Don J. Snyder

 3.4 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Peggys Geheimnis, Fallen Angel und weiteren Büchern.

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Don J. SnyderPeggys Geheimnis
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Don J. SnyderFallen Angel
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 (1)
Erschienen am 01.11.2003
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Erschienen am 16.10.2011

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Rezension zu "Fallen Angel" von Don J. Snyder

Rettung für den „gefallenen Engel“ - ein beeindruckendes Buch
SiColliervor 3 Jahren

„Terry,“ she replied, shaking her head, „do you really believe there’s any such thing as a simple life?“* (Seite 207)


Zum Inhalt

Bisweilen verändert eine Nacht ein ganzes Leben. So an jenem Weihnachtsfest, als Charles Halworth in einen schrecklichen Unfall verwickelt wurde, an dessen Folgen eine Frau und ihr Baby starben. Charles kam nie darüber hinweg und verschwand noch in der Unglücksnacht, indem er seine vierjährige Tochter Catherine und den achtjährigen Nachbarjungen Terry alleine im Auto zurück ließ.
Dreißig Jahre später kehrt Terry von L. A. nach Maine zurück, weil sein Vater gestorben ist und er den Nachlaß regeln muß. Als er das erste Mal nach Jahren wieder in seines Vaters Werkstatt steht, das Serenity Cottage sieht, in welchem die Halworths damals wohnten, kommen die Erinnerungen zurück. Als Catherine mit ihrer Tochter Olivia für die Feiertage ins Cottage kommen will, sieht sich der erfolgreiche Hollywoodagent plötzlich mit der Vergangenheit und den Folgen der Geschehnisse jener Nacht vor rund dreißig Jahren konfrontiert. Folgen, die das Leben aller damals Beteiligter noch jetzt beeinflussen - bewußt oder unbewußt. In der Kälte und im Schnee von Maine ist es an der Zeit, die losen Enden aufzugreifen und endlich zu verknüpfen.


Meine Meinung

Fallen Angel - Der gefallene Engel. Es mögen mancherlei Assoziationen bei einem solchen Titel kommen, doch bestimmt nicht die, welche hier im Buch eine Rolle spielt. Weder geht es um Engel als himmlische Wesen, noch um solche in Gestalt von schönen Frauen (obwohl zumindest eine solche im Buch vorkommt) oder gar um Helfer, die man als „Engel“ bezeichnet. Obwohl, letzteres würde vielleicht ein bißchen zutreffen.

„You won’t tell Calli. She believes he’s dead. And there are things worse than that, remember?“** (Seite 146) In der Tat - es gibt Schlimmeres als den Tod. Dabei hatte alles so gut begonnen. Auf dem Nachhauseweg von einem Auftritt als Santa Claus in der Kinderabteilung des Krankenhauses kommt es zu einem schrecklichen Unfall, eine Frau und ihr Baby sterben. Es wird offiziell festgestellt, daß ihn keine Schuld trifft. Doch Charles Halworth, der Unglücksfahrer, kommt darüber jedoch nicht hinweg und verschwindet in die Nacht. Zurück im Auto läßt er seine vierjährige Tochter und Terry, das achtjährige Kind des Hausmeisters.

Knapp dreißig Jahre nach jenem verhängnisvollen Weihnachten stirbt Terrys Vater, mit dem er seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte, weswegen er nach Maine zurück muß, um den Nachlaß zu regeln. „Open Serenity for Christmas.“ Ein einfacher Zettel läßt ihn in Gedanken zurückreisen zu den Bewohnern von Serenity Cottage, eben jenen Halworths. Catherine will mit ihrer Tochter über Weihnachten ins kalte Maine kommen, und Terry, beruflich in Hollywood erfolgreich, innerlich aber leer, beschließt ein paar Tage zu bleiben und diesen Auftrag auszuführen. So beginnt eine Reise in die Vergangenheit, deren Ende nicht abzusehen ist.

