Don Joseph Goewey

 4.4 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Das stressfreie Gehirn, Stress für immer besiegen und weiteren Büchern.

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Rezension zu "Stress für immer besiegen" von Don Joseph Goewey

"Innerlich ruhig und klar, ganz gleich, was sich draußen abspielt"
R_Mantheyvor 2 Jahren

Wer kann das schon? Aber genau das bedeutet es, wenn man den Stress für immer besiegen könnte. Buddhistische Mönche besitzen solche Fähigkeiten, wenn sie einen langen und mühsamen Weg durch unzählige Meditationsübungen gegangen sind, den nicht alle durchhalten. Und nun soll man als Leser dieses Buches das auch schaffen - und zwar in wenigen Wochen? Bei diesem Titel und diesem Versprechen müsste das Buch eigentlich ein Bestseller sein, begleitet von vielen Rezensionen, die Erfolg oder Misserfolg verkünden.

Dass das nicht passiert ist, verwundert nicht besonders. Erstens glauben viele Menschen, dass sie Stress brauchen, was sogleich einige Autoren inspiriert hat, auch darüber Bücher zu verfassen. Und zweitens können nur wenige Menschen wirklich glauben, dass man das Ziel dieses Buches auch tatsächlich erreichen kann. So einfach durch ein paar Übungen.

Aber was ist eigentlich Stress im Sinne des Autors? Er folgt Richard Lazarus, einem führenden Stressforscher. Danach ist Stress als die persönliche Einschätzung jener Anforderungen oder Veränderungen, mit denen man umzugehen hat, gefolgt von den persönlichen Empfindungen, dass man zur Bewältigung dieser Anforderungen nicht über genügend Ressourcen verfügt (S. 113). Demnach versteht der Autor Stress als empfundene Überforderung. Sein Ziel ist es also, im Gehirn wieder genügend Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

Der Autor schreibt zu seinen Buch: "Das Buch geleitet Sie durch einen vier Schritte umfassenden Prozess. Indem Sie den Prozess Schritt für Schritt durchlaufen, entwickeln Sie ein Gewahrsein, das Ihnen hilft, die für Sie verfügbaren Optionen zu erkennen und diejenigen Entscheidungen zu treffen, durch die Sie anstelle einer belastenden eine friedvolle Erfahrung machen. Zugleich lernen Sie, die Hilfsmittel und meditativen Abläufe zu meistern, die Sie benötigen, damit die Veränderung, durch die Sie dem Stress ein Ende bereiten, nicht nur dauerhaft ist, sondern solange weitergeführt werden kann, bis Sie Ihr höchstes Potenzial verwirklicht haben."

Die vier Schritte, die in detaillierten Programmen abgearbeitet werden, sind:
"1. Gewahrsam entwickeln - die Einsicht, die dem Stress ein Ende bereitet, indem Sie ihn erkennen.
2. An den Punkt gelangen, an dem Sie sich entscheiden können - die Geisteshaltung, die ihr Gehirn transformiert.
3. Sich über den Stress hinausentwickeln - worauf es ganz entscheidend ankommt, um Zugang zum vollen Potenzial des Gehirns zu erhalten.
4. Es aufrecht erhalten - jeden Tag und auf jede mögliche Weise."

Das klingt zugegeben etwas weit hergeholt, ist es aber nicht. Denn der Autor besitzt nicht nur eine eigene eindrucksvolle Geschichte, sondern auch Erfahrungen in einer Organisation, die sich diesem Programm eindrucksvoll erfolgreich widmet. Dort, in der Organisation des Vier-Schritte-Prozeses, liegt aber auch der eigentliche Haken dieses Textes. Es macht einen enormen Unterschied, ob man das Programm diszipliniert nach diesem Buch selbst und ohne äußere Kontrolle, Hilfe oder Druck absolvieren soll oder eben in einer angeleiteten Gruppe. Wenn man nämlich Stress ausgesetzt wird und nicht über die mit diesem Buch zu erzielende mentale Verfassung verfügt, dann leidet man nicht nur unter dieser Situation, man wird auch kaum die Kraft aufbringen, das Programm des Autors in Eigenregie nach den Vorgaben des Buches diszipliniert durchzuziehen. Das hätte man vorher tun müssen.

