Don Coldsmith

 4,6 Sterne bei 24 Bewertungen
Autor*in von Schneevogel, Wer dem Wind folgt und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Don Coldsmith

Cover des Buches Wer dem Wind folgt (ISBN: 9783453075917)

Wer dem Wind folgt

 (1)
Erschienen am 01.10.1996
Cover des Buches Garcia, der Fremde (ISBN: B003CQP1NU)

Garcia, der Fremde

 (1)
Erschienen am 01.01.1988
Cover des Buches Das Erbe des großen Hundes (ISBN: 9783453072077)

Das Erbe des großen Hundes

 (1)
Erschienen am 01.11.1995
Cover des Buches Die Rückkehr des Großen Mondes (ISBN: 9783453082779)

Die Rückkehr des Großen Mondes

 (1)
Erschienen am 01.10.1996
Cover des Buches Fort de Chastaigne (ISBN: 9780745119458)

Fort de Chastaigne

 (1)
Erschienen am 01.12.1993

Neue Rezensionen zu Don Coldsmith

Cover des Buches RETURN OF THE SPANISH (THE SPANISH BIT SAGA BOOK, NO. 18) (ISBN: 9780385263023)
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Rezension zu "RETURN OF THE SPANISH (THE SPANISH BIT SAGA BOOK, NO. 18)" von Don Coldsmith

Wenn ein Abenteuer in einer Katastrophe endet
SiColliervor 9 Monaten

Das war das Jahr 1720, nicht die primitiven Zeiten der Erforschung und Kolonisation.* (Seite 2)

 

Zum Inhalt (eigene Angabe)

Es ist das Jahr 1720. Es ist einige Jahre her, daß White Fox seine Verwandten im Pueblo besucht hat; so macht sich die ganze Familie nach dem Sonnentanz auf den weiten Weg dorthin, wo man freudig empfangen wird. Kurz nach der Ankunft dort trifft ein spanisches Expeditionscorps ein, das weiter nach Norden reisen will um festzustellen, ob es dort noch oder wieder Franzosen gibt.

Strong Bow, der jüngste Sohn von White Fox, schließt sich ihnen als Führer an. Doch Pedro de Villasur, der Anführer der Spanier, mißtraut Strong Bow, wie er allen Einheimischen mißtraut. Zerfressen von Ehrgeiz und Suche nach militärischem Erfolg, schlägt er alle Ratschläge in den Wind und sieht die Welt nur so, wie er sie sehen will. Das kann nur in eine Katastrophe münden.

Dies ist Band 18 der 29-bändigen Spanish-Bit-Saga, von der nur die ersten 4 Bände auf Deutsch erschienen sind.

 

 

Meine Meinung

Nur noch knapp hundert Jahre oder elf Bände, bis zum Ende der Serie! Der Gedanke ist etwas erschreckend, bin ich doch jetzt schon so lange Zeit in der Welt des Volkes zuhause, daß ich mir gar nicht vorstellen kann, diese (Zeit-) Reise eines Tages einfach aus dem Grund beenden zu müssen, weil ich den letzten Band gelesen habe. Und das, obwohl die Reihe, wenn man es genau nimmt, etwa ab dem vierten Band ein Thema mit Variationen ist. Stehen bis dahin im Wesentlichen die vom ersten Band an bekannten Figuren im Fokus, beginnt ab da der Übergang auf die nächste Generation und in den folgenden Bänden durch die Jahrzehnte und Jahrhunderte. Die Geschehnisse werden zu Legenden und verschwinden immer mehr im Dunkel der verfließenden Geschichte. Immer wieder mag es dem Leser wie den Figuren ergehen, wenn Ereignisse der Vergangenheit auf die Gegenwart einwirken, daß an die eigentlichen Ursachen nur noch dunkle Erinnerungen vorhanden sind.

Diese spielen in diesem Band hier weniger eine Rolle, eher solche an Ereignisse, die etliche der Figuren noch selbst erlebt haben. Zum Beispiel den Pueblo-Aufstand (um 1680, Band 14) oder die Expedition mit den Franzosen (etwa 1707, Band 16). Es ist seltsam, sich South Wind und White Fox als älteres Ehepaar vorzustellen, waren sie vor drei Bänden doch  noch in ihren Zwanzigern. Nun ist deren Sohn Strong Bow an der Reihe, das Abenteuer seines Lebens zu bestehen. Jedenfalls denkt er, es sei ein Abenteuer, ein spanisches Expeditionscorps als Führer zu begleiten. 

