Don Winslow Corruption

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Inhaltsangabe zu „Corruption“ von Don Winslow

Das neue, große Kriminal-Epos des amerikanischen Bestseller-Autors Don Winslow. In den Straßenschluchten von New York lässt der internationale Star-Autor Don Winslow ein alptraumhaft realistisches Szenario von Drogen, Menschenhandel, Mord entstehen. Er zeichnet die todbringende Allianz von staatlichen Stellen und organisiertem Verbrechen: Sie sehen sich als Elitetruppe der Polizei, eine verschworene Einheit, ausgestattet mit weitreichenden technischen und rechtlichen Möglichkeiten. Gemeinsam sollen sie für Ruhe und Ordnung in ihrem Revier sorgen, dem nördlichen Manhattan. Und genau das tun sie. Hier gelten ihre Spielregeln, hier geschieht nichts ohne ihr Wissen. Doch die Truppe ist extremem Stress ebenso ausgesetzt wie extremen Risiken ... und extremen Verlockungen ... Don Winslows neues Meisterwerk – erschütternd, brutal und unnachgiebig.

Etwas sehr langatmig, aber spannend. Wieder ein echter Don Winslow.....

— hans-bubi

Ja, es gibt einiges zu kritisieren, dennoch ein packender, mitreißender Thriller.

— Gulan

Ich habe mehr erwartet ... Trotzdem ein gutes Buch !

— Dakdf

Schneller, harter Milieu Thriller - Macht Lust auf mehr von Winslow

— RolandKa

Kein Art Keller aber dafür ein Denny Malone

— PagesofPaddy

Guter Thriller, der zwar nicht an "Tage der Toten" heranreicht. für sich betrachtet aber weit über dem Durchschnitt liegt.

— LinusGeschke

Jeder Winslow muss sich irgendwie an "Tage der Toten" messen lassen. Leider. Denn daran wird keiner mehr herankommen. Auch nicht dieser.

— Christian_Woehl

Dirty Cop – Von Respekt bis Verachtung – Spannende Cop-Story über Korruption

— Nisnis

Harter Roman. Realistisch und abgrundtief, verstörende Perspektive wer "gut" oder "böse" ist. Authentisch. Beste Empfehlung. Lesen.

— MichaelSterzik

Naja, nicht das was ich mir erwartet habe. Viel Korruption und viel Blut.

— lisa1997

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  • Corruption

    Corruption

    Kleine8310

    19. October 2017 um 22:18

    "Corruption" ist der neue Thriller des Autors Don Winslow. Bei diesem Buch machte mich der Titel neugierig und da Korruption als Thema ja viel Spannungspotenzial mitbringt, wollte ich das Buch gerne lesen.    In dieser Geschichte geht es um den Protagonisten Denny Malone. Denny arbeitet in New York bei einer Special - Task Force der Polizei und sieht sich selbst als Alphatier. Zu seiner Gruppe gehören nur die schnellsten und brutalsten Kollegen und sie bilden eine Einheit, aber sie handeln nur nach ihren eigenen Regeln, die oftmals nicht mit den Gesetzen übereinstimmen.   Doch am Heiligen Abend geht Denny einen Schritt zu weit und setzt durch sein Handeln nicht nur sein Leben, sondern auch das seiner Freunde und Kollegen auf's Spiel. Die Folge ist ein langwieriger Prozess, indem er wegen Korruption verurteilt wird. Als das FBI ihm einen Deal anbietet ist er gezwungen sich darauf einzulassen ... Der Einstieg in diesen Thriller ist mir gut gelungen. Don Winslow hat einen klaren und direkten Schreibstil, der sich problemlos und flüssig lesen lässt. Unnötige Schnörkel findet man nicht, aber genau das passte ziemlich gut zur Handlung und wäre anders auch fehl am Platz gewesen. Erzählt wird die Geschichte übrigens aus der Sicht des Protagonisten Danny Malone, was ich gut gewählt fand. Etwas mehr Abwechslung, auch zum sprachlichen Niveau, hätte es mit weiteren Erzähler geben können, was ich auch nicht schlecht gefunden hätte. So wirkte es ab und an ein bisschen einseitig.    Die Ausarbeitung der Charaktere ist dem Autor gut gelungen. Don Winslow hat facettenreiche Charaktere erschaffen, die sich schon nicht mehr in Grauzonen, sondern im Schwarzen Bereich tummeln und er hat es, bei mir als Leserin geschafft, dass ich über den Tellerrand hinaussehen wollte. Richtige Sympathieträger gab es, für mich, in diesem Thriller nicht, aber ich fand sie dennoch alle auf ihre Weise interessant.   Die Handlung ist, von der Thematik her, sehr gut gemacht, aber leider brauchte es eine ganze Weile, bis die Geschichte das Tempo erreicht hatte, welches dann auch Spannung erzeugt hat. Das war schon zu Beginn eine ziemlich Durststrecke, während der ich das Buch oftmals zur Seite gelegt habe. Somit hatte die Story, auch in Sachen Spannung, noch einige Luft nach oben, was ich etwas schade fand.   Positiv:  * interessante und facettenreiche Charaktere * spannende Thematik * flüssiger Schreibstil   Negativ:  * zu Beginn fehlte es der Story zu sehr an Tempo, sodass sie sehr langatmig wurde * in Sachen Spannung hat es leider noch deutlich Luft nach oben gegeben   "Corruption" ist ein solider Thriller, mit einer interessanten Thematik, dem es leider ein bisschen an Spannung und, besonders am Anfang, an Dichte fehlte.   