In der Tat hat man mit diesem Text und seinen vielfältigen Anleitungen und Erklärungen ein wunderbares Hilfsmittel in der Hand, mit dem man Überforderungssituationen konsequent aus dem Weg gehen kann. Der Autor hat Dinge zusammengebracht und daraus ein System entwickelt, die lange bekannt und erfolgreich sind. Allerdings bezweifle ich, dass sehr viele Menschen ohne Anleitung durch erfahrene Lehrer ein solches Programm erfolgreich bewältigen können. Das menschliche Gehirn ist eine raffinierte Einrichtung. Es merkt nämlich, wenn man es verändern möchte und erschafft dann sogleich wunderbare Ablenkungen oder Trugbilder, die eine Veränderung boykottieren. Nur wenn man diese Hürde überspringen kann, wird man erfolgreich sein.

Auch didaktisch leistet der Autor eine gute Arbeit. Er verbindet Wiederholungen mit neuen Übungen und schafft so eine Systematik, die der Lernende begreifen kann, weil sie sich wiederholt. Andererseits haben mich die vielen Listen und Querverweise beim Lesen oft abgelenkt und verwirrt. Da ist er nämlich wieder der Mangel an Führung durch einen Lehrer, der die eigene Entwicklung in diesem Programm verfolgt und lenkt.

Kurz: Dieses Buch bietet eine hervorragende Anleitung für die Erringung einer hilfreichen Geisteshaltung, um Stress-Situationen erfolgreich und nachhaltig zu meistern. Aber es ist eine Anleitung zum Selbststudium in doppelter Hinsicht - man muss es lesen und selbst anwenden, aber man muss sich auch selbst studieren. Und dieser Punkt, also die Selbstehrlichkeit erweist sich oft als weiteres Hindernis auf dem Weg, den der Autor weist.

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Rezension zu "Das stressfreie Gehirn" von Don Joseph Goewey

Stressfrei werden durch meditative Übungen - eine Anleitung
R_Mantheyvor 3 Jahren

Der Inhalt dieser CD bezieht sich auf das Buch gleichen Titels. Mit zehn kurzen Übungsanleitungen, einer Einführung und einem Epilog erhält der Hörer eine Anleitung für die auch schon im Buch vorgestellten Übungen, mit denen er den Geist so schulen kann, dass er auch unter erheblichem Stress ruhig und gelassen bleibt.

Dies sind wohlgemerkt Anleitungen und keine geführten Meditationen, denn man merkt schnell, dass man nicht genügend Zeit erhält, um die einzelnen Schritte wirklich in Ruhe durchzuführen. Das kann aber eine CD prinzipiell nicht leisten, denn dann würde sie erstens größtenteils aus Stille bestehen und zweitens immer noch vor der Frage stehen, wann der jeweilige Hörer den jeweiligen Schritt absolviert hat.

Wenn man sich den Inhalt aber einige Male zu Gemüte zieht, werden einem die Abläufe vertraut werden, sodass man danach alleine zurechtkommen kann.

Inhalt:

1. Einführung 0:59
2. Den Körper spüren 3:12
3. Wovor habe ich Angst? 3:21
4. Vorwegnahme 3:44
5. Den Denker beobachten 4:13
6. Der "Löschen"-Knopf 1:14
7. Die Gegenwart von der Vergangenheit befreien 3:53
8. Die Einstellung verändern 3:13
9. Die Kontrolle zurückerlangen 0:37
10. Vergebung 3:09
11. Epilog 3:39.

Man sieht schon an den Titeln (z.B. (2) und (5)), dass unter anderem Grundformen buddhistischer Meditationen geübt werden, die sich über die Jahrhunderte bewährt haben und zu grundlegenden Veränderungen im Verhalten und Empfinden führen, wenn man sie regelmäßig und diszipliniert durchführt.

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Rezension zu "Das stressfreie Gehirn" von Don Joseph Goewey

Kann der Geist das Gehirn verändern? Stressfrei werden durch meditative Übungen
R_Mantheyvor 3 Jahren

Diese scheinbar einfache Frage stellte der Dalai Lama Ende der 1970-er Jahre einigen führenden Neurowissenschaftlern und bekam die Antwort, dass das nicht ginge. Die Gemütsverfassung eines Menschen sei durch seine festgelegte Gehirnstruktur bestimmt. Eine signifikante und nachhaltige Veränderung unserer Persönlichkeit sei prinzipiell nicht möglich. Das Gehirn sei unveränderlich mit Ausnahme seines allmählichen Abbaus.

Diese damals "wissenschaftlich bewiesene" Aussage stellte sich jedoch als völlig falsch heraus, denn inzwischen gibt es genügend Beweise für das genaue Gegenteil. Und daran haben insbesondere buddhistische Mönche einen bedeutenden Anteil. Nachdem nämlich die Gehirne buddhistischer Meister eingehend untersucht wurden, kam man zu der Erkenntnis, dass ihre meditative Praxis zu enormen Veränderungen in ihrer Gehirnstruktur geführt haben muss.