In Band 14 („Trail from Taos“, angesiedelt 1680) waren die Spanier im Rahmen des Puebloaufstandes aus Santa Fé vertrieben worden. Inzwischen sind sie zurück und haben anscheinend dazu gelernt. Jedenfalls haben sie zumindest die gewaltsamen Versuche, die Indianer zu christianisieren, aufgegeben. Was nicht bedeutet, daß sie für die Einheimischen viel übrig haben. Es gibt bei den Spaniern Gerüchte, daß die Franzosen sich am Platte River aufhalten würden. Pedro de Villasur wird mit einer Mannschaft los geschickt, das auszukundschaften. Dumm nur, daß der eingebildet ist und sich nicht an die Vorgaben hält.

Davon und von der Art der Spanier überhaupt ahnt Strong Bow natürlich nichts. Begeistert, etwas Neues zu erleben, meldet er sich als Führer zum Platte - nicht wissend, daß dies sein ganzes Leben völlig verändern wird.

Interessant an diesem Buch ist, daß Coldsmith zwei völlig verschiedene Welten beschreibt: die der Spanier und die der Indianer. Da treffen buchstäblich Welten aufeinander, so daß eine Katastrophe praktisch nicht zu verhindern ist - wie die Geschichte Amerikas zahlreich belegt. Während Strong Bow seinen Auftrag wörtlich ausführt, mißtraut ihm Villasur ständig und unterstellt ihm Zusammenarbeit mit den Franzosen - die es in der Gegend aber überhaupt nicht (mehr) gibt. Sehr gut wird dieser Kontrast und das gegenseitige Mißverstehen deutlich. Villasur verrennt sich mehr und mehr in seine Vorstellungen, wo die Franzosen zu finden seien und wer alles mit ihnen kooperiere, während Strong Bow zwar merkt, daß Villasur ihm nicht traut, sich aber überhaupt nicht vorstellen kann, weshalb. Den Gipfel das „falsch verstehen Wollens“ bildet dann übrigens der Epilog, dies nur am Rande.

Tragisch wird diese Entwicklung schließlich beim Zusammentreffen mit den Pawnee, wodurch das Schicksal seinen Lauf nimmt und es plötzlich nicht mehr um Erforschung, sondern um die Rettung des nackten Lebens geht. Die Katastrophe ist nicht mehr vermeidbar.

Faszinierend immer wieder die Toleranz (bei aller Feindschaft), die die Stämme gegenüber den Mythen - wir würden sagen Religion - der anderen haben. Man erzählt sich etwa gegenseitig die Schöpfungsgeschichte des Stammes und hört gerne die der anderen. Dann versucht keiner, dem anderen die seine aufzuzwingen, sondern man akzeptiert diese wie auch die Gebräuche der anderen und nimmt die so als gegeben hin. Wäre solche eine Denk- und Handlungsweise heute weiter verbreitet, würde mancher Konflikt erst gar nicht entstehen.

Die Handlung entwickelt sich, wie vom Autor gewohnt, folgerichtig und geradezu zwangsläufig auf den Höhepunkt zu, daß ich mich immer wieder gefragt habe, wie er das letztlich auflösen und den fast unentwirrbar erscheinenden Knoten durchtrennen will. Das Buch entwickelte solch einen Lesesog, daß ich es kaum aus der Hand legen und in weniger als drei Tagen ausgelesen hatte. Wieder kann ich nur betonen, daß Coldsmith mit selten gutem Einfühlungsvermögen die Welt der Plains (hier) im frühen 18. Jahrhundert zum Leben erweckt hat, daß man als Leser meint, mitten drin dabei zu sein. Zum Glück im heimischen Lesesessel, so daß man weder abgeschossene Pfeile noch fliegende Äxte zu fürchten hat.

 

 

Mein Fazit

Die Spanier sind zurück und damit der Zusammenprall völlig unterschiedlicher Kulturen. Coldsmith gelingt es wiederum, dies eindrücklich zu beschreiben und in eine spannende Geschichte zu gießen, deren Ende eine Fortsetzung im nächsten Band nahelegt. Meine Begeisterung für diesen Autor wächst von Buch zu Buch.