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  • Hero - Cop?

    Corruption

    dominona

    14. October 2017 um 16:45

    Dieser Thriller will zeigen, wie ein Cop in die Korruption abrutscht. Er war teilweise ganz interessant, hat mir dann aber doch ein paar zu viele Cliches bedient und richtiges Thriller - Feeling kam auch nicht auf. Außerdem ist er etwas lang geraten, aber für mich mal etwas anderes.

  • From Hero To Zero.

    Corruption

    Gulan

    15. September 2017 um 22:20

    Er schrubbt sich, bis es weh tut. Aber die Striemen gehen nicht weg. Der Schmutz, den er auf seiner Haut, auf seiner Seele spürt, geht nicht weg. Wenn sein Vater von der Arbeit nach Hause kam, ging er immer sofort unter die Dusche. Jetzt weiß er, warum.Die Straße bleibt an dir kleben.Frisst sich in die Poren, dringt dir in die Blutbahn.Und deine Seele?, fragt sich Malone. War das auch die Straße? Du hast die Korruption eingeatmet, seit deinem ersten Streifengang. So wie du den Tod eingeatmet hast, damals im September. Die Korruption liegt nicht nur in der Luft. Sie gehört zur DNA dieser Stadt. Auch zu deiner. (S.393) Der Norden Manhattans ist das Reich verschiedener Gangs, aber auch der Spezialeinheit des NYPD, der Manhattan North Special Taskforce. Detective Sergeant Denny Malone ist einer der Teamführer und ein Mann der vordersten Front. Sein Team jagt Dealer, Waffenschieber, Mörder. Um Erfolge zu erzielen, hat die Taskforce umfangreiche Befugnisse und geht nicht zimperlich vor. Doch mit der Macht kommt auch die Versuchung und die Gier. Danny Malone, Phil Russo und Bill Montague alias Big Monty bilden ein eingeschworenes Gespann. Sie sind gefeierte Polizisten, werfen alles in die Waagschale, um dem Credo des NYPD, die Bürger zu schützen, gerecht zu werden. Gerade Malone pflegt das Image eines Hero-Cops und fühlt sich als König des Stadtteils. Doch die Männer lassen sich von der sie umgebenden Atmosphäre korrumpieren und verlassen die Pfade des Rechtsstaats. Ganz allmählich haben sie eine rote Linie nach der anderen überschritten: Kleine Geschenke annehmen, sich für besonderen Schutz engagieren lassen, begehen Unterschlagungen, bereichern sich an Drogengeld, kassieren Geld von der Mafia und letztlich (hiermit beginnt der Prolog) begeht Malone einen kaltblütigen Mord an einem Drogenboss, weil er sich berechtigt fühlt, das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen. Doch eines wird schnell klar: Dieser Wahnsinn hat System. Bis in die höchsten Etagen der Polizeiführung hat sich ein Schmiergeldsystem entwickelt. Malone und Co. reichen regelmäßig bestimmte Summen weiter. Aber auch in allen weiteren exekutiven Ebenen des Big Apple (Stadtververwaltung, Richter, Anwälte etc.) herrscht Korruption. Des Weiteren bringt ein Konflikt zwischen Bürgermeister und Polizeichef Unruhe beim NYPD, zumal die Entscheidung in einem Prozess um einen von einem Cop erschossenen unbewaffneten Schwarzen wie ein Damoklesschwert über der Stadt schwebt. In dieser Situation wird Malone von FBI und einer ambitionierten Staatsanwältin mit Tonaufnahmen konfrontiert, auf denen er einem Anwalt anbietet, einen für seinen Mandanten genehmen Staatsanwalt zu „besorgen“. Malone wird vor die Wahl gestellt: Lange Haftstrafe, Verlust seines Jobs und seines Vermögen oder er wird eine „Ratte“: Er soll weitere Korrupte in Polizei und Justiz ans Messer liefern. Also, wenn die Schwarzen nicht auf Schwarze schießen, dann schießen die Cops auf Schwarze. So oder so, denkt Malone. Es sind die Schwarzen, die sterben.Und er macht weiter als Cop.New York macht weiter.Das Leben macht weiter.Ja und nein. Das Leben hat sich geändert.Er ist eine Ratte. (S.259) Don Winslow war eine Zeit lang einer meiner absoluten Lieblingsautoren. „Tage der Toten“ war eine Wucht und ist immer noch eines meiner Lieblingsbücher. Auch mit weiteren Werken wie „Die Sprache des Feuers“ oder „Zeit des Zorns“ hatte er mich voll überzeugt. Doch dann kam „Vergeltung“, ein wirklich richtig schlechter „Auge um Auge“-Thriller im Jargon eines Landserheftchens, und seitdem habe ich keinen Winslow mehr gelesen. Zumal die seitdem erschienenen Werke auch nicht gerade wohlwollendes Echo fanden. Winslow scheint bei vielen Kritikern und auch einigen Lesern seinen Kredit verspielt zu haben. Dies ist auch bei „Corruption“ spürbar, denn das Buch scheint durchaus zu polarisieren. Zumindest war bei mir wieder das Interesse geweckt, es wieder mit Don Winslow zu probieren. Und nach über 500 Seiten kann ich nicht leugnen, dass Kritik an einigen Stellen durchaus angebracht ist. Ja, Winslow trägt manchmal verdammt dick auf, er überdreht manche Handlungssequenz und aus Malones Monologen trieft der Pathos. Ja, er vernachlässigt die Figuren und Malone als Protagonist quasi allein durch die ganze, durchaus lange Geschichte zu schicken, hätte man auch anders lösen können. Ja, er schreibt an einigen Stellen viel zu dokumentarisch, als wolle er einen Reiseführer schreiben. Und dennoch bin ich bei diesem Buch bereit, teilweise darüber hinweg zu sehen. Die Plotidee ist auf jeden Fall bestechend und über viele Strecken hat es auch wieder diesen Winslow-Sound: Kurze, knappe Sätze, harte Figuren, viel Action. Es ist zudem wirklich packend und spannend geschrieben. So komme ich bei „Corruption“ am Ende zu der Einschätzung, dass Don Winslow von der Brillanz früherer Tage zwar noch ein gutes Stück entfernt ist, aber mit diesem Buch zumindest mal wieder die richtige Richtung eingeschlagen hat. Daher runde ich großzügig auf vier Sterne auf.

