Don DeLillo Falling Man

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Inhaltsangabe zu „Falling Man“ von Don DeLillo

Ein kühnes Meisterwerk – Don DeLillos großer Roman über den 11. September New York am 11. September. Eine Stadt in Asche und Rauch. In eindringlichen Bildern zeichnet Don DeLillo den Ablauf der Ereignisse nach: von den Tätern zu den Opfern, von Hamburg nach New York. Und erzählt dabei das Leben einer Familie – die berührende Geschichte einer Liebe, den Alltag nach der Katastrophe ...

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    Falling Man
    dominona

    dominona

    13. January 2017 um 09:19

    Leider hat mir der Roman nicht viel Neues gegeben. Das Thema 11. September wurde schon häufig aufgegriffen und der Roman ist nur da stark, wo da Attentat selbst geschildert wird. Ansonsten bleibt er oberflächlich und zieht sich. Ich konnte zu den handelnden Personen keine Beziehung aufbauen und alles bleibt einem fremd.  Die Reflexionen der Charaktere finde ich teils zu künstlich. Der Autor wird im Klappentext als der aufregendste seiner Zeit beschrieben - ich habe mich eher gelangweilt, weil alles so zerstückelt war und viel zwischen den Protagonisten gesprungen wird.

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  • Rezension zu "Falling Man" von Don DeLillo

    Falling Man
    lovely_ann

    lovely_ann

    06. March 2011 um 15:12

    Man hat den Eindruck, jeder renommierte amerikanische Schriftsteller kommt nicht daran vorbei, auch noch Jahre danach mindestens ein Werk in irgendeiner Form dem 11. September zu widmen. Und jeder macht es auf unterschiedliche Art und Weise. Sie nähern sich dem Thema mehr oder weniger konkret... aus Sicht der Opfer, der Täter oder der ganz normalen New Yorker. Don DeLillo hat einen sehr direkten Zugang gewählt. So fängt es für den Leser schon packend und gleichzeitig verstörend an. Denn wir irren mit Keith durch den Papier und Ascheregen, blutend und den Türmen entkommen durch Manhattan Richtung Süden. Wir wissen nicht, was Keith passiert ist, er ist einfach nur einer von den vielen, die irgendwie den Weg aus den Türmen geschafft haben, bevor sie in sich zusammengefallen sind. Doch auch Keith ist orientierungslos. Er hat sich auf dem Weg zu seiner Frau und seinem Sohn gemacht, der Familie, von der er seit Jahren geschieden ist. Und Lianne nimmt ihn auf. Diese Katastrophe scheint die verschüttete Ehe wieder ausgegraben zu haben. Und doch ist das Leben nicht so wie zuvor: Keith ist in sich zurückgezogen. Durchlebt immer wieder die Moment, ohne sich genau erinnern zu können. Wie kam der Koffer, den er aus den Trümmern mitgebracht hat, in seine Hände und warum? Was geschah, bevor er auf die Straße kam? Er redet nicht darüber, daß tun alle um ihn herum dafür um so mehr. Immer wieder wird philosophiert, geredet, analysiert. Lianne mit ihrer Mutter und ihrem jüngeren Liebhaber, Lianne mit ihrer Alzheimer-im-Frühstadium - Gruppe, der kleine Sohn... Und auch auf anderen Wegen nähert sich DeLillo in eingestreuten Episoden dem Grauen: da wäre der Performancekünstler, der sich in Anzug und Hemd gekleidet von Hochhäusern stürzt um dort an einem Sicherungsseil hängend, das Bild des Falling Man immer wieder in Erinnung zu rufen, daß in der New York Times nach dem 11. September abgebildet war. Und da wäre auch noch die Täter-Ebene. In zwei, drei Episoden beschreibt DeLillo eingestreut und unvermittelt das Leben in der TerroristenWG in Deutschland, der Terrorvorbereitungen und die letzten Momente der Terroristen im Flugzeug. Es bleiben Fragmente, alles. Es sind aneinandergehängte Episoden: vor dem 11. September, nach dem 11. September und währenddessen, in wilden Zeitsprüngen und Perspektivwechseln. So wild, daß es für den Leser nicht einfach wird, immer zu folgen, wann, wer, was ... Es gibt Stärken in diesem Buch: das ist Keith, Lianne und die Geschichte ihrer Beziehung, wie sie sich entwickelt. Manche Gespräche sind einfach nur bewegend zu lesen - und unglaublich treffend. Es gibt Szenen, wo man sofort die Bilder vor Augen hat, die wir am 11. September alle im Fernsehen gesehen haben. Und es gibt unglaubliche Schwächen: dazu gehören die Episoden der Terroristen, die einfach nur trivial, klischeehaft und schlicht überflüssig sind. Am Ende des Buches habe ich mir gewünscht, all die Einzelepisoden hätten ein Gesamtbild gegeben, die Fäden wären irgendwie zu einem Strang verwoben worden. Aber es bleibt die Aneinanderreihung von Szenen bis zum Schluß. Dafür bleiben aber Sätze und Gedanken im Kopf hängen und es gibt Szenen und Gespräche die man wieder und wieder lesen möchte. Es bleibt somit für mich lesenswert - auch wenn es manchmal weh tut. Oder vielleicht gerade deswegen?

