Don Coldsmith

 4.1 Sterne bei 11 Bewertungen
Autor von Schneevogel, Wer dem Wind folgt und weiteren Büchern.

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Wer dem Wind folgt

Wer dem Wind folgt

 (1)
Erschienen am 01.10.1996
Garcia, der Fremde

Garcia, der Fremde

 (1)
Erschienen am 01.01.1988
Die Rückkehr des Großen Mondes

Die Rückkehr des Großen Mondes

 (1)
Erschienen am 01.10.1996
Man Of The Shadows (Spanish Bit #5)

Man Of The Shadows (Spanish Bit #5)

 (1)
Erschienen am 01.03.1988
Kojotes Tochter

Kojotes Tochter

 (1)
Erschienen am 01.09.1995
Das Erbe des großen Hundes

Das Erbe des großen Hundes

 (1)
Erschienen am 01.11.1995

Neue Rezensionen zu Don Coldsmith

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Rezension zu "Daughter of the Eagle (The Spanish Bit Saga Book 6)" von Don Coldsmith

Eagle Woman oder was ist wichtig im Leben
SiColliervor 2 Jahren

She had no choice. There had never been one.* (Seite 117)

195 Seiten, kartoniert
Mit einer Einführung von Jeanne Williams
Verlag: Bantam Domian Books, New York 1988
ISBN-10: 0-553-27209-8
ISBN-13: 978-0-553-27209-3

Dies ist Band 6 der 29-bändigen Spanish-Bit-Saga, von der nur die ersten 4 Bände auf Deutsch erschienen sind.
< Hier klicken > für eine Serienaufstellung aller Bände

Achtung: Inhaltsangabe wie Rezi verraten naturgemäß möglicherweise Inhalte der Vorgängerbände


Meine Meinung

Im nunmehr sechsten Band der Serie ist das Szepter endgültig auf die Enkelgeneration übergegangen. Zwar tauchen Heads-off, Owl oder auch Eagle noch als Nebenfiguren auf, aber von Coyote ist keine Rede mehr. 44 Jahre nach Beginn der Erzählung dürfte er nicht mehr unter den Lebenden weilen. Wer weiß, was er von den aktuellen Entwicklungen halten würde, denn in diesen über vier Jahrzehnten hat sich die Welt des Volkes sehr verändert. Die Einführung des Pferdes hat die Entwicklung in eine völlig neue Richtung geführt, und nur wenige sind noch am Leben, die sich an das Leben zuvor, ohne Pferde, als man noch alles zu Fuß erledigen mußte, erinnern können.

Schon der Name der Hauptfigur, Eagle Woman stellt eine Verbindung zum vorigen Buch her, in dem es um ihren Vater Eagle ging, der von seinen Abenteuern als bleibenden Schaden ein Hinken zurückbehalten hat. Die Head Splitters sollten sich eigentlich an ihn erinnern, denn er hatte ihnen eine heftige Niederlage bereitet, und es wäre wohl überhaupt besser für sie, wenn sie sich von der Familie des Heads-off fernhalten würden, haben sie doch in Auseinandersetzungen bisher jedes Mal den Kürzeren gezogen. Sie sollten also eigentlich vor Eagle Woman, der Enkelin von Heads-off, gewarnt sein. Aber wer nicht hören will, muß fühlen.

Was in gewisser Weise auch für Long Walker und Eagle Woman selbst gilt. Denn je mehr er versucht, Eagle Woman von ihren Plänen abzubringen, um so mehr verbeißt sie sich darein; es werden Entwicklungen in Gang gesetzt, die sich schließlich verselbständigen und zu einer Katastrophe auszuweiten drohen. Da Don Coldsmith die wesentlichen Entwicklungen immer aus Sicht beider Figuren beschreibt, möchte man als Leser manchmal schier verzweifeln, daß die beiden nicht sehen, wie leicht manches hätte vermieden werden können, hätten sie mehr Einfühlungsvermögen besessen - oder einfach miteinander geredet.