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    • 10
  • eBook Kommentar zu Corruption von Don Winslow

    Corruption

    Holly

    23. August 2017 um 14:05 via eBook 'Corruption'

    Laaaaannnngggghwwwwdeeeriiiilllliiigggg

  • Don Winslow wie man ihn kennt

    Corruption

    PagesofPaddy

    13. August 2017 um 09:54

    „Corruption“ von Don Winslow kommt vielleicht nicht an seine Art Keller Bücher ran, aber hat mir ein paar unterhaltsame Stunden geboten. Winslows Art zu schreiben hat sich glücklicherweise nicht verändert und so war ich ziemlich schnell mitten im Geschehen. Es ist einfach das, was man sich unter einem Buch mit dem Titel “Corruption“ vorstellt. Es geht um korrupte Cops, mitten in New York. Winslow schafft es glaubwürdige Charaktere zu kreieren und dadurch fühlt sich dieses Buch im großen und ganzen real an. Leider gibt es doch einige Klischees was ab und an immer mal wieder etwas übertrieben wirkt. Trotzdem ist „Corruption“ ein unglaublich dynamischer, rasanter Thriller geworden. Im Gegensatz zu „Tage der Toten“ und „Das Kartell“ fehlte mir aber ein bisschen die Spannung und vor allem auch das überraschende. Ja, das Buch bietet einiges, aber eben nicht die Brillanz der eben genannten Bücher. Trotzdem eine klare Empfehlung  

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  • LeseMaus liest

    Corruption

    Zickemausi

    05. August 2017 um 09:13

    🐁🐁🐁🐁🐁Don WinslowCorruption544 SeitenEr ist einer meiner Lieblingsautoren, und so habe ​ich mit Spannung auf sein neuestes Werk gewartet und bin nicht enttäuscht worden.Er bleibt sich seiner Linie treu und gibt dem Leser Einblicke in die Welt der Korruption.Hart, rasant und spannend beschreibt er hier New York's Unterwelt, die Drogen, Geld und Gewalt besteht. Von der ersten Seite an war ich gefesselt und bin nur so durch die Seiten geflogen. Ich kam mir vor wie in einer Reportage, so realistisch ist die Erzählweise. Wer seine Vorgänger "Die Tage der Toten" und "Das Kartell" kennt, weiß, er spart auch nicht an Gewalt und Brutalität. Zum Schluss musste ich mich bremsen, damit ich nicht zu schnell fertig binKlare Leseempfehlung für alle Fans​ des Thriller-Genre 