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  • Rezension zu "Falling Man" von Don DeLillo

    Falling Man
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. February 2011 um 09:48

    New York nach dem 11. September 2001. Ein Opfer, Keith, kehrt zurück zu seiner Familie, die er zuvor verlassen hatte, auf der Suche nach Lebenssinn nach diesem grauenhaften Ereignis, beginnt gleichzeitig eine Affäre mit einem 'Mitopfer' und verzettelt sich immer mehr in Sinn- und Nutzlosigkeit als professioneller Pokerspieler. Eine geniale Verstrickung zwischen verschiedenen Personen, die die Anschläge völlig unterschiedlich erlebt haben und auch völlig unterschiedlich verarbeiten. Soll ich einen Gott suchen oder diesen verzweifelt verleugnen und verlassen? Soll ich Sicherheit in Beziehungen suchen oder lieber nicht darauf vertrauen, dass überhaupt etwas sicher ist im Leben? Soll ich mich nicht einfach gehen lassen? Ein wunderbares Buch über diese Fragen und das Leben nach 9/11. Keine unnötigen Schuldzuweisungen, keine esoterischen Verschwörungstheorien, einfach Kampf ums nackte Überleben "nach den Flugzeugen". Unbedingt lesenswert!

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  • Rezension zu "Falling Man" von Don DeLillo

    Falling Man
    Duffy

    Duffy

    02. November 2010 um 08:24

    Die Geschichte einer Familie nach dem Attentat auf die Twin Towers. DeLillio beschreibt die Veränderungen in den Persönlichkeiten, die durch den Vorfall passieren. Das beinhaltet nicht nur den Arbeitsbereich, sondern ganz besonders die die emotionalen Abläufe in Liebe, Zusamengehörigkeit und Interaktion mit anderen Menschen. Der Autor zeigt auch hier wieder seine Fähigkeit, auf große aktuelle Ereignisse einzugehen und mit sensibler Vorgehensweise und starken Worten die Auswirkungen auf die Individuen zu beschreiben. Teils beklemmend aber auch auf den Punkt genau kommen die Einlassungen auch auf sensible Teilbereiche. Eine großartige Leistung, wenn sich ein Autor so tief und kompromisslos in den Stoff begibt.