Eagle Woman ist eine Heroine, wie man sie heutzutage des Öfteren in Romanen antrifft, auch wenn sie nicht immer Männerkleidung trägt. Im Vorwort von Jeanne Williams wird jedoch deutlich, daß es historische Vorbilder für sie gibt. Zwar waren Kriegerinnen nicht die Regel, jedoch gab es deren im Laufe der Zeit so viele, daß die Figur Don Coldsmiths historisch gerechtfertigt ist. Immer wieder kam es vor, daß Frauen ihre Männer auf Jagd- und Kriegszügen begleiteten. Eine der bekanntesten „Kriegerfrauen“ ist die Apache Lozen, die Geronimo bei seinen Verhandlungen mit den Weißen begleitete und auch bei seiner Kapitulation dabei war.

Die Handlung entwickelt sich folgerichtig; es ist sicher von Vorteil, die Vorgängerbände zu kennen, jedoch gibt der Autor die notwendigen Informationen an geeigneter Stelle, so daß der Roman auch für sich verständlich ist. Die Denk- und Handlungsweise der Figuren ist nachvollziehbar, was auch auf die Head Splitter zutrifft, denn auch aus ihrer Sicht werden die Geschehnisse beschrieben; was nicht heißt, daß sie dadurch meine Sympathien gewonnen haben. Aber es war eine harte Welt, und jeder mußte sehen, wie er zurecht kam.

Andererseits lebten die Menschen - zwangsweise - im Einklang mit der Natur, was gewißlich nicht immer einfach war, aber zur Folge hatte, daß man die eigenen Lebensgrundlagen nicht zerstörte, sondern darauf achten mußte, diese zu erhalten. Wenn man dann des Abends am Feuer saß und sich Geschichten erzählte, mochte es sein, daß die Zufriedenheit eine größere war, als wir sie heute kennen.


Mein Fazit

Mit Eagle Woman nimmt endgültig die Enkelgeneration das Szepter in die Hand. Ihre Abenteuer sind nicht weniger gefährlich als vor Jahren die ihres Vaters, nur daß sie einen treuen Gefährten an ihrer Seite hat. Don Coldsmith erweckt aufs Neue eine untergegangene Welt zum Leben.


Sinngemäße Übersetzung (aus dem Zusammenhang):
* = Sie hatte keine Wahl. Sie hatte nie eine gehabt.

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Rezension zu "Man Of The Shadows (Spanish Bit #5)" von Don Coldsmith

Geistiges Wachstum auf die harte Art
SiColliervor 2 Jahren

Eagle shook his head, confused. As a child, he hat been completely convinced of the reality of the stories of the Trickster. Only with the practicality of the adult had he put aside the cherished beliefs of childhood. * (Seite 100)

197 Seiten, kartoniert
Mit einem Nachwort von Robert J. Conley (Cherokee)
Verlag: Bantam Domian Books, New York 1988
ISBN-10: 0-553-27067-2
ISBN-13: 978-0-553-27067-9

Dies ist Band 5 der 29-bändigen Spanish-Bit-Saga, von der nur die ersten 4 Bände auf Deutsch erschienen sind. < Hier klicken > für eine Serienaufstellung aller Bände

Achtung: Inhaltsangabe wie Rezi verraten naturgemäß möglicherweise Inhalte der Vorgängerbände


Zum Inhalt

Einige Jahre nach den Ereignissen des Vorgängerbandes wird Eagle, Bruder des Medizinmannes Eule, von diesem vor der letzten Büffeljagd des Jahres gewarnt, besonders vorsichtig zu sein. Die Zeichen seien gut, aber es gäbe da einen nicht zu deutenden Schatten.
Später wird Eagle sich wünschen, besser auf den Rat seines Bruders gehört zu haben. Es kommt zum Stampede der Büffelherde - und er ist mit seinem Pferd mittendrin ohne Möglichkeit zu entkommen. Über Kilometer geht die Jagd, bis ein Teil der Herde schließlich über einen Abhang in ein Flußtal stürzt - und mitten darunter Eagle.
Als er aus einer Ohnmacht erwacht, wundert er sich, weshalb er noch am Leben ist. Denn weder hätte er so weit vom Abhang aufkommen noch diesen Sturz überhaupt überleben können. Und noch seltsamer ist dieser Alte Mann, der plötzlich aus dem Nichts auftaucht und ihm hilft. Mit einem gebrochenen Bein, den Winter vor der Tür, sind die Überlebenschancen äußerst gering.
Aber der Alte Mann entwickelt Fähigkeiten, die Eule an seinem eigenen Verstand zweifeln lassen. Ob es doch eine Überlebenschance gibt?