 

Originaltext

* = This was 1720, not the primitive days of exploration and colonization. (Seite 2)

 

 

Cover des Buches Fort de Chastaigne (ISBN: 9780745119458)
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Rezension zu "Fort de Chastaigne" von Don Coldsmith

Am Wendepunkt der Zeit
SiColliervor einem Jahr

Sind die Probleme einer Situation in direkter Proportion zu deren Erwünschtheit? Es schien absolut möglich. (Seite 64)


Zum Inhalt (eigene Angabe)

Etwa fünfzehn Jahre nach den Ereignissen aus „Song of the Rock“ reisen White Fox mit seiner Frau South Wind und ihrem jugendlichen Sohn Red Horse als Führer einer französischen Expedition den Missouri hinauf. Erstaunt stellen sie dabei fest, daß es zwischen den Franzosen Spannungen gibt, die sie nicht verstehen können. Da sind einerseits die Soldaten mir ihrem offiziellen Anliegen, Handel mit den Stämmen zu treiben, und andererseits die Voyageure, die auf eigene Faust Geschäfte machen wollen und vor Gewalttaten, die die ganze Mission gefährden, nicht zurück schrecken.

Dies ist Band 16 der 29-bändigen Spanish-Bit-Saga, von der nur die ersten 4 Bände auf Deutsch erschienen sind.

Über den Autor

Don Coldsmith, geboren 1926, arbeitete bis 1988 in Kansas als Arzt. Mit seiner Frau Edna betrieb er zudem eine kleine Farm und Pferdezucht. Er schrieb insgesamt über 40 Bücher und starb am 25. Juni 2009.

 

Meine Meinung

Es mögen so sechzehn, siebzehn Jahre vergangen sein, seit wir White Fox und South Wind nach ihren Erlebnissen im „Song of the Rock“ verlassen haben. Ihr ältester Sohn ist an der Schwelle zum Krieger, als der gewöhnliche Jahresablauf unterbrochen wird. Während der Feierlichkeiten zum Sonnentanz tauchen plötzlich Fremde auf. Fremde Weiße. Franzosen.

Doch bevor das Fremde bestimmend wird, gilt es innezuhalten. Erinnerungen kommen hoch an längst vergangene Zeiten, als White Fox durch die Ankunft der Besucher an seine Vorfahren erinnert wird. An seinen Großvater Woodchuck, der seinerzeit mit Sky Eyes zum Stamm kam. Es tauchen Namen wie Looks Far oder Pale Star auf, die alle nicht mehr unter den Lebenden weilen. So beginnt das Buch mit einer gewissen Melancholie, haben wir doch vor nicht gar zu langer Zeit (bzw. wenigen Vorgängerbänden) von den Geschicken der Verblichenen gelesen, mit ihnen gelitten und uns mit ihnen gefreut. Aber in einer Saga, die mehrere Jahrhunderte überspannt, sind wir immer nur kurz zu Besuch bei einer Generation und können nicht auf Dauer verweilen.

In diesem Band scheint sich ein Bruch anzudeuten, in der Historie wie im Stil. Wobei Letzteres, schaue ich auf die Inhaltsangaben zu den nächsten Bänden, auf dieses Buch beschränkt zu sein scheint. In allen bisherigen Bänden war die Erzählweise sehr handlungsbezogen, ohne große „philosophische“ Überlegungen oder ausladende Beschreibungen; das ist auch hier so. Es gab immer klare Handlungsträger im Mittelpunkt, aus deren Sicht berichtet wurde. Hier nun scheint es mir, als ob die Handlung selbst im Mittelpunkt steht und die Figuren, selbst die Hauptfiguren, Nebensache und nur dazu da sind, die Geschehnisse zu zeigen, zu deuten und fortzuführen.

Und noch etwas ist in diesem Buch anders: Coldsmith hat es hier zum ersten Mal geschafft, mich mit einer Entwicklung völlig zu überraschen, die so über weite Teile des Buches nicht absehbar war. So wenig ich unvorhergesehene Wendungen auch mag, hier war die absolut passend und sehr gut und sinnvoll in den gesamten Handlungsbogen integriert.