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  • Rezension zu "Falling Man" von Don DeLillo

    Falling Man
    bogi

    bogi

    27. April 2010 um 11:30

    Das Buch hat mich nicht wirklich überzeugt. Es als DEN grossen Roman zum 11. September zu sehen, scheint mir ein wenig gewagt. Es ist immer dann stark, wenn in einer sehr feinfühligen, sanften, letztlich aber doch schonungslosen Art (wie sollte es bei diesen monströsen Vorgängen auch anders sein) die Attentate beschrieben werden. Die Einbettung in eine Beziehungsgeschichte wirkt auf micht eher gewollt und nicht unbedingt natürlich. Auch die Beschreibung der Täter und deren Motive kommt mir eher oberfllächlich, weil recht kurz abgehandelt vor. Don Delillo ist sicher ein guter Romancier. Ihn als ganz grossen und einzigartigen Erzähler einzustufen, halte ich, zumindest aufgrund dieses Werkes, für fragwürdig.

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  • Rezension zu "Falling Man" von Don DeLillo

    Falling Man
    Thaila

    Thaila

    13. March 2010 um 13:46

    Mit Falling Man hat sich ein weiteres Schwergewicht der amerikanischen Literatur dem 11. September literarisch genähert. Herausgekommen ist ein eher schlankes Bändchen, sowohl im Seitenumfang, als auch in der Erzählung selber. Don DeLillo hält sich gezielt zurück, seine vorsichtige Näherung und Umkreisung des Themas ist dem Roman deutlich anzumerken. Falling Man beginnt unmittelbar nach dem Zusammenfallen der Türme. Ein Mann, von Blut und Asche bedeckt, taumelt durch die Straßen Manhattans. Von einem Vorbeifahrenden gefragt, wo er hinwollte, lässt er sich von ihm zu seiner Ex-Frau bringen, die ihm in den ersten Tagen hilft den Schock der Katastrophe zu überleben. Es scheint so als könnte dieses Ereignisse Lianne und Keith, die einen gemeinsamen Sohn haben, wieder zusammen bringen. Allerdings sind alle Mitglieder der Familie zutiefst davon gezeichnet, Keith wird spielsüchtig und sucht in einer Affaire mit einer anderen Überlebenden Trost, Lianne ist von Angst und Schlaflosigkeit gequält, und ihr Sohn Justin zieht sich immer stärker zurück und berichtet davon, er kommuniziere mit einem Bill Lawdon (Bin Laden). DeLillos Erzählung ist fragmentarisch, ähnlich wie Keith Erinnerungen an den 9.11., ähnlich wie die Trümmer der Towers, die sich leitmotivisch durch den Roman ziehen. Über ein solches Ereignis lässt sich kein koherentes Narrativ spinnen, das scheint die Grundthese des Textes zu sein. Aber gerade durch die Bruchstückhaftigkeit und durch die vorsichtige Sensibilität, mit der DeLillo sich seinen Figuren nähert, vermag er einen Eindruck, einer in ihrem Selbstbewusstsein zutieftst verletzten Stadt wiederzugeben. Das Ganze ist angenehm pathosfrei und darum um so erschütternder. Einzige Schwäche: Ein Teil der Passagen widmet sich den Attentätern, deren Leben in Hamburg und New York, bis kurz vor dem Aufprall geschildert wird. Es ist DeLillo offensichtlich unmöglich, sich in diese Menschen hineinzuversetzten, sie bleiben vollkommen blass. Hätte er es doch besser gelassen. Ansonsten aber, kann ich dieses Buch nur empfehlen!

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  • Rezension zu "Falling Man" von Don DeLillo