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  • Thriller-Olymp

    Corruption

    michael_lehmann-pape

    24. July 2017 um 15:51

    Thriller-OlympUm es vorweg zu sagen: Was die sprachlichen Fertigkeiten eines nahtlosen und flüssigen Erzählens angeht, der Aufbau einer komplexen und jederzeit treffenden Atmosphäre von Beginn an, die differenzierte Zeichnung aller Figuren im Roman, von denen keine einfach nur schwarz oder weiß dargestellt wird, was die Komplexität der Emotionen und auch der, nicht selten, überaus überraschenden Wendungen der Ereignisse angeht, hat dieser Thriller durchaus Augenhöhe mit einem Werk wie Mario Puzos „Der Pate“ oder, was die moderne Art des Erzählens angeht, mit einer Serie wie „Die Sopranos“.Denny Malone. Der „König von Manhattan-North“. Der, der in Harlem in jedem Club, in jeder Kneipe, in jedem Restaurant mit „seiner Force“, seinen beiden „Brüdern“ Russo und Montague, Cops wie er, die besten Plätze vorfindet und nie eine Rechnung begleichen müsste. Jener Malone, der Vorgesetzte Kommen und Gehen sieht, der auf manchem Begräbnis von Kollegen und treuen Begleitern war, der auf seine Weise für „Recht und Ordnung“ sorgt, die im Übrigen auch seine materielle Absicherung und die seiner Familie nicht außer Acht lässt.Der härteste, coolste Cop in Harlem und darüber hinaus. Aber auch ein „dreckiger Cop“, korrupt, keine Frage. Was sich im Lauf der Jahre entwickelte. Was immer eine „rote Linie“ mehr überschritt. Wobei, und dem kann der Leser sich kaum entziehen, Seite für Seite mit Tempo und Spannung, mit Härte und „weichen“ Gefühlen, der aktuelle Stand der Dinge, an dem der Leser Malone kennenlernt, einen konkreten Grund hat, das Ende einer Entwicklungslinie darstellt, die Winslow so plastisch, so überzeugend und so emotional dicht an den gegebenen Stellen erzählt, dass der Leser kaum in der Lage ist, das Buch aus der Hand zu legen.Eine Härte, die in Szenen voller Blut, mit Nägeln in einem Baum, mit Toten auf beiden Seiten des Gesetzes, im Buch nicht übertrieben wirkt, sondern eher, als würde „das wahre Leben“ hinter den Fassaden New Yorks ans Licht gebracht werden.Da, wo eine Erschießung auf „unbedachte Bewegungen“ des Verdächtigen zurückgeführt werden, die Realität aber eine völlig andere ist. Was große Bedeutung im Buch haben wird.Die Ehefrau, die getrennt lebt. Die Geliebte, die Malone nicht stabilisiert bekommt. Die Wohnung, die eher ein Unterschlupf ist. Umgeben von schwarzer, brauner und weißer Gewalt, von Gangs, Mafia, Dealern, von Drogen, Waffen und Toten. Von gemeuchelten Familien mit Säuglingen, von im Dreck verstorbenen Kindern cracksüchtiger Eltern, von Gier und Macht auf der illegalen und auf der legalen Seite des Gesetzes. Soweit man bei dem, was Winslow im Buch präzise immer wieder auf den Punkt bringt, von „Recht und Gesetz“ noch sprechen kann. Dabei ist es dem Autor hoch anzurechnen, dass nur einmal explizit eine Ansprache im Buch auftauchen wird, die genau den verrotteten „Status“ dieser Welt der allseitigen Fassaden auf den Punkt bringt. Ansonsten lässt Winslow einfach aus der Perspektive Malones die Dinge geschehen und reflektieren, es bedarf keiner gesonderten Erklärungen und Erläuterungen darüber hinaus.Dass die Unterschlagung von Heroin, das näher und näher Rücken an die Zentren der Macht auf der Seite der Kriminalität, aber auch auf der Seite der „Honoratioren der Stadt“ Malone von allen Seiten und Druck bringen wird und dieser roten Faden sich ebenso darin vertieft, dass am Ende Malone selbst sich von allen Seiten unter Druck bringt, das ist eine weitere Qualität dieses Thrillers. Die Unentrinnbarkeit vor dem Bösen. Dem Übel, der Korruption dieser Welt im System nicht entkommen zu können. Und jeder der Beteiligten, auch Malone, sich dafür eine Erklärung zurechtlegt, die ihn weitermachen lässt. Mit all diesem Dreck auch am eigenen Stecken.„Denny Malone wollte immer ein guter Cop sein. Sonst nichts“.Aber ginge das überhaupt?Oder wird am Ende einfach alles an „den Baum genagelt“, was gut sein könnte?Wobei noch zu erwähnen bleibt, dass Winslow mit solch kreativen Möglichkeiten schreibt, dass man am Ende 4, 5,6, passende Enden des Buches zählen könnte, an denen so manch anderer Autor bereits zufrieden einen Punkt gesetzt hätte. Dass noch eine Wendung, noch eine Überraschung, noch ein Trick Malones den Reigen weiterführt und all dies nicht stört oder in die Länge zieht, sondern wieder neu fesselt und neu Spannung hineinbringt alleine auf den letzten 30, 40, 50 Seiten, auch das zeigt, warum dieser Thriller insgesamt zu einem der Maßstäbe für das Genre wird.Hervorragend.