Meine Meinung


Mit diesem fünften Band, der auch ohne Kenntnis der vorhergehenden Bände verständlich ist, ergibt sich zumindest für die deutschen Leser ein Bruch in der Reihe, denn ab jetzt heißt es in Originalsprache lesen, da nur die ersten vier Bände übersetzt wurden. Mit etwas gemischten Gefühlen begann ich also dieses Buch, ist es doch häufig Usus, daß in Übersetzungen die Namen der Figuren geändert werden. Aber in dieser Hinsicht waren die Bedenken grundlos: dankenswerterweise hatten die Figuren auch in den deutschen Ausgaben die gleichen Namen wie im Original, so daß ich ob der vertrauten Namen und Begriffe nach längerer „Leseabwesenheit“ recht bald wieder beim Volk heimisch war; es war eine Rückkehr zu guten Bekannten, auch wenn die Zeit weiter gegangen ist und jetzt die Generation der Kinder im Fokus steht. Der-ohne-Kopf, seine Frau Die Große oder auch Coyote spielen nur noch Nebenrollen.

Eagle, der älteste Sohn von Der-ohne-Kopf ist zu einem respektierten Krieger herangewachsen. Seine Visionssuche hat ihm nicht viel gebracht, mit seinem Wappentier - dem Adler - verbindet ihn wenig. Allem Spirituellen kann er wenig abgewinnen, er ist ein rational und praktisch denkender junger Mann. So schenkt er auch der Warnung seines Bruders, der der Medizinmann des Stammes ist, heute besonders vorsichtig zu sein, keine größere Beachtung. Aber das bereut er bald bitterlich.

Nach schmerzhaften Erfahrungen mit dem Weißen Mann haben die Native Americans (der Begriff „Indianer“ taucht übrigens nirgendwo in der ganzen Buchreihe auf!) schon lange begonnen, ihre Religion als eher geheime Angelegenheit zu betrachten. Schon Christoph Columbus hatte in seinen Aufzeichnungen vermerkt, daß die „Indians“ keine Religion hätten.“ Dieses Buch, schon die Einleitung macht dies überdeutlich, ist aber nur verständlich, wenn man die eben doch vorhandene Religion der Native Americans mit im Blick hat. Für diese waren die „materielle“ und die „spirituelle“ Welt weder ein Gegensatz noch radikal voneinander geschieden, sondern untrennbar miteinander verwoben. Die eine bedingte und beeinflusste die andere.

Aber Eagle hat damit nicht viel am Hut, für ihn zählt nur Logik und das, was man sehen und anfassen kann. In der Hinsicht erscheint er mir sehr modern, denn seine rationalen Erklärungsversuche für anscheinend Irrationales fänden heute vermutlich viel Anklang. Selbst als sich der Alte Mann direkt vor seinen Augen in einen Reiher verwandelt, weigert er sich zu glauben und geht davon aus, falsch gesehen zu haben.

Denn sein Helfer, der sich nur als Old Man vorstellt, scheint über Fähigkeiten zu verfügen, die ein normaler Mensch eigentlich nicht besitzen dürfte. Immer taucht er auf, wenn Eagle in großer Gefahr ist und rettet ihm mehrfach das Leben. Und immer sucht Eagle nach scheinbar logischen Erklärungen für scheinbar Unlogisches. Ehe er seinen Sinnen vertraut, bemüht er lieber gedankliche Logik. Für die Native Americans sind die spirituelle und die materielle Welt eins, beide sind real. Eagle lernt dies auf dem harten Weg, obwohl er nicht lernen wollte und dem Offensichtlichen widerstand (vgl. Nachwort von Robert J. Conley, S. 194).

Old Man in the Shadows ist eine in vielen Teilen der Welt gekannte Figur, wenngleich bekannter unter dem Namen „Trickster“. Von ihm darf man nur nach Einbruch der Dunkelheit sprechen, und immer wieder muß Eagle an die Erzählungen aus seiner Kindheit über den Trickster denken. Waren das für ihn früher solche mit ganz realem Inhalt, so hält er das als Erwachsener eben nur noch für Kindergeschichten. Obwohl die Anzeichen eindeutig sind, obwohl der Old Man sehr deutlich und immer mehr jenen Geschichten entspricht.