    Falling Man
    PaulTemple

    PaulTemple

    28. January 2010 um 14:32

    Don DeLillo lässt in diesem Roman den Leser am Leben des Juristen Keith und seiner Frau Lianne teilhaben, deren Leben von den Terroranschlägen des 11. September 2001 unmittelbar beeinflusst werden. Keith arbeitet im World Trade Center und erlebt die Anschläge hautnah, sieht gar den Tod eines Kollegen mit an. Um diese traumatischen Ereignisse verarbeiten zu können, findet eine allmähliche Annährung zwischen ihm und seiner getrennt lebenden Frau Lianne statt. Beide wissen weder mit der äußerlichen, von der Terrorangst gebeutelten Alltagswelt, noch mit ihrer emotionalen Ebene zueinander richtig umzugehen. Beide eint jedoch das große Gefühl der Angst, das Keith durch eine Affäre mit einer Überlebenden der Terroranschläge zu betäuben versucht, während Lianne sich ihrer Mutter und deren Freund annährt. So wie Keith und Lianne sind auch unzählige andere Menschen nach den Terroranschlägen in New York City auf der Suche nach Identität und einer Rückkehr zum sicheren Alltag. Dieser gesellschaftliche Einblick, das emotionale Fassen der ohnmächtigen Angst im Herbst 2001, gelingt Don deLillo ausgezeichnet. Ein klarer Lesetipp!

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  • Rezension zu "Falling Man" von Don DeLillo

    Falling Man
    Boris

    Boris

    29. December 2009 um 13:02

    Distanziert ist das Wort das immer wieder fällt, wenn es um "Falling Man" geht. Für mich macht diese Distanz das Buch erträglich. Ich will keine "hautnahe" Beschreibung der Ereignisse dieses Tages lesen. Die Reaktionen auf dieses "Ereignis" ist das was mich interessiert. "...es könnte schwierig werden, ein Taxi zu finden in einer Zeit, wo jeder New Yorker Taxifahrer Muhammad hieß." Solche Sätze machen für mich Größe des Buches aus. Beiläufig wird die Atmosphäre eingefangen. Keith Neudecker wird zum Pokerspieler. Kann man konsequenter den Weg des Überlebenden des großen Pokerspiels beschreiben? Der nicht in den Türmen gewesene Lianne wird die Aufgabe zuteil die Ereignisse "aufzuarbeiten"! Warum nicht 5 Sterne? Die Kapitel über die Attentäter! Sie sind nur kurz, aber genau wie bei John Updike gelingt der Versuch in den Kopf eines Terroristen zu blicken nicht. Trotzdem: für mich der bisher gelungenste Versuch eines Buches über 9/11.

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  • Rezension zu "Falling Man" von Don DeLillo

    Falling Man
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    08. November 2009 um 20:25

    Ich sage es gleich vorweg: Ich bin zwiespältig in der Beurteilung dieses Buches. Anfangs gefiel es mir doch recht gut, obwohl ich schon Schwierigkeiten mit der sehr distanzierten Sprache hatte. Jedoch dachte ich mir, daß ist ein Stilmittel und muss man so akzeptieren. Inzwischen denke ich jedoch, hier wurde von einem großen Schriftsteller doch eine Chance vertant. Die Figuren, die teilweise sehr persönlich den 11. September miterlebt haben und die gut dazu gedient hätten, uns diesen Schrecken näher, fühlbarer zu machen, blieben leider allesamt blaß und fremd. Worum gehts: Keith erlebt hautnah, wie die beiden Flugzeuge am 11. September 2001 ins World Trade Center rasen und diese und mit ihnen rund 2800 Menschen in Schutt und Asche legen. Er arbeitete in einem der Türme und flieht während die Türme in sich zusammenstürzen wie in Trance durch die Strassen von New York zu seiner Ex-Frau Lianne. Dort steht er plötzlich mit Staub und Blut bedeckt vor der Tür. Lianne nimmt ihn auf, pflegt ihn und ihr gemeinsamer Sohn zieht sich in eine eigene kleine Vorstellungswelt zurück, in der er sich mit seinen Freunden seltsame Dinge über das Geschehene und die daran Beteiligten zurechtreimt. In dieser befremdlichen Situation versuchen sich die beiden Erwachsenen wieder als Paar zu erleben. Sehr vorsichtig gehen sie miteinander um und es findet auch so etwas wie eine Annäherung statt. In Rückblicken und anderen Ebenen versucht der Roman auch Einblick in das Denken der Attentäter zu geben. Dies mißlingt jedoch gründlich, schon allein, weil dieser Strang komplett ins Leere verläuft und irgendwann aufhört. Und wer ist der Falling Man? Das ist ein Aktionskünstler, der sich in Erinnerung an alle die Toten von hohen Brücken oder Häusern stürzt, nur mit einem Band gesichert. Offensichtlich provoziert er auf extreme Weise seine Mitbürger und löst unterschiedliche Reaktionen und oft auch einen großen Schock aus. Trotz des ernsten Themas und die richtigen Ansätze bleiben alle Personen flach und fremd. Mitgefühl oder Verständnis kommt beim Leser nicht auf. Lediglich Lianne bekommt ein Profil, ihr konnte ich am ehesten folgen, die Beschreibung ihrer Person und ihrer Handlungen brachten ein wenig Farbe in dieses farblose Buch. Sicher ist das ein sehr schwieriges Thema zur Aufarbeitung und jedem Autor, der sich damit beschäftigt, geziemt eine Anerkennung. Nur leider konnte mich dieses Buch nicht wirklich überzeugen. In meinem Bücherschrank steht noch ein weiteres Werk zum 11. September: Siri Hustvedt - Die Leiden eines Amerikaners. Ich bin jetzt schon sehr gespannt, ob ihr gelingt, was "Falling Man" nicht geschafft hat.