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  • Korrupt

    Corruption

    MichaelSterzik

    15. July 2017 um 18:41

    Der neueste Roman des amerikanischen Autors Don Winslow ist wohl eine der realistischsten Erzählungen und vielleicht auch zugleich das kritischste Werk.Das amerikanische Rechtssystem unterscheidet sich stark von den juristischen Systemen Europas. Es gibt verhältnismäßig wenige Gemeinsamkeiten und die Sicherheitsbehörden der Vereinigten Staaten von Amerika und ihre Ermittlungsmethoden, sind mit den unseren nicht vergleichbar. Korruption gibt es allerdings überall – in der Politik, in unserem Wirtschaftssystem und sicherlich ist ebenfalls unser Rechtssystem durchdrungen von Intrigen, Erpressungen und kleineren, wie auch größeren Gefälligkeiten. Don Winslow hat für den vorliegenden Roman jahrelang penibel recherchiert und wird sich mit diesem Werk seine Leserschaft erneut überzeugen, allerdings wird die Stadt New York, mitsamt ihren staatlichen Behörden, ihrem Rechts- und Sicherheitssystem nicht jubilierend klatschen. Diese kommen in „Corruption“ nicht unbedingt gut weg. „Corruption“ ist vor allem eins – authentisch, brutal und rücksichtslos faszinierend. Es handelt Moralisch gesehen ist New York Sodom und Gomorrha. Der Mikrokosmos dieser Stadt ist durchdrungen von organisierter Kriminalität, damit einbezogen sind auch die Reichen und Mächtigen dieser Metropole. Geschützt durch Gesetze, durch Systeme sind die wahren Wirtschaftskriminellen fast schon unantastbar. Die wahre Drecksarbeit leisten die Polizei- und Kriminalbeamte auf den dunklen Straßen der Junkies, in den Wohnkomplexen sozial- und krimineller Minderheiten, in den Clubs der Drogenbarone Manhattans. Unaufhaltsam kämpfen diese Männer und Frauen gegen Drogen, Waffenhandel, Prostitution und Menschenhandel und geraten dabei nicht nur in Lebensgefahr, sondern müssen sich oftmals plötzlichen situativen Entscheidungen stellen: Töte oder verhafte ich den Kinderschänder? Sage ich vor Gericht die Wahrheit, oder ich lüge ich, damit der Angeklagte in der Todeszelle kommt, oder einer langen Gefängnisstrafe entgegensieht? Erpresse ich Kleinkriminelle, damit diese auf den Straßen unter Lebensgefahr mir als Informanten dienen? Nehme ich annektiertes Geld oder Drogen mit, um meinen Kindern das College zu finanzieren?Don Winslow erzählt in „Corruption“ von einem Detective mit langer Berufserfahrung, der sich diesen Fragen stellen muss. Ein schmaler Grad, ein Tanz auf dem Vulkan – emotional außerordentlich belastend. Don Winslow spricht von den Albträumen der Beamten davon, dass sie nach Dienstschluss die Schrecken des Tages nicht in die eigene Familie tragen, allerdings innerlich daran zerbrechen. Die Beamten haben zwei Familien – ihre eigene und die fast schon familiären Bindungen ihrer Kollegen. „Corruption“ lebt von den Emotionen dieser Beamten, von dem Verrat an diesen Menschen und legt sehr genau offen, wie korrupt die politischen Ämter der Stadt sind und auch das FBI geht für den Ermittlungserfolg gnaden- und rücksichtslos über Leichen. Ich habe selten einen Thriller gelesen, der so schockierend authentisch ist und nachhaltig immer noch nachwirkt. Die Leser von „Corruption“ werden sich in die Figuren des Romans sehr schnell wiederfinden und sich nicht nur einmal fragen: Wie hätte ich denn in dieser Situation gehandelt?Ethisch und Moralisch komplex werden hier menschliche Abgründe thematisiert. Die Gier nach Macht, Einfluss und die Verführung des Geldes lassen die Beamten zu Marionetten werden mit sehr tödlichen Spielregeln.Wer hier satte Actionsequenzen erwartet, wird ebenfalls nicht enttäuscht werden, allerdings treten diese völlig in den Hintergrund, da die Emotionalität der Protagonisten mit immenser und eindringlicher Gewalt auf die Bühne vorrückt und nichts neben sich stehen lässt. Sicherlich ist die Story etwas vorhersehbar, allerdings konzentriert sich der Autor auf den schmerzvollen Weg. Lobenswert ist Don Winslow mahnender Zeigefinger, wenn er das System durch seine Protagonisten an den Pranger stellt. Der Roman „Corruption“ wird keine Veränderung herbeiführen, es ist ein Mahnmal, ein Zeugnis, vielleicht ein kleines Denkmal an die Beamten, die man es auch mal brutal sagen: In Stich gelassen werden. Sie werden verraten, erpresst, ausgespielt, weggeworfen. Fazit„Corruption“ ist ein knallharter Copthriller, ein emotionales Feuerwerk. Schonungslos brutal – aber ehrlich. Ein großartiger Thriller mit einem Echo, das noch lange nachhallen wird. Einer der besten Dramen aus der Feder Winslows. Michael Sterzik

