Dominique Venner Ein Samurai aus Europa - Das Brevier der Unbeugsamen (Thule Polemos)

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Inhaltsangabe zu „Ein Samurai aus Europa - Das Brevier der Unbeugsamen (Thule Polemos)“ von Dominique Venner

Das Buch eignet sich vor allem als Einstiegswerk in das Gedankengebäude der "Nouvelle Droite", jedoch bietet es für den Kenner nichts Neues.

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    Ein Samurai aus Europa - Das Brevier der Unbeugsamen (Thule Polemos)
    idxx03

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    26. February 2015 um 18:26

    Lange habe ich nicht mehr so sehnsüchtig auf eine Buchlieferung gewartet – doch eines Montagnachmittags klingelte endlich der Postbote. Die Rede ist  von “Ein Samurai aus Europa”, dem neuesten und wohl letzten Buch des französischen, identitären Vordenkers Dominique Venner, das kürzlich und pünktlich zu seinem ersten Todestag auch auf Deutsch erschienen ist. Zur Person Venner braucht es in unseren Kreisen wohl keine nähere Erläuterung. Für alle anderen ist hier ein kurzer Abriss der Geschehnisse rund um den 21. Mai 2013: Bereits im Juli 2012 kündigte die Regierung Frankreichs um den Sozialisten Francois Hollande an, im Jahr 2013 die sog. “Homo-Ehe” zu legalisieren. Daraufhin formierte sich eine breite, lagerübergreifende Protestbewegung unter dem Banner des “Manif pour tous”, die zu Hochzeiten rund 1,5 Millionen Menschen allein in Paris auf die Straße brachte. Doch nicht allein dieses, trotz umfassender Gegenwehr dennoch erlassene Gesetz brachte Dominique Venner zu seiner kurze Zeit später folgende Tat. Es war weit mehr als das. Es war die Sorge um sein “französisches und europäisches Vaterland”, die ihn antrieb. Die Sorge um den endgültigen Verlust der Identität der Völker Europas und um die muslimischen Einwandererscharen, die mit voller Kraft in die entstandene Lücke breschen. Am 21. Mai war es so weit. Dominique Venner begab sich unter den Augen hunderter Touristen vor den Altar der Kathedrale Notre Dame de Paris und erschoss sich. Historische Vorbilder gab es so manche. Eines der heute noch bekannteren Fälle dürfte die Tat des japanischen Aktivisten Yukio Mishima sein. Nach einem gescheiterten Putschversuch und einem letzten Appell an die Soldaten der japanischen Armee die alte Ordnung wiederherzustellen, beging Mishima mit seinen Vertrauten Seppuku und ließ sich enthaupten. Ebenso wie der rituelle Seppuku der japanischen Samurai um der Ehrerhaltung willen, war auch Venners Tat kein einfacher Selbstmord (daher auch der Titel des Buches). Sie war vielmehr ein symbolisch aufgeladener Freitod, der zwar dem Täter selbst das Leben nahm, jedoch das Lebensfeuer in anderen erst richtig entfachte; zumindest entfachen sollte. Denn wie in den meisten vergleichbaren Fällen hatte auch Venners Tat keine Folge, obwohl Zeit und Ort gut gewählt waren. Japan soll aber nicht nur im Titel des Buches eine Rolle spielen, doch dazu später mehr. Denn das Buch beginnt mit einer Analyse der gegenwärtigen Situation. Sollte die derzeitige demographische Entwicklung im aktuellen Maße voranschreiten, werden nicht mehr viele Jahre ins Land gehen, bis Europas Völker zu Minderheiten in ihren eigenen Ländern geworden sind. Bedingt sieht Venner diese Entwicklung im “Kult des Selbsthasses”, der mit der Christianisierung Europas die europäischen Völker infiziert habe. Nach dieser Hinführung über die Schilderung der Problematik, die sich eher an “Neulinge” richtet, sind wir auch beim eigentlichen Thema des Buches angelangt: einer fundamentalen Kritik am Christentum in all seinen Ausprägungen. Die Christianisierung ist für Venner die Ur-Katastrophe Europas. Dem kann man nun zustimmen oder auch nicht, jedoch ist in jedem Fall positiv hervorzuheben, dass Venners Kritik seltenst unsachlich wird und nicht wie bei so manch anderem heidnischen Autor in emotionalen “Radau-Antichristianismus” verfällt. Er betrachtet das Gesamtbild sehr differenziert, indem er auch dem Katholizismus als europäisierte Form des Christentums positive Eigenschaften zuspricht. So spielt die eingangs bereits erwähnte