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  • Rezension zu "Falling Man" von Don DeLillo

    Falling Man
    Babscha

    Babscha

    24. May 2009 um 14:10

    Das Buch erzählt die Geschichte des Keith Neudecker, der als unmittelbar Betroffener des Chaos von 9/11 und mit knapper Not dem Tod in den Türmen entronnen, versucht, sein Trauma zu verarbeiten und sein inneres Gleichgewicht wieder zu finden, dies bleibt letztlich erfolglos. Ein anstrengendes, streckenweise sprachgewaltiges Buch, das einen hochkonzentrierten Leser fordert. Dennoch hat mich die Geschichte von aneinander gereihten, mehr oder weniger bedeutsamen Schlaglichtern aus der Odyssee des Protagonisten durch New York auf dem Weg zur Selbstfindung nicht in dem Maße gepackt wie erwartet. Dies mag am Fehlen einer eigentlichen story oder eines stringenten Handlungsleitfadens liegen, an dem der Leser eine Fortentwicklung der Person begleiten könnte. Einige eher belanglose, aber teils breitangelegte Erzählstränge, z.B. in Rückblenden zu Pokerrunden mit ehemaligen Kollegen, tragen aus meiner Sicht nichts zum Verständnis der Hauptperson bei, sondern verwässern den Gesamteindruck und nehmen den Spannungsbogen. Wirklich stark ist das Buch in der Anfangs- und Schlusssequenz, wo der Autor in genialer bildgewaltiger Sprache auf wenigen Seiten den gesamten Schrecken von 9/11 einfängt.

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  • Rezension zu "Falling Man" von Don DeLillo