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  • Dirty Cop – Von Respekt bis Verachtung – Spannende Cop-Story über Korruption

    Corruption

    Nisnis

    14. July 2017 um 22:24

    New York, North Manhattan: Denny Malone ist einer von 38.000 New Yorker Polizisten. Er ist Elite-Cop, ein Alphatier und gehört zur Special-Task Force, der nur die Besten, die Schnellsten und die Brutalsten angehören. Sie fegen als unverwüstliche Einheit, wie ein Sturmwind durch die Straßen. Zwischen Glitzertürmen mit ihren Condos und alten verkommenen Wohnsilos mit ihren sozialen Problemen, treffen dort zwei Welten und Kulturen aufeinander. Die Task Force, allen voran Denny Malone, bekämpfen in erster Linie Waffen- und Drogengeschäfte nach dem Grundsatz: Waffen töten und Drogen heizen das Töten an. Sie handeln nach eigenen Spielregeln und haben ihren Bezirk und das organisierte Verbrechen im Griff, während sich die staatlichen Stellen für das „Wie“ nicht interessieren. Justitia hat sich längst die Augen verbunden, weil sie das Unrecht nicht mitansehen kann. Ja, sie sind Dirty Cops, aber ohne sie würde die Stadt längst brennen. Die Ranghohen entwickeln ihre Karrieren mit Hilde der Erfolge der Task Force, während sie tolerieren, dass die Mächtigen ihre Häuser auf einem Haufen weißen Pulvers errichten. Dann, Heilig Abend, geht Marlone einen unüberlegten Schritt zu weit und setzt damit sein Leben und das seiner engsten Vertrauten und Freunde aufs Spiel. In einem langen Prozess wird er der Korruption überführt. Das FBI will einen Deal, auf den sich Malone letztendlich aus wichtigen Gründen einlassen muss und dann brennt New York.Der Autor:Don Winslow wurde 1953 in der Nacht zu Halloween in New York geboren. Seine Mutter, eine Bibliothekarin, und sein Vater, ehemaliger Offizier bei der Navy, bestärkten ihn schon früh in dem Wunsch, eines Tages Schriftsteller zu werden, vor allem die Geschichten, die sein Vater von der Marine zu erzählen hatte, beflügelten die Fantasie des Autors.Das Sujet des Drogenhandels und der Mafia, das in vielen von Don Winslows Romanen eine Rolle spielt, lässt sich ebenso mit seinen Kindheitserfahrungen erklären: Seine Großmutter arbeitete Ende der 60er für den berüchtigten Mafiaboss Carlos Marcello, der den späteren Autor mehrere Male in sein Haus einlud.Jeden Morgen um fünf setzt er sich an den Schreibtisch. Mittags läuft er sieben Meilen, in Gedanken immer noch bei seinen Figuren, um dann am Nachmittag weiterzuarbeiten. Winslow sagt von sich, dass er bislang nur fünf Tage durchgehalten habe, ohne zu schreiben. Es ist eine Sucht, die bis heute ein Werk hervorgebracht hat, dessen Qualität, Vielseitigkeit und Spannung Don Winslow zu einem der ganz Großen der zeitgenössischen Spannungsliteratur machen.Don Winslow wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Krimi Preis (International) 2011 für "Tage der Toten". Für die New York Times zählt Don Winslow zu den ganz großen amerikanischen Krimi-Autoren.Don Winslow lebt mit seiner Frau und deren Sohn in Kalifornien. (Quelle: Droemer)Reflektionen:Der Einstieg in das Kriminal-Epos (weitläufige, ausschweifende Erzählung) gelingt nicht spielend, denn Don Winslow holt weit aus, verliert sich sogar und lässt die Schrauben des Plots stagnieren. Seite um Seite ist das Lesen anstrengend bis ermüdend.Im Nachhinein betrachtet, werte ich die ersten 200 Seiten als eine gestalterische Inszenierung der Atmosphäre und Spannung, doch das hätte Winslow besser gekonnt. Mit Zunahme der Seitenzahl, etwa ab Mitte des Thrillers, intensiviert sich die Atmosphäre und die Spannung, bis sie auf den letzten Seiten auf einem hohen Level explodieren. Das Durchhalten hat sich gelohnt, obwohl es mich auch ärgert, überhaupt Anstrengung beim Lesen empfinden zu müssen."Don Winslows "Corruption" ist faszinierend, ein echter Wurf. Stellen Sie sich "Der Pate" vor, aber mit Cops. So gut ist es." (Zitat: Stephen King)Steven Kings Zitat passt, aber eben erst ab Mitte der Story. Police Detective Denny Malone ist ein Alphatier, ein Hero Cop und er ist korrupt. Er beherrscht die Straße, die Kollegen der Task Force, seine Vorgesetzten, aber sein Privatleben nicht. Malone ist kein Sympathieträger, dafür ist er zu gewalttätig, zu bestimmend und zu dreist. Er schmiert Richter und Anwälte, er provoziert und er manipuliert, wenn auch mit dem Ziel Gerechtigkeit einzufordern, wo staatliche Stellen versagen.Winslow schreibt aus Malones Sicht und entwickelt die Handlung, in dem er Malones Entwicklung zur Korruption szenenabhängig darstellt. So knallhart, brutal und unnachgiebig er und seine Task Force-Kollegen auch vorgehen, sie fordern keine Gefälligkeitszahlungen ein, doch sie nehmen sich alles, was sich ihnen bietet. Sie halten einen Fond, versorgen damit anteilig versehrte Cops und ihre Familien, unterstützen auch sozial Schwache und horten Gelder für die Colleges ihrer Kinder und die Zeit nach ihrer Pensionierung. „Ich übe recht auf der Straße, wenn ich einen Typ der ein Kind belästigt, eins auf die Glocke gebe, ich übe Recht im Zeugenstand, wenn ich gegen einen Heroindealer falsch aussage, weil er sonst nie verurteilt würde, und ja, ich übe auch Recht, wenn ich diesen Arschlöchern ein bisschen Geld abknöpfe, an das ihr niemals rankommen würdet. Er sagt nur: „Es gibt viele Arten von Recht“.Die Task Force ist eine Familie mit mafiösen Strukturen. Jeder steht hinter jedem, sie sind die Paten ihrer Kinder und sie sind hundertprozentig verlässlich. Dementsprechend dramatisch wird es, als Malone der Korruption überführt wird und gegen seine Kollegen aussagen soll. Malone stürzt in ein moralisch, komplexes Desaster, das Winslow eindringlich und tragisch schildert. Innere Zerrissenheit wütet in Malone und ihm bleiben nicht viele Möglichkeiten, den Schaden abzuwenden, bevor er droht zur Ratte zu werden.Don Winslow erzählt eine authentische Geschichte über Korruption, die tragisch brisant und aktuell ist. Die Szenen des Romans, in denen das organisierten Verbrechen wütet, sind erschütternd realistisch dargestellt. Drogenkriminalität, Bandenkrieg, Waffenhandel, Menschenraub und der ewige Rassismus zwischen Schwarzen und Weißen beherrschen das Viertel, in dem die Task-Force agiert.Bis auf den schleppenden Einstig in die Story schreibt Winslow in hohem Tempo. Knallharte, packende und besonders schlagfertige, aber auch asoziale Dialoge reißen mit und entwickeln den Thriller letztendlich doch noch zu einem Pageturner. Zahlreiche Actionszenen, die mit einer enormen Brutalität einhergehen, sind nichts für zart besaitete Leser, aber sie liefern eine knisternde Spannung, die zum Ende hin immer wieder Spannungshöhepunkte durch Wendungen hervorruft. Als Leser fiebert man mit Malone mit, der den hohen Tieren der staatlichen Behörden entgegentritt und sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen versucht.Fazit und Bewertung:Corruption ist zunächst eine Geduldsprobe für den Leser. Wer durchhält, wird mit einer hoch spannenden, moralisch komplexen und intensiven Cop-Story belohnt, die in rasantem Tempo eine authentisch inszenierte Geschichte über Korruption erzählt.©nisnis-buecherliebe

