Dominique de Marné

 4,9 Sterne bei 8 Bewertungen

Lebenslauf von Dominique de Marné

DOMINIQUE DE MARNÉ litt 15 Jahre unter psychischen Problemen. Sie studierte Kommunikationswissenschaft und Psychologie. Sie ist erfolgreiche Bloggerin, Botschafterin für seelische Gesundheit und Rednerin. Sie lebt in München.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Dominique de Marné

Cover des Buches Warum normal sein gar nicht so normal ist (ISBN: 9783958032538)

Warum normal sein gar nicht so normal ist

 (7)
Erschienen am 08.03.2019

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Cover des Buches Warum normal sein gar nicht so normal ist (ISBN: 9783958032538)sabatayn76s avatar

Rezension zu "Warum normal sein gar nicht so normal ist" von Dominique de Marné

'Mir hätte es geholfen, wenn ich früher gewusst hätte, dass ich krank bin.‘
sabatayn76vor 2 Jahren

‚Was hätte der 17-, 21-, 27-jährigen Version von mir geholfen, sich früher Hilfe zu suchen?

[...] inzwischen kenne ich die Antwort: Mir hätte es geholfen, wenn ich früher gewusst hätte, dass ich krank bin.‘

Zehn Jahre lang hat Dominique de Marné nicht gewusst, was mit ihr los ist, dass sie mit ihren Beschwerden und Problemen nicht allein ist, dass es Hilfe gibt. In ‚Warum normal sein gar nicht so normal ist‘ erzählt sie von ihrer Depression, ihrer Borderline-Persönlichkeitsstörung und ihrer Alkoholabhängigkeit und erhofft sich durch ihre Offenheit, dass es andere Menschen in ähnlichen Situationen in Zukunft einfacher haben:

‚Zu verändern, wie wir über psychische Gesundheit reden, und zu bewirken, dass wir überhaupt darüber sprechen, ist mittlerweile so etwas wie meine Mission geworden.‘

De Marné macht in ihrem Buch deutlich, warum es so wichtig ist, über psychische Probleme zu reden und zu schreiben. Sie erklärt zudem verschiedene Symptome am eigenen Beispiel, was sehr anschaulich ist und viel Wissen vermittelt. Da ich selbst vom Fach bin, war mir vieles bereits geläufig, aber dennoch habe ich etwas dazugelernt, vor allem bezüglich der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT), womit ich mich bisher nur marginal beschäftigt habe.

Für Laien ist das Buch ein echter Segen, denn hier erfährt man alles, was man über Klassifikationssysteme, Diagnosen und Symptome zum Einstieg wissen muss. De Marné schreibt weiterhin ausführlich über die Behandlung psychischer Störungen (v.a. psychotherapeutisch und medikamentös, aber auch durch kleinere Veränderungen im Alltag, die große Wirkung haben, z.B. Schlafhygiene, gesunde Ernährung, Sport) sowie über Stigmatisierung.

Das Buch ist in einfacher, leicht verständlicher Sprache geschrieben. Anfangs fand ich es für meinen Geschmack bisweilen etwas zu flapsig, aber das hat sich im Verlauf gegeben. Von Anfang an hatte ich jedoch auch den Eindruck, dass de Marné durch ihren lockeren Schreibstil Betroffene und Angehörige da abholt, wo sie stehen, dass sie generell sehr gut ins Thema einführt, ihr Anliegen sehr deutlich macht und das Wichtigste überzeugend herausarbeitet. Vor allem ihre Anmerkungen zu Suizid fand ich in diesem Zusammenhang extrem wichtig, weil de Marné auf sehr klare und pointierte Weise über gefährliche Mythen rund um das Thema Suizid aufklärt.

Die Autorin bleibt außerdem stets sachlich, wenn sie über psychische Störungen schreibt, und bauscht nichts auf. Das ist mir besonders positiv bei der Schizophrenie aufgefallen, deren Symptome in anderen Publikationen oft sehr dramatisch dargestellt werden, was möglicherweise die Faszination für die Schizophrenie erhöhen mag, vor allem aber die Stigmatisierung ankurbelt.

‚Warum normal sein gar nicht so normal ist‘ ist ein wichtiges Buch für Betroffene, Angehörige und alle, die glauben, psychische Störungen gingen sie nichts an, beträfen immer nur die anderen. Deshalb wünsche ich dem Buch sehr viele Leser und kann es voll und ganz empfehlen.

Die Zukunftsvision de Marnés (‚Epilog - 20 Jahre später‘) fand ich ein ebenso schönes wie berührendes Ende dieses wichtigen Buches:

‚Ebenso freuen wir uns unfassbar, dass die Suizidrate heute den niedrigsten Wert seit Beginn der Aufzeichnung erreicht hat - Tendenz fallend. [...]