    Falling Man
    Mr. Rail

    Mr. Rail

    16. January 2009 um 18:35

    Die Bilder des 11.09.2001 sind omnipräsent. Einschlagende Flugzeuge, einstürzende Türme, panische Menschen, Feuerwehren in Schutt und Asche und fallende Menschen - kopfüber die einzige Alternative zum Verbrennungs- oder Erstickungstod suchend - eingebrannt in das Gedächtnis der Welt. Schon beim Lesen der ersten Zeilen wird man als Leser mit persönlichen Erinnerungen und Bildern überflutet und fühlt sich als unmittelbar betroffener Beobachter. Keith Neudecker überlebt - körperlich leicht verletzt - innerlich traumatisierter als vermutet und stellt fest, dass sich nichts mehr an seinem Platz befindet. Alles ist aus den Fugen geraten und nach dem Scheitern der Türme bewegt er sich zielstrebig auf das eigene Scheitern zu. Seine Frau Lianne - Leiterin einer Selbsthilfegruppe für Alzheimer - Patienten ist eher in der Lage, die Probleme ihrer "Patienten" wahrzunehmen und verliert den Kontakt zu ihrem Mann. Fast würde man denken, dass die Demenzerkrankung ein erstrebenswerter Fluchtpunkt des Vergessens wird. Unmöglich - kämpft doch auch ein Aktionskünstler namens "Falling Man" mit seinen Projekten eben gegen diese Verdrängungsprozesse. Kaum gesichert stürzt er sich von Fassaden und Brücken und hängt als lebendiges Kopfübermahnmal vor den entsetzten Augen der New Yorker Bürger. Starke Charakterzeichnung - nachvollziehbare Denkprozesse und doch bleibt die Stimmung konfus und man sitzt - wie ein ganzes Land als hilfloser Betrachter unbegreiflicher Ereignisse.

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  • Rezension zu "Falling Man" von Don DeLillo

    Falling Man
    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    25. June 2008 um 10:55

    Kann ein Roman den Terroranschlägen vom 11.09.2001 auf das World Trade Center gerecht werden? Don DeLillo scheint für dieses Thema regelrecht prädestiniert, erzählen seine früheren Werke doch stets von Mordanschlägen, paranoiden Bewusstseinszuständen und beklemmenden Verschwörungen. Keith Neudecker, der im World Trade Center gearbeitet hat, kann sich an diesem schicksalhaften Tag aus den Türmen retten. Sein Leben versinkt fortan im Chaos, denn den Anschlägen entkommt er nur physisch. Er schlägt sich nach diesem grausamen Szenario zu seiner Ex-Ehefrau Lianne und seinem kleinen Sohn durch. So durchleben die drei Menschen auf ganz unterschiedliche Art das Trauma der Flucht aus den Türmen. Der Terror bestimmt fortan die Realität, aus der sich Keith, unfähig zu lieben, in die glitzernde Scheinwelt des professionellen Pokerspiels in Las Vegas zurückzieht. Ein Performance-Künstler, der das berühmte Foto eines vom brennenden World Trade Center stürzenden Mannes nachstellt, kommt auch noch im Buch vor, was man als Allegorie verstehen kann. Und genau da fängt der Roman an, diesem Thema nicht ganz gerecht zu werden, genau da beginnt man sich zu fragen, ob es so einen Roman wirklich braucht. Denn einige Szenen sind symbolisch zu überladen, manche Handlungsverläufe lesen sich sperrig und manchmal gar langatmig. Don DeLillos Sprache ist meisterhaft, keine Frage. Es ist absolut atemberaubend, wie er es schafft mit filmischen Techniken zu erzählen, als wenn man im Kino hart aneinander geschnittene Szenen sieht. Dennoch hat dieser Roman bei aller Wucht eine gewisse Handlungsarmut, die auch durch seine mal bildmächtige, mal karge Sprache nicht lebendiger wird. Es scheint als wäre das Buch unter einem unglaublichen Leistungsdruck entstanden, weil alle Welt auf diesen Roman wartete. Leider ist auch der Versuch sich in die Gedanken und Gefühlswelt der Terroristen hineinzuarbeiten etwas konstruiert und seelenlos. Ein allzu perfekter Roman, der den Leser höchste Konzentration abverlangt, dessen Handlungssplitter kunstvoll montiert sind, der einen jedoch nicht wirklich berührt. Frank Paulus

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  • Rezension zu "Falling Man" von Don DeLillo

