfalls eine politische Italienerin, die aus Italien floh, die ihm aber nicht die Aufmerksamkeit schenkt, die er sich wünscht. Die Vermieterin ist begeistert und vermittelt ihn an einen Verlag. Und das Verhängnis nimmt seinen Lauf, der Verlag veröffentlicht das Buch, für die Kulturredakteure ist es ein gefundenes Fressen, genau die Geschichte, die sie sich ebenfalls erträumen. Natürlich sind alle überzeugt, es sei autobiografisch. Leider stößt das Buch nicht überall auf freundliche Aufnahme. Da ist die Ex von Carlo, die immer noch ihren alten Träumen nachtrauert und eifersüchtig ist, dass jetzt ein hergelaufender Kleinkrimineller das Bild von Carlo, dem Bandenchef malt. Da ist die italienische Polizei, die mit dem Bankraub eigene Pläne verfolgt und die extreme italienische Rechte, die Filippos Buch ebenfalls ausnutzen möchte. So kommt es dazu, dass ... Nein, das müssen Sie jetzt selbst lesen. Dominique Manotti hat nicht nur einen spannenden Krimi geschrieben, sie hat auch die Literaturschickeria aufs Korn genommen und die Medien, die Mythen so lieben und sie als "wahre Geschichten" verkaufen. Kein Zweifel, die Autorin kennt diese Szene, die Personen stehen dem Leser lebendig vor Augen, die Geschichte reißt den Leser mit. Leider ist der Anfang mühselig, die ersten fünfzig Seiten im gleichförmigen Stakkato-Stil geschrieben und die Figuren reden hölzern, immer voll ausformulierte Sätze, die den Duden freuen, den Leser aber nicht. Filippo, der Kleinkriminelle, der kaum lesen und schreiben kann, sagt Sätze, die ihm die Autorin in den Mund legt, die aber nicht zu ihm passen. Und Carlo erzählt so platt, dass ich mich wundere, dass diese steifen politischen Glaubensbekenntnisse Filippo so beeindrucken, dass sie ihn zu seinem Buch beflügeln. Sicher, die radikale, terroristische Linke ist nicht für anschaulichen Stil bekannt, sondern dafür, dass ihre Statements sich so aufregend lasen, wie die neuesten EU-Paragraphen. Aber seitenlange Ergüsse in solchem Stil, mit viel Klischee vermengt, fördern nicht den Lesefluss. "Carlo erzählte von den bald schon täglichen Versammlungen in seiner Fertigungshalle, in seiner Fabrik, wo jedermann das Wort ergriff und wo jedermanns Wort gleich viel wog, wo man tastend ein kollektives Denken, einen kollektiven Willen entwickelte. Dann flammte Begeisterung in Carlo auf, wenn er beschrieb, wie sie fasziniert die Macht von Menschen entdeckten, die gemeinsam handeln, und die alle gleich sind." Leider werden diese Erzählungen nie konkret, die Autorin sagt, wie es war, aber der Leser erlebt es nicht. Außer einmal, wenn Carlo eine Szene mit seinem Großvater schildert. Auch die Ex-Freundin Carlos wird nie richtig lebendig. Was in den Teilen über den Literaturbetrieb, über die Intrigen der italienischen Politik und Gerichte so farbig erzählt wird, fehlt in Szenen über die alten Rotbrigadisten leider weitgehend. Ob das deshalb so ist, weil die Autorin den Buchmarkt und die italienische Politik kennt, die Rotbrigadisten aber nur durch ihre Pamphlete? Ich weiß es nicht. Möglicherweise ist deshalb mancher Leser versucht, das Buch vielleicht vorzeitig zuzuklappen. Doch "Ausbruch" ist eines der wenigen Bücher, bei denen es sich lohnt, einen nur bedingt spannenden Anfang durchzustehen. Die weitere Geschichte entschädigt für alles, das verspreche ich Ihnen. Fazit: Holpriger Anfang, der aber bald Fahrt gewinnt und den Leser in eine spannende Geschichte über Mythenbildung und Politik verwickelt.  Leseprobe: leider keine Leseprobe Interview mit der Autorin: http://www.argument.de/ak/manotti_interview.html Ausbruch, Dominique Monetti, Argument, März 2014 ISBN-13: 978-3867542180, gebunden, 256 Seiten, Euro 17,00    

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