Und all das, weil wir damals angefangen haben zu reden.‘

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Cover des Buches Warum normal sein gar nicht so normal ist (ISBN: 9783958032538)Tine_1980s avatar

Rezension zu "Warum normal sein gar nicht so normal ist" von Dominique de Marné

Wann ist man normal und wann nicht?
Tine_1980vor 2 Jahren

Dominique de Marné gibt einen Blick auf ihr Innerstes frei. Sie öffnet sich in diesem Buch und zeigt allen, die es interessiert, ihr Leben. So erhält meinen einen Eindruck, wie es ist, mit einem Knacks im Kopf durch die Welt zu gehen. Manches ist bei ihr stärker vorhanden als bei anderen sogenannten Gesunden. Sie ist davon überzeugt, dass sich an unserem Umgang mit psychischen Problemen etwas ändern muss. Alle 53 Minuten nimmt sich in Deutschland ein Mensch das Leben, alle 5 Minuten versucht es jemand. Jeder kennt jemanden, der schon mal „verrückt“ war, aber keiner redet darüber.

 

Leider hört man immer öfter von Suizidfällen und im Nachhinein erfährt man, dass die betroffene Person beispielsweise unter Depressionen gelitten hat. Wie oft fragen sich die Familie, Freunde und Kollegen, warum man nichts gemerkt hat. Vielleicht wussten es noch die nächsten Angehörigen, dass eine Erkrankung vorliegt, doch möchte man sich als Betroffener nicht outen, denn es haftet sich an einen wie ein Stigma.

Die psychischen Krankheiten werden immer häufiger benannt und dennoch ist es für alle noch sehr negativ behaftet und ein Tabu, dass man nicht nach außen trägt. Denn eine psychische Krankheit kann man nicht unbedingt sehen, so ist sie für viele Menschen nicht so greifbar, wie beispielsweise ein gebrochener Arm.

Sie selbst leidet an Borderline und zeigt in diesem Buch, wie ihr Weg bis zur Diagnose und danach ablief. Zehn Jahre hat es gedauert, bis sie endlich wusste, was mit ihr los ist. Danach folgten viele Jahre mit vielen Gesprächen und Therapien und nun ist sie auf einem guten Weg. Nicht jeder Tag ist gut, aber ein Großteil schon. Sie versucht die psychischen Krankheiten nach außen zu tragen, teils durch dieses Buch, aber auch durch Vorträge vor Schulklassen oder Gruppen.

Ebenso zeigt sie aber auch verschiedene andere psychischen Erkrankungen, stellt die Frage, was normal und was krank ist und wie man ihr geholfen hat. Sie bringt Ideen, wie man mit einem Betroffenen umgehen kann und richtet das Wort an die verschiedensten Gruppen, vom Betroffenen, den Angehörigen, Arbeitgeber bis hin zu sich selbst.

Der Wunsch der Autorin ist, dass psychische Probleme für jeden als „normal“ angesehen werden und man darüber reden kann, ohne Angst zu haben sich zu outen. Aber auch die Versorgung der Betroffenen ist noch immer schwierig und eine Therapie nicht auf die Schnelle zu bekommen, hier muss unbedingt etwas passieren.

 

Für alle, die selbst betroffen sind, mit jemanden zu tun haben, der psychisch krank ist, aber auch für alle, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen wollen. Ich hoffe dass die Stigmatisierung im Laufe der nächsten Jahre weniger wird und man als Betroffener offener damit umgehen kann. Vielleicht schafft man es so, die Menschen besser unterstützen zu können und manchen Suizid zu verhindern.

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Cover des Buches Warum normal sein gar nicht so normal ist (ISBN: 9783958032538)melli.die.zahnfees avatar

Rezension zu "Warum normal sein gar nicht so normal ist" von Dominique de Marné

Wie definiert man Normal....
melli.die.zahnfeevor 2 Jahren

Wie definiert man Normal....

Und was passiert in der Gesellschaft wenn mal jemand weniger normal ist, als die Norm ? Dominique de Marné schildert in ihrem Buch zum einen ihren eigenen langen Leidensweg  beginnend vom Verstehen des " Unnormalseins" bis zur Diagnose und dem damit verbundenen Weg der Therapie, zum anderen zeigt sie einen wunderbar umfassenden Überblick über die Welt der psychischen Erkrankungen.

Das Buch ist sehr informativ und lässt sich gut lesen,Fachausdrücke sind gut und einfach erklärt und man merkt der Autorin an, dass sie öfter in der Öffentlichkeit steht. Sachlich, nicht nach Mitleid heischend, sondern empathisch für alle Betroffenen und Angehörigen schildert sie psychische Krankheiten, deren Auswirkungen und sie gibt auch sehr viele Tipps mit denen sich bestimmt mancher auch ein bisschen selber aus dem Sumpf ziehen kann. Oder erkennt, dass es keine Schande ist sich Hilfe zu suchen.

Bemerkenswert fand ich , dass sie offen über das Tabu : psychische Krankheiten redet. Ich erlebe das auch sehr oft, dass Menschen ausgegrenzt oder belächelt werden, weil man eben ,im Gegensatz zum offensichtlich gebrochenen,weil eingegipsten Bein, eine psychische Erkrankung nicht sehen, sondern nur fühlen kann.
Und die Empathie schwelle der Mitmenschen ist doch merklich gesunken, auch wenn die Erkrankungen heutzutage schicke Namen haben wie Burn - Out.

Fazit: Ein Buch für Jeden, egal ob Betroffener,Angehöriger oder einfach nur um mal ein richtig gutes,informatives Sachbuch zu lesen !!

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