Es folgten zahlreiche Untersuchungen von Neurologen und Psychologen, die beispielsweise nachwiesen, dass Zwangsstörungen auf fehlerhaften Vernetzungen im Gehirn beruhen. Danach wurde gezeigt, was buddhistische Meister schon lange wissen: Vernetzungen im Gehirn kann man lösen und neu aufbauen. Der Geist kann das Gehirn sehr wohl verändern, auch wenn das nicht einfach ist.

Damit befasst sich dieses Buch. Es erklärt leicht verständlich, wie unser Gehirn im Großen und Ganzen arbeitet und beschreibt einige wesentliche Übungen, die auf dem Wege zu einer neuen Vernetzung helfen können. Wir sind nicht unser Gehirn. Vielmehr können wir es bei seiner ununterbrochenen Produktion von meistens völlig nutzlosen Gedanken beobachten. Und genau dieses nicht kommentierende, einfache Beobachten ist eine der grundlegenden Voraussetzungen buddhistischer Meditationsmethoden, mit denen man zu ungeahnten Veränderungen im eigenen Verhalten gelangen kann.

Der Autor beschreibt die Bewusstseinszustände buddhistischer Mönche, die in einer wissenschaftlichen Studie untersucht wurden und fasst dies dann in seinem Begriff vom "mystischen Coolsein" zusammen. Er meint damit einen Geisteszustand höchster Gelassenheit selbst bei starker mentaler Belastung. Das Gehirn ist völlig stressfrei. Natürlich möchte man das auch können. Und an dieser Stelle gelangt man zur Achillesferse des Textes, an der sich buddhistische Praxis und die westliche Herangehensweise kurzzeitig begegnen:

Der westliche Mensch liest ein Buch wie dieses, weil er immer erst verstehen möchte, um was es geht und wie etwas funktionieren sollte. Dann versucht er die praktischen Übungen aus diesem Text durchzuführen. Das aber ist schwer, weil er es gewöhnlich alleine tut und vor allem dann Schwierigkeiten bekommt, wenn er sich bereits in einer komplizierten Situation befindet. Buddhistische Mönche hingegen haben nie solche Bücher gelesen, nie Erklärungen verlangt oder erhalten. Sie folgten einfach nur lebenslang und sehr diszipliniert einer Praxis, die ihnen anfangs einfach nur vorgemacht wurde.

Obwohl man also kaum das Niveau der Mönche erreichen wird, besteht dennoch schon bei diszipliniertem Üben der in diesem Buch beschriebenen Methoden eine recht große Chance auf erhebliche geistige Veränderungen.

Der Text beginnt bei einem Punkt in der Lebensgeschichte des Autors, an dem ihm alles zu entgleiten schien, er in einen Strudel von Angst geriet, sich aber plötzlich und für ihn völlig unerwartet befreien konnte. Leider kann er diesen plötzlichen Wendepunkt nicht völlig erklären. Danach aber krempelte er sein Leben komplett um und begann mit Menschen zu arbeiten, die unter erheblichem Stress litten oder traumatische Erlebnisse hinter sich hatten. Aus diesen Erfahrungen erwuchs wahrscheinlich dieses Buch.

Zunächst beschreibt es die verschiedenen Teile des Gehirns und deren Arbeitsweise. Insbesondere erklärt der Autor hier, was bei Stress passiert. Danach kommen die buddhistischen Mönche ins Spiel, woraus sich dann alle weiteren Erklärungen und Übungen ergeben. Am Ende fasst der Autor noch einmal alle Übungen zusammen und gibt Ratschläge für ihre tägliche Umsetzung.

Da wir alle nicht in buddhistischen Klöstern leben und andere kulturelle Wurzeln besitzen, erscheint mir dieses Buch als hilfreiches Instrument auf einem Weg zu mehr innerem Frieden und der sich daraus ergebenden Gelassenheit. Allerdings muss man dabei den Rat des Autors befolgen und diszipliniert bei der Sache bleiben. Selbst wenn man in einem Stimmungstief oder noch schlimmeren Situationen feststeckt, so gibt es doch Hoffnung, denn dieses Buch zeigt nicht nur, dass Veränderungen möglich sind, sondern auch einen Weg, wie sie zustande kommen können.

Manchmal hätte ich mir zwar gewünscht, dass der Text etwas kürzer und mehr aufs Wesentliche konzentriert sein könnte. Aber das mindert seine Qualität letztlich überhaupt nicht.

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