Coldsmith schreibt, was die Sympathie betrifft, aus Sicht und auf Seiten der Indianer, auch wenn die meisten Franzosen hier ebenfalls eher erfreuliche Figuren sind. Durch die gemeinsame Reise den Missouri hinauf werden immer wieder die Unterschiede im Denken und Handeln zwischen „weiß“ und „rot“ sichtbar. Deutlich wird dabei nicht nur die größere Naturverbundenheit der Indianer, sondern auch die völlig andere Denk- und Lebensweise, von der man auf „weißer“ Seite einiges lernen könnte, wäre man nicht so überheblich, sich selbst als absolut vollkommen zu betrachten. Was in späteren Jahrzehnten und Jahrhunderten zu entsprechenden Konsequenzen führen wird.

Red Horse, der hier auf seiner ersten großen Reise zusammen mit seinen Eltern unterwegs ist, hat am Ende viel gelernt - über sich, über die Menschen, über Lebensweisen. Ich schätze, das wird ihm im nächsten Band der Reihe „Quest for the White Bull“ helfen, die dann anstehenden Gefahren zu meistern. Doch bis dahin mag er noch einige Jahre lang seine Jugend genießen.

 

Mein Fazit

Gekonnt führt Coldsmith die Geschichte seines Volkes zu Beginn des 18. Jahrhunderts fort. Besonders deutlich wird hier die recht verschiedene Weltsicht der „Weißen“ und der Indianer. 

 

Originaltext
* = Does a situation have problems in direct proportion to its desirability? It seemed entirely possible.

 

Cover des Buches SONG OF THE ROCK (Spanish Bit Saga, 15) (ISBN: 9780385245753)
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Rezension zu "SONG OF THE ROCK (Spanish Bit Saga, 15)" von Don Coldsmith

Wenn der Mythos auf die Realität trifft
SiColliervor einem Jahr

Nichts ist jemals so, wie wir dachten, daß es sein würde, daher tun wir, was wir müssen. (Seite 48)

 

Zum Inhalt (eigene Angabe)

Zehn Jahre nach dem Ende des Handels mit den Spaniern ist das Volk zwangsweise wieder zu den alten Gebräuchen zurückgekehrt. White Fox, der den Krieg in Santa Fé als Teenager selbst miterlebt hat, ist davon noch immer geprägt. So macht er sich auf eine traditionelle Visionssuche - ausgerechnet am Medicine Rock, dem Felsenabhang am Fluß, der schon mehrfach in der Serie eine wesentliche Rolle gespielt hat.
Auf den ersten Blick erscheint die Visionssuche erfolgreich, auch wenn er eine Ahnung von etwas abgrundtief Bösem, das in der Nähe wohnen muß, erhalten hat, denn er hat den Biber als sein Schutztier erkannt - und das hilft ihm gleich und rettet ihm das Leben, als er unerwartet angegriffen wird. Von einer jungen Frau, wie er verwundert feststellt.
Nur knapp dem Tod entronnen, berät er sich zuhause mit dem alten Medizinmann Looks Far. Beide kommen zu dem Ergebnis, daß sich die junge Frau in tödlicher Gefahr befindet und Hilfe bedarf. So macht sich White Fox auf die Reise zurück zum Medicine Rock. Doch nichts entwickelt sich wie geplant. Bald geht es um Leben und Tod.

Dies ist Band 15 der 29-bändigen Spanish-Bit-Saga, von der nur die ersten 4 Bände auf Deutsch erschienen sind.

  

Über den Autor

Don Coldsmith, geboren 1926, arbeitete bis 1988 in Kansas als Arzt. Mit seiner Frau Edna betrieb er zudem eine kleine Farm und Pferdezucht. Er schrieb insgesamt über 40 Bücher und starb am 25. Juni 2009.


Meine Meinung

Damals in der „Guten alten Zeit“ - wer kennt nicht diesen Ausdruck oder hat ihn nicht selbst bei der einen oder anderen Gelegenheit benutzt. Die Zeit, in der alles besser war, die Zeit, in der es Mythen und Legenden gab - die Zeit, die zu solchen geworden ist?! Doch was ist, wenn Mythen keine Mythen und Legenden keine Legenden sind? Doch dazu später.