„Old Man in the Shadows“ ist nicht nur ein einfacher Abenteuerroman, es ist die Geschichte spirituellen Wachstums, des Gewinnens der Erkenntnis, daß in diesem Universum nicht alles mit „messen, zählen, wiegen“ zu erfahren und bestimmen ist, des Hineinwachsens und Annehmens der eigenen Kultur. Insofern erschien mir die „Reise“ des Eagle sehr modern. Vielleicht aber wäre es zu wünschen, daß heute viele Menschen, wenngleich nicht auf so harte Art wie Eagle, die Traditionen, Überlieferungen und Werte der eigenen Kultur schätzen und leben lernen. Im Einklang mit sich und der Welt kann so der Weg in eine bessere Zukunft geebnet werden.

Aber man sollte immer daran denken, daß vom Trickster, dem Old Man in the Shadows oder wie er sonst genannt werden mag, erst nach Einbruch der Dunkelheit gesprochen werden darf. So hat er es vor Urzeiten selbst bestimmt. Manche Überlieferungen sollte man besser nicht übergehen, wer weiß, ob man sonst in Zeiten der Not die rettende Hilfe erhält...


Mein Fazit

Verwoben in eine spannende Abenteuergeschichte um das nackte Überleben ist dies auch eine über spirituelles Wachstum, die tief in das (religiöse) Denken der Native Americans hineinführt. Don Coldsmith gelingt es wie kaum einem anderen, die Welt der amerikanischen Ureinwohner zu Leben zu erwecken.


* = Sinngemäße Übersetzung, aus dem Zusammenhang heraus:

Eagle schüttelte verwirrt seinen Kopf. Als Kind war er völlig von der Wirklichkeit der Geschichten über den Trickster überzeugt gewesen. Erst mit dem nüchternen Denken des Erwachsenen hatte er die geliebten Überzeugungen der Kindheit abgelegt.

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Rezension zu "Die Rückkehr des Großen Mondes" von Don Coldsmith

Eule oder der beschwerliche Weg zum Medizinmann
SiColliervor 2 Jahren

„Vater, jetzt verstehe ich, warum du deinen Stamm verlassen hast und lieber beim Volk lebst.“ (Seite 144)

Dies ist Band 4 der 29-bändigen Spanish-Bit-Saga, von der nur die ersten 4 Bände auf Deutsch erschienen sind.
< Hier klicken > für eine Serienaufstellung aller Bände

Achtung: Inhaltsangabe wie Rezi verraten wesentliche Teile der Vorgängerbande incl. deren Ende.


Zum Inhalt (Quelle: eigene Angabe)

Jahre nach dem Besuch von Don Garcia weiß Eule, der Sohn von Der-ohne-Kopf, nicht so recht etwas mit sich anzufangen. Er empfindet sich als „anders“ und weiß nicht weshalb. Ein Gespräch mit Weißer Büffel bringt Klarheit - nicht nur in seine Vergangenheit, sondern auch für die Zukunft: er wird vom alten Medizinmann als Lehrling angenommen. Zum Ende seiner Ausbildung muß er alleine in die Wildnis, um sein Medizintier zu finden. Aber gefunden wird er auch von den Schädelspaltern, den Todfeinden des Volkes. Es beginnt eine lange und qualvolle Odyssee mit ungewissem Ausgang.


Meine Meinung

Don Coldsmith steht das Verdienst zu, daß er uns mit seinen Büchern an Dinge erinnert, die schon im Nebel der Geschichte unterzugehen drohten. (S. 187) So ist im Nachwort zu lesen, und in der Tat gelingt es Don Coldsmith auch hier wieder, vergangene Zeiten in hellem Licht lebendig werden zu lassen. Den Begriff „erstrahlen“ will ich hier besser nicht verwenden, da würde Eule vermutlich auch widersprechen. Denn von „erstrahlen“ ist über weite Teile des Buches wahrlich nichts zu merken, von „leben“ aber schon - und wenn es nur durch Qual und Schmerzen ist.

