Dominique Strebel Weggesperrt: Warum Tausende in der Schweiz unschuldig hinter Gittern sassen

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Inhaltsangabe zu „Weggesperrt: Warum Tausende in der Schweiz unschuldig hinter Gittern sassen“ von Dominique Strebel

Die 17-jährige Ursula Biondi muss ihr Baby in einem Gefängnis zur Welt bringen, und nur dank ihres erbitterten Widerstands kommt es nicht zur Zwangsadoption. Als der Beobachter diesen Fall aufdeckte, meldeten sich Dutzende weiterer Opfer - Frauen und Männer: Sie alle waren ohne Gerichtsverfahren ins Gefängnis oder in eine Arbeitsanstalt gesteckt worden, administrativ versorgt, wie das damals hiess. Tausende waren betroffen, so schätzt man heute. Behördliche Stempel wie «Unsittlicher Lebenswandel», «Liederlichkeit» oder «arbeitsscheu» genügten für eine Einweisung; wer sich nicht benahm wie erwartet, wurde ohne gerichtliches Urteil eingesperrt. Eine gängige Praxis bis 1981. Die Beobachter-Spurensuche gibt den Betroffenen ein Gesicht, dokumentiert ihren Weg zur Rehabilitierung und fragt, wie sich die Ungerechtigkeiten wiedergutmachen lassen. So entsteht das Bild eines dunklen Kapitels Schweizer Geschichte, das noch nicht lange der Vergangenheit angehört.

Aufgedecktes Unrecht, fehlende Entschädigung und machtlose Eltern.

— TanteGhost
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  • Eine Ungerechtigkeit, die zum Himmel schreit

    Weggesperrt: Warum Tausende in der Schweiz unschuldig hinter Gittern sassen

    TanteGhost

    Aufgedecktes Unrecht, fehlende Entschädigung und machtlose Eltern. Inhalt: Dominique Strebel berichtet in diesem Buch von Menschen, die in ihrer Jugend in Gefängnissen ¨erzogen¨ worden. Im Interview berichten Betroffene, wie sie die Situation selber gesehen und empfunden haben. Wie sie erst Jahre später erfuhren, warum ihnen das angetan wurde und von wem. Im selben Atemzug bekommt auch der Leser so etwas wie Akteneinsicht. Interesant sind außerdem die Aussagen von Denunzianten und so genannten Behördenmitarbeitern. - Die sehen das Unrecht nicht einmal ein! Der erste Satz: ¨Ach Gott, Schicksalsgeschichten! Diese ewigen Lamentos von ehemaligen Opfern.¨ Der letzte Satz: ¨Wo dies nicht möglich ist, muss die Initiative für ungültig erklärt werden.¨ Fazit: Dass ein Sachbuchso fesseln kann, hätte ich ir im Leben nicht träumen lassen. Vor allen Dingen in Zeiten, wo von allen Seiten der Schrei nach Hilfe auf einen eindringt. - Aber dieses Buch schreit schreit nach Gerechtigkeit, nicht nach Hilfe. Diese Einzelschicksale ergreifen mich. Ich sehe hier das Tun und Lassen in der DDR. Und dann kann ich nicht glauben, dass das aber in der Schweiz geschehen sein soll. Ein Land, dass für mich heute für den ¨Goldenen Westen¨ steht. Nichts wird geschönt, nichts wird dramatisiert. Es werden einfach nurAnsichten von Täter und Opfer dargelegt. Sachlich und ohne groß auf die Tränendrüse zu drücken. Der sehr sparsame Umgang mit Fachbegriffen und Beamtengelaber, macht den Text gut und fließend lesbar. Ich habe nicht an jeder Stelle gemerkt, dass ich da gerade ein Sachbuch lese. Informativ und ehrlich! Ein abschreckendes Beispiel von staatlicher Erziehung.

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