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    • 2
  • Korruption gibt es anscheinend überall

    Corruption

    lisa1997

    09. July 2017 um 17:00

    Wer Don Winslow kennt, wird mit diesem Buch Freude haben. Natürlich ist diese Geschichte auch etwas für Krimi und Thriller Freunde. Wenn jemand auf der Suche nach einer Lektüre ist, die mit Loyalität, Freundschaft, Verrat und Korruption zu tun hat, hat mit diesem Buch die richtige Entscheidung getroffen.Die Idee finde ich grundsätzlich nicht schlecht. Man begleitet den Protagonisten Denny Malone auf seinem eigenen „Leidensweg“. Vom „good cop“ zum „dirty cop“. Es ist eigentlich interessant mit welchen Mitteln Denny versucht, die Wahrheit für denjenigen zu verdrehen bis es endlich passt. Nur das dies sein Untergang war. Ich hoffe sehr, dass NY nicht so korrupt ist, wie Winslow den Polizeiapparat darstellt.Während dem Lesen merkt man, dass der Autor sehr viel für diesen Thriller recherchiert hat. Da ich noch niemals in New York war, tue ich mir schwer mit den Straßennamen. Klar sagt mir der Bezirk Harlem etwas, doch mit den einzelnen Straßennamen und Gangs habe ich so meine Probleme. Den Schreibstil finde ich okay. Es gibt Stellen, die spannend sind, aber zum Großteil plätschert für mich die Geschichte. Ich finde es gut, dass man mitbekommt, wie Danny in diese Lage kommt. Das macht es mir leicht eventuell seine Situation zu verstehen. Leider konnte ich es nicht. Schwer macht es zum einen der Charakter, dieser ist einfach nur schlecht und zum anderen der Gedanke, dass man eine Freundschaft und Loyalität aufgibt, nur um die eigene Haut zu retten. Klar ist es jetzt einfach Reden zu schwingen, wenn man nicht in dieser Situation ist, aber das finde ich dennoch nicht fair.Ich finde, dass dieser Thriller am Puls der Zeit ist. Der Autor spricht dabei neben der Bestechlichkeit des Polizeiapparates und mancher Politiker auch die Tötung von dunkelhäutigen Personen durch Cops. Also: Rassismus. Dass es immer noch ein Problem ist, spürt man auch in diesem Buch.Also grundsätzlich finde ich den Thriller, den man eigentlich nicht wirklich zu lesen bekommt, gut, aber in der Umsetzung nicht wirklich gut klappt.