Kathedrale Notre Dame de Paris eine Rolle; sie ist Zeichen der heidnisch-katholischen Kontinuität. Dieses katholische Gotteshaus wurde auf einer antiken keltischen Kultstätte errichtet und bis heute finden sich davon zahlreiche Einflüsse auf die Architektur und den Geist, den dieses Gebäude atmet. Sehr interessant und in dieser Form auch wirklich neu ist in diesem Zuge der Vergleich Europas mit Japan, womit wir wieder zum Titel kommen. Dieses, so Venner, ist der europäischen Kultur auf geistiger – gewiss nicht auf exoterischer – Ebene sehr ähnlich. Eben mit dem wichtigen Unterschied, dass Japan eben nicht “Opfer” der Christianisierung geworden war. Insbesondere werde dies im Kampfe und in der Haltung zur Stunde des Todes deutlich. “Zwar bekannte sich der [französische] Schwertadel zu ähnlichen Grundsätzen der Ehre und des Dienstes wie die Samurai, doch vermochte er seine Werte nicht durchzusetzen” zitiert Venner Maurice Piguet1 , wohingegen in Europa “die Distanziertheit gegenüber dem Tod kultiviert”2 werde. “Bei Homer steckt Energie in jedem Wort”3 Um Europa also einer europäischen Zukunft zuzuführen, ist nach Venner also unbedingt eine Rückkehr zu unseren geistigen UND religiösen Wurzeln notwendig. Oder wie es Heidegger ausdrückt: “Wir wollen denAnfang der abendländischen Philosophie aufsuchen.”44 Er setzt hier direkt ab Beginn der bekannten europäischen Geistesgeschichte an: Homers Ilias. In den Schriften Homers sieht Venner den möglichen neuen Anfang. An dieser Stelle kommt erstmals auch der Stil, in dem das Buch verfasst worden ist, wirklich zur Geltung. Es ist keine gewöhnliche Abhandlung, sondern eben ein polit-historisch angehauchtes Brevier mit größtenteils persönlichen Empfindungen, die teils auf realen Lebenserfahrungen basieren. Venner schmeißt den Leser hier nicht einfach ins “Kalte Wasser”, sondern nimmt ihn an die Hand und führt ihn beeinflusst durch eigene Erfahrung durch Homers Werk und die europäische Geistesgeschichte. Hier ist Venner als Historiker ganz in seinem Element. Das schafft er derart mitreißend, dass ich nicht umhin konnte, mich nach dem Kapitel für eine Weile meiner lateinischen Ausgabe der Ilias zu widmen. Doch bei all dem, was Venner bis zuletzt für unsere Sache geleistet hat und auch in Anbetracht seiner letzten, selbstlosen Tat sowie seines enormen Lebenswerkes, das uns allen ein Beispiel sein kann, muss hier auch Platz sein für ehrliche Kritik an diesem, seinem letzten Werk. Von der inhaltlichen Richtigkeit her, lässt sich daran erkennbar wenig aussetzen, aber ebenso wenig bietet das Buch nicht gerade viel neues. Das Buch ist einfach nicht die “Axt, für das gefrorene Meer in uns” (Kafka), sondern schafft es nicht über eines von vielen im identitären Bücherregal hinaus. Wenn ich anlässlich eines Freitodes – der ein Fanal werden sollte! – mit einem Buch Europa von “Lissabon bis Wladiwostok erleuchte[n]” (Werbetext des Verlegers) will, dann wiederhole ich nicht einfach das, was ich und meine Gefährten schon seit geraumer Zeit predigen. Im Gegensatz zu seinem Verleger stellt sich Venner selbst diesen Anspruch allerdings gar nicht: “Das Brevier verfolgt kein anderes Ziel, als […] Neigungen zu vertiefen” Es ist viel mehr ein eher nachdenkliches, mitunter sehr persönliches Buch, das nicht einfach Fakten hinwirft, sondern den Leser auch mit den “Praktischen Ratschlägen” am Ende des Buches zum systematischen Aufsammeln eben dieser befähigen will. Genau das macht das Buch aber auch als Einstiegswerk in das Gedankengebäude der Nouvelle Droite geeignet. Dem kommt der thematisch geordnete Brevier-Stil zu Gute; es taugt dadurch auch gut als metapolitisches Nachschlagewerk. Nichtsdestotrotz: Die Erwartungen an dieses Buch waren international hoch, sehr hoch. Vielleicht ein wenig zu hoch, denn sie wurden alles andere als erfüllt. La mort volontaire au Japon, Gallimard, Paris 1984. [↩],  Ein Samurai aus Europa, S. 121 [↩], Ein Samurai aus Europa, S. 169 [↩], Der Anfang der abendländischen Philosophie. GA 35, FFM 2012, I. [↩] http://www.identitaere-generation.info/samurai-des-abendlandes/

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