Der in der Rezension zum Vorgängerband angedeutete Generationenwechsel ist inzwischen im Gange. Zwar tauchen einige der - oft immer noch nicht so alten - Recken auf, doch das Augenmerk liegt auf der nächsten Generation. Eule, der zweite Sohn von Der-ohne-Kopf muß erwachsen werden, auf härtere und schnellere Art, als auch der Leser sich das vorgestellt hätte. Er würde weit reisen und den Stamm seines Vaters besuchen, lautete eine Prophezeiung seines Lehrmeisters Weißer Büffel. Der Leser ist vermutlich genau so gespannt auf diese Begegnung wie Eule. Um so schrecklicher wird dann das tatsächliche Zusammentreffen.

An die eher handlungsbezogene Schreibweise habe ich mich inzwischen gewöhnt; dem Autor gelingt es, in wenigen Sätzen eine Welt aufzubauen, die ich mir gut vorstellen kann. Über weite Strecken des Buches war ich genau genommen recht froh, daß Coldsmith auf ausladende Beschreibungen verzichtet. Die Andeutungen reichten aus, mir mehr als genug Informationen über die Handlung zu vermitteln.

Gerade in diesem Buch ist es mir besonders aufgefallen, wie gut es dem Autor gelingt, ganz aus der Sicht der Indianer zu schreiben. So erlebt der Leser die Begegnung mit den Spaniern auch rein aus Sicht Eules, der noch nie Kontakt mit Weißen (sieht man vom Besuch seines Großvaters viele Jahre zuvor in seiner frühen Kindheit ab) hatte und weder deren Sitten und Gebräuche noch deren Denk- und Handlungsweise kennt. Besonders erwähnt sei hier Eules Besuch der „Medizinhütte“, die so aus seiner Sicht geschrieben ist, daß sein Unverständnis und sein Entsetzen mehr als spür- und nachvollziehbar werden und der Kulturschock, den er erlebt, überaus greifbar wird. Beeindruckend auch, wie realistisch das Überleben in der Wildnis beschrieben wird.

Was mir besonders gut gefallen hat ist, wie Coldsmith die Denkweise und Mythologie der Indianer einbezieht, vor allem im Hinblick auf Eules Medizintier und dessen wiederholtes Auftauchen. Ich schätze, weder Eule noch der Leser können sich in jedem Fall sicher sein, ob das eine Vision oder das tatsächliche leibhaftige Auftreten des Tieres ist, was beschrieben wird. Das ist mir schon etliche Male auch bei anderen Autoren so begegnet, erwähnt seien Colin Stuart, Robert Conley oder Kerstin Groeper.

Die ganze Zeit über hatte ich beim Lesen eine leicht wehmütige Stimmung, denn es heißt Abschied nehmen. Abschied von den Übersetzungen, denn dies ist - nicht unbedingt ein Ruhmesblatt für deutsche Verlage - der letzte Band, der auf Deutsch erschien. Abschied von vielen vertrauten Figuren, denn in den Originalbänden ist ein Stammbaum enthalten mit Angaben, wer in welchem Buch auftaucht. Und nur wenige der „alten“ sind da für die nächsten Bände noch verzeichnet. Die Welt ist im Wandel, das Alte muß dem Neuen Platz machen. Innerhalb weniger Jahre haben die Elk-Hunde (= Pferde) das gesamte Leben der Indianer verändert. Die nächste Generation, die das Leben ohne Pferde nur noch aus den Erzählungen der Alten kennt muß sich neuen Problemen stellen, die zu bewältigen sind. Die Welt und das Leben verändern sich. Ob immer zum Besseren, sei dahingestellt.

Zum Schluß will ich noch einmal das Nachwort sprechen lassen: Da tut es gut, auf Bücher wie die von Don Coldsmith zu stoßen, in denen die Indianer eben nicht die typischen Bösewichter sind, die nur immer Züge überfallen, Frauen und Kinder verschleppen und ihre Gefangenen foltern. (S. 182) Sondern, so möchte ich ergänzen, ganz normale Menschen sind. Menschen wie du und ich.

Dem ist nichts hinzuzufügen.


Mein Fazit

Eule, der Sohn von Der-ohne-Kopf, muß ganz auf sich alleine gestellt, geschildert rein aus Sicht der Indianer, seinen Weg und seine Stellung im Leben finden. Lesenswert, wie die ganze Reihe.

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