Das Erbe des großen Hundes

von Don Coldsmith 
5,0 Sterne bei1 Bewertungen
Das Erbe des großen Hundes
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Inhaltsangabe zu "Das Erbe des großen Hundes"

Roman. 190 S.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453072077
Sprache:
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:01.11.1995

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    SiColliers avatar
    SiColliervor 2 Jahren
    Wie das Pferd das Leben der Indianer veränderte

    „Es ist wenigstens vorüber“, sagte Der-ohne-Kopf zu Kojote. Kojote atmete rief durch, bevor er antwortete.
    „Nein, mein Freund. Es fängt erst an.“
    (Seite 66)

    191 Seiten, kartoniert
    Originaltitel: The Elk-Dog Heritage
    Aus dem Amerikanischen von Joachim Honneff
    Verlag: Wilhelm Heyne Verlag, München 1994
    ISBN-10: 3-453-07207-3
    ISBN-13: 978-3-453-07207-7

    Dies ist Band 2 der 29-bändigen Spanish-Bit-Saga, von der 4 Bände auf Deutsch erschienen sind.


    Achtung: Inhaltsangabe wie Rezi verraten wesentliche Teile des Vorgängerbandes "Kojotes Tochter" incl. dessen Ende.


    Zum Inhalt (Quelle: eigene Angabe)

    Die Große Schlacht ist vorbei, Der-ohne-Kopf muß sich als neuer Häuptling der Hirschhund-Gruppe bewähren. Denn die neue Lebensweise bringt es mit sich, daß sich Langeweile und Unzufriedenheit breit machen. Es kommt zu einer Spaltung des Stammes. Bald sieht man sich einer Situation gegenüber, die nach allen Erfahrungen das unausweichliche Ende der Hirschhund-Gruppe zeitigen wird. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht.


    Meine Meinung


    „Ich bin Der-ohne-Kopf“, begann er mit weithin hallender Stimme, „der Häuptling des Elk-Hund-Stammes.“ So endete der erste Band der Reihe, aber mehr als ein Mal wünscht er sich, dieses Amt nie angetragen, nie übernommen zu haben. Doch rückblickend gesehen: welche Wahl hatte er schon? In ruhigen Momenten macht er sich klar, daß er immer wieder die Entscheidungen so treffen würde, wie er sie getroffen hat. Obwohl dies indirekt in eine Situation geführt hat, die das Ende des Hirschhund-Stammes, den Tod der gesamten Gruppe zur Folge haben könnte.

    Wie schon im Vorgängerbuch, gelingt es Coldsmith auch hier wieder, eine längst vergangene Welt erstehen zu lassen und darzustellen, welche große Veränderung in Denk-, Lebens- und Kriegsweise der Kontakt mit dem Pferd für die Indianer mit sich brachte. Erst ein paar Jahre ist es her, seit Der-ohne-Kopf, welcher seinerzeit noch Juan Garcia hieß, zu dem Stamm stieß und das erste Pferd mitbrachte. Und doch ist die Weise, ohne Pferd zu leben, schon fast in Vergessenheit geraten. Die Tipis wurden größer und schwerer, denn die Packpferde können größere Lasten transportieren als Hunde oder Menschen. Die Jagd wurde einfacher und erfolgreicher, denn zu Pferd erlegt man mehr Büffel als zu Fuß. Mehr erlegte Büffel bedeutet mehr Felle, mehr Fleisch - und weniger Hunger. Die Winter, da Menschen schlicht verhungerten, scheinen endgültig der Vergangenheit anzugehören.

    Aber auch Probleme erstehen aus der neuen Situation, denn die Erleichterungen bringen auch mehr Freizeit mit sich. Und das bringt oft mit sich, daß die Jugend übermütig wird, sich auflehnt, aus dem normalen Gang der Dinge ausbrechen will. Folgerichtig kommt es zu Konflikten und schließlich einem Bruch - der Stamm teilt sich. Mit katastrophalen Folgen für die Überlebenschancen.

    Das Buch beginnt zwar einige Zeit nach dem Ende von „Kojotes Tochter“, aber trotzdem erfolgt ein nahezu nahtloser Anschluß an den Vorgängerband. Immer wieder werden an passender Stelle kurz die bisherigen Entwicklungen erwähnt, so daß man dieses Buch auch ohne Kenntnis des vorigen lesen kann, wenngleich natürlich vieles nur ganz verständlich wird, wenn man die Vorgeschichte kennt. Obwohl einige neue Figuren auftreten, war ich sofort wieder in der Welt des Volkes heimisch, konnte den Faden da aufnehmen, wo ich ihn zuletzt verlassen hatte. Auch hier wird der Fokus der Erzählweise eher auf die Handlung denn auf lange Beschreibungen gelegt, aber Coldsmith zeigt überzeugend, daß man auch mit eher kurzen und nüchternen Sätzen eine Stimmung heraufbeschwören kann, die nicht nur den Himmel weinen läßt.

    Auch wenn der Autor hier über eine lange vergangene Zeit schreibt, scheinen mir Parallelen zu Entwicklungen etwa unserer Tage nicht abwegig, vielleicht sogar gewollt, zu sein, indem die Folgen zu raschen, nicht hinterfragten Wandels aufgezeigt werden. Der Fortschritt bringt immer auch Gefahren mit sich - bisweilen auch tödliche. Die Entwicklung hier im Roman zeigt sehr schön auf, welchen Wert Legenden, Traditionen und Erinnerungen, richtig gewichtet, in Verbindung mit dem Fortschritt haben können.

    Der Roman ist nicht mehr ganz so „hell“ wie sein Vorgänger, immer wieder taucht ein Lied auf:
    Das Gras und der Himmel bleiben immer, aber heute ist ein guter Tag zum Sterben. (z. B. S. 120)
    Das Todeslied des Volkes erklingt öfter, als einem lieb sein kann. Aber selbst in den Stunden tiefen Leids und großer Gefahr bleibt immer eine Hoffnung, die den Leser wohl auch zum nächsten Band hin begleiten wird:
    „Aber was sollen wir tun?“ Die Große wirkte verwirrt. „Wir tun, was wir können, und sind für das bereit, was auch immer als nächstes geschieht. Irgend etwas passiert bestimmt.“ (Seite 132)
    Ob und was passiert, findet sich gewißlich im dritten Band der Saga, der schon hier liegt und sehr bald gelesen werden wird.


    Kurzfassung

    Die Lebensweise der Hirschhund-Gruppe hat sich, seit sie Pferde haben, drastisch verändert, was auch negative Seiten zeitigt. Es ist die Stunde der Bewährung in diesem spannenden zweiten Band der Saga.

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