Terry trifft auf den Bruder von Charles und erfährt, daß letzterer nicht tot ist, sondern auf der Straße lebt. Catherine wiederum hat keine Erinnerungen an ihren Vater, die Mutter hat jegliche ausgelöscht und sie glauben machen, er habe sie bereits vor Catherines Geburt verlassen. Und Terry beginnt langsam, die Zusammenhänge zu verstehen, die Wunden in seiner und Catherines Vergangenheit zu sehen.

„I think of them as fallen angels,“ Warren said, softly. „When they lay like that, I mean.“ ***(Seite 146) Ich habe vor vielen Jahren in einem Nichtseßhaftenheim Zivildienst geleistet; zu einer Zeit, da ich zu jung war zu verstehen was mit diesen Menschen passiert war. Aber Terry, Ende dreißig, beginnt zu verstehen. Diese Stelle, etwa in Buchmitte, wird zum Wendepunkt für ihn. Es gilt, die losen belastenden Enden der Vergangenheit endlich zu verknüpfen. Doch wie, und wollen die Beteiligten - Catherine, Charles, er selbst - das überhaupt? Welche Folgen wird es haben?

Die Abreise Terrys kommt schließlich einer Flucht gleich, wie er sein ganzes Leben lang vor etwas geflohen ist. Doch dieses Mal gibt es kein Entrinnen, die Fahrt in die Nacht zum Flughafen könnte man symbolisch auffassen. Immer mehr wird er zum Gefangenen des stärker und stärker werdenden Schneefalls, der dafür sorgt, daß alle Flughäfen bis hin nach New York geschlossen werden. Und dort, wo die Reise beginnt, muß sie auch wieder enden. Im übertragenen wie im wörtlichen Sinne. Alles begann vor Jahren in Rose Point, der Sommersiedlung der Reichen, und hier muß es schließlich enden, auf die eine oder andere Weise.

Über dem Buch liegt eine leise Melancholie, eine Sehnsucht nach etwas Verlorenem, Undefinierbaren; so wie Terry und Catherine über lange Zeit nicht wissen, was sie wollen, wie Warren (der Bruder Charles’) nicht weiß, was richtig ist. Auch wenn es nur knapp dreihundert Seiten sind, konnte ich mich gut in die Geschichte und die Protagonisten einfühlen. Inwieweit das der kurz zuvor gesehenen Verfilmung zu verdanken ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Wies Terry zu Beginn durchaus einige eher unsympathische Eigenheiten auf, so hat er sich im Verlauf der Handlung doch positiv weiterentwickelt und verändert. Das Einzige, was ich mir für das Buch noch gewünscht hätte, wären am Schluß so ein, zwei Seiten mehr, obwohl: es ist eigentlich alles gesagt; auf der letzten Seite wird, quasi als eine Art Epilog, ein Ausblick auf die Zukunft gegeben, der keine Fragen mehr offen läßt.

Und so legen alle Protagonisten eine weite Reise zurück. Von jenem verhängnisvollen Weihnachtsfest des Jahres, in dem J. F. Kennedy ermordet wurde bis hin zu jenem an welchem dieses Buch endet. Einem Buch, das einem der Nebendarsteller seinen Titel verdankt: Fallen Angel - Der gefallene Engel.


Kurzfassung

Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte, die dreißig Jahre nach einem verhängnisvollen Unfall die damals Beteiligten wieder zusammenführt. Leise, etwas melancholisch, und doch voller Wärme im kalten Maine. Eine Geschichte, die mir nicht so schnell aus dem Kopf gehen wird.


Sinngemäße Übersetzungen (aus dem Kontext heraus):
* = „Terry,“ antwortete sie und schüttelte ihren Kopf, „glaubst du wirklich, daß es so etwas wie ein einfaches Leben überhaupt gibt?“
** = „Du wirst es Calli nicht erzählen. Sie glaubt, er sei tot. Und es gibt Schlimmeres als tot zu sein, schon vergessen?“
*** = „Für mich sehen sie aus wie gefallene Engel, „sagte Warren leise. „Wenn sie so daliegen, meine ich.“

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