    Falling Man
    KarlMay

    KarlMay

    21. March 2008 um 14:06

    Das neue Buch des amerikanischen Schriftstellers ist ein Buch über den 11.September. Noch eines werdet Ihr vielleicht denken. Aber zum einen ist der 11. September ein Tag, der die Welt verändert hat, zum anderen ist dieser Roman der Versuch die Macht des Terrors auf das Leben des Einzelnen zu zeigen. Und ich finde, Beides ist es wert, daß darüber geschrieben wird. Keith Neudecker, ein Anwalt, der in einem der Türme gearbeitet hat und der das Attentat knapp überlebt, steht im Mittelpunkt des Romans. Wie im Trance begibt er sich zur Wohnung seiner Frau Lianne, in der sie mit dem gemeinsamen Sohn Justin lebt und von denen er schon seit über einem Jahr getrennt lebt. Beide versuchen sich wieder aneinander anzunähern – ein Versuch der letztendlich scheitern wird, ebenso wie die Beziehung von Liannes Mutter Nina zu einem zwielichtigen Kunsthändler aus Deutschland. Der Sohn von Keith und Lianne versucht auf seine Weise, das Geschehen zu verarbeiten: Gemeinsam mit zwei Freunden steht er immer wieder am Fenster und sucht den Himmel nach Flugzeugen ab. DonDelillos Roman ist kein üblicher Roman, sondern er besteht aus einer Vielzahl größerer und kleinerer Mosaike und Assoziationen. Das Leben in New York teilt sich in die Zeit vor den Flugzeugen und die Zeit nach den Flugzeugen. Lianne streift immer wieder durch die Stadt und beobachtet dabei auch einen Performance Künstler „Falling Man“. Dieser lässt sich, gesichert nur an ein oder zwei fast unsichtbaren Drahtseilen von Hochhäusern in die Tiefe stürzen. Seine Pose ist immer die Gleiche: Kopfüber, in Anzug, Krawatte und Abendschuhen. Diese Figur gab dem Roman auch seinen Titel. Gleichzeitig ist es auch der Titel eines umstrittenen Bildes, das ein amerikanischer Fotograf von einem der Menschen machte, die sich aus den brennenden Türmen in die Tiefe stürzten. „Falling Man“ ist ein Buch, das mir unter die Haut gegangen ist, weil es zeigt, was der 11. September bei den einzelnen Menschen in New York angerichtet hat. Es liest sich nicht ganz einfach, da es keinen durchgängigen Erzählstrang hat. Manche Passagen haben mich weniger angesprochen, andere fand ich sprachlich phantastisch. Auf jeden Fall ist es ein hochspannender Versuch, ein Ereignis wie den 11. September literarisch zu verarbeiten

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  • Rezension zu "Falling Man" von Don DeLillo

    Falling Man
    rkuehne

    rkuehne

    05. March 2008 um 21:37

    Kein einfaches Buch. Aber zunächst von vorn. Wir erfahren die Geschichte von Keith und Lillian, einem getrennt lebenden New Yorker Paar, dass gemeinsam und jeder für sich die Ereignisse um den 11. September 2001 verarbeitet, sich in der neuen Fremdheit und Einsamkeit wieder aneinander annühert. Don DeLillo, den ich hier zum ersten mal gelesen habe, lässt seine Sprache hier sehr atmosphärisch wirken, was gut sein kann, aber meiner Meinung nach in der dt. Übersetzung nicht immer optimal verarbeitet wurde. In diese Form von Sprache muss sich der Leser, und bei mir dauert das immer recht lange, erst einmal reindenken. Ist das dann gelungen wird das Buch wirklich gut. Dann bekommt die Sprache eine große Kraft, die ich vor allem im hinteren Teil des Buches spürte. Es ist kein Buch für zwischendurch, etwa für die U-Bahn oder für kurz zum Einschlafen, weil die kräftige Sprache so nicht wirken kann und die Handlung des Buches eher Nebensache neben den entstehenden Gefühlen sind. Ich finde es ist ein gelungenes Werk über dieses extreme Ereignis und auch wenn es von einem Amerikaner geschrieben worden ist, ist es nicht auffällig national gefärbt. Jedem der sich mit dieser Terrorthematik auseinandersetzen will, sei es empfohlen.

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