Die Spanish-Bit Serie ist nun mit diesen fünfzehnten Band so weit fortgeschritten, daß es in der Welt der Elk Dog People in der Tat ein damals gibt, das bekannt ist und von Generation zu Generation tradiert wird (und welches idealerweise, zumindest in groben Zügen, der Leser kennen sollte). Wobei die Anfänge um Heads Off inzwischen im Dunkel der Geschichte versunken sind. Kein Wunder - sind seither doch einhundertfünfzig Jahre vergangen. Und doch lohnt es sich zurückzudenken -  wenigstens fünf Generationen, immerhin rund einhundertünfundzwanzig Jahre (vgl. Band 5 „Man of the Shadows“). An die Zeit des Winters 1565/1566, als Eagle verletzt und alleine in einer Felshöhle überwinterte und entgegen allen Erwartungen überlebte. Denn es müssen die selben Felsen sein, die hier eine wesentliche Rolle spielen, nicht nur als Ort der Handlung. Ob es tatsächlich der „Old Man“ von damals ist, der noch immer in den Felsen haust, auch wenn er sich nun „Small Fox“ nennt oder ob es ein anderer ist? Wer kann das schon so genau sagen, wenn hier möglicherweise der Trickster am Werk ist, um den Lebenden wieder einmal zu Hilfe zu eilen?!

Es mögen auch Erinnerungen an eine Zeit zwei Generationen früher auftauchen (um 1625), als Looks Far, der heute alte Medizinmann, noch jung war, die Blue Paints einfielen und alle, derer sie habhaft werden konnten, ermordeten, und er auf seine wohl gefährlichste Mission ging, von der das Überleben aller abhing. Wie wir wissen, war er erfolgreich - sonst gäbe es die Ereignisse dieses Bandes hier nicht (vgl. Band 8 „The Sacred Hills“). Es ist inzwischen also so, daß man den Roman (und auch die folgenden natürlich) zwar auch ohne die Kenntnis der Geschichte der Elk Dog People lesen kann, aber viele Anspielungen nicht verstehen wird, weil es hier wie im richtigen Leben ist: die Vergangenheit beeinflußt die Gegenwart und wirkt so fort in die Zukunft. 

Ähnlich wie seinerzeit beim „Old Man“ geht es hier Small Fox bei seiner „Hilfestellung“ nicht unbedingt um körperliches, sondern um geistiges Wachstum. Nicht jedem Übel ist mit Gewalt beizukommen, manchmal ist die einzige Möglichkeit, seinen Verstand zu gebrauchen und die Mittel des Geistes einzusetzen. Aber das muß gelernt - und vor allem erst einmal verstanden und akzeptiert werden.

Wie schon in früheren Büchern, gelingt es Don Coldsmith auch hier wieder, die Welt der Elk Dog People so treffend zu schildern, daß sie im Kopf zum Leben erwacht und die Figuren dermaßen real erscheinen, daß ich kaum glauben kann, daß sie der Fantasie des Autors entsprungen sind. In mancher Hinsicht hat mich dieses Buch auch an Vella Munns „Navajo Nights“ erinnert, denn dort wie hier wurde die reale Welt mit der Vorstellungswelt der Indianer auf eine Weise vermischt, daß man kaum noch unterscheiden kann, wo die eine Welt aufhört und die andere beginnt. Aber vielleicht sind es auch keine zwei sauber getrennten Welten, sondern sie sind in eine verwoben und man hat nur Mühe, das zu erkennen?

Mehr als ein Mal fragen sich White Fox und South Wind, die „Helden“ dieses Buches, wo diese Grenze verläuft, ob sie verrückt werden, sich etwas einbilden oder etwas tatsächlich erleben. Dem Leser wird es genau so ergehen, und so, wie die Figuren für sich die Antwort finden müssen, wird auch der Leser entscheiden müssen, ob die beiden verrückt sind, sie sich die Gefahren einbilden - oder ob es doch Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die (noch?) nicht restlos erklärbar sind.

 

Mein Fazit

Die Visionssuche von White Fox entwickelt sich völlig anders, als vorauszusehen war. Indem er einer jungen Frau helfen will, stehen beide einer dunklen Gefahr gegenüber, von der nicht klar ist, wie ihr zu begegnen ist. Coldsmith erweckt eine lange entschwundene Zeit, in der es zwischen Mythen und realer Welt noch eine Verbindung gab, anschaulich zum Leben. Wie kaum ein anderer schildert er die Welt, das Denken und Handeln der ursprünglichen Einwohner Amerikas, wie es damals (vermutlich/möglicherweise) war. Immer wieder einfach nur Großartig.

 

Originaltext

* = Nothing is ever just as we thought it would be, so we do what we must.

 

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