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  • Kein Vergleich mit "Tage der Toten"!

    Corruption

    Havers

    01. July 2017 um 06:42

    Don Winslow hat mit seinem „War-of-drugs“ Epos „Tage der Toten“ Maßstäbe gesetzt. Maßstäbe, die nun auch an seinen neuesten Thriller „Corruption“ angelegt werden. Fünf Jahre hat er für dieses Buch recherchiert, und die Ergebnisse in einen Cop-Thriller gepackt. Im Zentrum stehen die Angehörigen einer NYPD Spezialeinheit, die Manhattan North Special Taskforce, oder kurz „The Force“ (so auch der Originaltitel) genannt, deren Einsatzgebiet üblicherweise Harlem ist. Die Hauptfigur Detective Denny Malone steht stellvertretend für die New Yorker Cops. Und wenn man den Aussagen Don Winslows (geäußert in diversen Interviews) Glauben schenken kann, ist die Figur eng an die Realität angelehnt. Malone, Sohn eines Polizisten, ist angetreten, um zu schützen und zu dienen. Aber einmal falsch abgebogen, und schon zeigt der Kompass eine andere Richtung an. Nun schiebt er seit 18 Jahren Dienst beim NYPD, leitet mittlerweile sein eigenes Team und fühlt sich wie der King von Manhattan. Und so benimmt er sich auch. Er bestimmt die Regeln, immer und überall. Überheblich, scheinheilig, unsympathisch, gewalttätig, manipulativ – und korrupt. Lässt sich von Dealern schmieren, besticht Richter und hat kein Problem damit, sichergestellte Beweismittel so zu manipulieren, wie es seiner Sicht der Lage entspricht. Oder bei einer Razzia immense Bargeldbeträge und Drogen zu unterschlagen, diese unter seinem Team aufzuteilen und zu bunkern. Eine Millionenmetropole, aber dennoch ist es eine kleine Welt, in der sich Malone bewegt. Freunde – nur sein Team. Familie – verlassen. Geliebte – drogenabhängig. Einzig seine beiden Teamkollegen und die Macht, die er auf der Straße hat, verleihen ihm Sicherheit. Hinterfragt er sein Handeln? Manchmal, in einer schwachen Stunde. Aber er ist ja noch immer der festen Überzeugung, dass sowohl er als auch seine Kollegen gute Gründe für ihr Verhalten auf der Straße haben. Aber dann kommt der Tag, an dem Malone in den Fokus des FBI gerät. Sie wollen Informationen, zuerst nur Namen von korrupten Anwälten und Richtern, dann aber auch von käuflichen Cops. Und das ist das Schlimmste, was einem wie Malone passieren kann. Er muss zum Verräter, zur Ratte werden, um seine eigene Haut zu retten. Es sind mafiöse Strukturen, die in allen Bereichen des öffentlichen Lebens zu finden sind. New York, der „Big Apple“, fault von innen heraus, rechtschaffene Menschen scheinen Mangelware zu sein. Jeder ist käuflich und denkt nur an seinen eigenen Vorteil. Und das üblicherweise in monetärer Form. Geld ist alles, die Triebfeder. Alle anderen Gründe sind nur vorgeschoben. Nichts funktioniert ohne Cash. Ob das die Vergabe von Aufträgen oder gekaufte Gerichtsurteile sind. Moral, Skrupel, Wertesystem – Fehlanzeige. Strahlende Helden sucht man in diesem Thriller vergeblich. Das ist (wahrscheinlich) authentisch und (natürlich) knallhart, erschütternd und zutiefst pessimistisch auf jeden Fall. Action gibt es genügend, sowie schöne Beschreibungen von Harlem. Aber die Story an sich ist mir zu eindimensional, überladen mit den Klischees der unzähligen Supercops mit entsprechendem Korpsgeist, die wir aus diversen Filmen kennen. Leider nicht vergleichbar mit „Tage der Toten“. Schade!

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